Jetzt, wo es die fragliche Restaurantkette nicht mehr gibt, kann ich auch über sie schreiben. Im Auftrag einer bekannten Systemgastronomie-Marke aus Deutschland baute ich vor 20 Jahren eine Filiale in Istanbul auf. Tausend Quadratmeter, eine architektonische Perle, ein neues Konzept in einer Stadt, in der Gastronomiebetriebe wie Pilze aus dem Boden schießen. Das Besondere war nicht die italienische Küche. Das Besondere war die Selbstbedienung. Und der Stadtteil: Suadiye, auf der anatolischen Seite von Istanbul. Geld. Westlicher Lebensstil. Menschen, die sich mittags in Istanbul treffen und am nächsten Tag spontan in Paris essen gehen. In dieses Milieu setzten wir auf ein Restaurant ohne Bedienung.
Der Stadttürke – schon der Begriff zeigt die innere Hierarchie – lässt sich bedienen. Status wird zelebriert. Und nun kamen Deutsche und eröffneten ein italienisches Restaurant mit Selbstbedienung. Konnte das funktionieren? Es funktionierte. Und wie. Bis die Gastrokette in Deutschland selbst ins Straucheln geriet, war der Laden in Istanbul eine Gelddruckmaschine. 2006 stand das Konzept noch am Anfang. Die Qualität war exzellent. Das 320-Seiten-Handbuch ließ keinerlei Abweichung zu. Disziplin. Standardisierung. Konsequenz. Typisch Deutsch. Damals waren wir noch neun Jahre von 2015 entfernt.
Anfangs zog das Neue die Menschen magnetisch an. Bis sie am Eingang merkten, dass es keine Bedienung gab. Eltern sagten zu ihren Kindern: „Bleibt hier, wir gehen woanders essen.“ Doch die Jugend setzte sich durch. Und irgendwann kamen auch die Älteren. Das Konzept brach eine Statusgrenze auf. Was man mir jedoch nicht glauben wollte: In Deutschland sitzt in so einem Laden der CEO neben dem Angestellten und auch die Putzfrau ist dabei. Alle holen sich ihr Essen selbst. In der Türkei? Undenkbar. Allein die Vorstellung zerstört die Hierarchie im Kopf. No go.
Knapp unter den Deutschen oder manchmal sogar darüber
Kastendenken. Der Mensch ordnet sich sofort ein – meist über oder unter die anderen. Die Deutschlandtürken gelten in der Türkei aus Sicht vieler Stadttürken schon lange als untergeordnet. Gleichzeitig sehen sich viele Deutschlandtürken in Deutschland heute selbst deutlich über den Migranten, die seit 2015 ins Land kamen. Das erklärt möglicherweise auch, warum sie politische Entwicklungen gelassener betrachten. Man fühlt sich sicher – irgendwo knapp unter den Deutschen oder manchmal sogar darüber. Jedenfalls weit weg von denen, die man für austauschbar hält.
Dieser Tage hatte ich ein Erlebnis, das all das in konzentrierter Form bestätigte. Ich arbeite als Erziehungsbeistand mit Deutschen, Ungarn, Russen, Afghanen, Syrern, Somaliern. Wer mit so vielen Gruppen zu tun hat, erkennt schnell: Die Konflikte aus der Heimat verschwinden nicht an der Grenze. Sie reisen mit. Nur etwas leiser. Und oft finanziert vom Jobcenter, ansonsten springt die Asylabteilung ein.
Es ging um Streit in einer Gemeinschaftsunterkunft. 33 Bewohner. Fotos, Videos, Beschwerden. Immer sind die anderen schuld. Obwohl alle aus Somalia stammen. Ich war zuerst vor Ort. Der Hausmeister wartete. Seit zwölf Jahren in Deutschland, ursprünglich Syrer, inzwischen deutscher Pass. Deutschkenntnisse? Formal B1 vielleicht. Praktisch nicht vorhanden. Ein humorvoller Typ. Wir stellten fest, dass wir Namensvettern sind – Ahmet mit „t“ am Ende, wie es eigentlich nur Türken schreiben. Er hatte vier Jahre in der Türkei gelebt und sich das „T“ hinten zugelegt. Schließlich kommt man in Deutschland immer ohne Papiere an. Warum er nicht in der Türkei geblieben sei, fragte ich. „Aber dort zahlt niemand“, sagte er lachend, „deshalb bin ich weiter nach Deutschland.“
Die Hierarchie lebt. Nationalität ersetzt Kaste.
Dann kam seine Analyse. „Ganz schlimm hier, die Somalier. Die stehen sogar unter den Afghanen.“ Ein Syrer – pardon, mittlerweile ein Deutscher – ordnet andere Migranten unter sich ein. Die Hierarchie lebt. Nationalität ersetzt Kaste. Im Haus selbst: Zwei somalische Gruppen. Dieselben Gruppen, die sich auch im Heimatland bekämpften. Es ging um Müll, um Sauberkeit, um verstopfte Abflüsse. Kindergarten. „Die anderen putzen nie.“ „Nein, die anderen putzen nie.“ Der Dreck war sichtbar. Selbstverursacht. Dann fiel der Satz: „Deutschland muss sauber machen.“ Es ging um Haare im Abfluss. Ich fragte: „Warum muss Deutschland eure Haare wegmachen?“ Stille. Einsicht. Zumindest für den Moment. In einem Punkt waren sich alle einig: „Der Hausmeister ist scheiße.“ Das erklärte wiederum dessen Haltung gegenüber den Bewohnern. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.
Viele der Anwesenden besuchen schon seit zwei Jahren eine Berufsschule. Deutsch, Ethik, Mathematik. Wie das geht, bleibt schleierhaft. Am Ende musste ich übersetzen – nicht von Somali ins Deutsche, sondern von Mimik in Klartext. Wenn ich mir den Zustand ansehe, denke ich oft an ein Wort aus der Wirtschaft: Forderungsmanagement. Ursprünglich aus dem Inkasso. In Deutschland scheint es umgekehrt zu laufen. Forderungen kommen ohne Gegenleistung. Halalfleisch, Schutz, Moscheen, politische Parolen an den Wänden. Jeder verlangt etwas. Verantwortung? Zuständigkeit? Selbstkritik? Selten.
Was ich bei der Gastrokette lernte, war simpel: Ein Konzept funktioniert nur, wenn alle dieselben Regeln akzeptieren. Wenn CEO und Angestellter sich gleichermaßen am Tresen anstellen. Wenn niemand Sonderstatus beansprucht. Was ich in der Unterkunft sah, war das Gegenteil. Jeder weiß, wo er sich einordnet. Jeder sieht jemanden unter sich. Das kann nicht gutgehen. Und es wird auch nicht gutgehen.

Genau so funktioniert das Menschsein. Es gibt die, die führen und die, die sich unterordnen oder einfügen müssen. Jeder muss seinen Platz finden – erarbeiten – vielleicht erkämpfen.
Eigentlich ist das entwicklungsbiologisch-„strukturell“ / evolutionär so angelegt!
Dieses Grundprinzip abzulehnen und übergehen zu wollen, ist eine üble Saat. Aber es ist das aklamierte Geschäft der dekadenten und dummdreisten linksgrünen Irrlichter.
„Dummdreist“ deshalb weil diese Typen die Kosten und die Folgen ihres ideologischen Mumpitz´ einfach auf den Steuerzahler überwälzen.
Gegen eine Pflicht auf Eigenverantwortung steht das Recht (?!) auf Work-Life-Balance.
„Die Konflikte aus der Heimat verschwinden nicht an der Grenze. Sie reisen mit. Nur etwas leiser.“ Manchmal auch lauter, denn die lasche Strafverfolgung im Westen verleitet diese Menschen zum Ausreizen der Möglichkeiten. Es gibt genau zwei Optionen: entweder auch hier endlich „robust“ durchgreifen, d.h. mit den brutalen Mitteln der Herkunftsländer, oder als westliche Kultur untergehen. Nicht mehr lange wird der Westen die Wahl haben.
„die sich mittags in Istanbul treffen und am nächsten Tag spontan in Paris essen gehen. In dieses? (diesem) Milieu setzten wir auf ein Restaurant ohne Bedienung.“ Selten so gelacht bei Pleiten, Pech und Pannen. Was auch immer „Erziehungsbeistand“ bedeutet? Vermutlich eine ehrenamtliche Tätigkeit. Von der vorgenannten Pleite geht es zackig in die humorvolle Szene aus syrischem Hausmeister und interkultureller 33-Männer-WG. Eine riesengroße Schxxxx finanziert aus Steuergeldern. Das Ausmaß des Schreckens geht für ganz Deutschland in die Billionen, kein Ende in Sicht. Im Übrigen werden bereits die Kleinsten als zukünftige „Fachkräfte“ aus gutem Grund nicht nur auf Schloss Salem rechtzeitig um 6:00 a.m. geweckt, um eine Runde auf dem Anwesen zu laufen.