Die öffentlich-rechtliche Doku „Geld, Macht, Katar“ zeigt Verbindungen zwischen dem Berliner Imam Mohamed Tahar Sabri und den Katarern auf, die seine Moschee im Rahmen der „Neuköllner Begegnungsstätte“ finanzierten. Doch selbstverständlich hat das nichts weiter zu bedeuten.
Journalisten und Wissenschaftler, die hierzulande zum politischen Islam arbeiten, wissen sehr genau, was sie sagen dürfen und was nicht. Denn Islamverbände und -vereine setzen schnell und gern juristische Mittel ein, um kritische Berichterstattung zu unterbinden und Journalisten, aber auch Wissenschaftler wie Susanne Schröter, Abdel-Hakim Ourghi oder Mouhanad Khorchide einzuschüchtern.
Islamverbände und -vereine wiederum wissen sehr genau, was sie sagen müssen, um staatliche Fördertöpfe aufzudeckeln und das Vertrauen von Politik, Behörden und Projektpartnern zu gewinnen. „Dialog“, „Interkulturelles“, „Interreligiöses“, „Begegnung“ und „Integration“ bewirken als Türöffner wahre Wunder.
Über die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) mit ihrer Dar-as-Salam-Moschee und ihrem Imam Mohamed Tahar Sabri ist schon viel gesagt worden. Auch in Verfassungsschutzberichten, wogegen der Imam erfolgreich klagte. Die Begegnungsstätte gehört zum Zentralrat der Muslime (ZMD), dem kleinsten aller in Deutschland ansässigen Islamverbände, der den islamistischen Muslimbrüdern nahesteht.
Gute Anwälte nötig
In der jüngst ausgestrahlten Dokumentation „Geld, Macht, Katar“ (hier finden Sie Teil 1 und Teil 2), für welche sich Journalisten der „Zeit“, des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) und des Bayerischen Rundfunks (BR) zusammengetan hatten, um die aufwändige Recherche leisten zu können, kommt auch der Neuköllner Imam Sabri vor. Ein Video zeigt, wie er sich bei den Katarern für die Gelder bedankt, die es 2007 ermöglicht hatten, die Moschee einzurichten, die vor allem von arabischen Palästinensern genutzt wird.
Selbstredend sicherten sich die Journalisten mit den Worten ab, dass ihre vorgestellten Rechercheergebnisse nicht besagen wollen, dass die Begegnungsstätte zum internationalen Netzwerk der islamistischen Muslimbrüder gehören würde. Auf solche Ideen käme kein Mensch! Arabische Palästinenser und Terror? Hamas? Zweig der Muslimbrüder? Antiisraelische Demonstrationen im Stadtbezirk? Abwegige Gedanken.
Ein Beweis sei all das in der Dokumentation Vorgebrachte nicht, stellte Luise Samman, die in Sachen Berichterstattung über Islamismus in Neukölln neuerdings gern als eine Art die Schaufenster bewirtschaftende Kostümbildnerin auftritt, im Deutschlandfunk blitzgescheit fest. Als führten die Muslimbrüder Mitgliederkarteien und ihre Anhänger Mitgliedsausweise bei sich, anhand derer man sie juristisch wasserdicht als solche überführen könnte.
Und als sei eine solche Beweisführung die Aufgabe von Journalisten. Ihr Job ist es, belegbare Fakten zu präsentieren. Das haben sie dankenswerterweise getan. Wie immer hat Sabri eine einstweilige Verfügung dagegen erwirkt. In der Mediathek ist die Fernsehdokumentation „Geld, Macht, Katar“ noch abrufbar. Und bleibt das hoffentlich.
Was man aus all dem lernen kann: Journalisten und Wissenschaftler, die in Deutschland zum politischen Islam arbeiten, brauchen gute Anwälte.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Sylke Kirschnicks Blog.
Beitragsbild: Pixabay

@Wolf Hagen: Ganz bei Ihnen! Fakt ist aber, dass – wie im obigen Beitrag geschildert – unsere medialen „RitterInnen von der traurigen Gestalt“ offenbar die Hosen gestrichen voll haben und daher des festen Willens sind, dem vielleicht noch nicht ganz hirngewaschenen Max Mustermann doch lieber keinen reinen Wein einzuschenken. Mir reichen aber auch völlig die Eindrücke aus einer 300.0000-Einwohner-Stadt in NRW: Zwei „offizielle“ Moschee-Gemeinden und angeblich neun Gebetsräume – realiter aber wohl deren dreifache Anzahl. Bei einigen immer mal wieder mit großem Tamtam völlig überforderte, weil billig ausgetrickste „Schlapphüte“ zu Besuch. Und den Rest – das „kopftuchüberschwemmte“ Straßenbild (inklusive unvorstellbarer Kinderscharen), die Gruppen augenrollender Jünglinge an jeder Straßenecke, allfreitäglich die schmerbäuchigen Häkeldeckchenträger mit Rauschebart und rasierter Oberlippe auf dem Weg zu seltsamen Etagenwohnungen mit seit mehr als zehn Jahren geschlossenen Jalousien – haben wir vor Augen, können uns den Rest allenfalls in einer Art Halbschlaf denken und sehen dabei doch nichts: Das Erwachen wird aber – soviel ist mal sicher – ein böses sein…
Gebot der Stunde ist ein Verbot des Islam, wie in Angola. DIE haben Ruhe von denen.
Bei der Vokabel „Katarer“ dacht ich zunächst an die Katharer des 12. Jhdts. – aber es passt: Die „Reinen“. Bilden sich die Moslems auch ein. So bedeutet „Pakistan“ nichts anderes als „das Land der Reinen“. Na dann, sie werden schon noch merken, was sie sich da ins Haus gelassen haben. Einer zumindest hat es gemerkt: Reichsführer SS Heinrich Himmler schwärmte für die weltanschauliche Verbundenheit zwischen Nationalsozialismus und dem Islam. Die Ideologie der Muslimbruderschaft, die aus dem Koran abgeleitet wurde, schien sich in einigen Punkten mit der der Nationalsozialisten zu decken – insbesondere bei der Judenfrage.[1][2] So wurde 1943 nach dem Besuch des Großmufti Mohammed Amin al-Husseini ein Schreiben herausgegeben, in dem angeordnet wurde, das Wort „Antisemitismus“ ab sofort zu vermeiden, da unter dem Begriff „Semiten“ auch die Araber zählen würden und man diese so nicht mit den Juden gleichstellen wollte: „Mit der Verwendung dieses Wortes wird immer die arabische Welt getroffen, die nach Aussagen des Großmufti überwiegend deutschfreundlich ist. Das feindliche Ausland benutzt den Hinweis, dass wir mit dem Wort ‚Antisemitismus‘ arbeiten und damit auch bekunden wollen, dass wir die Araber mit den Juden in einen Topf werfen.“[3]
Lupenrein, das.
Wann die engen Kontakte zwischen Muslimbrüdern und dem britischen MI6 begannen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben, spätestens jedoch Mitte des 20.Jh. Daß die Connection ein Ende gefunden hätte, davon ist mir nichts bekannt, nur daß inzwischen auch andere „Dienste“ da mitmischen, so z.B. die türkischen. Qatar war lange ein britisches Protektorat und wurde in den 1970ern einvernehmlich in die Unabhängigkeit entlassen. Weshalb man von der Kontinuität von machtpolitisch relevanten Kooperationen ausgehen kann. Die Stationierung einer US-Flotte in Qatar spricht jedenfalls nicht gerade dagegen. Würden die deutschen „Dienste“ sich – wie es theoretisch sein sollte – für deutsche Interessen einsetzen, müßten sie diese „Neuköllner Begegnungsstätte“ sehr kritisch durchleuchten. Aber in der Praxis kümmert die ausländische Unterwanderung bekanntlich herzlich wenig. Im Extremfall wird sogar brüderlich Dreckarbeit übernommen. Oder welch andere halbwegs rationale Erklärung gibt es für die Opferauswahl des „NSU“, als daß die auf einer Liste eines türkischen „Dienstes“ standen, etwa als unzuverlässige Spitzel? – Es gibt zweifellos irrationale, gefährliche reliöse Fanatiker. Weit häufiger aber ist m.E. deren Instrumentalisierung oder Imitation zu politischen Zwecken.
Ich finde, wir sollten unseren neuen Freunden aus fremden Kulturen auf einer respektvollen Augenhöhe begegnen. Wir sollten sie als Erwachsene und nicht als Kinder behandeln. Deshalb sollten wir ihnen immer ehrlich sagen, was wir von ihnen halten. Als erwachsene Menschen können sie zweifelsohne ganz hervorragend mit Kritik umgehen. Wenn sie das nicht könnten, dann wären sie ja Vollidioten!
Sehr richtig, Herr Luhmann. Genauso sollte man nicht von „ politischen Islam“ reden und schreiben, weil es keinen unpolitischen Isalam gibt.
Unsere neuen Freunde die Muslime wollen am Erfolg Europas teilhaben. Die Grundlage für den Erfolg Europas ist die Freiheit des menschlichen Geistes. Gerne lassen wir unsere neuen Freunde daran teilhaben. Die Freiheit des Geistes wird bedungen von der Freiheit der Kritik, zum Beispiel der Religionskritik, der Islamkritik. Die Kritik dient der Wahrheitsfindung. Da Muslime so erpicht auf die Wahrheit sind, wollen wir damit nicht geizen!