Es ist erst einige Tage her, dass Horst Seehofer nach der heftigen Wahlschlappe für die Union in die Mikrophone hauchte, man habe verstanden. Nein, die Union hat nichts verstanden, will nichts verstehen. Was wir seit dem Wahltag erleben, ist einzig das Bestreben, den Protest der Wahlbürger einzuhegen, um weiter machen zu können wie bisher. Es werden anscheinend überhaupt keine Konsequenzen gezogen, außer die Öffentlichkeit noch gründlicher als bisher hinter die Fichte zu führen.
Vor dem „Deutschlandtag“ der Jungen Union wurde in den Medien gemunkelt, die Jungen würden mit der Kanzlerin abrechnen. Das Gegenteil war der Fall. Es wurden einige Schaufensterreden gehalten, man feierte sich selbst wie Popstars, die man lieber sein würde, und als ein junger Mann das einzig Richtige tat und den Rücktritt von Merkel forderte, wurde er ausgebuht. Wenn das die Hoffnungen auf die Erneuerung der CDU waren, kann man die gleich begraben. Mit diesen Jungfunktionären kommt sie bestimmt nicht. Die halten der Kanzlerin die Treue, bis zum Untergang.
Wer geglaubt hatte, die CSU werde, wenn auch nur aus Gründen des Selbstschutzes, aus Furcht vor den nächsten Landtagswahlen, endlich wenigstens teilweise wahr machen, was ihr Vorsitzender Drehhofer, wie er mittlerweile genannt wird, seit Jahren verkündet, wurde ebenfalls getäuscht. Der 10-Punkte-Plan, mit dem Seehofer in die Sondierungsrunde mit der CDU ging, ist das Papier nicht wert, auf das er geschrieben ist. Nichts von den angeblichen Forderungen fand sich im Papier wieder, das nach Abschluss der Gespräche veröffentlicht wurde, Keine einzige konkrete Festlegung ist darin enthalten, alles nur vage gehaltene Ankündigungen, noch dazu versehen mit Ausnahmeregelungen. Letztere sind das Einzige, auf das man sich verlassen kann. Die Ausnahmeregelungen werden schon in den Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen zur Anwendung kommen.
Leicht zu durchschauender Taschenspielertrick
Der perfide Taschenspielertrick ist leicht zu durchschauen und würde keine Minute bestehen, wenn Medien nicht wieder die willigen Helfer spielen würden. Die Union, so lautet der Tenor, habe sich auf eine „Obergrenze“ von 200 000 „Flüchtlingen“ geeinigt, die nur nicht so genannt werden dürfe. Damit hätten sowohl Merkel als auch Seehofer ihr Gesicht wahren können. Hier geht es aber nicht um Gesichtswahrung gescheiterter Politiker, die, koste was es wolle, an der Macht bleiben wollen, auch wenn das Land, dessen Wohl zu mehren sie geschworen haben, dabei vor die Hunde geht.
Wenn man sich die Mogelpackung anschaut, stellt man fest, dass es keine einzige bindende Vereinbarung gibt. In einer von der dpa verbreiteten „Endversion der Einigung“ heißt es:
„Wir wollen erreichen, dass die Gesamtzahl der Aufnahmen aus humanitären Gründen (Flüchtlinge und Asylbewerber, subsidiär Geschützte, Familiennachzug, Relocation und Resettlement, abzüglich Rückführungen und freiwillige Ausreisen künftiger Flüchtlinge) die Zahl von 200.000 Menschen im Jahr nicht übersteigt.“
Man „will“ lediglich, dass man es durchsetzen wird, ist nicht gesagt. Nicht klar ist vor allem, was mit dem Familiennachzug geschieht, der von der noch amtierenden Regierung bereits beschlossen wurde (aber noch ausgesetzt ist). Allein die Zahl der nachrückenden Familienangehörigen wird nach konservativen Schätzungen über eine Million betragen. Die sind möglicherweise von der genannten „Obergrenze“ gar nicht betroffen.
Ansonsten soll es aber keinerlei Änderung am Grenzregime geben. Also alle, darauf hat Merkel bestanden, die an der deutschen Grenze das Wort „Asyl“ aussprechen, müssen eingelassen werden. Außer den CSU-Funktionären kann niemand glauben, dass dies mit einer „Obergrenze“ vereinbar sei. Zudem soll diese „Obergrenze“ jederzeit nach oben oder unten korrigiert werden können. Wobei das „unten“ nur zur weiteren Irreführung aufgeschrieben wurde.
Interessant ist, dass hier wieder die schon im Unions-Programm zu findenden „Resettelment und Relocation“ auftauchen, was wieder nicht näher definiert wird. Dabei handelt es sich um einen Plan der EU zu gesteuerter Umsiedlung von Flüchtlingen und Zuwanderern. Dieser Plan ist nie diskutiert worden, weder im Parlament noch in der Öffentlichkeit. Er soll offensichtlich durch die politische Hintertür durchgesetzt werden. Auch das gelingt nur, weil Medien jede Kritik unterlassen .
Zur weiteren Täuschung der Öffentlichkeit wird behauptet, dass Asylbewerber künftig in speziellen Aufenthaltszentren bleiben müssten, bis über ihre Verfahren entschieden sei. Verfahren sollten in diesen „Entscheidungs- und Rückführungszentren“ gebündelt werden. Vorbild seien entsprechende Einrichtungen in den bayerischen Städten Manching und Bamberg. Falls Anträge abgelehnt würden, sollten die Betroffenen aus diesen Einrichtungen zurückgeführt werden. Zudem wird in dem Entwurf die Forderung erneuert, die Liste der sicheren Herkunftsländer zu erweitern, wenigstens um Marokko, Algerien und Tunesien.
Beide Festlegungen werden spätestens bei den Koalitionsverhandlungen mit den Grünen in den Papierkorb entsorgt werden. Bekanntlich haben die Grünen die vom Bundestags mit überwältigender Mehrheit beschlossene Erklärung der genannten Länder als sichere Herkunftsstaaten im Bundesrat blockiert. Ebenso lehnen sie Aufnahmezentren ab. Da die Union mit den Grünen eine „stabile Regierung“ bilden will, sind die entsprechenden „Kompromisse“ bereits vorprogrammiert. Die politische Arroganz, mit der die Union ihr Täuschungsmanöver ausgeführt hat, wird nur übertroffen von der selbstherrlichen Annahme, die Wähler würden so ein durchsichtiges Manöver nicht durchschauen.
Beitragsbild: Celinebj CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Wichtig ist, die Menschen für die nächsten Wahlen zu täuschen. Und die sind Sonntag :-)))). Danach werden die Aussnahmenregelungen bekannt gegeben. Wetten ?
Davon würde ich jedes Wort unterschreiben. Diese Politiker sind in Anbetracht des Wahlausgangs an fehlendem Anstand und Charakterlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Es zählt nur die eigene Macht. Den Willen des Volkes vermögen diese Abgehobenen überhaupt nicht mehr zu erkennen oder anzuerkennen. Der CSU unter Seehofer droht bei der Landtagswahl nächstes Jahr ein historisch nie dagewesener Stimmenverlust. Und wo bleibt der Aufschrei der CSU Basis? Alles Radlfahrer?
Hat irgendjemand, der nur einen Funken gesunden Menschenverstand hat, etwas anderes erwartet? Und Seehofer meint jetzt wohl, er steht wieder gut da bei "seinen Wählern". Mich würde mal wirklich interessieren, wie viel % der Deutschen den Schmarrn glauben.
Frau Lengsfeld, jeder weiß, dass Seehofer ein Bettvorleger Merkels ist. Es wird Zeit, dass Markus Söder und andere ihn nach Anatolien "entsorgen", er hat immerhin über Zehn Prozent an Wahlerstimmen verloren. Die Pressekonferenz dieser beiden Rabulisten hat gezeigt, dass sich nichts ändern wird, weil alles verhandelbar sein wird. Um des Machterhalteswillen würde Merkel auch eine Koalition mit der "SED" eingehen. Vielleicht war sie sogar selber Mitglied. Who knows bei ihrem undurchsitigen Lebenslauf? Dass sich die Journaille immer wieder diesen Polit-Schwachsinn vorsetzen lässt, zeigt, dass sie nur Lautsprecher der Nomenklatura sind. Die Wähler scheinen klüger zu sein, als diese Nanny-Journalisten und ihre Polit-Betreuer meinen. Die letzten Wahlen zur BRD-Volkskammer haben dies eindeutig bewiesen und es wird noch deutlicher kommen.
Entschuldigung, aber wer geglaubt hat, dass Drehhofer auch nur 1% davon durchbringen wird, der glaubt auch noch an den Klapperstorch. Merkel hat alle, ich wiederhole alle im Griff. Man könnte fast meinen im Würgegriff. Was muss geschehen, damit dier Frau und ihr Stab an Abnickern sich endlich in Wohlgefallen auflöst. 200.000 (etwa eine Stadt wie Mainz) Obergrenze jährlich, bedeutet in 5 Jahren eine schlappe Million. Dazu kann sich jetzt jeder den Zuzug ausrechen. Deutschland geht irgendwann die Luft aus.
Sehr geehrte Frau Lengsfeld, wir haben es doch eigentlich alle geahnt. Wenn wir mal ehrlich sind wusste jeder, dass von den Forderungen der CSU (welche ja selbst kaum ausreichend für einen Richtungswechsel waren) nichts übrig bleiben wird. Man hofft auf Posten in Berlin für die nächste Leg-Periode und darauf, dass der Wähler es bei den Wahlen in den Bundesländern nicht bestraft. So wird es auch kommen. Die Tröge sind die selben, nur die Säue ändern sich... wenn überhaupt.
Nirgendwo eine Obergrenze in Sicht. Weder bei den Flüchtlingen noch beim Opportunismus auf der nach oben offenen Seehofer-Skala.