Peter Grimm / 10.01.2023 / 08:50 / Foto: Zarteste / 0 / Seite ausdrucken

Morgenlage: Verdächtige und Verlängerung

Guten Morgen, es ist Dienstag, der 10. Januar 2023 und es ist wieder Zeit für einen ersten Blick in die Nachrichtenwelt. Die Themen der heutigen Morgenlage: Die Russen bauen trotz ihrer Offensive Verteidigungsanlagen bei Bachmut, Großbritannien erwägt Kampfpanzer-Lieferung in die Ukraine, in Brasilien sind 1.500 Bolsonaro-Anhänger festgenommen worden, es gibt Neuigkeiten über die jüngst festgenommenen islamistischen Terrorverdächtigen und Belgien verlängert die Laufzeit von Atomreaktoren.

Wie so oft kommt die erste Meldung aus dem Krieg.

Russen graben sich bei Bachmut ein

Im Osten der Ukraine wird weiterhin erbittert um die Stadt Bachmut gekämpft. Es gibt allerdings wenig belastbare Informationen zur Lage an der Front. Immerhin können Satellitenbilder einen Blick von oben beisteuern. Allerdings sind brauchbare Aufnahmen zur Lage in den Kriegsgebieten nicht jederzeit zu haben. Wochenlang lag die Region unter einer dichten Wolkendecke. Aktuelle Aufnahmen des US-Anbieters Maxar, die allerdings schon einige Tage alt sind, sollen auffällige Erdarbeiten an mindestens drei Stellen östlich und südöstlich von Bachmut zeigen. An den Landstraßen Richtung Popasna und Luhansk haben russische Kräfte aufwendige Sperranlagen errichtet, die offenbar Teil eines größeren Netzwerks an neuen russischen Verteidigungslinien sein sollen. Die russischen Anlagen seien weit abseits der Hauptkampflinie gebaut worden. Für den russischen Großangriff auf Bachmut hätten die Gräben und Stellungen tief im russisch kontrollierten Hinterland keinen erkennbaren Nutzen. Auch Anzeichen für eine ukrainische Offensive bei Bachmut gebe es nicht. Der Bau von Abwehrlinien im Rücken der eigenen Offensive zeuge zumindest nicht von operativer Zuversicht, heißt es in Kommentaren. Offenbar richte sich die russische Seite bei Bachmut auf länger anhaltende Kampfhandlungen ein. (Quelle: n-tv.de)

Großbritannien erwägt Kampfpanzer-Lieferung in die Ukraine

Nachdem Frankreich, die USA und Deutschland nun Schützenpanzer an die Ukraine liefern, will die britische Regierung nun einen Schritt weiter gehen und erstmals auch Kampfpanzer schicken. Nach Informationen des TV-Senders Sky News denkt die Regierung über die Lieferung von bis zu zehn Fahrzeugen vom Typ "Challenger 2" nach. Der "Challenger 2“-Panzer wurde in den 80er Jahren entwickelt und ab Mitte der 90er Jahre an die britische Armee ausgeliefert. Das Waffensystem sei gut 60 Tonnen schwer und mit einer 120 mm-Kanone ausgestattet. Die britische Armee habe den Challenger sowohl in Bosnien als auch im Irakkrieg eingesetzt. Als Schwäche des Panzers gelte seine eingeschränkte Durchschlagskraft. Anders als etwa der deutsche "Leopard" habe das britische Modell Schwierigkeiten, die Panzerung anderer Panzer zu durchschlagen. Die Ukraine fordert bekanntlich seit langem die Lieferung westlicher Kampfpanzer, vor allem des deutschen "Leopard". Die britischen Überlegungen erhöhen nun den Druck auf die Bundesregierung weiter. (Quelle: n-tv.de)

China schickt Kampfjets und Kriegsschiffe in Richtung Taiwan

Kurz bevor eine Delegation deutscher Bundestagsabgeordneter in Taiwan eingetroffen ist, hat China Militärübungen vor Taiwan gestartet. Laut chinesischen Militärs gehe es darum, Angriffe auf Land und im Meer zu üben. Das taiwanische Verteidigungsministerium habe mitgeteilt, in einem 24-stündigen Zeitraum zwischen 6 Uhr morgens am Sonntag und 6 Uhr morgens am Montag hätte das chinesische Militär 57 Kampfjets und vier Schiffe in Richtung Taiwan entsandt. Von den Flugzeugen hätten 28 die inoffizielle Grenze in der Taiwanstraße überquert.  (Quelle: welt.de)

1.500 Bolsonaro-Anhänger in Brasília festgenommen

In Brasilien sind nach dem Angriff auf Regierungsgebäude in der Hauptstadt Brasília rund 1.500 radikale Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaros vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Einsatzkräfte hätten ein Camp der Bolsonaro-Sympathisanten vor dem Hauptquartier der Streitkräfte geräumt. Auch in anderen Städten wie Rio de Janeiro und São Paulo seien Camps von Bolsonaro-Unterstützern aufgelöst worden und auch dort habe es Festnahmen gegeben. (Quelle: zeit.de)

Ein Terrorverdächtiger war schon wegen versuchten Mordes verurteilt

Aus Deutschland gibt es Neuigkeiten über den 32-jährigen Iraner und seinen jüngeren Bruder, die am Wochenende wegen des Verdachts einen islamistischen Terroranschlag vorbereitet zu haben, festgenommen wurden. Der jüngere der beiden Männer büße derzeit eigentlich eine siebenjährige Haftstrafe wegen versuchten Mordes ab, habe aber dennoch am Wochenende bei seinem Bruder übernachten dürfen. Gegenüber dem „Westfalen-Blatt“ habe Staatsanwalt Henning Kruse gesagt, dass der heute 25-jährige Mann 2019 verurteilt wurde, weil er „damals einen großen Ast von einer Brücke auf die A45 geworfen“ habe. Er hätte damit ein Auto getroffen, deren Fahrerin durch Glassplitter verletzt wurde. Wegen einer Suchterkrankung wäre damals angeordnet worden, dass er nach eineinhalb Jahren in Haft in einer Entziehungsanstalt untergebracht werde. (Quelle: rnd.de)

Terrorverdächtiger gab im Asylverfahren an, Christ zu sein

Auch über den Hauptverdächtigen, Monir J., gibt es neue Informationen.  Der Islamist ist bei den deutschen Behörden offiziell als Christ registriert, berichtete die WELT. Die Eintragung sei Anfang 2017 im Rahmen des Asylverfahrens vorgenommen worden. Monir J. war in jenem legendären Jahr 2015 nach Deutschland eingereist und hatte Asyl beantragt. Im September 2017 hätte er schließlich einen Schutzstatus erhalten. Diese Aufenthaltserlaubnis gelte noch bis Ende Juli 2023. Die Einleitung eines Widerrufs- und Rücknahmeverfahrens sei 2021 abgelehnt worden. (Quelle: welt.de)

Belgien verlängert Laufzeit von zwei Atomreaktoren um 10 Jahre

Deutschland hält trotz solcher Erfahrungen nicht nur weiter an seiner Asylpolitik fest, sondern trotz der Energiekrise auch am Atomausstieg. Im einen wie im anderen Fall ist das für unsere Nachbarn nicht beispielgebend. Jetzt haben sich der belgische Staat und der französische Stromversorger Engie auf eine Verlängerung der Laufzeit von zwei belgischen Atomreaktoren um zehn Jahre geeinigt. Dabei handele es sich um die Atommeiler Doel 4 bei Antwerpen und Tihange 3 bei Lüttich. Wegen der Energiekrise hat sich Belgien vom ursprünglich bis 2025 anvisierten Atomausstieg verabschiedet. Die Kernkraftwerke sicherten dort zuletzt rund die Hälfte des Strombedarfs. (Quelle: deutschlandfunk.de)

Mehr Lieferengpässe bei Krebsmedikamenten

Während sich der Bundesgesundheitsminister offenbar immer noch am liebsten mit Corona-Regeln beschäftigen würde, wird die Versorgungskrise mit Medikamenten immer größer.

Die Zahl der Arzneimittelengpässe in der Krebstherapie ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, habe die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) gestern mitgeteilt. „Die Arzneimittelengpässe bestehen bereits seit Jahren, nehmen derzeit aber sicher deutlich zu“, wird Hermann Einsele, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO, zitiert. Die Ursachen wären vielfältig. Es gebe Probleme bei der Herstellung und durch die Abhängigkeit von Lieferketten im Ausland, aber auch einen erhöhten Bedarf. Betroffen seien demnach vor allem Medikamente, die seit Jahren in der Krebstherapie eingesetzt werden. Laut DGHO seien das zum Beispiel das Brustkrebs-Mittel Tamoxifen und Nab-Paclitaxel, das ebenfalls bei Brustkrebs sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs zur Anwendung kommen. Auch unterstützende Arzneimittel für Krebspatienten wie Antibiotika und Harnsäuresenker wären von Lieferengpässen betroffen. (Quelle: handelsblatt.com)

So wie sich das deutsche Gesundheitswesen gerade entwickelt, muss man wohl immer stärker auf die eigene stabile Gesundheit hoffen. Dementsprechend endet diese Morgenlage wieder mit den besten Wünschen nicht nur für diesen Tag.

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