In Teil 1 und Teil 2 unserer kleinen Serie haben wir uns mit den unbekanntesten Originalen weltbekannter Hits beschäftigt. Im dritten Teil haben wir den Fokus auf unbekannte Originale von berühmten Künstlern gelegt, die in der Version von anderen Musikern zu weltbekannten Hits geworden sind. Im letzten Teil geht es nochmal um Originalversionen, die weitgehend unbekannt blieben, während spätere Interpreten damit große Erfolge gefeiert haben.
Es ist nach wie vor eine der heißesten Nummern des Rock 'n' Roll, aber, wie so oft bei Elvis, nur nachgesungen. Das Original stammt von der voluminösen Big Mama Thornton aus dem Jahr 1953.
„Whole Lotta Shakin' Goin' On“
Auch Jerry Lee Lewis' erster großer Hit von 1957 war nur eine Coverversion. Die Originalaufnahme erschien zwei Jahre zuvor von der ebenfalls kräftigen Rhythm & Blues-Sängerin Big Maybelle.
„Sailing“ von Rod Stewart ist ein absoluter Klassiker. Es ist gar nicht so leicht, in dem 1972er Original von den Sutherland Brothers diese Schönheit zu erkennen, die sich in Stewarts Version von 1975 offenbart.
Die Nummer wurde 1977 zum Signature-Song von Status Quo. Das Original stammt jedoch von Creedence-Clearwater-Revival-Urgestein John Fogerty, der es zwei Jahre zuvor veröffentlicht hatte.
Mit dem Song landeten die Carpenters 1974 den größten Hit ihrer Karriere. Das Original ist jedoch nicht, wie viele denken, von den Beatles, sondern von der US-Girlgroup The Marvelettes aus dem Jahr 1961.
Mit dem Stück hatte Thelma Houston 1976 einen Hit und zehn Jahre später nochmal The Communards. Die unerreichte Originalversion stammt jedoch von Harold Melvin and the Blue Notes aus dem Jahr 1975.
Das Instrumentalstück darf als erster Electronic-Hit der Musikgeschichte gelten. Hot Butter landeten damit 1972 einen internationalen Hit. Das Original stammt jedoch von Gershon Kingsley aus dem Jahr 1969.
Mit ihrer A-capella-Version des Stücks landeten die Housemartins im Jahr 1986 ihren einzigen internationalen Hit. Die Originalversion von Isley Jasper Isley war erst im Jahr davor erschienen.
Harry Nilsson hatte mit der Ballade im Jahr 1971 einen Riesen-Hit. Und Mariah Carey nochmal 1994. Das Original stammt jedoch von der walisischen Rockband Badfinger und erschien 1970.
Kim Carnes landete mit dem Song 1981 den größten Hit ihrer Karriere. Das Original wurde jedoch bereits 1975 veröffentlicht und von der US-amerikanischen Singer-Songwriterin Jackie DeShannon gesungen
Durch die Version von Rod Stewart aus dem Jahr 1990 wurde der Song weltbekannt. Aber nur die Wenigsten wissen, dass er von Tom Waits geschrieben und fünf Jahre zuvor veröffentlicht wurde.
„God Gave Rock and Roll to You“
Der Song war 1991 ein später Hit für die ungeschminkten Kiss. Das Original stammt jedoch aus dem Jahr 1973 und ist von der britischen Band Argent des Ex-Zombies-Keyboarders Rod Argent.
Mit dem Song hatten Blondie 1978 ihren ersten internationalen Hit. Das Original wurde als „Denise“ (mit einem zusätzlichen „E“) bereits 1963 von der Doo-Wop-Gruppe Randy & The Rainbows veröffentlicht
Es war einer der größten Hits in Elvis' Spätphase. Ich habe es immer für das Original gehalten, bis ich unlängst auf die ursprüngliche Version eines gewissen Mark James aus dem Jahr 1968 gestoßen bin.
„Don't Let Me Be Misunderstood“
Das Stück wurde 1965 ein Hit für die Animals und nochmal 1977 für die Disco-Formation Santa Esmeralda. Die ursprüngliche Aufnahme erschien im Jahr 1964 und wurde von Nina Simone gesungen.
Mit der Ballade konnte der britische Sänger Leo Sayer 1977 seinen größten Hit landen. Die Originalversion wurde im Jahr zuvor von dem britischen Singer-Songwriter Albert Hammond veröffentlicht.
Dass Janis Joplins größter Hit aus dem Jahr 1971 von Kris Kristofferson geschrieben wurde, ist bekannt. Aber dass die Erstaufnahme 1969 von einem gewissen Roger Miller gesungen wurde, eher weniger.
„Bad Case of Loving You (Doctor, Doctor)“
Mit der Nummer konnte der britische Sänger Robert Palmer 1979 seinen ersten Nummer-eins-Hit verbuchen. Das Original erschien jedoch im Vorjahr von dem US-amerikanischen Singer-Songwriter Moon Martin.
„I Don't Want to Talk About It“
Mit der Ballade hatte Rod Stewart 1977 einen seiner größten Hits der 70er Jahre. Das Original erschien jedoch auf dem Debütalbum von Neil Youngs Begleitband Crazy Horse aus dem Jahr 1971.
„The First Cut Is the Deepest“
Der Song war die Rückseite der vorgenannten Hit-Single von Rod Stewart und wurde seinerseits ein großer Erfolg. Geschrieben wurde er von keinem Geringeren als Cat Stevens. Die Erstveröffentlichung stammt aus dem Jahr 1967 und wurde von der afro-amerikanischen Sängerin P. P. Arnold gesungen. 2003 war auch nochmal die US-Amerikanerin Sheryl Crow damit erfolgreich.
Man könnte die Liste noch ein Weilchen fortführen. Wir wollen unsere kleine Serie über die unbekanntesten Originale weltbekannter Hits aber an dieser Stelle beschließen. Wir hoffen, Sie hatten damit genauso viel Freude wie wir. Die Achgut Rock Discographie (ARD) meldet sich Anfang September wieder mit einer neuen Schallplatten-Rezension. Bis dahin, noch einen schönen Spätsommer! Ihr, Hans Scheuerlein

Das Original von „Popcorn“ von Gershon Kingsley gefällt mir, seit ich es zum ersten Mal hörte, um Längen besser als die Komikversion von Hot Butter. Interessant wieder einmal, dass auch in diesem Fall ein Hit der elektronischen Musik von jemandem stammte, der ursprünglich aus Deutschland kam. Atmosphärisch reizvoll ist auch einer der Vorläufer des klassischen Synthesizer, das Trautonium. Es gibt hier sehr schöne Kompositionen von Hindemith, Genzmer oder Oskar Sala, der zusammen mit dem Schöpfer des Instruments Trautwein und später alleine daran weiterbastelte. Ich wusste lange nicht, dass das Vogelgekreisch im Hitchcock-Klassiker von Salas Trautonium stammte.
Das betrifft nicht nur die Pop-Musik.
Dmitri Schostakowitschs Weltfriedenslied (.„.. unser Lied die Ländergrenzen überfliegt, Freundschaft siegt…“ den DDR-Schülern bekannt) findet sich im Karnevalssong: Humpa humopa Täteretää notengleich wieder.
Die Melodie zum DDR Kultsong „…kehr wieder um..“ gab es zwanzig jahre vorher bei Meister Eder und seinem Pumuckl
Zu „I Don’t Want to Talk About It“, bei „Crazy Horse“ übernahm damals ein gewisser „Danny Whitten“ den „Leadgesang“ (war auch Komponist des Songs!)! Leider viel zu früh verstorben, nur 29-Jahre alt geworden, soll Drogen- und Alkohol-Probleme gehabt haben!
Hier noch ein paar „Schmankerl“ von mir: Der Doo-Wop-Song „Little Darling“, 1957 ein Hit für die kanadische Gruppe „The Diamonds“ stammt im Original von den „Gladiolas“ (später „Maurice Williams & The Zodiacs“ (Stay)!
„Devil Or Angel“ ein Hit 1960 für „Bobby Vee“ stammt im Original von der US-Rhythm & Blues Gruppe „The Clovers“ (1956)!
„It’s Not The Spotlight“ 1977 ein Hit für die „Manhattan Transfer“ wurde im Original von „Garry Goffin“ dem Ehemann von Carole King veröffentlich (1973), bekannt auch als kongeniales Songwriter-Duo „Goffin/King“!
„Al Green’s Hit – God Is Standing By“ von 1971 wurde im Original von der US-Gospel „The Soul Stirrers“ (mit „Sam Cooke on Lead“) 1962 „released“!
Das wunderschöne „Tiny Sparrow“ von „Peter, Paul & Mary“ 1963 veröffentlicht (mit der großartigen „Mary Travers on Lead“), lautet im Original „Come All You Fair and Tender Ladies“ und ist eine alte US-Amerikanische Folk-Musik-Ballade, deren Ursprünge zurück bis ins frühe 20.-Jahrhundert gehen (Appalachian Region)! Erste Song Veröffentlichungen „Jean Ritchie“ in 1948, „The Carter Family“ in 1952 und „Peggy Seeger“ in 1957!