Auch wenn die aktuellen Waldbrände gerne damit in Verbindung gebracht werden, der Klimawandel entzündet keine Wälder: Eine thermische Selbstentzündung von trockenem Holz tritt erst bei Temperaturen ab 280 °C auf. Anhaltende Trockenheit fungiert bestenfalls als Verstärker, nicht als Auslöser: Dem Waldboden und den Pflanzen wird die Feuchtigkeit entzogen, tritt dann ein Zündfunke auf – was in 95 Prozent der Fälle durch menschliches Fehlverhalten geschieht – kann leicht ein Großfeuer entstehen. An drei prominenten Beispielen werden die wirklichen Brandursachen erläutert.
Wie ist es, in einen Waldbrand zu geraten? Diese Erfahrung durfte ich unfreiwillig in diesem Sommer in Kroatien machen. Sie handelt von Aleppo-Kiefern, fehlender Brandprävention und Blitzeinschlag. Mitte Juni 2026, ein Sommergewitter nähert sich, und in einiger Entfernung, hinter dem nächsten Hügel, kracht es: Ein Blitz hat eingeschlagen. Ein starker Wind kommt auf, wenige Minuten später zieht eine dicke schwarze Rauchwolke über mein Haus, zusammen mit glühender Asche. Das bedeutet: Der Wind treibt das Feuer direkt in meine Richtung.
Keine halbe Stunde später ist ein Korridor vom ursprünglichen Blitzeinschlag bis in die Bebauung hinein mit etlichen kleinen Bränden gespickt. Mein Blick aus dem Fenster zur anderen Seite überrascht mich dann doch mit einer 30 Meter hohen Feuerwand, nur drei Häuser weiter. Es ist für mich jetzt wohl an der Zeit, alle Fenster und Türen fest zu verschließen und das Haus und diesen Ort schnell und möglichst ruhig zu verlassen. Es kommt mit: das, was ich gerade am Leib trage, Geld, Handy, Ladegerät, Auto, wichtigste Papiere und Schlüssel und natürlich die beiden Katzen in ihren Transportkörben. Draußen am Auto kann man kaum noch atmen. Hausbesitzer stehen verzweifelt am Straßenrand, manche machtlos weinend.
Ich hatte Glück: Nach einer Nacht bei einer Freundin stellte sich heraus, dass Feuerwehr und Löschflugzeuge den Brand kurz vor der Bebauung hatten stoppen und unter Kontrolle bringen können.
Aleppo-Kiefer: hochgradig brennbar
In Kroatiens Küstenregionen führt der starke Wind zu einem derartigen Flugfeuer. Wie in einem Kamin bläst er glühende Partikel hunderte Meter weit vor sich her, wo die Funken im ausgetrockneten Gestrüpp landen und vor der eigentlichen Front tausende kleine neue Brandherde gleichzeitig entzünden: Das Feuer „springt“ rasend schnell nach vorne.
Die dort wachsende harzreiche Aleppo-Kiefer, eine hochgradig brennbare Kiefernart, wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Das Holz, die Rinde und die Nadeln der Aleppo-Kiefer enthalten brennbares Harz und ätherische Öle, die in der großen Hitze eines ausbrechenden Feuers verdampfen und knapp über dem Boden eine explosive Gasmischung bilden: Entzündet sich diese, steht der ganze Baum schlagartig in Flammen. Die verholzten Tannenzapfen explodieren förmlich in der enormen Hitze, und die glühenden Stückchen werden vom starken Wind hunderte Meter weiter getragen. Sie landen im trockenen Unterholz und entzünden sofort die nächsten Brandherde. Im trockenen dalmatinischen Sommer werfen die Kiefern zudem kontinuierlich Nadeln ab, es bildet sich eine zentimeterdicke Schicht aus Nadelstreu, die bei Feuer wie Zunder brennt.
Die heutige Bewaldung Süd-Dalmatiens ist das Ergebnis jahrhundertelanger menschlicher Eingriffe. Ursprünglich wuchsen dort dichte Steineichenwälder auf tiefen Böden. Die Venezianer haben die Steineichen für ihre Bauvorhaben abgeholzt, mit der Konsequenz einer vollständigen Erosion der Bodenschichten und der Entstehung einer nackten Karstlandschaft. Um die Erosion zu stoppen, wurde Ende des 18. und im Laufe des 19. Jahrhunderts die Aleppo-Kiefer als Pionierart gepflanzt, weil sie geringe Ansprüche an den Untergrund stellt und widerstandsfähig ist. Nach 1945 gab es sogar Arbeitsaktionen, um die ganze Küste mit Aleppo-Kiefern aufzuforsten. Sie sollte eigentlich als Übergangsart dienen, um Schatten und Boden für die Rückkehr der einheimischen Laubwälder zu schaffen, dann wurde das System jedoch sich selbst überlassen.
Ab dem Jahr 1954 untersagte ein Gesetz zum Schutz der Wälder die Haltung von halbwilden Ziegen. Bis dahin hatten diese Ziegen das niedrige Gestrüpp, trockenes Gras und junge Triebe der Macchia gefressen und so die Ansammlung von trockenem Unterholz eingedämmt. Ohne diese gut dosierte Ziegenbeweidung entstand undurchdringliches, trockenes Stachelgestrüpp, über die das Feuer vom Boden blitzschnell in die Kronen der Kiefern steigen und sich auch leichter in der Fläche ausbreiten kann. Um natürlichen Schatten zu haben, wurden Apartmenthäuser – ohne jegliche städtebaulichen Schutzzonen – direkt in diesen Kiefernbestand gebaut, was die Brandbekämpfung heutzutage zusätzlich erschwert.
Keine Ziegenherden mehr
Ziegenherden an den kalkigen Hängen wären längst wieder erlaubt, aber es wird kaum noch gemacht, denn die Menschen verdienen ihr Geld inzwischen mit dem Tourismus. Die lokale Bevölkerung hat sich praktisch vollständig der Vermietung zugewandt: Hacke, Sichel, Olivenhaine und Viehzucht gehören der Vergangenheit an. Und: Während früher trockenes Holz und Kiefernzapfen zum Kochen und Heizen gesammelt wurden, bleibt dieses trockene Brennmaterial jetzt im Wald liegen. Auch ehemalige Felder und Trockenmauern – einst natürliche Brandbarrieren – sind jetzt zum großen Teil mit dichter Macchia und Kiefern zugewachsen.
Außer den Löschfahrzeugen der lokalen Feuerwehreinheiten stehen für das unwegsame Gelände an der kroatischen Küste 12 spezialisierte Flugzeuge für die Brandbekämpfung zur Verfügung: sechs schwere Canadair CL-415 Amphibienflugzeuge und sechs leichtere Air Tractor AT-802. Die Löschflugzeuge werden in Kroatien von den kroatischen Streitkräften betrieben, der 855. Feuerlöschstaffel, im Volksmund auch die „Gelbe Staffel“ genannt. Die gesamte Flotte ist auf einem Militärflugplatz bei Zadar stationiert und kann innerhalb weniger Minuten jeden Punkt der kroatischen Adriaküste und der Inseln erreichen. Für das Schöpfen von Meerwasser direkt aus den Wellen der Adria (Foto oben) stehen rund 30 hochspezialisierte Löschpiloten bereit.
Eine der Ursachen für derartige Brände ist nicht etwa in der Erhöhung der Globaltemperatur, sondern eine Kombination von Aufforstung mit einem bereitwillig brennenden Baumbestand, meist Kiefern, und bewusst vernachlässigter Waldpflege im Sinne von „bewusster Rückführung zum Urwald“. In der Küstenregion Kroatiens ist es ähnlich, hat aber mit administrativen Fehlern zu tun, die teilweise weit in die Vergangenheit zurückreichen, allerdings mit dem gleichen Resultat.
Los Angeles, Januar 2025: Mangelhafte Brandvermeidung und Brandstiftung
Die Waldbrände in den Küsten- und Hügelvierteln von Los Angeles brachen am 7. Januar 2025 aus, und ihre vollständige Eindämmung dauerte bis zu 31. Januar 2025. In Kalifornien ist – im Gegensatz zu Kroatien – das Entfernen von Gestrüpp und die Einrichtung von vegetationsfreien Schutzzonen rund um Gebäude in brandgefährdeten Gebieten gesetzlich vorgeschrieben: Hausbesitzer sind verpflichtet, trockenes Unterholz, Gras und brennbare Materialien auf ihrem Grundstück und besonders rund um Gebäude zu beseitigen .
Die Eigentümer wehren sich jedoch gegen diese radikalen Kahlschläge, und Kontrollen unterbleiben oder erfolgen aus Kapazitäts- oder Budgetgründen nur lückenhaft. Denn: Im Haushaltjahr 2024/25 war das Budget des Los Angeles Fire Department massiv gekürzt worden. Weil der absolute Großteil des Budgets durch feste Gehälter, Pensionen und Versicherungen gebunden ist, waren von den Kürzungen ausschließlich variable, aber für die akute Krisenbewältigung entscheidende Ausgaben betroffen. Aufgaben wie die Kontrollen der Grundstückspflege und Unterholzräumung zur Brandvermeidung hätten von aktiven Einsatzkräften übernommen werden müssen, und es konnten im Brandfall nicht sofort zusätzliche Arbeitskräfte in die Wachen gerufen werden. Dafür fehlte dann das Personal.
Ein weiteres brandförderndes Problem: Behörden behindern sich gegenseitig durch Zuständigkeitsstreitigkeiten und langwierigen Umweltprüfungen, wenn es um großflächige Rodungen oder gezielte, kontrollierte Abbrände geht. Und: Jahrzehntelang wurden in den USA außerdem alle natürlichen, kleineren Wald- und Buschbrände sofort bekämpft und dadurch die Beseitigung von trockenem Unterholz und Gestrüpp unterdrückt. Das führte zu einer dichten Ansammlung von brennbarem Material. Dieses Fehlmanagement sorgt insgesamt zwar für das Potenzial, zum verheerenden Großbrand kam es jedoch erst durch die Kombination von menschlicher Fahrlässigkeit in Kombination mit den starken Winden, die das Feuer nahezu unkontrollierbar machten.
Da viele Brandherde unzugänglich waren, spielte in Los Angeles die Brandbekämpfung aus der Luft die entscheidende Rolle. Große Löschflugzeuge wie die McDonnell Douglas DC-10 Air Tanker warfen chemische Löschmittel vor den Flammenfronten ab, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Zusätzlich wurden Löschhubschrauber – wie der Sikorsky S-70i Firehawk – eingesetzt. Mit Wärmebildkameras und Nachtsichtsystemen ausgestattet, können diese auch bei Dunkelheit und dichtem Rauch präzise Wasser abwerfen. Am Boden schützten klassische Löschfahrzeuge die Häuser und benetzten Hauswände mit Brandhemmstoffen, Bulldozer und spezialisierte Teams schlugen Brandschneisen, auch wurden gezielt Gegenfeuer gelegt, um dem Hauptfeuer die Nahrung zu entziehen.
Der Untersuchungsbericht zeigte, dass das sogenannte Eaton Fire durch einen Strommast des lokalen Energieversorgers verursacht worden war: Die Leitungen, bewegt vom starken Wind, berührten sich, Funken flogen in das darunterliegende, knochentrockene Gestrüpp, und innerhalb von zehn Minuten war ein ganzer Berghang entflammt. Zusätzlich legte ein Mann in der Neujahrsnacht zum 1. Januar 2025 das sogenannte Palisades Fire. Es wurde von der Feuerwehr zwar vermeintlich gelöscht, als jedoch am 7. Januar die starken Winde einsetzten, fachten diese eine verborgene Glut wieder an.
Hohes Venn und Hürtgenwald, August 2026: Moorbrand im Naturschutzgebiet, Fichtenmonokulturen, menschliches Fehlverhalten
Das Moor als Brandherd: Der Großbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn – direkt an der Grenze zu Monschau in der Eifel – ist ein Paradebeispiel für einen extrem schwer zu löschenden Moor- und Torfbrand. Mit einer Fläche von über 3.000 Hektar entwickelte sich das Feuer zum bislang größten dokumentierten Flächenbrand in der Geschichte Belgiens. Im spezifischen Ökosystem dieser Hochmoor- und Heidelandschaft bildet das trockene Gras zusammen mit Heidekraut eine leicht entzündliche Decke. Hat sich ein Moorbrand erst einmal entwickelt, frisst sich der Brand metertief in die trockenen Torfschichten und bildet dort unterirdischen Glutnester. Diese sind schwer zu löschen und flammen bei Wind immer wieder auf, denn: Während Regen oder Löschhubschrauber die Flammen an der Oberfläche dämpfen, sitzt die Glut nach wie vor im Untergrund, und Wasser von oben dringt nicht tief genug ein. Selbst wenn der Brand also an der Oberfläche als gelöscht gilt, können Tage später neue Brandherde aufflammen. In einem Hochmoor kann schweres Gerät (Löschfahrzeuge, Bagger) kaum eingesetzt werden, da es im weichen Untergrund versinkt. Einsatzkräfte müssen das Feuer daher mühsam zu Fuß, mit langwierigen Bewässerungsketten, Hubschraubern und Spezialgerät bekämpfen
Und wieder die Fichten: Als zusätzlicher Brandbeschleuniger erwiesen sich die Fichtenaufforstungen an den Moorrändern. In den Randbereichen des Venns wurden ab dem 19. Jahrhundert Fichten gepflanzt, um das Land wirtschaftlich zu nutzen. Diese Nadelholzgürtel begünstigten die weitere Ausbreitung des Brandes. Fichten-Monokulturen sind nicht mehr zeitgemäß: Auch der Hürtgenwald ist eine historische Fichten-Monokultur. Nach den trockenen Jahren ab 2018 starben riesige Fichtenbestände durch Borkenkäferbefall ab, große Mengen an trockenem Totholz blieben am Boden liegen oder es entstanden offene Kahlschlagsflächen, die bei Hitze und Trockenheit eine schnelle Brandausbreitung begünstigen. Auf solchen Freiflächen fehlt das schützende Kronendach, die Sonne heizt den Boden auf, der Wind fegt ungehindert durch trockenes Reisig und Unterholz. Zwar entzündet die Sonne das Holz nicht von selbst, aber sobald eine Zündquelle hinzukommt, finden die Flammen in Fichten-Totholz optimale Bedingungen.
Das Feuer brach am 14. August auf der belgischen Seite des Hochmoors aus und breitete sich durch drehende, starke Winde rasend schnell aus. Die Freiwillige Feuerwehr Monschau verlegte Schlauchleitungen, und der Waldrand entlang der Grenze wurde permanent gewässert, um einen feuchten Schutzstreifen zu schaffen. Löschflugzeuge und Hubschrauber aus Schweden, den Niederlanden und Tschechien flogen, um die lodernden Wipfelbrände an der vordersten Feuerfront zu löschen. Deutschland schickte vier Löschhubschrauber der Bundeswehr zur Unterstützung: zwei Hubschrauber vom Typ NH90 und zwei schwere Transporthubschrauber vom Typ CH-53.
Menschliche Fahrlässigkeit oder Brandstiftung zu 95 Prozent Auslöser der Brände
Das einzige deutsche Löschflugzeug „Hexe 1“ war bei den Waldbränden in der Eifel im August 2026 nicht im Einsatz. Die Hexe, ein Löschflugzeug vom Typ PZL M-18 Dromedar, ist auf dem Landeplatz Ballenstedt in Sachsen-Anhalt, am Rand des Harzes, stationiert. Seit dem Jahr 2023 hat der Landkreis einen Vertrag mit einem polnischen Unternehmen geschlossen, das das Flugzeug unterhält und auch die Piloten stellt. Dieser Vertrag war eine Konsequenz aus dem Großbrand am Brocken 2022.
Die Löschflugzeuge und Hubschrauber holten sich das Löschwasser aus der Oleftalsperre bei Hellenthal (Deutschland), die zu dem Zeitpunkt mit 62 Prozent Füllstand übrigens gut gefüllt war, und der Wesertalsperre bei Eupen (Belgien), dessen Becken ebenfalls einen ausreichend hohen Wasserstand für den Einsatz der Flugzeuge hatte.
Da Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr im sumpfigen Moor einsinken würden, verteilten lokale Landwirte mit geländegängigen Traktoren und ihren Gülle-Behältern Löschwasser direkt an den Brandkanten. Einsetzender Regen drückte die Flammen nieder, so dass am Boden näher an die Brandränder vorgerückt werden konnte. Drohnen mit Wärmebildkameras überflogen das Areal, um unterirdischen Glutnester im Moorboden aufzuspüren, Bodencrews legten diese Nester manuell frei und fluteten sie mit Wasser, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Am 19. August war die Ausbreitung nach Deutschland gestoppt und der Brand unter Kontrolle.
Für diese beiden Großbrände im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn und dem benachbarten Hürtgenwald ist die genaue Brandursache bisher noch ungeklärt: Da die Flammen erst vor wenigen Tagen unter Kontrolle gebracht werden konnten, stehen die Untersuchungen zur Brandursache noch am Anfang. Wetterbedingt kommt ein Blitzeinschlag als Brandauslöser nicht infrage, daher gehen die Ermittlungen zur Brandursache in zwei Richtungen: Fahrlässigkeit von Ausflüglern, wie weggeworfene Zigarettenstummel auf den trockenen Moorboden oder Grillfeuer oder vorsätzliche Brandstiftung.
Eine Untersuchung hat gezeigt, dass in den Vereinigten Staaten 84 Prozent der Landschaftsbrände durch menschlichen Einfluss verursacht werden, wie zum Beispiel nicht vollständig gelöschte Campingfeuer oder unachtsam aus dem Autofenster geworfene Zigarettenstummel (). Auch Funkenflug durch schleifende Anhängerketten, auf trockenem Gras geparkte Autos mit heißem Katalysator oder defekte Stromleitungen, Rasenmäher, Motorsägen und Schweißarbeiten verursachen Landschaftsbrände. Daneben gibt es immer auch zahlreiche Fälle von mutwilliger Brandstiftung.
Es werden immer weniger Vegetationsbrände
Weltweit betrachtet, gingen Waldbrände seit der Erfassung dieser Daten im Jahr 2002 bis zum aktuellsten erfassten Jahr 2024 zurück, und auch die Menge an Kohlenstoff die – verursacht durch verbrannte Biomasse – in die Atmosphäre emittiert wurde, ist rückläufig und erreichte im Jahr 2025 sogar ein Minimum. Weiter zurückreichende Untersuchungen – rekonstruiert für das 20. und 21. Jahrhundert – zeigen ebenfalls einen eklatanten Rückgang der von Vegetationsbränden betroffenen Flächen.
In Deutschland insgesamt gibt es ebenfalls weniger Waldbrände als in den 60er und 70er Jahren, und auch in Bayern sind die Waldbrandschäden zwischen 2016 und 2025 im Vergleich zu den Jahren 1998 bis 2007 deutlich geringer geworden: Der durchschnittliche jährliche Schaden hat sich in den letzten 20 Jahren kaufkraftbereinigt um rund 65 Prozent verringert.
Bei zunehmender Erwärmung steigt die Waldbrandgefahr in manchen Regionen zwar, unter anderem für die Länder am Mittelmeer, denn die Gefahr steigt bei verlängerten Dürrezeiten. Dies scheint jedoch nicht zu mehr Bränden zu führen, was sicher auch daran liegt, dass die Methoden zur Bekämpfung der Feuer mit der Zeit immer besser werden.
Auch wenn die aktuellen Waldbrände gerne damit in Verbindung gebracht werden: Der Klimawandel entzündet keine Wälder. Er sorgt möglicherweise für längere Dürreperioden, wodurch eine achtlos entsorgte Zigarette schneller zu einem verheerenden Großbrand führen kann, aber die überwältigende Mehrheit aller Waldbrände wird vom Menschen verursacht, entweder durch Fahrlässigkeit – wie weggeworfene Zigaretten oder unbeaufsichtigtes offenes Feuer – oder, zu einem geringeren Anteil, durch vorsätzliche Brandstiftung.
Wir haben zur Zeit nicht mehr Waldbrände als früher, schon gar nicht sind sie klimabedingt. Im Gegenteil: Insgesamt gehen, sowohl weltweit als auch regional betrachtet, die Vegetationsbrände seit dem 20. Jahrhundert kontinuierlich zurück. Es wäre sicher sinnvoll, in Zukunft anstelle der Kiefernmonokulturen verstärkt Laubbäume zu pflanzen, die warme Standorte lieben, wie die Eiche oder die Esskastanie. Und: Wie wäre es mit einer Staffel Löschflugzeuge nach kroatischem Vorbild?
Beitragsbild: Montage Achgut.com/Imago/ Maarten Visser - Wikimedia commons, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Hürtgenwald. Historisch schwer vermintes Gelände…
@Sam Lowry:
Paris war schön, und auf meiner Alleinradreise vor ca. 40 Jahren entlang der Loire und durch die Cevennen und das südliche Zentralmassiv – da war überwiegend Schieben angesagt – auch bergab – weil die Rücktrittbremse heiß lief und die Felgenbremsen auch nicht mehr helfen konnten, habe ich sehr viele überwältigende Landschaften gesehen.
Warum mich Frankreich nie wieder als Reiseziel gelockt hat, war das überwiegende Verhalten der Menschen mir gegenüber.
Diese ablehnende, ja oft geradezu arrogante Art mir – der Mittdreißigerin, die allein im Schweiß ihres Angesichts mit einem 3-Gang-Rad das Land erkundet hat – das werde ich nie vergessen!
Das habe ich auch in keinem anderem Land so erlebt – und ich hatte mir noch Mühe mit der Sprache gegeben und dachte, dass mir als Radfahrerin im Land der Radfahrer überall Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegenschlagen würde.
Was für ein Trugschluss!
Neulich berichtete mir eine Bekannte – auch weltoffen und freundlich – dass sie nie wieder Urlaub in Frankreich wegen des allgemein unfreundlichen Verhaltens der meisten Menschen ihr gegenüber, sobald sie merkten, dass sie Deutsche war.
In Hotels/Restaurants wollten die oft hochnäsigen Kellner selbst in den billigsten Bistros (anderes konnte ich mir damals ohnehin nicht leisten) weder mein Schulfranzösisch, noch Englisch und erst recht natürlich nicht Deutsch verstehen.
Auch liegen gelassenes vertrocknetes Unterholz im Namen der Weltrettung brennt wie Zunder. Vor allem sorgt es dafür, dass das Feuer sich rasant ausbreitet und die Feeuerwehr kaum mit dem löschen nachkommt.
Solange man es sich leisten kann, wie in Spanien „gelebt“, die dort angeschafften russischen Löschhubschrauber und -flieger im Hangar zu lassen, weil die EU-Sanktionen es nicht zulassen, die erforderlichen Ersatzteile und ggf. Techniker zur vorgeschriebenen Wartung der Flieger beizuziehen, kann es mit der Wald- und Landschaftsbrennerei noch nicht allzu schlimm bestellt sein.
Danke für den interessanten Beitrag.
In Spanien und Frankreich brennt Wald und Deutschland fühlt sich schuldig. In Deutschland brennt ein kleiner Wald und Deutschland im Hysteriemodus. In Deutschland wird falsch frei gewählt – Weltuntergangsstimmung.
>>Das einzige deutsche Löschflugzeug „Hexe 1“ war bei den Waldbränden in der Eifel im August 2026 nicht im Einsatz. Die Hexe, ein Löschflugzeug vom Typ PZL M-18 Dromedar, ist auf dem Landeplatz Ballenstedt in Sachsen-Anhalt, am Rand des Harzes, stationiert. Seit dem Jahr 2023 hat der Landkreis einen Vertrag mit einem polnischen Unternehmen geschlossen, das das Flugzeug unterhält und auch die Piloten stellt. Dieser Vertrag war eine Konsequenz aus dem Großbrand am Brocken 2022.<<
Ich habe naturgemäß eine andere Logik. Ich habe wahrscheinlich als Kind öfter „warum“ gefragt. Das hängt mir heute an und macht mich zum gesellschaftlichen Außenseiter.
WARUM ist ein Großbrand am Brocken in 2022 die Ursache dafür, dass ein Landkreis 2023 einen Vertrag mit einem polnischen Unternehmen geschlossen hat? Immerhin war ja auch die unerklärliche vierfache Explusion am Ostseegrund auch 2022. Und Polen ging als Konsequent daraus als Chamäleon mit ununterbrochenem Farbwechsel hervor. Mit solchen FARBWECHSLERN und Shape Shiftern macht man einfach keine Verträge, wenn man noch bei Sinnen ist, vor allem daa nicht, wenn es um den Schutz des eigenen Walges, egal, des EIGENEN Irgendwas, geht. Macht man keine Verträge mit solchen Leuten! Es sei denn, man ist selbst auf der anderen Seite der Brandmauer. Das Verhältnis zu den Polen unterscheidet sich nicht wesentlich vom Verhältnis zu den Ukrainern. Wenn man am dringendsten darauf angewiesen ist, fallen sie Dir bedenkenlos in den Rücken. Wer das auch noch als Blaupause bewirbt, hat seine Emotionen nicht mehr im Griff.