Am Mittwochabend verstarb das Stimmwunder Tina Turner im Alter von 83 Jahren. Ihr Weg zum Erfolg war steinig, ihre musikalischen Triumphe umso größer.
Tina Turner ist tot. Die Ausnahmekünstlerin starb am Mittwoch im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit. Eine Frau, die wie kaum eine andere Stärke und Unabhängigkeit ausstrahlte und doch ihr halbes Leben darum kämpfen musste. Immer wieder wurde Anna Mae Bullock, wie Turner eigentlich hieß, in ihrer 16 Jahre andauernden Ehe mit ihrem Gesangspartner Ike Turner von ihrem Mann geschlagen und vergewaltigt, was letztlich zu einem Suizidversuch ihrerseits im Jahr 1968 mittels einer Valium-Überdosis führte.
Nach einem letzten Streit mit Ike Turner in einem Auto im Jahre 1976, bei dem er sie blutig schlug, flüchtete sie aus dem gemeinsamen Hotel, in dem beide untergebracht waren, in ein anderes – mit nur 36 Cent in der Tasche. Nach der Scheidung behielt Tina Turner ihren Künstlernamen und die Songwriter-Rechte an den Songs, die sie geschrieben hat, aber Ike Turner behielt die Veröffentlichungsrechte. Für zwei Jahre spielte sie in kleineren Clubs und war zeitweise von Essensmarken abhängig. Auch ihre beiden ersten Soloalben konnten nicht an den Erfolg von Ike und Tina anknüpfen.
Dennoch machte sie sich allmählich einen Namen als Live-Künstlerin, was ihr unter anderem Gastauftritte bei anderen Musikern wie Tom Jones und David Bowie einbrachte. 1984 wurde schließlich das Album „Private Dancer“ mit der ersten Single „What‘s love got to do with it“ veröffentlicht, die direkt auf Platz 1 der amerikanischen Billboardcharts landete. Das Album gewann drei Grammys. Mit über 100 Millionen verkauften Alben gilt Tina Turner als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen überhaupt. Sie erhielt insgesamt 12 Grammys inklusive 3 Grammy Hall of Fame-Awards und einen für ihr Lebenswerk.
Sie war zudem die erste schwarze Künstlerin und die erste Frau überhaupt auf dem Cover des Rolling Stone. Der Rolling Stone zählt sie außerdem zu den 100 herausragendsten Künstlern aller Zeiten. Sie hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und wurde zweimal in die Rock n Roll Hall of Fame aufgenommen. Einmal mit Ike und einmal als Solokünstlerin. Während ihrer Break Every Rule World Tour im Jahr 1988, stellte sie mit 180.000 zudem einen Guinness World Record für die meisten Tour-Besucher eines Solo-Künstlers auf.
Zum Zeitpunkt ihres großen Comebacks und ihrer zweiten Karriere als Solokünstlerin mit dem Song „What‘s love got to do with it“ war Tina Turner bereits 44 Jahre alt, was sie bis dato zur ältesten Künstlerin machte, die eine Nr. 1 in den US-Billboard-Charts platzieren konnte. Es folgten viele weitere Hits. Darunter „Private Dancer“, „We don‘t need another Hero“, „The Best“ und „Goldeneye“. Nicht wenige Menschen erleben in ihrem Leben Höhen und Tiefen, aber kaum eine Frau hat so viel daraus gemacht, wie sie. Am Ende konnte Tina Turner auf ein Leben zurückblicken, das sich trotz aller Widrigkeiten gelohnt hat. In dem sie ihr persönliches Glück fand und anderen Glück durch ihre einzigartige Stimme bescherte.
Anabel Schunke schreibt als Kolumnistin unter anderem für die Schweizer Weltwoche. Mehr über sie finden Sie auf ihrer Facebookseite und bei Twitter.
Beitragsbild: Les_Zg CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Ich habe mich schon immer gefragt, wie man mit nur so und soviel Cents oder Dollars in der Tasche sich ein Hotelzimmer mieten bzw damit ein neues Leben (meist in New York, warum auch immer…) beginnen kann, ohne nicht in der Obdachlosigkeit zu enden. Solche Geschichten hört man oft von „Berühmtheiten“. Mit 36 Cents in der Tasche würde ich nicht einmal einen Tag ûberleben!
Liebe Frau Schunke,
sehr treffend und schön formuliert. Tina Turner war in ihrer zweiten Karriere zwar meine Zeit, aber nicht meine Musik. Tatsächlich kenne ich aber ihre von Ihnen genannten Stücke und fand sie schon auch damals gut und einprägsam (besonders Private Dancer). War halt nur nicht so mein Ding. Über den persönlichen Werdegang wusste ich das meiste nicht. Umso interessanter und bemerkenswerter, dass Sie dies in Ihrem Beitrag so auf den Punkt bringen. Werde noch mal reinhören. Dankeschön.
Mit freundlichen Grüßen
Sound of Silence
„Hallo Dunkelheit, mein alter Freund,
Ich bin gekommen, um wieder mal mit dir zu sprechen,
Denn eine mich sanft beschleichende Vision
Hinterließ ihre Samen während ich schlief.
Und die Vision, die in mein Gehirn gepflanzt wurde
Dauert fort
Im Klang der Stille
In ruhelosen Träumen wandelte ich alleine,
Auf schmalen Kopfsteinpflasterstraßen.
Im Lichtkegel einer Straßenlaterne
Stellte ich meinen Kragen gegen die Kälte und die Feuchtigkeit auf,
Als meine Augen geradezu durchbohrt wurden
Vom Aufblitzen eines Neonlichts,
Das die Nacht durchzuckte
Und den Klang der Stille berührte.
Und in dem nackten Licht sah ich
Zehntausend Menschen, vielleicht mehr.
Leute, die redeten, ohne zu sprechen
Leute, die hörten, ohne zuzuhören
Leute, die Lieder schrieben, die nie von Stimmen gesungen wurden
Und niemand wagte sich
Den Klang der Stille zu stören.
“Narren„ sagte ich, “Ihr wisset nicht,
Dass die Stille wächst wie ein Krebsgeschwür.
Hört meine Worte, mit denen ich euch belehren könnte.
Ergreift meine Arme, die ich euch reichen würde.„ *
Doch meine Worte fielen wie leise Regentropfen
Und hallten wider
In den Brunnen der Stille
Und die Menschen verneigten sich und beteten
Zu dem Neon-Gott, den sie geschaffen hatten.
Und das Leuchtzeichen strahlte sein Warnung hinaus,
In den Worten, die es darstellte.
Und das Leuchtzeichen sagte:
“Die Worte der Propheten stehen an den U-Bahn-Wänden geschrieben
Und in den Fluren der Mietskasernen
Und werden geflüstert – im Klang der Stille.„
Feminoide Aliens wie Claudia Roth, K.Göring-Eckardt, Ricarda Lang und das Bärböckchen Annalena dürfen weiterleben und Tina Turner, meine Tina musste sterben. Die Welt ist ungerecht….aber soetwas von.
Ich hatte das große Glück Sie einst live im ehemaligen, brechend vollem Müngersdorfer Stadium in Köln (Golden Eye-Tour) zu hören. Wenn Elvis der King of Rockn Roll war, dann war Tina die Königin des Rock, die Kaiserin des R&B und die heilige Dreifaltigkeit des Soul!
Schöner Nachruf, Frau Schunke, wann erscheint Ihr Nachruf auf den Ausnahmekünstler Helmut Berger?
Simply the best! Rock the heaven, proud „Mary “Tina!