News-Redaktion / 02.08.2021 / 12:00 / Foto: Imag / 0 / Seite ausdrucken

Neue Verbote und eine Todesermittlung

Berlin verbietet auch heute Demonstrationen gegen die Corona-Politik. Ein Todesfall im Zuge einer polizeilichen Maßnahme sorgt für Spekulationen. Genährt von Bildern teilweise brutaler Polizeiübergriffe.

Am Morgen nach dem Sonntag, an dem trotz Verbots Tausende gegen die Corona-Grundrechtseinschränkungen demonstriert haben, sorgt ein Todesfall im Zuge einer polizeilichen Maßnahme für Spekulationen. Offiziell hieß es zunächst, dass ein 49-jähriger Demonstrant bei einer Identitätsfeststellung am Sonntag-Nachmittag über ein Kribbeln in Arm und Brust geklagt hätte, woraufhin Einsatzkräfte der Polizei Erstmaßnahmen getroffen hätten, bis der Rettungswagen gekommen sei. Im Krankenhaus sei der Mann an einem Herzinfarkt verstorben. Wie in einem solchen Falle üblich – das haben fast alle Berichterstatter betont – ermittle nun die Staatsanwaltschaft wegen des Todesfalls.

Das sorgt zwar derzeit (noch) nicht für allzu große Aufmerksamkeit in den traditionellen Medien, aber in den Kreisen der Demonstranten und ihrer Unterstützer werden Zweifel an dieser Version des konkreten Hergangs, die zu dem tragischen Todesfall führte, geäußert. Dafür ist bislang zwar kein konkret belegbarer Anhaltspunkt genannt worden, allerdings laden die Bilder, die u.a. Boris Reitschuster von brutalen Polizeiübergriffen auf Demonstranten aufgezeichnet hat, zu unschönen Spekulationen ein. Aufklärung können letztlich nur lückenlose und gesicherte Informationen über den genauen Ablauf der polizeilichen Maßnahmen gegen den Verstorbenen bringen.

Während dies hoffentlich schnell ermittelt wird, haben die Berliner Behörden auch Demonstrationen gegen die Corona-Politik verboten, die für heute geplant waren, meldet bz-berlin.de. Betroffen seien zwei geplante Aufzüge auf der Straße des 17. Juni unter dem Titel „Das Jahr der Freiheit und des Friedens“, für die bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet waren. Verboten worden sei auch eine Versammlung am Potsdamer Platz unter dem Motto „Freies Leben, freie Liebe“ mit 1000 Teilnehmern, wie eine Polizeisprecherin am Montag mitgeteilt habe. Bei den Demonstrationen am Sonntag gab es, wie bereits gemeldet, knapp 600 Festnahmen. Polizeisprecher Thilo Cablitz habe am Sonntag in der RBB-Abendschau gesagt, es sei bei dem Einsatz darum gegangen, die Infektionsrisiken zu minimieren und die Demonstranten zu zerstreuen. Was die Berliner Polizei unter dem Minimieren von Infektionsrisiken versteht, sehen Sie hier.

Foto: Imago

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