„Antisemitismus hat in Berlin keinen Platz. Das ist und das bleibt eine unverhandelbare Grundüberzeugung dieses Senats“, sagt der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt, Kai Wegner. In Neukölln freilich hat nicht er, sondern die Antifa das Sagen.
Wie sehr der italienische Schriftsteller Ignazio Silone mit seiner Prophezeiung recht hatte: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: "Ich bin der Faschismus." Nein, er wird sagen: "Ich bin der Antifaschismus", das bestätigt sich im postfaschistischen Deutschland inzwischen fast jeden Tag.
Die Antifa marschiert mit ruhig festem Schritt und hinterlässt verbrannte Erde. Sie hat sich auf Abfackeln und Entglasen spezialisiert, es kann aber auch ein Trafokasten oder Kabelschacht sein, der nachts außer Betrieb gesetzt wird.
Jüngstes Beispiel ist ein Flyer, der in Neukölln, dem buntesten aller Berliner Slumviertel, zirkuliert. Darin werden, wie in einem Steckbrief, die Betreiber einer Kneipe zur Fahndung ausgeschrieben. Sie sollen fortan „für immer schweigen“; die „Warnung“ richtet sich nicht nur an die Wirte, zwei Männer und eine Frau, die „in ihrem Lokal offen ihre Unterstützung für den Kolonialstaat Israel (propagieren), der aktuell einen Genozid an dem palästinensischen Volk in Gaza verübt“, sondern an „alle Zionisten in Berlin und Neukölln“. Damit keiner später sagen kann, er sei nicht gewarnt worden. Von dieser „Antifa“ könnte sogar die SA noch etwas lernen. Die war auch eine sozialrevolutionäre Bewegung.
Zur Unruhe oder gar Panik gibt es freilich keinen Grund. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hat schon vor einem Jahr vorgeschlagen, „den Kampf gegen Antisemitismus als Staatsziel in der Verfassung des Landes Berlin zu verankern“.
Denn: „Antisemitismus hat in Berlin keinen Platz. Das ist und das bleibt eine unverhandelbare Grundüberzeugung dieses Senats.“
Unverhandelbar ist und bleibt auch der Sinn für Humor, den die Regierende Schnarchnase von Berlin an den Tag legt.
Henryk Modest Broder, geb 1946 in Katowice/Polen, kam 1958 mit seinen Eltern über Wien nach Köln, wo er zuerst den Führerschein und dann das Abitur machte. Sein Weg führte ihn von den St. Pauli Nachrichten, konkret und pardon über die Frankfurter Rundschau, die taz, die ZEIT und den SPIEGEL zur Welt-Gruppe. Mitbegründer der Achse des Guten. In seiner Freizeit sammelt er Schneekugeln und Kühlschrankmagneten und pflegt seinen Migrationshintergrund.

@Henryk M. Broder: Dass man diesen Steckbrief als antizionistisch bezeichnen könnte, liegt sehr nahe. Wenn jemand Antizionisten als „Faschisten“ bezeichnen würde, wäre das immerhin eine nachvollziehbare Meinung. Aber wo bitte lesen sie in diesem Steckbrief, dass die Verfasser (aka „Faschisten“) sich als „Ich bin der Antifaschismus“ zu maskieren versuchen? Rätselhaft.
@Rolf Mainz: „Wie aktuell im Land auf linksextreme Gewalt reagiert wird, belegt der jüngste Umgang mit dem allseits bekannten “Indymedia„-Post betreffend München. Betreffender Post, der recht direkt Gewalt gegen Andersdenkende verherrlichte, habe nichts mit der “Antifa„ zu tun. Der Urheber sei auch nicht nachvollziehbar (aber trotzdem weiss man, dass es auf keinen Fall jemand von “Antifa„ sein könne)“ -- Haben Sie besagten Indymedia-Post gelesen? Weder hat er inhaltlich mit den Ereignissen zu tun (Wo sollen „Luxuskarren“ abgefackelt worden sein? In der Lerchenau? Welche „Hausbesuche“ soll es gegeben haben?), noch deuten mutmaßlicher Täter („Fascho“?) und die drei Opfer -- alle vier aus einer Familie -- auf einen politischen, ideologischen oder extremistischen Hintergrund hin. Der im Indymedia-Post angegebene Absender („Antifa München“) existiert nicht, der angegebene Link zu Website dieser angeblichen Organisation ging völlig ins Leere… Naheliegend, dass es sich um einen vergleichsweise dilettantischen Versuch eines Anhängers der Neuen Rechten handelt, die Antifa zu diskreditieren, was meinen Sie?
Aus nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, wurde nie wieder Krieg gegen Faschismus. Wie recht doch Wolf Biermann schon vor vielen Jahren hatte.
Es wird spannend.
Anti… ist nichts als eine Vorzeichenumkehr. Deshalb ist die Antifa nur eine faschistische Bewegung mit entgegengesetzten Zielen.
Aber offensichtlich sind die Ziele doch weitgehend dieselben – zumindest wenn es um Judenhass und Kollektivismus geht.
Große Unterschiede zw. SA und Antifa muss man auch sonst lange suchen. Beide sind parteinah, gewalttätig, werden durch die Regierenden finanziert und sind paramilitärische Verbände.
@dr. gerhard giesemann: Wann hat Ihnen denn der Russe das letzte Mal in die Fr**** geschossen? Falls Sie wieder auf WKII hinaus wollen: Dann dürften Sie auch bei keinem unserer westeuropäischen „Freunde“, erst recht nicht bei unseren transatlantischen „Freunden“ kaufen.
@Zdenek Wagner: Freuen Sie sich bloss nicht zu früh. Auch ich bin vor 9 Jahren aus Berlin in ein Dorf in der norddeutschen Provinz geflohen. Ok, nicht so weit wie Norddeich. Aber inzwischen häufen sich auch hier die Zeichen und „bunten“ Ereignisse. Ich denke bereits an das Ausland, nur pflegebedürftige Verwandte hindern mich noch. Mögen ihre Wünsche in Erfüllung gehen.