Henryk M. Broder / 26.11.2006 / 13:36 / 0 / Seite ausdrucken

Möllemanns Erben

Die FR bringt eine Replik auf das “Manifest der 25”, das am 15.11. ebenfalls in der FR veröffentlicht wurde. Diesmal ist es freilich nur ein Politologe, der seinen Kollegen antwortet, Markus A. Weingardt , politikwissenschaftlicher Mitarbeiter der Evangelischen Forschungsstätte FEST (Heidelberg).  Macht nix, Klasse geht vor Masse, und dass die FR einen Hauch von schlechtem Gewissen zeigt, beweist immerhin, dass man auch in härtesten Fällen von Verstockung die Hoffnung auf Besserung nicht aufgeben soll.
Weingardt analysiert die Technik der akademischen Schaumschlägerei: Man konstruiert einen Popanz (“Es ist uns verboten, Israel zu kritisieren!”), um ihn dann mutig abzubauen (“Warum es gerade unsere Aufgabe ist, Israel zu kritisieren!”). So hat man gleich zweimal seinen Spaß und bleibt ganz dicht am Gegegenstand seiner Obsessionen dran. Wie hat es Karl Kraus mal in einem vergleichbaren Fall von öffentlicher Unmoral gesagt? “Die Herren berieten, wie sie der Prostitution und den Prostituierten zugleich auf den Leib rücken könnten.”

Hier der Weingardt-Text:
http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/standpunkte_aus_der_zeitung/?em_cnt=1016923

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