Gastautor / 21.03.2009 / 16:08 / 0 / Seite ausdrucken

Nathan Warszawski: Subjekte, Objekte und die Deformation professionelle

Wenn jemand Bibliothekar werden will, dann vermuten die meisten, dass der Anwärter sich gerne mit Büchern beschäftigt, ja Bücher liebt. Wenn dieser Jemand lange genug Bibliothekar gewesen ist, dann kann er zum Bücherhasser werden. Beweis: Die Bücherverbrennung 1933, an deren vorbildlicher Organisation an hervorragender Stelle sich Bibliothekare hervortaten.

Oder nehmen wir die Lehrer. Der Lehramtsanwärter ist Feuer und Flamme für Kinder und Jugendliche, die er mit Wissen und Kultur vollstopfen will, damit sie mündige und freie Bürger werden. Und wie lange dauert es, bis er die Schüler hasst? Man nennt es Burnout-Syndrom.

Bei manchen Berufen ist die Liebe zum Objekt von Anfang an fragwürdig. Werden nur bessere Menschen Polizisten oder fühlen sich auch verhinderte Verbrecher zu diesem Beruf hingezogen? Studiert ein Katholik Theologie aus höheren Gründen oder weil er homosexuell oder gar pädophil ist? Phantasiert ein Kaschrut-Supervisor nicht von Shrimps und Schwenebraten, so wie Moralapostel Peep-Shows und Porno-Messen inspizieren, um immer up to date zu sein?

Die katholische Kirche forscht seit Jahrhunderten das Judentum aus. Aus Liebe zum Judentum? Wohl kaum. Ihr Ziel ist die Aufloesung des Judentums, z.Z. durch Konversion. Wie realitätsfern muss jemand sein, der glaubt, dass ein katholischer Priester, der in der Abteilung Judentum arbeitet, ein Philosemit ist?

Im Zentrum für Antisemitismusforschung ZfA wird der Antisemitismus erforscht. Rein professionell. Sine ira et studio.

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