Henryk M. Broder / 04.06.2019 / 14:53 / 61 / Seite ausdrucken

Öko-Urlaub auf den Malediven. So retten wir das Klima

Wie wir alle inzwischen wissen, haben sich über 90 Youtuber dem Appell von Rezo angeschlossen, weder die CDU/CSU, noch die SPD und schon gar nicht die AfD zu wählen. Für das Ergebnis der Europawahl dürfte dieser Appell wenig Bedeutung gehabt haben, er hat aber das politische Berlin aufgemischt. Ab sofort wollen die Volksparteien auf die Stimme "der Jugend" hören, in den sozialen Medien präsenter sein, eigene Kanäle aufbauen, mit einem Wort, dem Zeitgeist Tribut zollen und auf Adjektive wie "geil, krass und super" vertrauen. Also dem Beispiel der Youtuber folgen, denn diese geben "der Jugend" nicht nur eine Stimme, es ist auch eine authentische Stimme für das Klima. 

Wenn Sie sich nun das zwei Minuten und 49 Sekunden lange „Statement von 90+ Youtubern" genau ansehen, das bis jetzt 3,8 Millionen mal geklickt wurde, dann werden sie am unteren Bildrand ein Laufband mit den Namen der Beteiligten bemerken. Es sind nicht die echten Namen, sondern deren nom de guerre im Kampf für eine bessere Welt. Die "potenzielle Zerstörung unseres Planeten" habe "offensichtlich die höchste Priorität", was u.a. bedeutet, dass "jedes andere Thema sich hinten anstellen" muss; hierbei gehe es "nicht um verschiedene legitime politische Meinungen", es geht "um die unwiderlegbare Notwendigkeit, alles dafür zu tun, den Kurs so schnell wie möglich drastisch zu beenden", denn "wenn wir die nächsten Jahre auf diesem Kurs bleiben, haben wir vielleicht keine Chance mehr, die Zerstörung aufzuhalten". 

Das also sind die authentischen Stimmen der Jugend von heute, wenn es sich denn um eine repräsentative Auswahl handeln sollte und nicht um die Leser und Leserinnen von bento, der Kinderseite des SPIEGEL. Natürlich sind es Idealisten, wie es auch die Roten Khmer und die Roten Garden waren, und vor ihnen die Rekruten der Hitlerjugend. Sie wollen die Welt retten, koste es was es wolle. Bis dahin freilich nehmen sie alles mit, was diese dem Untergang geweihte Welt ihnen bietet.

Jodie Calussi zum Beispiel macht Öko-Urlaub „auf dem besten Ort der Welt" in einem Resort, in dem aus Altplastik Ziegelsteine hergestellt werden und die Gäste nicht mit Autos, sondern mit Fahrrädern unterwegs sind, um das Klima nicht zu belasten. Auch sonst ist alles sehr "fortschrittlich und wegweisend für alles, was da kommt".

Mit dieser Ansicht im Gepäck macht sich Jodie auf den Weg in das nächste Resort, wo sie und ihre Freunde eine „Whisper-Challenge" veranstalten. Es geht um Lippenlesen, ganz einfache Sätze wie: "Ich bin nur mit dir zusammen, weil du geile Titten hast."

Nicht weniger öko-bewusst ist eine weitere Youtuberin aus dem 90+ Aufgebot, die sich Katja Krasavice nennt oder so heißt. Jedenfalls steht sie total auf Make-up, Kommunikation und Bananen.

Ich habe mir diese beiden repräsentativen Stimmen der Jugend nicht ausgesucht, nur zwei Namen, die ich relativ originell fand, angeklickt. Versuchen Sie es auch mal. Sie werden es nicht bereuen. 

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Leserpost

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Margit Broetz / 04.06.2019

Laut dem Informatiker Hadmut Danisch, der einen sehr interessanten Blog betreibt, wurde das Rezo-Video von t-online hochgelobt. t-online aber wurde inzwischen an die Werbeagentur Ströer verkauft (die betreibt unter anderem die Video-Leinwand-Werbung in U-Bahn-Stationen und Bahnhöfen). Rezo und sein Video wurde von einer Firma Tube-One produziert, nach eigener Auskunft eine “Social Influencer Agentur”. Diese gehört - Überraschung! - der Firma Ströer. Ba-Da-Bing! Cui-Bono? Klare Wahlwerbung für die Grünen.   Unsere Eltern haben die Großeltern gefragt: Wie konntet Ihr das nur zulassen? warum habt Ihr nichts dagegen unternommen? Vom Ermächtigungsgesetz hatte damals auch so gut wie keiner gehört; das hieß ja auch offiziell “Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich.” Unsere Enkel werden dereinst uns dasselbe fragen.

Sandra Richter / 04.06.2019

Ich denke, die Leute entlarven sich in diesem Video selber als gefährliche Ökofaschisten, die in ihrem religiösen Wahn andere Meinungen nicht akzeptieren können. Dabei werden sie letztendlich nicht vor körperlichen Angriffen zurückschrecken, wenn Hass und Hetze nicht das gewünschte Ergebnis erzielt, denn das richtige Ziel rechtfertigt bei Faschisten eben den Einsatz aller Mittel, so wie man das bereits bei der Antifa kennt. Am besten wird es sein, diese Leute als Moralheuchler zu entlarven, die sie ja offensichtlich sind, da sie per Flugzeug tausende Kilometer durch die Welt fliegen und dabei Tonnen von Kerosion und damit CO2 in die Atmosphäre der Erde blasen, die sie vorgeben retten zu wollen. Diese persönliche Ebene ist der einzige Angriffspunkt, da solche Leute auf Argumente nicht reagieren.

Johannes Schuster / 04.06.2019

Aus welcher gequirlten Sekte sind die entlaufen ? Was ist das nur für ein Bullshit ? Was sind das für Leute, ich will die Stahlarbeiter aus Bochum wieder haben, ich will Mantafahrer, von mir aus auch diese androgynen Kerle aus den 80er, ABER stellt diesen Scheiß ab ! Das einzige Armageddon ist die wuchernde selbstgefällige Dummheit.

Burkhart Berthold / 04.06.2019

Die ganze Klimahysterie hat den Vorteil, dass nun gewiss bald die Immobilien billiger werden. Wer braucht eine Villa in der Sintflut? In jedem besseren “Titanic-” Film kommt vor, dass Bruce Ismay irgendeinem wackeren Seemann tausende von Pfunde für einen Platz im Rettungsboot anbietet. Bei Cameron wendet er sich, wenn ich mich recht erinnere, sogar an den armen Murdoch. Ein Stündchen zuvor hätte Sir Bruce es für platten Blödsinn gehalten, in einem offenen Boot über den Atlantik rudern zu wollen. Will sagen: So lange die Immobilien nicht billiger werden, hat der Glaube ans Klima die Leute noch nicht wirklich durchdrungen. Hoffen wir Besitzer kleiner Häuser also auf die große und ganz echte Panik - und dann: Auf nach Grünwald!

Rex Schneider / 04.06.2019

Es ist die Zeit wo wir wieder, auf dem Weg zu unserem täglich Brot, an den vielen schönen Feldern vorbei ziehen und an den Rändern diese vielen schönen Kornblumen sehen. An einigen Stellen übertrifft das Blau sogar das Grün, ein Moment wo mir klar wurde was die Mehrheit dieses Landes ausmacht. Dieses Blau was keiner pflanzt, jedoch sich jedes Jahr neu erschafft. Schon lange ein Symbol Preußens, Lieblingsblume von der Königin der Herzen und Blume zum Gedenken für die Gefallenen Frankreichs im 1. WK. Noch lange bevor Nazis aus Österreich und später Deutungshoheitler sie Missbrauchten. Was ich eigendlich Sagen wollte, wie sagte Fontane doch, warum in der Ferne schweifen wo das Gute ist so nah.

August Klose / 04.06.2019

Bei der mit den aufgespritzten Lippen habe ich abgeschaltenund mir einen dreistöckigen Cragganmore genehmigt. Henryk, das grenzt an Körperverletzung.

H. Meier / 04.06.2019

Mann, bzw. Frau, kann sogar den digitalen Boulevard bequem zum Anschaffen nutzen. Das Buchen von handverlesenen abhängigen Komparsen ist in Merkels Theater-Saison, der politisch engagierte Normalfall von NGO`s am Band geworden - einfach alternativlos,  es wird keine Opposition geduldet, und ganz bedstimmt keine kognitiven Intelligenz, oder etwa Humor und Witz oder Wettbewerb um Freiheiten.

Paul Diehl / 04.06.2019

Über 70 Jahre Frieden und Wohlstand haben offenbar zur völligen Verwahrlosung und fortschreitender geistiger Degeneration der Nachkommenschaft geführt. Der letzte macht das Licht aus. Gute Nacht im Irrenhaus.

Arnd Siewert / 04.06.2019

Das abhanden kommen eines Gott/Schöpfer vertrauens bringt diesen völligen blackout - der mit der grossen Gesetzlosigkeit einher geht. Diese grenzenlose “Freiheit”öffnet Tor und Tür für jeglichen Unsinn ohne Maß. Und die Kirchen flankieren diesen Bullshit statt Salz in der Suppe zu sein. Gesetzlosigkeit erzeugt Liebeserkalten -durch Abwendung vom Wort/Gott laufen sie jedem anderen Irrlicht nach. So steht es geschrieben….

Klaus Matschke / 04.06.2019

@Sven Kaus Aus Berliner Sicht muß ich sagen, das der Zug schon fast im Bahnhof Ökosozialismus angekommen ist. Die Frage ist nur noch die, ob es sich noch verhindern läß, das er weiter zum Bahnhof Ökofaschismus fährt. Denn das ist nur eine Kurzstrecke.

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