Es kann nur eine politische Lösung geben. In diesem Satz erschöpft sich seit acht Jahren die deutsche Außenpolitik. Wenn es je ein Vermächtnis von Guido Westerwelle geben sollte, dann sind es Variationen dieses mageren Mantras. Da sehnt man sich zurück nach jener Offenheit, mit der die Grünen einst über Kosovo und Afghanistan stritten. Der Farbbeutel am Ohr von Joschka Fischer steht symbolhaft auch für eine humanitäre Leidenschaft, die daran verzweifelt, dass ihr Massenmord, Flüchtlingselend und ethnische Säuberungen nicht egal sind. Die Erkenntnis, dass in Konflikte einzugreifen eine Pflicht sein kann, hat es schwer in einem Land, dessen Bevölkerung aus ihrer Vergangenheit primär die Lektion „Nie wieder Krieg!“ gelernt hat, statt mindestens gleichberechtigt „Nie wieder Barbarei!“ zu geloben.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/syrien-und-die-chemiewaffen-nie-wieder-barbarei/8354046.html