Neues Framing bei Swiss Re

Einer der „bestbezahlten und angesehensten Spitzenleute“ der Schweizer Wirtschaft, nämlich Swiss Re-Chef Christian Mumenthaler aus der Rückversicherer-Branche, untersagt Angestellten den Gebrauch der Worte „Heirat“, „Mann“ und „Frau“. Denn damit könnten rein traditionelle Familienmuster identifiziert und in der Folge Minderheiten ausgeschlossen sein. Aus dem Index: To avoid (zu vermeiden): „General use of the gendered pronouns ‚he/she‘ or family relation identifiers such as ‚mother‘, ‚father‘, ’sister‘, ‚brother‘, ‚aunt and uncle‘, unless it is known that this word is preferred by a particular individual/audience and will not exclude anyone.“

„Das ist lediglich die Spitze, wie interne Unterlagen zeigen“, berichtet „Inside Paradeplatz“ weiter: „Die Swiss Re-Führung hat einen ganzen Katalog von erlaubten und untersagten Begriffen für ihre 10.000 Angestellten rund um den Globus zusammengestellt.“ Ein anderes Beispiel für inkorrekten Sprachgebrauch: „Using the word ‚marriage‘ without first considering whether the word and the context are or should be inclusive of same-sex relationships / partnerships.“ Die Mitarbeiterschaft erhält auch praktischen Unterricht zum korrekten Sprechen. Pietätsgründe jucken die Sprachdiktatoren nicht. Die Vorgaben über unerwünschte Formulierungen gelten explizit auch für Beileidsbekundungen im Todesfall eines Familienmitglieds! Loyale Mitläufer werden belohnt: „Es gibt den ‚Embassy status‘, eine Art Zertifikat beim ‚Creating a safe and inclusive working environment for all our LGBTI+ employees‘.“ 

„Mister Diversity and Inclusion“ lässt sich das Ganze eine Stange Geld kosten. „Wie viel, das will die Firma nicht sagen … Die Swiss Re hat ganze Heerscharen von Leuten, die sich um nichts anderes kümmern als um die Belange der internen Lesben, Schwulen, Transgender, Nicht-Verheirateten … Bei vielen Betroffenen kommt die große Diversity and Inclusion-Offensive der Swiss Re offenbar gut an. Im Intranet hagelt es seitenlange Begeisterungsstürme … Weniger zu reden geben die 50+ der Swiss Re, die ihren Job verlieren, nachdem sie junge Inder eingearbeitet haben. Sie landen im Rahmen eines großen Auslagerungsprogramms von Backoffice-Arbeiten nach Bangalore auf der Straße – und danach oft auf dem Arbeitsamt.“ Aha. 

Leserkommentare dazu: „Der Kampf um das größte Irrenhaus der Welt geht offenbar in die Endphase.“ – „Ist Swiss Re zu einer Sekte verkommen?“ – „Wirklich geschützt werden müssten die älteren Arbeitnehmer.“ Die Antwort darauf: „Etwas böse: Sie sind ein Auslaufmodell.“ Aha.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Sabine Schönfelder / 08.03.2019

Mumenthaler ist, auch wenn seine Ausbildung und seine Stellung auf eine gewisse Intellektualtät hinweisen könnten, doch nur ein erfolgreicher Versicherungsfuzzi, verfügt über dementsprechende Verkaufstalente und nutzt aktuelle Marketingstrategien. Er hält seine zwei großen Ohren in den vorherrschenden Zeitgeist hinein und surft mit Geschick und devoter Anpassung zwischen Politikmächtigen und Lobbyisten hin und her, um seine Produkte teuer auf dem globalen Markt zu verticken. Gendern und Öko gehören ins normale Anbiederungsprogramm. Und daß die eigenen Produkte besser durch jugendliche, attraktive Menschen an den ... wen eigentlich? ...an den Mann oder an die Frau oder an wen auch immer verkauft werden können, liegt einfach an der Quotenregelung des Unternehmens. Man möchte die Jugendquote erfüllen, und zwar zu 100%! Und wer das nicht versteht, sollte sich einfach eine andere Versicherung suchen!

M. Koecher / 08.03.2019

Man wird wohl davon ausgehen dürfen, dass es ohne die gefeuerten “Bestager” oder besser “Umstrukturierungen” keine Sprachvorgaben gegeben hätte. Man gebe den Mitarbeitern ein aufregendes und absurdes Problem, dann übertüncht man ein altbekanntes und jeden irgendwann bedrohendes Problem. Ganz nebenbei teilt man die hippen “Linken” und die schnarchigen “Rechten” - und herrscht. Eine echt brilliante Idee. Es braucht natürlich jede Menge unfassbar dummer Menschen, die sich so hereinlegen lassen. Aber das scheint wohl hier nicht das Problem zu sein.

Ulla Smielowski / 08.03.2019

Werden den die Mitarbeiter aufgrund ihres Alters aussortiert..?  Wieso gibt es denn da keine Aufschrei in der Bevölkerung… Dann ist also dieser ganze Gender-Quatsch bei denen nur ein Ablenkungsmanöver? Welche Gesellschaft kann es sich leisten, Arbeitsfähige mit über fünfzig Jahren aus zu sortieren?

Claudius Pappe / 08.03.2019

In der Schweiz auch schon ?

Martin Müller / 08.03.2019

Das ist ja schlimmer als im Ostblock…

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