In den sozialen Medien wurde behauptet, dass Hexer die Genitalien von Männern durch Zauberei, durch Berührung der Schulter, einen Händedruck oder einen Blick schrumpfen ließen oder gestohlen haben. Aufgebrachte Meuten machten Jagd auf Beschuldigte und lynchten sie. Unter den Opfern befinden sich ein Lehrer, ein Krankenpfleger, ein Polizist und ein Gemeindeangestellter.
Psychiater sprechen vom Koro-Syndrom („Genital Retraction Syndrome“), einer wahnhaften Angststörung, bei der Menschen erwarten, dass sie sterben, weil sie glauben, ihr Penis würde sich in den Bauchraum zurückziehen. Diese psychiatrische Störung ist ebenso in Asien bekannt. Auch in Europa wurden vereinzelt Depressionen mit Koro-ähnlichen Symptomen diagnostiziert.
Mehrere hundert Aufrührer wurden nach den Ausschreitungen verhaftet. Gestohlene oder geschrumpfte Penisse wurden in den Kliniken bei den angeblichen Opfern der „Hexerei“ nicht festgestellt. Ärzte untersuchen die „Opfer“ und bestätigen den Männern und der Familie, dass die Genitalien vollständig vorhanden sind. Angstzustände werden durch traditionelle Heiler oder mit Antidepressiva und begleitender Psychotherapie behandelt.
Sündenbocksuche in Krisenzeiten
Der französische Anthropologe Julien Bonhomme untersuchte das Phänomen in seinem Hauptwerk „The Sex Thieves: The Anthropologe of a rumor“ („Die Geschlechts-Diebe: Die Anthropologie eines Gerüchts“). Er führt die periodisch in Afrika aufflammende Hysterie auf tief sitzendes Misstrauen gegenüber lokalen Eliten, wirtschaftliche Existenzängste und soziale Spannungen zurück. Die Männer fürchten, der Lebenskraft beraubt zu werden. Leider sind solche Vorfälle mit extremer sozialer Hysterie auch aus Westafrika (Nigeria, Benin, Ghana) bekannt. Beschuldigt werden meist Fremde oder besondere Berufsgruppen.
Die Ereignisse in Mosambik erinnern an das wiederkehrende Phänomen der Lynchjustiz an Gesundheitspersonal bei den sogenannten „Cholera-Unruhen“ („Tumultos da cólera“) seit den 1990er Jahren. Die arme Bevölkerung glaubte fest daran, dass nach Cholera-Ausbrüchen die Beschuldigten statt Chlor zur Desinfektion absichtlich Cholera-Erreger in die öffentliche Wasserversorgung eingeleitet hätten.
Der verstorbene Soziologe und Anthropologe der Universität Maputo, Carlos Serra, untersuchte als erster Wissenschaftler das Phänomen in den Unruhegebieten. Er kam mit seinem Team zu dem Schluss, dass die Panik ein Symptom für das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen den Herrschenden und den Bürgern ist.
Der britische Journalist und Chefredakteur des englischsprachigen Dienstes der staatlichen mosambikanischen Nachrichtenagentur Agencia de Informacao de Moçambique (AIM), Paul Fauvet erinnert daran, dass die aktuellen Anschuldigungen, Hexer würden Penisse stehlen, nicht exklusiv afrikanisch sei. Bereits das berüchtigte europäische Handbuch „Der Hexenhammer“ aus dem 15. Jahrhundert behauptete, dass Hexen Penisse stehlen und diese sogar in Haustiere verwandeln konnten.
Afrikanische Regierungen bekämpfen das Phänomen mit medizinischer Transparenz und strengen Haftstrafen für die Anstifter der Raserei. Sie nutzen auch die Autorität von lokalen Religionsführern, Dorfältesten und traditionellen Heilern. Eine wirksame Abschreckung ist darüber hinaus, mit dem Zorn der Ahnen für Falschmeldungen zu drohen. Solche Drohungen sind in Afrika weitaus mächtiger und hilfreicher als staatliche Sanktionen.

„dass sie sterben, weil sie glauben, ihr Penis würde sich in den Bauchraum zurückziehen. Diese psychiatrische Störung ist ebenso in Asien bekannt.“ – Deshalb dort überall die diversen religiösen Darstellungen häufigst in Verbindung mit Phallus-Symbolen ?? Es lebe der Aberglaube und denen, denen selbiger nützt, wenn Spenden in die Kasse trudeln.
@Emil.Meins … mal jetzt nur keinen Neid. Es gibt auch Frauen, die auf genügend Hirn stehen. In Thailand können Sie in 2 Wochen ca. 50k Frauen heiraten & in Kenia ca. 100k. Und das nur, weil Sie weiß sind. Was für ein übel rassistisches Weibsvolk weltweit. :-)
@Ilona Grimm … Zitat- & prompt muß ich wieder an David Signers Buch „Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt“ denken.- … Ich muß immer an Sie denken, wenn ich sowas lese. Sie glauben ja an was ähnliches, wie geklaute Penisse, nur daß bei Ihnen die Rotfront-Schergen ihres Erlösers die Speisung der 5k durch Klauen & Kontributionen organisierten, wie Linke halt so sind. Zu Recht wurden/werden christliche Missionare hart bekämpft. Die haben hunderte Kulturen & Sprachen auf dem Gewissen. Warum sollten die Afrikaner Wolkenkratzer bauen? Im Gegensatz zu uns, haben die auch so genug Platz. Die EU paßt 7x in Afrika rein. Im Römischen Reich konnten ca. jeder 5. lesen & schreiben (war bei Zenturionen einer Legion Pflicht). Dank Ihresgleichen hatten wir im Mittelalter noch eine Alphabetisierungsquote von 1-2%, das ist Afrika heute besser. Wir bauten trotz Ihresgleichen Kathedralen. Es grüßt Sie ganz herzlich, werte Frau Grimm, Ihr HJG mit einem 3fach donnerndem „beati pauperes spiritu“.
Lieber Herr Seitz,
Vielen Dank fuer den Artikel. Wer meint, dass dieser Aberglaube nur in Afrika herrschen wuerde, sollte einmal nach Italien gehen. In Sueditalien gibt es in jeder Gemeinde einen ‚Mago’, der Vorhersagen trifft.
@Marcel Seiler … bei uns glauben auch noch über 40 Mio. an die Auferstehung Christi, einfältig an die 3faltigkeit, & daß unser Lattenjupp ein guter Heilsbringer war. Das beweist nur, daß keine Sau die Bibel gelesen hat. Jupp war ein übler National-Stalinist, schlimmer Rassist, der seine Regimegegner mit dem Tod bedrohte. Da darf man auch an geklaute Geschlechtsteile glauben.
„Pravidelné výbuchy hysterie v Africe připisuje hluboce zakořeněné nedůvěře k místním elitám, ekonomickým obavám a sociálnímu napětí“
Wäre nicht Dummheit die passende Erklärung?!
Im US Pornogewerbe gibt es eine eigene Kategorie: BBC (nein, nicht was Sie denken, mit British…, sondern simpel Big Black Cock), kennt man dann noch Long Dong Silver, weiß man, was die größte Sorge der Schwanzfixierten Primitivos ist: Dödelschrumpfung oder -Verlust, weil das Prestige und Männlichkeit bedeutet, und auch der Grund für die afrikanische Bevölkerungsschwemme ist. Aber auch in Europa ist das noch in: eine Familie im Nachbardorf in Rumänien, mit 10 Kindern, die nichts Wichtigeres zu tun haben, mit Erreichen der Volljährigkeit sofort zu heiraten und mit der Kinderproduktion zu beginnen. Die Jüngste ließ sich mit 14 vom doppelt so alten Schwager besamen, um zu den Erwachsenen zu gehören, mit Schulabbruch als Folge. Alle sind nicht besonders helle, aber für dieses Leben reicht es allemal, auf der Stufe von Amöben, und damit nicht weit weg von Afrika, nur halt mit Smartphone und Auto, aber auch vom Baptistenglauben geistig beschränkt, genau wie die Schwarzen von ihrem Aberglauben.
Das Beste wäre, Afrika für mindestens 100 Jahre sich selbst zu überlassen und dann vorsichtig reinzuschauen, was noch übrig ist.
Hier kann ich auf all die netten Leute verzichten. Sorgen nur für Probleme.