In den USA geht ein Lied von Oliver Anthony viral, das die Ungerechtigkeiten, die der ländlichen Arbeiterklasse zugefügt werden beklagt. In den ersten 12 Tagen wurde das Lied bereis über 29 Millionen Mal auf YouTube angeklickt.
„Wir leben in der neuen Welt, mit einer alten Seele“, singt Oliver Anthony in seinem Lied „Rich Men North of Richmond“ (Reiche Männer nördlich von Richmond) und hat es damit auf Platz 1 der Charts von Apple, Spotify und iTunes geschafft. Das Lied beschreibt die Lebenswirklichkeit vieler Arbeiter in den ländlichen Regionen der Vereinigten Staaten von Amerika und beginnt mit diesen Worten:
„Ich habe meine Seele verkauft, arbeite den ganzen Tag, schiebe Überstunden für eine Scheißdreck-Bezahlung, nur damit ich hier sitzen und mein Leben vergeuden kann. Ich schleppe mich nach Hause und ertränke meine Sorgen.
Es ist eine verdammte Schande, was aus der Welt geworden ist, für Leute wie mich und Leute wie dich. Ich wünschte, ich könnte einfach aufwachen und es wäre alles nicht wahr, aber es ist so, oh, es ist so.“
Wer ist dieser Mann, der die Gefühle von Millionen Amerikanern so eindringlich in Worte und Melodien packt? Der Country-Sänger Oliver Anthony stammt aus den Appalachen und heißt eigentlich Christopher Anthony Lunsford. Seinen Künstlernamen gab er sich in Anlehnung an seinen Großvater „Oliver Anthony“, da dieser in der Ära der wirtschaftlichen Depression lebte.
Nicht diplomatisch, sondern deutlich
Anthony führt das Leben eines typischen amerikanischen Arbeiters. Er lebt in einem Wohnmobil auf einem autarken Grundstück, wo er Vieh züchten möchte. Mit siebzehn Jahren brach er die Schule ab und holte später ein allgemeines Bildungsdiplom nach. Zuvor arbeitete er neun Jahre lang in Fabriken in North Carolina und Virginia. Ein gewöhnlicher Arbeitstag ging für ihn zwölf Stunden und er arbeitete mindestens sechs Tage die Woche. Anthony kämpfte immer wieder mit mit psychischen Problemen und Alkoholmissbrauch.
Im Jahr 2021 begann Anthony, ernsthaft Musik zu schreiben. Seit 2022 veröffentlicht er seine Musik auf Spotify unter dem Namen „Oliver Anthony Music“. In einem Facebook-Beitrag vom 17. August 2023 beschrieb er, was seiner Meinung nach die Gründe für seine Beliebtheit sind:
„Ich habe die Musik geschrieben, weil ich unter psychischen Problemen und Depressionen litt. Diese Lieder haben mich mit Millionen von Menschen auf einer so tiefen Ebene verbunden, weil sie von einem Typen gesungen werden, der die Worte im Moment des Singens fühlt, keine Bearbeitung, kein Agent, kein Unsinn. Nur ein Idiot mit seiner Gitarre.“
Dieser „Idiot mit seiner Gitarre“ mischt nun die Musikszene in den USA auf, denn seine Worte passen so gar nicht in den woken Mainstream des zeitgenössischen Musikgeschäfts. Seine Worte sind nicht diplomatisch, sondern deutlich. Hier zwei Beispiele:
„Wir haben Leute auf der Straße, die nichts zu essen haben, und die Fettleibigen melken die Sozialhilfe.“
„Wenn du 1,60 Meter groß bist, aber über 130 Kilogramm wiegst, sollten die Steuern nicht deine Tüten mit Schokocremeteilchen bezahlen.“
„Die reichen Männer nördlich von Richmond“
Diese Worte wurden ihm natürlich umgehend als Hass und Hetze in Form des Bodyshamings ausgelegt, also als abwertende Äußerungen über das Aussehen anderer Menschen. Andere Passagen in seinem Lied bringen ihm den Vorwurf ein, rechte Verschwörungsmythen zu bedienen, so singt er zum Beispiel:
„Ich wünschte, Politiker würden sich um Bergleute (miners) kümmern und nicht nur um Minderjährige (minors) auf einer Insel irgendwo.“
Es handelt sich bei dieser Passage um ein Wortspiel, da die beiden englischen Worte für „Bergleute“ und „Minderjährige“ ähnlich klingen, nämlich „miners“ und „minors“. Anthony spielt damit auf die kleine Privatinsel „Little Saint James“, die zu den Amerikanischen Jungferninseln gehört, an, die im Besitz des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein war. Laut den Anwälten der mutmaßlichen Opfer soll der mittlerweile gestorbene Epstein Minderjährige zu sexuellen Handlungen mit hochrangigen Politikern und Stars gezwungen haben, die auf der Insel zu Gast waren.
Die Menschen, die sich derart vergehen, nennt Anthony „die reichen Männer nördlich von Richmond“ und spielt damit unverhohlen auf die US-Hauptstadt Washington D.C. an (Washington liegt nördlich von Richmond, der Hauptstadt des Bundesstaates Virginia, Anm. d. Red.). Er singt:
„Diese reichen Männer nördlich von Richmond, der Herrgott weiß, dass sie alle nur die totale Kontrolle haben wollen. Sie wollen wissen, was du denkst, wollen wissen, was du tust und sie denken nicht, dass du es weißt, aber ich weiß, dass du es tust, denn dein Dollar ist einen Dreck wert und wird ohne Ende besteuert, wegen der reichen Männer nördlich von Richmond.“
Kaum etwas ist gefährlicher
Das Lied ist so erfolgreich, dass Anthony nun selbst ein reicher Mann werden kann, aber laut eigener Aussage soll er ein Angebot einer Plattenfirma im Wert von acht Millionen Dollar abgelehnt haben. Auf Facebook erklärt er:
„Leute in der Musikindustrie starren mich an, wenn ich 8-Millionen-Dollar-Angebote ablehne. Ich möchte keine 6 Tourbusse, 15 Lastwagen und einen Jet. Ich möchte keine Stadionkonzerte geben, ich möchte nicht im Rampenlicht stehen.“
Anthony ist ein sehr gläubiger Mann. Am 13. August 2023 trat er kostenlos auf einem Bauernmarkt in Barco, North Carolina, auf. Er eröffnete seinen Auftritt mit einer Lesung von Versen aus dem Psalm 37 in der Bibel. Unter Tränen las er diese Passage vor:
„Die Gottlosen haben das Schwert gezückt und ihren Bogen gespannt, um gegen die Elenden und Armen zu gehen und jene zu schlachten, die aufrichtig sind. Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihre Bogen werden zerbrechen! Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluß vieler Gottloser.“
Ein religiöser Protestsänger, der sich nicht korrumpieren lassen will, gegen die Eliten singt und dabei deutliche Worte findet. Kaum etwas ist gefährlicher für all die reichen Männer nördlich von Richmond.
Nachtrag: Soeben erreicht uns die Nachricht, dass das Lied „Rich Men North of Richmond“ in den US Billboard Charts von null auf Platz 1 geschossen ist. Das Lied berührt. Der „Idiot mit der Gitarre“ ist mal eben so an Taylor Swift und Co vorbeigezogen.

Unter dem Hintergrund des Liedtextes schlage ich beispielhaft den Bogen nach Lahaina / Maui / Hawaii. Die Ursache des Brandes, der nahezu die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte, geht ja wohl auf das Vorgehen des dortigen Energieversorgers zurück, der trotz des Sturmes und der dort für die Jahreszeit üblichen Dürre im Wissen um die marode Infrastruktur den Strom n i c h t abschaltete. Aus Öko- oder was immer für Gründen waren die typischen Grünwälder im Umland gegen „Pampasgras“ getauscht, das jetzt wie Zunder brannte, als Masten und Leitungen dem Winddruck nachgaben und Funkenflug freisetzten. Im Vorfeld sollen schon die üblichen „Immobilien-Heuschrecken“ versucht haben, Lahaina aufzukaufen, um daraus einen für sie profitablen Apartment- / Freizeitpark zu gestalten. Nach dem „heißen Sanieren“ tauchen diese wieder auf, um den nun nur noch Landbesitzern die russige Ruine abzuschwatzen. Vielen wird -analog zu Sylt, wo sich auch kaum mehr ein Eingeborener Wohnraum leisten kann- vermutlich am Ende nichts anderes übrig bleiben, als zu verkaufen, denn die von der Biden-Regierung ausgegebenen Schecks als Soforthilfe über 700 $ pro Person oder Familie sind ja eher lächerlich, vor allem angesichts der Milliarden, die die USA in der Ukraine verbrennen und sonst für ihre weltweite militärische Präsens ausgeben. Außerdem steht der Brandverursacher ja offenbar fest, so daß es kein Problem sein sollte, die Kassen Desjenigen und des Staates als quasi Bürge zu öffnen und voll umfänglich für den Schaden aufzukommen. Aber der heute zur Stippvisite angereiste Halb-Demente wird außer dem bisher gezeigten ausdruckslosen Grinsen wohl eher nichts dergleichen anbieten, sofern er überhaupt eine Ahnung hat, welche Ruinen ihm präsentiert werden. Das globale Oligarchen-System zeigt auch hier seine häßliche Fratze, egal ob „nördlich von Richmond“ ansässig oder in europäischen Metropolen.
„@ Uwe Borchert: Und auch bei diesem Lied kreischen, schwurbeln und hüpfen die billigen und willigen Vollstrecker des marodierenden internazionalen (sic!) Großkapitals und wollen eine humanistische und menschenfreundliche Grundhaltung in die Rechte Ecke schieben, wo sie aber gar nicht hin gehört.“ Ich denke zwar, ich weiß ganz gut, was Sie meinen, aber wo finden Sie das ausgerechnet in diesem Song? Das kann ich nicht sehen und nicht hören.
Wenn er jetzt noch verstehen würde, dass die christlichen Kirchen die Leute über Jahrhunderte in Armut gehalten haben und die reichen Männer nördlich von Richmond nur deren Methoden übernahmen, dann ist er auch kein Idiot mehr. „Sie wollen die totale Kontrolle, wollen wissen was du denkst, wollen wissen was du tust“. Wer denkt dabei nicht sofort an die Beichte? Die reichen Männer haben schon lange erkannt, dass man mit nichts das Volk besser kontrollieren kann, als mit einer Religion. Und daher haben sie beschlossen, dass die Erlösung nur über das Klima kommen kann. Warum? Einfach nur, damit sie, und nur sie, weiter reich bleiben. Solange Oliver Antony nur über Armut und Ausbeutung singt (gähn), können ihn die reichen Männer seelenruhig ignorieren. Das haben schon unzählige Andere vor ihm getan und trotzdem ging alles weiter seinen Gang. Aber, ich gebe zu, der Schlenker gegen die Dicken hat was. Man sollte ihn auf jeden Fall weiter im Auge behalten.
@Bernd Schreller. Den Urbi er Gorbi hatte ich nicht auf dem Radar. Er war auch beim Papst. Johannes Paul II., ein Pole (!). Wer zündelt da ständig im Hintergrund ? Immer das gleiche Theater.
@Okko tom Brok. Lech Wałęsa wäre ohne die CIA und dem Vatikan (!) nicht denkbar gewesen. Der Kalte Krieg neigte sich dem Ende zu. System Change und Farbenrevolution. Irgendwie lande ich da automatisch in der Ukraine und bei Wolodomir Selenskij. Ich möchte nicht Lech Wałęsa mit Selenskij vergleichen oder doch ?. Irgendwie schon.
@ A. Lisboa: In der Schweiz ist sicher nicht alles Gold und die Medien sind überall ein großes Problem, wenn sie statt der Realität ein linksdrehendes weltfernes Abziehbild der Wirklichkeit bieten. Aber in Umfragen in Deutschland ist die Mehrheit in der Regel auf der Seite der Vernunft, s. u.a. die Massenmigration oder die Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Diese Vernunft der Mehrheit sollte dringend in Politik umgesetzt werden und ich denke, in Deutschland wäre das möglich und längst überfällig. In Deutschland sind die Bürger nicht so satt und zufrieden wie in der Schweiz, hier ist eine andere politische Großlage.
@Ralf.Michael Soweit ich recherchierte, finanziert sogar Deutschland das US-Sozialsystem. Man erinnere sich, der PTT(Penny TuntenTempel) wollte Bargeldautomaten für sozial bedürftige. „Social Security (offiziell Old Age, Survivors, and Disability Insurance (OASDI), 1937–1946 Social Security Board (SSB)) ist die staatliche Rentenversicherung im Sozialversicherungssystem der Vereinigten Staaten.“ // Die US Universitäten, Institutionen wie Harvard und Vanderbilt benutzen nachweislich Hedgefonds für Landgeschäfte, die zur Vertreibung von Bauern führt um ihre Pesionsfonds zu füllen. „Landgrabbing der USA in Afrika Die Rolle US-amerikanischer Universitäten im afrikanischen Landraub. AgriSol“ Und Bill Gates, Rockefeller kaufen auch gerade Afrika auf. Nix China. Wieso werden Superreiche immer reicher sollte eher das Thema sein. Hat ja sein Grund warum die Schweiz jetzt eine massive Militäraufrüstung durchführt. Sie bereiten sich vor.