News-Redaktion / 10.08.2022 / 09:15 / 0 / Seite ausdrucken

Nahrungsmittelpreise stiegen um 14,8 Prozent.

Auch allgemeine Warenpreise verteuerten sich um 14,1 Prozent, Energiepreise stiegen noch viel stärker, doch offiziell gilt für den Juli eine Inflationsrate von 7,5 Prozent. Hier sind neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juli 2022 um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, heißt es in einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes. Damit habe sich der Preisauftrieb den fünften Monat in Folge verstärkt. Bei allen Nahrungsmittelgruppen seien im Juli 2022 Preiserhöhungen beobachtet worden. Erhebliche Teuerungen seien bei Speisefetten und Speiseölen (+44,2 Prozent) sowie Molkereiprodukten und Eiern (+24,2 Prozent) zu verzeichnen gewesen. Ebenso wären für andere Nahrungsmittelgruppen Teuerungsraten im zweistelligen Bereich ermittelt worden, unter anderem für Fleisch und Fleischwaren (+18,3 Prozent).

Die Preise für Waren insgesamt, die unter anderem Energieprodukte und Nahrungsmittel umfassen, erhöhten sich im Juli 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat spürbar (+14,1 Prozent, davon Verbrauchsgüter: +18,8 Prozent; Gebrauchsgüter: +5,4 Prozent).

Die Energiepreise waren auch im Juli noch größere Inflationstreiber: Sie lagen um 35,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Leichtes Heizöl (+102,6 Prozent) und Erdgas (+75,1 %) führten bei den Preissteigerungen.

Es sind auch schönere Zahlen im Angebot

Trotz solcher Zahlen hieß es am Beginn der amtlichen Pressemitteilung noch beruhigend:

"Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im Juli 2022 bei +7,5 %. Die Inflationsrate hat sich damit erneut leicht abgeschwächt, verweilt aber auf hohem Niveau deutlich oberhalb von 7 %. Im Juni 2022 hatte die Inflationsrate bei +7,6 % gelegen, im Mai bei +7,9 %."

Wie aus den schlimmen Zahlen nicht ganz so schlimme Zahlen werden, erklärt das Statistische Bundesamt ganz nüchtern am Ende der Pressemitteilung in seinen Methodischen Hinweisen:

"Die Bundesregierung hat angesichts der hohen Preise ein zweites Entlastungpaket beschlossen. Dies umfasst verschiedene Maßnahmen, unter anderem ein stark vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Personenverkehr von 9 Euro pro Monat ("9-Euro-Ticket") von Juni bis August 2022 sowie die Senkung der Mineralölsteuer für Kraftstoffe ("Tankrabatt"). Ab Juli 2022 wurde zudem die Abschaffung der EEG-Umlage umgesetzt. Diese drei Sondereffekte sind in der Verbraucherpreisstatistik indexwirksam."

Wer noch schönere Zahlen vermelden möchte, dem bietet das Statistische Bundesamt auch noch die Berechnung der "Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel" an: Die liegt nur bei 3,2 Prozent. Auch die "Inflationsrate ohne Energie" klingt mit 4,4 Prozent nicht ganz so schlimm. Dumm nur, dass man im alltäglichen Leben vor allem auf Energie und Nahrungsmittel angewiesen ist.

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