Thilo Schneider / 24.05.2018 / 06:25 / 12 / Seite ausdrucken

Neulich als ich gestorben bin

Gott, sagte ich, Gott, bis Du da? Komme ich in den Himmel? „Frag mich nicht, ich weiß es nicht.“ Jüngstes Gericht? „Frag mich nicht“. Aber was passiert jetzt? „Keine Ahnung“. Und der Sinn meines Lebens? Die Dinge die ich getan habe? „Irrelevant. Interessiert jetzt keine Sau mehr“. Ja und die katholische Kirche? Und Fegefeuer? Und Verdammnis? Und Himmel und Hölle und Paradies? Und Jungfrauen für Muslime? Und dann bin ich aufgewacht.

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Lothar-Rüdiger Lütge / 24.05.2018

Ist das Dadaismus? Oder schlicht blanker Unsinn? Oder einfach nur peinlich primitive Religionskritik? Was wollen Sie dem Leser damit sagen, Herr Schneider? ... Ach so, ich weiß schon! Ihre Antwort lautet sicher: “Frag mich nicht, ich weiß es nicht.”

Michael Fasse / 24.05.2018

Geehrter Herr Schneider, das war ja recht lustig. Sie stellen im Traum viele Fragen. Und ich musste über die dummen Antworten Ihres Traumgottes schmunzeln. Blöd nur, dass es in der Realität (Ja, durchaus: Realität!) einmal genau anders herum sein wird. Wenn wir nicht nur vom Tod träumen, sondern wirklich gestorben sind, dann stellt nur Einer die Fragen und wir werden durchaus nicht schmunzeln. Es gab schonmal einen, der vorwitzig meinte, Gott mit seinen Fragen herausfordern zu dürfen. Und dieser Mann hatte allen Grund dazu. Denn er musste unerträgliches Leid erdulden: Hiob. Am Ende aber erkennt er, dass er den Schöpfer gar nichts zu fragen hat und bekennt: Ich habe töricht von Dir geredet und tue Buße in Staub und Asche (Hiob 42).

Rico Martin / 24.05.2018

Thilo mach nicht so einen Hype! Das ist nur ein Traum! Die Jungfrauen gibt es nicht und denschwachen Gott aus deinem Traum auch nicht!

Alexander Brandenburg / 24.05.2018

Wir glauben an die schöne neue Welt. Und in dieser Welt gibt es keine Schicksalsschläge, keine extremen Situationen und andere existentielle Herausforderungen. Essen, Trinken und Schlafen, ein Dach über den Kopf sind gesichert. Noch nie haben die Menschen des westlichen Teils Deutschlands in der Nachkriegszeit ernsthafte und an die Substanz gehende Bewährungen und Krisen bewältigen müssen. Hinzu kommt, die weitgehende Kinderlosigkeit, die die Verantwortung, Ernsthaftigkeit und die Verankerung mit der Zukunft lockern kann. So ist es in der Regel leicht, auf die Tröstungen der Religion zu verzichten und sich mit Ersatz-Religionen- etwa aus dem Bereich des Sports oder des Konsums oder beruflich- zu begnügen. Der Wahrheitsgehalt einer Religion ist sekundär, wenn sie Beistand, Trost und Hoffnung gibt, ohne eine wie auch immer geartete Regression im Denken und Handeln einzufordern.

H.Roth / 24.05.2018

Auf das Träumen ist eben kein Verlass! Nimmt man es zu ernst,  oder bringt es gar zu Papier, kann es sogar viel Unheil anrichten. Eine wichtige Erkenntnis, die Mohammed leider nicht hatte. Darum ist es nur zu begrüßen, dass Sie wieder unbeschadet in der Realität angekommen sind. Sollten Sie sich aber mit dem “Großen Finale” aus zuverlässigen Quellen beschäftigen wollen, dann lesen Sie, was Mose dazu im Psalm 90 der Bibel geschrieben hat. In einem Punkt ist er sogar mit Ihnen einig: “...und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit…” (Vers 10). Und dieser berühmte Satz steht gleich darunter: “Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.” Dass diese Weisheit nicht mehr Gehör findet, ist einer der Hauptgründe, warum unser Volk “vertrottelt”.

Belo Zibé / 24.05.2018

Vielleicht sind Sie reingelegt worden ,Herr Schneider.Haben Sie Gott denn auf die Füsse geschaut?

Michael Lorenz / 24.05.2018

@ Alexander Rostert: Die Variante mit dem Übersetzungsfehler von Dieter Nuhr ist noch viel schöner (und vermutlich sogar sehr nahe an der historischen Realität):  es sind nicht Jungfrauen versprochen, sondern Trauben, und die “72” hat sich aus der Versnummer in die Legende verirrt. Mit der Folge: da hat sich nun so ein Mehrtürer mühsam in die Luft gesprengt, viele Ungläubige mitgenommen, freut sich im Himmel auf seine Gespielinnen - und dann staht da bloß ‘ne Obstschale!

Petra Meinhardt / 24.05.2018

@ Herren Siewert und Rostert: Das mit den 72 Jungfrauen ist so zu verstehen: 72 Jungfrauen, die dem gläubigen Muslim zur Verfügung stehen, müssen tagtäglich bedient werden, und dabei darf man auch keine vernachlässigen. 72 Jungfrauen am Tag bedeutet alle 20 Minuten eine neue, erst noch “einzuweisende” Frau. Und das jeden Tag und unendlich in der Zeit. Da kann ich nur sagen “viel Spaß im Paradies”.

Alexander Rostert / 24.05.2018

@Arnd Siewert Da sind sie wohl einem jener berüchtigten “Übersetzungsfehler” aufgesessen, deretwegen der Koran stets als “unübersetzbar” in Schutz genommen wird und seine Anhänger als unschuldig Irrende, die auch als arabische Muttersprachler unfähig seien, den Text richtig zu interpretieren. Es handelt sich erstens nicht um 70, sondern um 72, und dann handelt es sich nicht um Jungfrauen, sondern um Jahre. EINE Jungfrau wird dem Märtyrer versprochen, und die ist 72 Jahre alt. Stellen Sie sich die entsetzten Gesichter vor, wenn klar wird, dass man den Himmel nicht nur auf Ewigkeit mit einer alten Jungfer teilt, sondern auch noch mit Mohammed selbst und allen anderen Mohammedanern, die je gestorben sind und mit denen man schon auf Erden nirgends und nie friedlich zusammenleben konnte. Alles klar jetzt?

Ulrich Moskopp / 24.05.2018

Das war ein Alptraum, Herr Schneider! Vergessen sie ihn schnell, wünsche ich Ihnen.

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