Die englische Polizei ist zurückhaltend in ihrer Erklärung zum Tod des Jason Arday. Von „unerwartet“ ist die Rede und von fehlendem Fremdverschulden. Es sind die üblichen Richtlinien britischer Polizeibehörden, die den Ermittlungen nicht vorgreifen sollen. Doch bevor wir uns mit dem wahrscheinlichen Suizid Ardays und seinen Folgen befassen, sei daran erinnert, dass die englische Polizei weit weniger zimperlich und unvoreingenommmen war, als es darum ging, Journalisten einzuschüchtern, die sich kritisch mit den Hochstapeleien Ardays befassten. Noch vor wenigen Wochen war es das Ziel der Polizei, Ermittlungen in diese Richtung mit Drohungen abzuwürgen. Nun kehrt man wieder zu längst vergessenen Prinzipien der Sachlichkeit zurück. Wenig spricht dafür, dass die Einsicht allgemein und von Dauer sein wird.
Von sehr kurzer Dauer waren offenbar auch die Lehren, die aus dem kometenhaften Aufstieg und Fall des Jason Arday gezogen worden. Dabei hätte man beides haben können: den Hochstapler verurteilen und den tragischen Suizid eines Menschen betrauern, der Frau und Kind und eine desavouierte Universitätslandschaft hinterlässt. Doch so es egal den positiven Rassisten war, zu welchen Leistungen ein durch DEI-Regeln emporgehievter Professor in Forschung und Lehre überhaupt imstande war, so frech instrumentalisieren sie nun seinen Tod. Und jeder, der auch kopfschüttelnd zur Kenntnis nahm, wie dreist und groß Lügen und Selbstbetrug in der Causa Arday waren, wird nun der moralischen Mittäterschaft an Jason Ardays Tod bezichtigt.
Tausende versammelten sich in London zur Mahnwache, um die „öffentliche Grausamkeit“ im Umgang mit Arday zu geißeln. Wer also dachte, dass nach dem Skandal ausgerechnet an einer der ältesten englischen Eliteunis der Diversity-Spuk endlich vorbei sei, hat zu früh erleichtert aufgeatmet: DEI did not DIE. Stattdessen das Motto der Gedenk-Demo: „Rest in Power, Professor Jason Arday“. Die Anklänge an die BLM-Bewegung und deren Instrumentalisierung des Todes von George Floyd im Jahr 2020 sind beabsichtigt, schließlich lässt sich kein Feld im Westen so gut beackern wie eine eingeredete Kollektivschuld.
Bedenke die Folgen beim Kritisierten!
Hans Christian Andersons Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ endet mit einer erleichtert erwachten Menge, die nach dem Ruf des Kindes endlich auch laut anerkennt, dass der Kaiser nackt ist. Dass er nackt war, sah man freilich schon längst. Es fehlte nicht an Erkenntnis, sondern am Mut, eine Wahrheit auszusprechen. Der Kaiser im Märchen hielt seine Rolle durch und führte den Umzug zu Ende. Die letzten Meter stellen für den überführten König in der Geschichte gleichsam die Strafe dar. Spott als Wechselgeld des (Selbst)betrugs.
Der woke Zeitgeist hat zur Abwehr solcher natürlichen Reflexe den Safespace erfunden, seine Konstruktionen in Watte gepackt und will nicht akzeptieren, wenn die Realität gelegentlich durch die Schutzhülle bricht. Man sieht die Widersprüche vielleicht noch, darf sie aber nicht laut aussprechen. Und da eine Sache für gut und richtig erklärt ist, wozu sie überhaupt kritisieren? Bedenke die Folgen beim Kritisierten! Wo Andersons Märchen endet, droht der fragilen Kunstwelt aus Diversity, Equity, Inclusion und hundert Geschlechtern der psychische Kollaps. Die Herolde, die dem König voran gingen und die Kunstfertigkeit seiner Kleider priesen, machen dem vorlauten Jungen jetzt die Hölle heiß und jeder Kritiker, der sich an den Lieblingsprojekten linker Blasen abarbeitet, kennt die Reflexe.
Nicht der planlose Zubau von Solar- und Windenergie am Bedarf vorbei gefährdet unsere Energieversorgung, sondern die Kritiker, welche die Energiewende nicht schnell genug voranschreiten lassen. Nicht die unkontrollierte und ebenfalls am Bedarf vorbeigehende Einwanderung gefährdet den gesellschaftlichen Frieden, sondern die zur Kenntnisnahme der blutigen Empirie in den Städten. Nicht der verurteilte Vergewaltiger, der sich als Bärbelchen ins Frauengefängnis hinein definiert, ist das Problem, sondern die Tatsache, dass ewiggestrige Frauenfeinde Lippenstift und Perücke nicht als tertiäre Geschlechtsmerkmale anerkennen wollen. Arday war Hochstapler im Kernfeld linker Realitätsverweigerung, wo man akademisch geschneiderte Kleider aus dem allerdünnsten Stoff trägt. Und so tragisch und bedauerlich der Selbstmord Jason Ardays auch ist, lastet der Tod dieses Kaisers auf seinen eigenen Schultern und denen seiner Herolde, nicht auf denen des vorlauten Jungen aus der Menge.
Zarah Sultana, Abgeordnete im britischen Unterhaus für die Linke Partei von Jeremy Corbyn, postet am 14. August auf X: „Wäre Jason Arday ein weißer Akademiker aus der Mittelschicht, wäre er von der britischen Presse nicht auf diese Weise gejagt worden.“ Das mag zwar stimmen, aber nicht aufgrund eines in Europa grassierenden Rassismus, sondern weil ein „weißer Akademiker aus der Mittelschicht“ in aller Regel und zu seinem und unserem Glück erst gar nicht in die Sphäre vorgedrungen wäre, in die ein Jason Arday dank „Diversity, Equity und Inclusion“ so mühe- wie leistungslos gelangte.

Die Reaktionen im Internet sind teilweise verstörend, es erinnert fast an eine Massenpsychose – im woken Milieu. Wir sind nur noch eine Woche von der offiziellen Heiligsprechung Ardays entfernt. „Führende Intellektuelle“ Großbritanniens behaupten, Arday habe gar nicht plagiiert und auch sonst nichts falsch gemacht, seit tatsächlich so autistisch wie von ihm geschildert (wir erinnern uns: ‚stumm bis 11 und ohne Lesekenntnisse bis 18‘) sei ein ganz toller Mensch gewesen, der lediglich ein Opfer war in jeder Hinsicht; und zusätzlich wird jetzt ernsthaft versucht, der Presse offiziell einen Maulkorb aufzulegen, und die „Zahl der Artikel“, die über eine Person geschrieben werden dürfen, etwa beim Aufdecken einer Plagiatsaffäre, zu beschränken [kein Scherz]. Arday wird als Opfer einer rassistischen Hetzkampagne dargestellt, obwohl z.B. im Guardian auch schwarze Journalisten an der Berichterstattung über ihn beteiligt waren. Aber um Logik scheint es hier nicht zu gehen. „Seltsamerweise“ waren einige, die jetzt eine Hetzkampagne beklagen, in der Vergangenheit selbst an tatsächlichen Hetzkampagnen beteiligt (z.B. gegen Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling). Ardays Tod ist zweifellos tragisch, aber was jetzt notwendig wäre, wäre eine intensive Diskussion darüber, wie sich ein ähnliches Desaster (Plagiierung in Doktorarbeiten und Einstellung nicht ausreichend qualifizierter Dozenten) zukünftig vermeiden lässt. Stattdessen werden Mythen verbreitet und eine ehrliche Aufarbeitung gescheut. Anscheinend soll auf Teufel komm‚ raus vermieden werden, dass jemand auf die Idee kommen könnte, dass auch schwarze Menschen fehlbar sein können und es auch unter ihnen Betrüger und Hochstapler gibt.
Hochstapelei, der vorgetragene, dargestellte Schein ist nicht mit dem wahren Sein kompatible und fliegt immer wieder auf.
Hier besteht eine Verbindung zu den vielen plagiierten Promotionen die in Deutschland in den letzten Jahren aufgeflogen sind, letztes prominentes Beispiel Brosius-Gersdorf. Ein neuer prominenter Plagiatsverdacht bezgl. der Promotion von Felor Badenberg, ehemals BfV-Vize und derzeit Berliner Justizsenatorin und Erfinderin des Konstrukts „Delegitimierung des Staates“ macht eines klar, hier erschleichen sich aus dem Altparteiensystem sehr viele Personen Titel und staatlich gesicherte Einkommen, um einem System zu dienen, die den Bürger dafür in die Pflicht nehmen, auch über den Zusammenbruch des Systems hinaus.
@Ilona Grimm, Clemens Arvay suizidierte sich nicht wegen seiner kaum beachteten These der Symbiose von Corona-Impfstoffen und Ökologie. Sein dazu verlegtes Buch („Corona-Impfstoffe: Rettung oder Risiko?“) war kein Handbuch, sich nicht impfen zu lassen, sondern lediglich selbstbestimmt aus Vorteilen und Risiken zu entscheiden, sich impfen oder nicht impfen zu lassen. Dass Impfgegner seine wertvolle, wertfreie und neutrale Zusammenfassung der Corona-Impfstoffe für sich zu vereinnahmen – also nur die Rosinenstücke für eine Ablehnung der Impfung rauspickten – ist erbärmlich. Clemens Arvay taugt nicht als Zeuge der fanatisierten Impfgegner.
Ich tue mich wahnsinnig schwer damit, wenn Menschen vorschnell mit dem Wort „Hochstapler“ um sich werfen. In unserer westlichen Welt, ganz besonders gilt dies für Deutschland, muss man alles amtlich belegen. Heißt: Irgendwer anders muss einem bescheinigen, dass man selbst irgendwas kann. Und da bricht das System aus zwei Gründen schneller zusammen als man meint: 1. Was wenn diejenigen, die anderen bescheinigen das sie etwas können sollen, ihre Bescheinigungen selbst durch Lug und Trug erhalten haben? Ist dann deren Bescheinigung, dass andere etwas können sollen, noch aussagekräftig? 2. Was wenn es für bestimmte Fähigkeiten überhaupt kein nachvollziehbaren Nachweis gibt? Vor 50 Jahren haben alle beim Intelligenztest noch die selben Fragen bekommen. Und dann stellte man fest, dass Intelligenz und Fähigkeiten relativ nach unterschiedlichen Bereichen stark schwanken (Stichwort: Mal Sprachbegabung, mal mathematische Begabung) und erweiterte die Intelligenztests um realistischere Ergebnisse zu bekommen. Und dann gibt es da noch Fachbereiche, bei denen man gar kein Zeugnis austellen kann und folglich auch keins bekommt. Der größte Feind der Innovation ist das Schubladendenken. Nicht jeder „Hochstapler“ ist wirklich ein Hochstapler, nur weil das System für seine Fähigkeiten keine normierten Noten bereitstellt. Und noch was: Meine damalige Abschlussprüfung war in zwei Gruppen unterteilt: Die im linken Raum geprüft wurden kamen tendenziell zwei Noten schlechter raus als die, die im rechten Raum geprüft wurden. Das lag nicht an den Abschlussarbeiten, sondern an den unterschiedlichen Prüferteams. Ich war im linken Raum und hatte auch noch lange Haare. Trotz des anspruchsvollsten Projektes im Kurs kam ich nur mit einer durchschnittlichen Note nach Hause…
maciste grüßt euch. der freitod des fakeprofs und hochstaplers ist anzuerkennen. politisches ziel muß es sein, die derzeit etablierten bildungssysteme und -einrichtungen einer schonungslosen analyse zu unterwerfen, gezielt auszukämmen, auszudünnen, teilweise auszumerzen und die sache wieder auf eine solide basis zu stellen – und zwar bevor der koran als einzige quelle der wahrheit gültigkeit erlangt. ich bin rechts. battle on.
Das Problem dieser – leider noch immer tonangebenden – Szene ist, dass sie das, was für sie gut, wünschbar und richtig ist, auch für wahr hält und das, was ihnen nicht gefällt für unwahr. Das ist kindisch und antiwissenschaftlich. Diese Antiwissenschaftler haben lediglich einen elaborierten Jargon erlernt, den sie immer weiter ausbauen, wodurch er immer absurder wird. Im eigentliche Sinn wissenschaftliche Leistungen erbringen sie nicht. Ihr destruktives Vermögen hingegen ist enorm. Es wäre eine verdienstvolle wissenschaftliche Aufgabe zu erforschen, wie viele aus der akademischen Jugend z.B. glauben, dass es viele Geschlechter gibt und wie viele meinen, dass sie qua Herkunft (Rasse) schuldig sind an monströsen historischen Verbrechen und sich nun kasteien müssen um sich reinzuwaschen. Tragisch, komisch, auf jeden Fall lächerlich.
Arday soll auf Kritik scharf reagiert haben.
Eine eingebildete Studentin dozierte über ihre Doktorarbeit. Ich widerlegte ihre Kernthese mit wenigen Sätzen aus dem Stegreif.
Sie lehnte mein Ansinnen ihre Doktorarbeit zu lesen schnippisch ab. Dissertationen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt für Doktorarbeiten eine strikte gesetzliche Publikationspflicht.
Echte Wissenschaftler betteln um konstruktive Kritik. Man erkennt den würdigen Wissenschaftler an der bejahenden „Haltung“ zur Kritik.
Es tut mir trotzdem um den jungen Arday leid. Er wies eine gewisse Geschicklichkeit auf seine selbstgefällige Umgebung herein zu legen und ihren dümmlichen Dünkel ad absurdum zu führen.
Er hätte aus der Affäre lernen und sich als der Hauptmann von Münchhausen vermarkten können.
Er wäre auf seine alten Tage vielleicht gereift und ein kluger, kritischer, aufrechter Mann geworden. Der dümmlich Dünkel seiner woken Umgebung muss ihm doch ins Auge gestochen sein – und ihn abgestoßen haben.
Ich hätte ihm ein langes Leben und eine Kehrtwende von Saulus zum Paulus gewünscht.
Ein Sahnefischfilet bekehrte sich zur AfD. Menschen können sich bessern.
Ich erinnere mich schaudernd an all den Unsinn was ich mal glaubte und frage mich, welche meiner aktuellen Gedanken mich in Jahren erschauern lassen werden.
Es wäre vielleicht eine Frage der Zeit gewesen, bis er seine woke Umgebung durchschaut sich aus ihr verabschiedet hätte.
Er ruhe in Frieden.