Guten Morgen, heute ist der 20. Juli 2023 und es ist wieder Zeit für die Morgenlage. Die Zusammenfassung: Russland droht mit Angriffen auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer, offenbar verschwenden Krebs-Apotheker mit Medikamenten-Abrechnungen Milliarden, im Irak wurde die schwedische Botschaft gestürmt, Putin nimmt an BRICS-Gipfel in Südafrika teil, Braunschweiger Polizei stellt Verschärfung des Messerproblems an Schulen fest und ein Urteil wegen sexuellen Missbrauchs gegen Trump wurde bestätigt.
Russland droht mit Angriffen auf zivile Schiffe
Russland erwäge nach Angaben der Vereinigten Staaten Angriffe auf zivile Schiffe mit Getreide aus der Ukraine im Schwarzen Meer und habe in der Nacht die ukrainischen Hafenstädte Odessa und Mykolajiw angegriffen, wie Welt berichtet.
Weiter heißt es: „Den USA lägen Informationen vor, wonach Russland weitere Seeminen in Zugängen zu ukrainischen Häfen platziert habe, teilte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Adam Hodge, mit. Das Weiße Haus gehe davon aus, dass es sich um ein koordiniertes Vorgehen handele, um jedwede Attacken auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer zu rechtfertigen und der Ukraine die Schuld daran zu geben.“ Vor Kurzem beendete Putin erst den Getreide-Deal.
Milliarden-Verschwendung bei Krebsmedikamenten
Einer Recherche von NDR, WDR, SZ und dem ARD-Monitor-Magazin zufolge bereichern sich Krebs-Apotheker auf fragwürdige Weise. Mit einer einzigen Krebsinfusion können sie mehr als 1000 Euro extra verdienen. Das würden interne Preislisten, die den Medien vorliegen zeigen. Die Krankenkassen könnte das jährlich bis zu 500 Millionen Euro kosten, so der Beitrag bei Tagesschau.
In dem heißt es weiter: „In kleiner Schrift sind die Preise für fast 1000 Krebsmedikamente notiert. Fein säuberlich ist für jedes Medikament eingetragen: die Erstattung der Krankenkasse für das Medikament, dazu der echte, oft sehr viel niedrigere Preis des Großhändlers – und der Zusatzverdienst, den Apotheker dadurch auf Kosten der Beitragszahler machen können.“
Schwedische Botschaft im Irak gestürmt
In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Randalierer die schwedische Botschaft gestürmt und dort Feuer gelegt, meldet Deutschlandfunk unter Berufung auf Nachrichtenagenturen und Augenzeugen. Hintergrund sei eine für heute genehmigte Koranverbrennung. Daher hätten Anhänger des einflussreichen schiitischen Geistlichen al-Sadr zu Protesten in Bagdad aufgerufen.
Das schwedische Außenministerium habe mitgeteilt, dass Botschaftspersonal in Sicherheit sei. Es verurteile die Geschehnisse wie auch das irakische Außenministerium. Bei dem Koran-Verbrenner handelt es sich offenbar wieder um den nach Schweden geflüchteten Iraker Momika.
Putin nimmt an BRICS-Gipfel per Video teil
Putin nimmt am BRICS-Gipfel vom 22. bis zum 24. August in Südafrika nach Angaben aus Moskau per Video teil, meldet die Kleine Zeitung. Das werde eine vollwertige Teilnahme sein, so Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er bestätigte außerdem, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow persönlich zum Treffen der Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika reisen wird.
Weiter heißt es, Südafrika „steht seit Monaten unter internationalem Druck, da das Land den russischen Präsidenten trotz des Haftbefehls zu dem Treffen der wirtschaftsstärksten Schwellenländer eingeladen hatte.“ Wäre er persönlich gekommen, so Südafrika ihn festnehmen müssen. „In gegenseitigem Einvernehmen“ werde Putin nicht zu dem Treffen kommen, habe ein Sprecher des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa erklärt.
Frauenfußball-WM in Australien gestartet
Mit einer Eröffnungsfeier in Auckland, der größten Stadt Neuseelands, hat die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen begonnen, meldet Deutschlandfunk. Kurz vor Beginn des Turniers hätte ein Mann dort zwei Menschen erschossen – es bestehe aber wohl kein Zusammenhang zum Turnier. Zu diesem Vorfall heißt es:
„Wenige Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier in Auckland hatte ein bewaffneter Mann in Auckland zwei Menschen getötet und mehrere Personen verletzt. Laut Polizei wurde später die Leiche des mutmaßlichen Schützen entdeckt. Der neuseeländische Premierminister Hipkins erklärte, es bestehe keine Gefahr für die nationale Sicherheit. Die Weltmeisterschaft werde wie geplant stattfinden. Der Weltverband FIFA teilte mit, man sei darüber informiert worden, dass es sich um einen isolierten Vorfall gehandelt habe, der nichts mit dem Fußballbetrieb zu tun gehabt habe.“
Braunschweig: Mehr Messer an Schulen
Laut Braunschweiger Polizei berichtet Auseinandersetzungen, in denen Messer zum Einsatz kommen, zu. In den Schulen gäbe es eine ähnliche Problematik, Lehrerinnen und Lehrer seien zunehmend verunsichert. Bereits ab Klasse 5 seien jetzt Unterricht und Situationstraining zur Gewaltprävention notwendig. Das berichtet die Braunschweiger-Zeitung, die die Polizei interviewte. Angaben zu Herkunft der Problem-Jugendlichen werden nicht gemacht und nicht erfragt. Ein Sprecher sagt:
„Dem Eindruck oder den Erfahrungen der Kollegen der Polizei Braunschweig nach, ist tatsächlich eine Zunahme von Gewalt- und Rohheitsdelikten unter Anwendung von Messern erkennbar. Auch statistisch lassen sich diese Zahlen belegen. Wurden im Jahr 2021 noch 138 Straftaten unter Anwendung von Messern registriert, waren es 2022 schon 182 Taten. Diese Entwicklung scheint sich auch in diesem Jahr fortzusetzen. Ebenso werden bei einer Vielzahl von Personenkontrollen, die wir durchführen, vor allem bei Jugendlichen, immer wieder Messer festgestellt.“
Iran: Schauspielerinnen aus Kopftuch-Wahn verurteilt
Im Iran sind zwei Schauspielerinnen verurteilt worden, weil sie in der Öffentlichkeit kein Kopftuch getragen haben, meldet Deutschlandfunk. Weiter heißt es: „Afsaneh Bayegan wurde nach übereinstimmenden Berichten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und darf das Land zwei Jahre lang nicht verlassen. Gegen Leila Bolukat verhängte die Justiz vier Monate Haft ohne Bewährung und zwei Jahre Berufsverbot. Die Schauspielerin hatte auf Instagram Fotos gepostet, die sie mit Kappe und Hut zeigen. Der Autorenverband PEN America kritisierte die Urteile als Angriffe auf die künstlerische Freiheit, die in der Kulturszene Furcht und Unsicherheit verbreiten sollten.“
Urteil wegen sexuellen Missbrauchs gegen Trump bestätigt
Im Zivilprozess gegen Donald Trump wegen sexueller Übergriffe gegen eine Autorin habe ein Gericht das bestehende Urteil bestätigt, wie Zeit schreibt. Demnach müsse Trump der Klägerin fünf Millionen Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro) Entschädigung zahlen. Weiter heißt es: „Trump scheiterte bei dem Versuch, die Höhe der Zahlungssumme zu reduzieren oder einen neuen Prozess zur Höhe des Schadensersatzes anzustrengen. Der Richter Lewis Kaplan entschied, dass die Festlegung der Strafe auf fünf Millionen Dollar durch die Geschworenen angemessen gewesen sei.“
Beitragsbild: cartese Flickr, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
