Henryk M. Broder / 29.07.2016 / 14:10 / 12 / Seite ausdrucken

Mohammed war ein Feminist. Und wer nicht schwul ist, der ist homophob.

Vieles, das sich heute als "Wissenschaft" geriert, gehört in die Abteilung Freitag, der 13., Gabelbiegen, Horoskope, Kaffeesatz und Bauer sucht Frau. Im akademischen Betrieb sind es die "Islamwissenschaft" und die "jüdische Theologie", zwei reinrassige Oxymorone. Der "humanistische pressedienst" stellt in seiner Ausgabe vom 27. Juli einen bedeutenden Vertreter der Nonsens-Wissenschaften vor, den "Politik- und Islamwisenschaftler" Fabian Goldmann, der sich auf die "Themenschwerpunkte... Islamophobie und die Kritik an patriarchalen Männlichkeiten" spezialisiert hat. Er arbeitet für die Heinrich-Böll-Stiftung und veröffentlicht seine Beiträge auf der Seite des "Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie". 

Sein vorläufig letzter Text ist das, was die Freunde von Klosterfrau Melissengeist und Nordhäuser Doppelkorn eine Offenbarung nennen: … alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.

Gewiss doch. Wir wissen bereits aus der Genderwissenschaft, dass die geschlechtliche Zugehörigkeit eines Menschen keine biologische Tatsache, sondern ein "soziales Konstrukt" ist. Wir wissen aus der Islamwissenschaft, dass jeder Mensch als Muslim geboren wird. Und jetzt erfahren wird, dass Heteros nur deswegen Heteros sind, weil sie zu Heteros gemacht werden. Eigentlich habe ich das schon lange vermutet, jetzt wird die Vermutung zur Gewissheit.

Der Politik- und Islamwissenschaftler Fabian Goldmann hat aber noch mehr zu bieten. U.a. einen Text über Mohammed, in dem er behauptet, der Prophet habe eine "feministische Revolution" losgetreten. Mohammeds "progressives Frauenbild" spiegele sich "auch in seinem Privatleben wider"; seine erste Ehefrau Khadidscha lernte er als Angestellter kennen: Die erfolgreiche Geschäftsfrau stellte den mittellosen jungen Mohammed in ihrem Karawanen-Unternehmen ein. Auch der Heiratsantrag ging von Khadidscha aus, die vor der Ehe mit Mohammed bereits zweimal verheiratet war. Dass Mohammed eine Sechsjährige geheiratet, mit dem Vollzug der Ehe aber gewartet hatte, bis diese neun war, ist dem Mitarbeiter des Instituts für Geschlechterdemokratie vorübergehend entfallen.

Das alles bringt die Heinrich-Böll-Stiftung unter die Leute, zusammen mit Anleitungen, wie man Wasser in Wein verwandelt, mit Sonnenenergie zum Mond fliegt und aus einer Tüte Buchstabensuppe einen Roman macht. Ihre Arbeit wird vom Bund gefördert, im Jahre 2013 waren es 50 Millionen Euro.

Bevor ich es vergesse: Fabian Goldmann ist kein Jude, er hat sich den jüdischen Namen nur zugelegt, um die Sauereien, die er produziert, als koscher vermarkten zu können.

Er heißt Fabian Köhler, was nicht halb so sexy klingt, und hat an der "Universität Damaskus" studiert. Außer Politik- und Islamwissenschaften auch das Fach "islamische Homophilie", die er mit einem überzeugenden Beispiel belegt: 

Homosexuelle werden in der islamischen Welt geleugnet, verfolgt, ermordet, an Baukränen aufgehängt... Das ist die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere Hälfte ist, dass ich nirgends so viele Angebote zum gleichgeschlechtlichen Sex bekommen habe wie in islamischen Ländern. Dass Männerfreundschaften wahrscheinlich nirgendwo auf der Welt auch körperlich so innig sind wie unter Muslimen.

Was für eine Knallcharge. Tatsache ist allerdings auch: Die Nazis haben die Juden verfolgt und umgebracht. Aber das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere ist, dass die KZ-Wachen sehr gerne jüdische Frauen gefickt haben. Die dabei entstanden Freundschaften waren wohl nirgendwo auf der Welt körperlich so innig wie in den Lagern. Schon deswegen, weil sie für die Frauen immer letal endeten. 

PS. Auch sehr lustig: Herr Goldmann macht Ferien in Tel Aviv. Hier und hier.

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Andreas Hofer / 30.07.2016

Einen jüdischen Namen zugelegt? So wie Jimmy McGill und Saul Goodman? Coole Satire Herr Broder :)

Jens Reimann / 29.07.2016

Aha, die erfolgreiche Geschäftsfrau stellte also den mittellosen jungen Mohammed in ihrem Karawanen-Unternehmen ein.  Ich wusste gar nicht, dass Mohammed auch als Taxifahrer gearbeitet hat. Vielen Dank für den Hinweis. Goldmann hat also nicht umsonst Islamwissenschaften studiert.

Renate Pilsner / 29.07.2016

Und Terroristen, die im Namen des Islam morden sind keine Muslime. Völlig logisch! Genauso waren die Mitglieder der Waffen-SS keine Deutschen, wenn sie mal wieder mordend durch Polen gezogen sind. Manchmal ist die Welt so leicht zu erklären. Man muss es nur wollen.

Andreas Isenberg / 29.07.2016

Herrlich, herrlich. :-)

Karl Mallinger / 29.07.2016

Mohammed hat vor allem die kleinen vorpubertären Mädchen befreit, indem er ihnen das Recht gab, erwachsene Männer zu heiraten. Ein wahrer Feminist und Kinderfreund, dieser Mohammed.

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