Nirgends zeigt sich die fatale Kombination von Idiotie und Ideologie, von Ignoranz und Arroganz katastrophaler als im Leugnen der Realität und Negieren der Wahrheit. Peter Hahne rechnet in seinem neuen Buch „Ist das euer Ernst?“ damit ab.
Ist das wirklich euer Ernst? Das fragte ich in vielen Artikeln, Vorträgen, Interviews und in meinem letzten Bestseller „Das Maß ist voll!“ Dafür bin ich nichts als gescholten worden. Das war Majestätsbeleidigung. Kritik an der Heiligen Greta von Sankt Klima? Das geht nun gar nicht. Damit war man raus aus dem Spiel. Nun ja, was soll’s; ich halte es ohnehin mit Margaret Thatcher: „Und wenn ich alleine stehe – solange ich recht habe, ist das völlig in Ordnung.“
Cool bleiben! Auch bei dieser ewigen Nazi-Keule gegen Leute, die die Wahrheit sagen. Ich stimme der mutigen, jungen ARD-Kommentatorin Julia Ruhs zu: „Für am gefährlichsten halte ich den inflationären Nazi-Vorwurf, der mich auch diesmal nach dem Tagesthemen-Kommentar heimsuchte ... Hatte mir das vor einiger Zeit noch einen Schrecken eingejagt – schließlich ist dieser Vorwurf so schlimm, dass er jeden Deutschen auch schocken sollte –, löste es dieses Mal, ein paar Shitstorms später, nur noch ein Schulterzucken aus. Daran ist auch die linksgrüne Social Media-Blase schuld. Irgendwann gewöhnt man sich dran, dass man in deren Augen ein 'Nazi' ist und bleibt.“ (FOCUS)
Zu Greta: Die naive, perfide und nahezu perverse Heiligsprechung dieser schwedischen Schulschwänzerin durch führende Zeitgeist-Religionsbeamte und Opportunismus-Weltmeister unter den Politikern habe ich von Anbeginn für gefährlichen Schwachsinn gehalten. Ich muss mir nichts vorwerfen lassen. Und viele meiner (journalistischen) Freunde auch nicht. Alles belegt.
Es gab nichts, was diese (meist) Herren in ihrem peinlichen Populismus und ihrer anbiedernden Ranschmeiße nicht glaubten sagen zu müssen: „Mich erinnern die Freitagsdemos ein wenig an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem“, meinte der Berliner Erzbischof Heiner Koch. Sein Hildesheimer Kollege doppelte nach und sagte doch ernsthaft zu jener von ihren Eltern gnadenlos vermarkteten Greta: „Kreativ wie der Schöpfergott, geistreich wie der Heilige Geist und hellwach wie Jesus Christus.“ Du meine Güte ...
Spitzenfunktionär Christian Stäblein der (untergehenden) Berliner evangelischen Kirche fantasierte gar: „In der Bibel nennt man Menschen, die ihre Umwelt wachrütteln, aufschrecken, mit der Wahrheit konfrontieren: Propheten.“ Doch der Herr Theologe sollte wissen, dass Propheten immer Außenseiter waren und nie bejubelter Mainstream.
Der Gipfel war eine Osterbotschaft der bayerischen lutherischen Kirche: Greta, abgebildet beim Wegtragen durch Polizisten bei der Demo in Lützerath, deklariert als der verratene Jesus, Polizisten als die Häscher. Perverser geht’s nicht. Trotz späterer Entschuldigung der Kirche nach heftigsten Protesten. Wer auf solch eine blasphemische Idee kommt, muss sich über leere Gotteshäuser nicht wundern. Das Volk verlässt in Massen die ehemaligen Volkskirchen.
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erhob sich im November 2022 zu Ehren einer Greta-Abgesandten für einen minutenlangen Beifall. Jeder wollte etwas abhaben von ihrem Glanz, von ihrer Prophetie, von ihrem Jesa-Christa-Sein. Meine Güte, wie primitiv. Obwohl sich damals schon abzeichnete, dass es sich um eine im Kern antisemitische Truppe handelt, die offen gegen Israel hetzte, nach dem Motto der Nationalen Sozialisten: Kauft nicht bei Juden!
Auch die Chefs „christlicher“ Parteien überschlugen sich in weihrauchgeschwängerten Unterwerfungsgesten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte Gretas ergebene Epigonen auf der Zugspitze und schwurbelte: „Und ich bin der Markus... ich finde es gut, was ihr macht.“ Und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach mit ihr bei der UNO (!) und empfing sie im Kanzleramt. Fehlten nur noch Hymnen und militärische Ehren. Mehr Idiotie ging nicht. Oder wuchs da zusammen, was zusammengehört? „Zwei Dinge sind unendlich: die menschliche Dummheit und das Universum. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)
Ja, es stimmt, was Fabian Nicolay auf Achgut schreibt: „Politik braucht Überhöhung: Helden, Ikonen, Haltung und Bewusstsein. Mit ihren Kulten um Personen, absoluten Ideen und Utopien entrückt jede postmoderne Politik irgendwann dem Sein bis zur Realitätsfremdheit.“ Wirksam seien die Suggestionen der digitalen Pseudowirklichkeit, „die einer besonderen Ikonografie folgen, um Stimmung und Meinung zu machen. Die Kulte um Personen: Greta mit Pappschild, Migranten in Booten, Palästinenser als Opfer.“
Und jetzt kommen die (erwartbaren!) Hämmer, nachdem die Hamas am 7. Oktober 2023 brutale Terroranschläge gegen Israel verübte und Israel zurückschlug. Die Ikone Greta zeigte ganz offen ihren Antisemitismus. Offener geht es nicht. Ihre täglichen Auftritte und ihr Twitter-Account sprechen eine deutliche Sprache. So trat sie in Amsterdam auf, gemeinsam mit der Palästinenserin Sara Rachdan. Jene Rachdan ist nicht nur bekennende Juden-Hasserin, sondern eine schlimme Holocaust-Verharmloserin – für Greta null Problem.
Zwei Tage nach dem Angriff der Hamas auf Israel hatte ihn Rachdan auf Instagram bejubelt: „Ja, dieser Angriff wurde von der Hamas initiiert, aber es geht nicht um die Hamas. Es geht um den palästinensischen Widerstand. Das ist endlich ein palästinensisches Vorgehen gegen die Besatzung. Bitte unterstützt den Widerstand.“ Doch nicht nur das. Rachdan behauptete sogar, dass Israelis Palästinenser vergasen und zog dabei eine Parallele zum Holocaust: „Ich frage mich, wo wir das vorher schon mal gesehen haben ...“
Na, das ist doch wie beim Einzug von Jesus Christus in Jerusalem, Herr Erzbischof, oder?! Da zeigen sich doch Schöpfergott und Heiliger Geist ... Söders umjubeltes „Fridays for Future“ geht eben nicht nur am moralischen Größenwahn zugrunde. Jetzt zeigt sich (endlich) das wahre Gesicht. Hatte der Spiegel nicht über Greta geraunt: „Selbst der Friedensnobelpreis ist womöglich nicht mehr weit – sofern man dem Gespür der Buchmacher traut.“
Der internationale Fridays-For-Future-Dachverband wirft Israel „75 Jahre ethnische Säuberungen“ vor und einen „Genozid“. Er bezeichnet Israelis als koloniale Unterdrücker und behauptet, „westliche Medien“ würden „Gehirnwäsche“ zugunsten Israels betreiben. „Befreit Palästina“, lautet nun der Ruf der Klima-Kriminellen. Hurra! Synoden-Applaus im Stehen! Evangelische und katholische Religionsführer und deutsche Spitzenpolitiker als Anhänger von Verschwörungstheoretikern? Na, super ...Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster (CDU), kritisierte derweil bei WELT-TV Greta massiv – zuvor war nichts dergleichen zu vernehmen, auch nicht, als die Autistin allen Ernstes einen Doktor h.c. verliehen bekam: „Dass sie sehr, sehr naiv ist, steht – glaube ich – außer Zweifel.“ Ach, außer Zweifel?! Wo waren Herr Schuster und seine CDU, als die Führer aus Staat und Kirchen sie anbeteten? Wer war denn da naiv? Und wer ist für die eingetreten, die – wie ich – damals schon die Naivität entlarvten und dafür diskreditiert, diskriminiert, ja eliminiert wurden, weil sie nicht im strammen Gleichschritt der Begeisterung mitmarschierten? Wo?! „Wer warnen will, den straft man mit Verachtung. Die Dummheit wurde zur Epidemie. So groß wie heute war die Zeit noch nie. Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.“ (Erich Kästner)
November 2023: der vom ZDF übertragene Gottesdienst zur Eröffnung der EKD-Synode in Ulm. Der bischöfliche Prediger redete über alles und nichts, nur kein Wort zu den gefährlichen Irrtümern der schwurbelnden Greta-Beweihräucherung, ja zu der Jubelarie der Vorsynode. Nur allgemeines Geschwätz über Antisemitismus. Dabei ist der Gottesdienst der Ort für Schuldbekenntnis und Bitte um Vergebung. Nein, man geht einfach zur Tagesordnung über. Die Anlandung weiterer strammer Antisemiten durch Kirchengesegnete Schlepper-Schaluppen fest im Blick.
Den Vogel schoss der sogenannte Friedensbeauftragte der EKD ab: „Wir sagen klar, wer Gewalt gegen unsere jüdischen Geschwister gutheißt, hat die Kirche gegen sich.“ Keine Silbe zur Kirchenkumpanei mit Gretas Antisemiten. Nicht eine!
Keine Rücktritte in Gretas deutscher Jubeltruppe. Noch nicht mal das Flehen um Verzeihung an die irregeführten Bürger von deutschen Kirchen und Polit-Funktionären. Mir ist nichts bekannt. Noch nicht mal Scham.
Donald Trump war der einzige Staatsmann, der an jener Greta in der UNO, wo sie mit CDU-Merkel einträchtig plauschte, einfach achtlos vorbeiging und nach deren Rede sarkastisch twitterte: „Sie sieht aus wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wundervolle Zukunft freut. So schön zu sehen!“ Tu felix America! Deutschland dagegen hat ein drittes Motto gefunden: Nach „Wir sind Weltmeister“ und „Wir sind Papst“ nun „Wir sind gaga“.
Auch hier gilt, wie bei „Corona“: Ich will Handschellen klicken hören! Und ich verlange die Rehabilitierung der Kritiker. Und wache Bürger sollten den Reformator Zwingli beherzigen, wie es an der Wand der Sakristei im Zürcher Großmünster steht: „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes.“
Dies ist ein Auszug aus: „Ist das euer Ernst?!“, dem neuen Buch von Peter Hahne. 140 Seiten, 12,00 Euro. Bestellbar hier im Achgut-Shop.
Peter Hahne, geb. 1952, war Moderator der ZDF-Hauptnachrichtensendung „heute“.
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Beitragsbild: Superbass CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
@ Birgit Hoffmann – „Da werden es Uschi und die Günen schwer haben. Geld regiert die Welt, oder auch : Folge dem Geld.“ -- Und wenn mit „Klima“ und „Co2-Gedöns“ keine Gewinne mehr abzuschöpfen sind, immer weniger freiwillig diese „Stecker-Autos“ kaufen, wie wärs mit „Rüstung“ und fossilen Brennstoffen? Nicht nur Scholzomat u. Co stehen Schlange bei den entspr. US-Konzernen. Das Strecken des Ukraine-Rußland-Krieges und der immer wieder „angepiekste“ Taiwan-China-Konflikt, wie auch der gesamte brodelnde „Nahe Osten“ rufen nach „Futter“ zum Verheizen. Und: Jets, Drohnenschwärme, Panzer aller Größen, dazu diese einheitsgrauen „Kanonenboote“ sind mit „steckdosen-Strom“ nicht zu betreiben. Die brauchen SPRIT. Und reichlich davon. Zum glück wird ja der gesamte Militärbereich bei den „Co2-Immissionen“ nicht einberechnet, ist zwar auch in der Atmosphäre, macht aber vermutlich dort nix, im Gegensatz zu „Opis ollen Diesel“, der verboten gehört (neue EU-Spinnerei zu Umweltwerten, Fahrverboten aufgrund von Kaffeesatzlesens erkannten inzwiwchen 800 000 Toten infolge „schlechter Luft“). Wir werden halt politisch von Ideologenb betreut, die auf massenhaft Verblödete einreden.
Es ist schade dass die deutsche Medienlandschaft, NGO, EKD, Universitäten so von links Grünen Meinungenbestimmt werden. Eine Minderheit schreibt einer Mehrheit vor was zu denken ist. So undemokratisch und gefährlich. Unglaublich daß aus der Geschichte nicht gelernt wird.
@ Nissen „Um dem massiven, ständigen anti-jüdischen Terror und dem absurden und abgrundtiefen Hass gegen die Juden möglichst dauerhaft ein Ende zu bereiten, ist das, was die Israelis jetzt tun, genau richtig.“ Genau nicht. Es wird sich gegen sie wenden. denn niemand hat das Recht, weil es einem Genozid zum Opfer fiel, selber Genozide durchzuführen. Und das schreibe ich nicht aus Sympathie zum Islam. Deutschland wurde von den Nazis befreit? Sie wissen schon, das sich das Deutsche Reich immer verhandlungsbereit gezeigt hat, die Alliierten haben 41 in Casablanca den totalen Krieg beschlossen und deswegen auch Stauffenberg, Goerdeler hintertrieben. „Eine Bande von Verbrechern hat ein Attentat auf Hitler verübt… So lauteten zeitgenössische Berichte …der ANGLOAMERIKANISCHEN Presse. Sie gab damit die einhellige Meinung der alliierten Kriegsführung wieder..“ „Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr als gelegen kommen. Man stelle sich vor: Hitler stirbt mitten im Sommer 1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern übernimmt die Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden jenseits der Grenzen einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig überwachte Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind unter den gegebenen Umständen nicht in Sicht. Mehr noch, den gerade erst an den Stränden der Bretagne angelandeten Amerikanern bleibt es verwehrt, ihre militärische Präsenz nach Westeuropa zu tragen. Und die Sowjets erhalten keinen Zugriff auf die Länder Osteuropas“ (Wolfgang Eggert, Die Welt ist nicht genug, Stauffenbergs Scheitern im Spiegel der angloamerikanischen Geopolitik)
@ Horst Jungsbluth – „Wie konnte die einst erfolgreiche und geachtete Bundesrepublik Deutschland zu solch einem (gefährlichen) Irrenhaus verkommen?“ -- Ihre Feststellungen möchte ich noch damit ergänzen, daß besagter „Marsch durch die Instanzen“ auch sämtliche sog. Mainstreammedien gekapert hat, die wundersam linksgrünes Einheitsgesülze der inzwischen offen auftretenden politischen „Nationalen Front“ verkünden. Und dieser geballte moralisierende und selbstgerechte Meinungseinheitsbrei trifft auf eine Bevölkerung, a) deren Kinderzimmer der Soze Scholzomat sich aufmachte mit seiner politischen Hoheit zu „erobern“ , b) auf weite Teile der Gesellschaft, die infolge der politischen Bildungsexperimente von Kita über Schule bis Uni linksgrün indoktriniert sind, denen man das kritische Selbstdenken abgewöhnt hat, die „glauben“ müssen, was man ihnen per Smartphone – App vorplappert, weil sie kaum mehr in der Lage sind, die Grundrechenarten zu praktizieren oder einen einfachen gelesenen Text zu kapieren, was als funktiones Analphabetentum definiert wird. Und deshalb stehen wir, wo wir sind, in vielerlei Bezug am Abgrund, woran natürlich -gerade wieder vom Co-Kinderbuch-Schreiberling verkündet- die „anderen“ schuld sind. Und werden sie nicht gestoppt, sind wir morgen einen Schritt weiter. Forcierter „Fachkräftezuzug“ nach Scholzomat, Atombomben für die EU und „Taurus“ nach MASZ gegen Rußland werden sich auf diesem Weg als „Turbo“ erweisen.
Adenauer hatte zu dem Nazi-Vorwurf eine realistischere Einstellung, als sie hier und heute eine StGB-gesicherte Pflicht ist. Da er mehrfach von den bitterbösen Nazis eingesperrt wurde, war er auch ausreichend kundig.
Er sagte dazu auf dem 1. CDU-Bundesparteitag 1950 in Goslar:
„Ich wollte, die Bewohner der Ostzonenrepublik könnten einmal offen schildern, wie es bei ihnen aussieht. Unsere Leute würden hören, dass der Druck, den der Nationalsozialismus durch Gestapo, durch Konzentrationslager, durch Verurteilungen ausgeübt hat, mäßig war gegenüber dem, was jetzt in der Ostzone geschieht.“
Meinungsfreiheit 1950 – tempi passati.
Vielen Dank, Hr. Hahne, für diese klaren Worte! Sie sind (leider) fast der einzige Rufer in der Wüste!
@ Dr. Konrad Voge: „Gerechtfertigt“ ist ein seltsames Wort. Wenn man in Zukunft ohne die Hamas leben und weitere Übergriffe der Art des 7.10. vermeiden will, ist sie notwendig. Alternativlos, falls Ihnen das besser gefällt……Was mir dagegen nicht mehr notwendig erscheint, ist Kirche (nochne Partei).