Nena verteidigte auf ihrem Berliner Konzert das Selbstbestimmungsrecht ihrer Fans, die keine Lust hatten, in Cola-Boxen gehalten zu werden: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.“
Wenn man dieser Tage ein Konzert abhalten will, müssen sich die Veranstalter ein ausgeklügeltes Hygienekonzept überlegen, selbst wenn das Ganze unter freiem Himmel stattfinden soll. Dies geht allerdings leicht zulasten der Stimmung auf der entsprechenden Veranstaltung. Diese Erfahrung musste Helge Schneider am vergangenen Freitag bei einem Konzert in Augsburg machen. Das „Strandkorb-Open-Air“ ist ein Konzept, das im Sommer 2020 entwickelt wurde, um unter Corona-Maßnahmen Auftritte durchführen zu können: Die Gäste sitzen in Strandkörben – und dadurch mit jeweils reichlich Abstand zueinander. Beim Aufstehen, etwa um zur Toilette zu gehen, herrscht allerdings Maskenpflicht. Zudem findet eine Bewirtung der Gäste während der Vorstellung statt, damit niemand in der Pause für ein Getränk oder einen Snack seinen Platz verlassen muss. Dieses Konzept wurde sogar preisgekrönt.
Während seines Auftrittes ging Helge Schneider jedoch das Herumlaufen des Gastro-Personals ziemlich auf die Nerven. Auch über einen Gast, der für eine Zigarette kurz seinen Strandkorb verließ, frotzelte er. Als sich der im Strandkorb verbliebenen Frau des Rauchers daraufhin ein mutmaßlicher Kellner näherte, witzelte Schneider: „Da kommt schon ein Maskierter.“ Jedoch dürfte ihn auch gewurmt haben, dass überhaupt jemand zum Rauchen seinen Auftritt verlässt. Einen guten Eindruck von der Show gibt dieses 18-minütige Video, gefilmt aus Zuschauersicht: Als Teil des Publikums saß man in seinem Strandkorb und sah außer der Person, mit der man seinen Strandkorb teilte – niemanden sonst. Aber genauso sollte es auch sein, denn laut Veranstaltungs-Website „wird der Kontakt zu anderen Besuchern vermieden“. Doch auch wer noch nie selber auf einer Bühne stand, wird sich vorstellen können, dass dies der absolute Tod einer jeden Live-Veranstaltung ist. Und dementsprechend wirkt die Stimmung in den überlieferten Minuten auch sehr verhalten und gedämpft.
„Ich seh auch ganz hinten Strandkörbe, da sind Leute drin“, mokierte sich Schneider etwa. Oder: „Ich hab jetzt langsam rausgefunden, ihr lasst euch bedienen – von diesen Leuten mit den Plastiktüten.“ Auch Zuschauer mit Masken, die durch die zugewiesenen Gänge laufen, zeigt die Video-Aufnahme.
Nach knapp 40 Minuten reichte es Schneider:
„Das macht einen so’n bisschen wahnsinnig. Die Leute, die immer mit ihren Tüten hin und her gehen. (…) Nee, ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf’n Sack, ich hab keine Lust mehr. Also, ich breche die Strandkorb-Konzerte an dieser Stelle ab, es tut mir leid. Vielleicht könnt ihr euer Geld wiederkriegen. Das macht wirklich keinen Spaß, man kriegt keinerlei Kontakt zum Publikum. Hier laufen auch andauernd Leute rum, es tut mir wirklich leid. Bitte habt Verständnis dafür. Ich als Künstler kann unter diesen Umständen überhaupt nichts mehr machen. Wir haben alles gegeben bis jetzt, da kommt nichts. Da könnt ihr auch nichts für. Das System ist einfach fadenscheinig und dumm. Ich höre jetzt auf, an dieser Stelle, dankeschön!“
Im Anschluss trat eine Dame auf die Bühne, offenbar von der Organisation, um dem Publikum die Lage zu erklären: „Es ist für Helge Schneider wohl ein bisschen schwierig mit dieser Distanz zu euch.“
Fast so schön wie das eigene Wohnzimmer!
Am Sonntagabend gab nun Nena ein Konzert in Berlin. Nachdem wegen Unwetter die Veranstaltung um eine Stunde verschoben werden musste, ging es auf einer Freilichtbühne neben dem BER-Flughafen schließlich los.
Natürlich hatte man sich auch für dieses Open-Air-Konzert ein coronagerechtes Hygiene-Konzept ausgedacht. Als Teil der Konzertreihe „Unter freiem Himmel“ wurden aus 15.000 Coca-Cola-Kisten „Boxen“ als Platzmarkierungen in das Zuschauerareal eingebaut, wie der Tagesspiegel berichtet. Auf der Homepage der Veranstalters heißt es:
„Dank unseres bewährten Hygienekonzepts (und 15.000 Coca-Cola-Kisten) hat bei uns jeder seinen eigenen kleinen VIP-Bereich, seine eigene Box und ausreichend Platz an der frischen Luft. Abstandsgerechte Wegeführung, kontaktloser Einlass, personalisierte Tickets, Desinfektion und ein gesundes Lächeln ermöglichen es uns, endlich wieder zusammen zu feiern und zu tanzen.“
Wer wünscht sich das nicht? Tanzen gehen auf einem Konzert, ohne in Kontakt mit Fremden zu kommen? Fast so schön wie das eigene Wohnzimmer!
Der Tagesspiegel scheint vom Konzept begeistert – allerdings nicht so sehr vom Verlauf von Nenas Konzert, dem als Reporterin Jenni Zylka beiwohnte. Denn diese unberechenbare Nena war „wie immer: Alterslose 61 Jahre, emotional, esoterisch, energetisch.“
„Holt euch eure Freiheit zurück.“
Es herrscht ausgelassene Stimmung, die „Band rockt“, Nenas Familie singt in einer „‘VIP-Box‘, deren VIP-Wirkung wegen der Getränkekisten angenehm unprätentiös ausfällt“, wie der Tagesspiegel schwärmt. Doch dann sagt die Sängerin vor ihrem Song „Nur geträumt“: „Holt euch eure Freiheit zurück.“ Und bittet die Fans doch allen Ernstes, mit ihr nach vorne zu kommen und zu feiern – also ihre Sicherheits-Boxen zu verlassen. Und die Fans kommen!
Zylka vom Tagesspiegel ist entsetzt: „Das sollen sie aber nicht, die Ordner:innen schicken sie zurück in die ‚Boxen‘, von wegen ‚ausreichend Platz an der frischen Luft‘ – die Einhaltung des Hygienekonzepts ist Voraussetzung dafür, dass dieses, dass andere Konzerte stattfinden dürfen.“
Unerhört, dieser Aufruhr! Denn die Delta-Variante breitet sich doch gerade selbst bei Freiluftveranstaltungen „wie bekloppt“ aus, um die volkstümliche Ausdrucksweise des Tagesspiegels aufzugreifen. Nena bleibt unerbittlich, die Fans kommen erneut nach vorne – „dichtgedrängt“!
Der Veranstalter macht Nena eine Ansage: „Mir wird hier gedroht, dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (…) Boxen geht.“ Derartige Formulierungen sind mir eigentlich nur von meinen Aufenthalten auf Reiterhöfen bekannt.
„Holt mich mit der Polizei hier runter“
Nena bleibt cool und verkündet: „Das darf jeder frei entscheiden, genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht. Bei mir ist jeder willkommen! Und das Ganze wird hier politisiert, und das ist einfach vollkommen ätzend, weil wie gesagt: Gestern war Christopher-Street-Day und es war völlig okay, dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren. Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter: I don’t fucking care! Ich hab die Schnauze voll davon! Ich hab letztes Jahr Auto-Kino-Konzerte gespielt, damit wir irgendwie’n bisschen Kontakt haben. Ihr durftet weder die Fenster runtermachen, noch singen, noch irgend ’nen Scheiß. Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.“
Der Tagesspiegel bekommt Schnappatmung: „Nena ist auf Krawall gebürstet. Sie unterläuft das Veranstaltungskonzept, verhält sich, als ob sie die Hygieneregeln, die sie mit der Zustimmung zu ihrem Auftritt angenommen hat, nicht beachten muss, als ob auch die Gäste nicht beachten müssen, wozu sie – ob sie es nun sinnvoll finden oder nicht – mit dem Zutritt auf das Gelände eingewilligt haben.“
Anschließend kommt Nenas Freund Philipp Palm auf die Bühne und bittet alle, auf die zugeteilten Plätze zurückzukehren. Ein paar Songs später drängen sich jedoch erneut Fans direkt vor der Bühne: „Vor der Bühne ist es wieder eng, alle feiern, umarmen sich, keine:r achtet auf die Ordner:innen, Nena feuert sie an. Es wird dunkel, das macht es noch schwerer, den Überblick zu behalten.“ Das Konzert wird abgebrochen – wohl auf Betreiben des Veranstalters, wie es bei Spiegel Online heißt, und nicht vonseiten des Ordnungsamtes, wie der Tagesspiegel berichtet.
Dieser schwärmt noch, dass die Ordnungshüter immerhin bis zum Ende des regulären Sets gewartet hätten, bevor sie zur Tat schritten, sodass lediglich die Zugabe dran glauben musste: „Nachdem (das Ordnungsamt) lange versucht hat, auf die Vernunft der Gäste zu setzen, und alle Augen zugedrückt hat.“ So viel Anti-Rock’n‘Roll war wohl lange nicht mehr.
Nenas Auftritt dürfte mit das deutlichste Statement gegen die Corona-Maßnahmen sein, das ein deutscher A-Promi bislang abgeliefert hat. Es war zudem nicht das erste Mal, dass die Sängerin öffentlich Kritik am Corona-Regime übte.

Horst Seehofer: „Der Druck der Pharmaindustrie war zu groß!“ # Seit 30 Jahren soll das so sein, bis heute. # Zu teure oder/und nutzlose Medikamente müssen von den Kassen bezahlt werden. # Quelle: ZDF Frontal 21, Horst Seehofer, ?SU, ehemaliger Gesundheitsminister: Positivliste gescheitert. [Das Video auf YouTube ist schon einige Jahre alt.] # Die vielen Investionen in die Gentechnik müssen sich bezahlt machen. # Sichere Rettung: Sich als Mitglied der CSD-Subkultur ausgeben, nur so tun genügt, dann darf man alles. Sieht die EU auch so, denn die haben das so beschlossen.
Ein Danke an Nena! Es wäre ein Leichtes für die Politik, jetzt die Panik abzubrechen. Genau das Gegenteil geschieht. Wenn ich die Diskussionen lese um Ungeimpfte, Testpflicht bei Einreise, PCR Test mit x Tagen Vorlauf, Freiheitsbeschneidung trotz Impfmöglichkeit für jeden, der sich schützen will, dann sehe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Bundesverfassungsgericht schützt unsere Grundrechte oder der Freiheitsentzug setzt sich durch. Nach dem Klima Urteil durch unser höchstes Gericht, sehe ich wenig Chancen, unsere Freiheit über das Verfassungsgericht zurückzuerlangen.
Man muss wohl akzeptieren, dass wir Normalos nicht auf die Straße gehen, wie die Briten oder die Franzosen. Auf welche Protestmöglichkeit sollten wir umstellen? Es müsste vielleicht etwas sein, was man tragen kann. Ein Button? Mit welchem Text? Etwas zum Aufhängen am Balkon? Mit welchem Text?
@ J.G.R. Benthien / 27.07.2021: Sie irren in einem Punkt grundsätzlich:
Das Ordnungsamt war NIE „für den Schutz der Bevölkerung zuständig“, sondern IMMER für das Dursetzen obrigkeitlicher Maßnahmen.
Früher hieß es einmal, dass, wem es intellektuell für Polizist nicht reichte (wie Schnittlauch: außen grün, innen hohl), der ging zum Ordnungsamt.
Schön, daß wenigstens Schwule und Lesben feiern dürfen. Diese tapferen Menschen haben immerhin AIDS besiegt. Corona kann da nichts ausrichten. Aber Vorsicht ist geboten! Die in naher Zukunft um sich greifende, besonders Raucher und Hundebesitzer tötende Epsilon-Variante, hat einen Botschafter zu Karl Lauterbach geschickt. Danach müssen wir auch die Augen verschließen. Aber das machen wir ja größtenteils bereits.
Die Politiker fühlen sich als Sieger- Sahen sich als Superhelden-99 Masken trotten da zum Horizont-99 Masken – lass sie fliegen…………………………………………………..Danke Wolf v. Fichtenberg
In unserer Düsseldorfer Tageszeitung würde nur berichtet, das Helge Schneider das Konzert abbrach, weil ihm das Getrappel der Caterer auf den Nerv ging. Nix mit „Tüten vor dem Mund“ oder ähnliches. Lückenpresse um die Leute nicht zu beunruhigen. Ebenso früher wurde Eric Clapton ( quasi als Querdenker) kritisiert, der sich weigert aufzutreten wenn nur Geimpfte Zutritt haben. Eric ist kein Querdenker sondern selber geimpft mit schrecklichen Folgen, er hatte wochenlang heisse/kalte Schauer im Körper und konnte seine Hände nicht mehr bewegen, so dass er befürchtete nie mehr auftreten zu können. Aber auch das würde nicht berichtet, er ist also aus eigenem Erleben skeptisch gegen diese Impfung.
Leider ist zu befürchten, daß die so mutige Nena beim ersten Interview, welches sie in die Mangel nimmt, entweder zumindest in Teilen kleinlaut zurückrudert oder aber sich nicht in der Lage zeigt – was noch schwerer wiegt – die ganzen fatalen Behauptungen aus dem Komplex des C-Irrsinn’s zu entkräften.
Daß also die C-Verläufe mit nicht höherer Letalität behaftet sind als jene der Influenza des Typ’s „A“ oder „B“; daß es – auch, selbst wenn der C-Impfstoff vorschriftsmäßig über Jahre hinweg erprobt wäre – keinen Grund für eine C-Impfung gibt, da etwa 80 bis 90 Prozent über die Kreuzimmunität immunisiert sind; daß der unsägliche „I“-Wert als Grundlage für rein willkürliche Einschränkungen und Grundrechtsverletzungen nichts anderes als ein fatales Abbild aller geradezu fahrlässigst interpretierten Ergebnisse der untauglichen Test-Verfahren (vom Schnelltest bis zum „Goldstandard“ PCR-Test) darstellt; daß also alles mögliche, aber eben nicht zuverlässig Infektionen nachgewiesen werden; daß „Infektionen“ – ja, würden sie denn nachgewiesen – eben keine Erkrankungen bedeuten, hingegen aber im Sinne der Ertüchtigung unseres Immunsystems seit jeher wichtig und geboten sind und damit geradezu das Lebenselixier der Virologie bedeuten; daß die zurückliegenden 17 Monate keine signifikante Übersterblichkeit und nicht einmal eine höhere Bettenbelegung mit Atemwegserkrankungen in den Spitälern aufweisen; … usw. usw.
Dies alles sollte man schon wissen und damit entgegnend argumentieren können, wenn man sich wie Nena und vielleicht andere Prominente Vorwürfen ausgesetzt sieht, rücksichtslos mit der Gesundheit, ja dem Leben der lieben Mitmenschen umgehen.