News-Redaktion / 26.08.2022 / 13:45 / 0 / Seite ausdrucken

“Mittelständische Unternehmen rasen ungebremst in die Insolvenz.“

Ein Bündnis mittelständischer Unternehmensvereinigungen zweifelt offenbar daran, dass politische Verantwortungsträger den Ernst der Lage wirklich erkennen und warnen eindringlich vor dem Wegbrechen ihrer Wertschöpfung.

"Erste Unternehmen schließen, viele planen Produktionsverlagerungen ins Ausland, andere fahren die Produktion trotz voller Auftragsbücher herunter. Metallverarbeitende Unternehmen, Gießereien, Keramikhersteller, Produzenten von technischen Textilen – sie´alle sind mit Preissteigerungen bei Erdgas und Strom konfrontiert, die jede bisher bekannte Dimension sprengen. Das wird Unternehmenspleiten zur Folge haben mit einem irreversiblen Schaden für die Lieferketten, die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung in unserem Land."

So beginnt eine Pressemitteilung des „Bündnis faire Energiewende“ in der über ihre jeweiligen Fachverbände branchenübergreifend mehr als 10 000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz vertreten sind. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen sehen sie sich in der gegenwärtigen Politik der Ampelkoalition kaum wahrgenommen. Weiter heißt es:

"Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung: 'You ́ll never walk alone – dieses Versprechen des Bundeskanzlers gilt

ganz offensichtlich nicht für die mittelständische Industrie. Das BfE fordert alle Mitglieder der Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten von SPD, Grünen und FDP auf, in unsere Unternehmen zu kommen und sich ein Bild von der Situation zu machen. Wer im vergangenen Jahr noch 500.000 Euro für seine Energierechnung zahlte, muss im kommenden Jahr mit 5 Millionen Euro rechnen. Die Gaspreise haben sich verzehnfacht, das Gleiche gilt für den Strompreis, der an den Gaspreis gekoppelt ist. Was die Bundesregierung jetzt mit der Gasumlage plant, bringt das Fass zum Überlaufen und belastet jeden Arbeitsplatz in einem energieintensiven Unternehmen zusätzlich – on the top – mit rund 20.000 Euro pro Jahr. Die Überbrückungshilfen und Energiekostendämpfungsprogramme der Bundesregierung sind, wenn sie überhaupt schon angekommen sind, nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie sollen Unternehmen in einer solchen Situation noch einen Beitrag dazu leisten, dass in Deutschland Windräder und Solardächer gebaut werden, neue Heizungsanlagen aufgestellt werden, Häuser gedämmt, neue Generationen von Autos gebaut und gute Arbeitsplätze erhalten werden. Die bittere Realität ist: Viele mittelständische Unternehmen rasen ungebremst in die Insolvenz und die Ampelkoalition verschließt die Augen davor.'

Die derzeitige Energiepreisexplosion und die zusätzlichen zahlreichen nationalen Umlagen und Abgaben führen dazu, dass Produktion Made in Germany unbezahlbar geworden ist. Das Bündnis Faire Energiewende fordert die Ampelkoalition auf, mit einem Industriegaspreis und einem Industriestrompreis das Schlimmste zu verhindern und vor allem alle nationalen Zusatzabgaben vorübergehend auszusetzen. Vietmeyer: 'Es mag vielen in der Ampelkoalition egal sein, wie die mittelständische Industrie ihre Energierechnungen noch bezahlen soll. Dann müssen wir aber auch die Frage beantworten: Wie sollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Zukunft ihre Energierechnungen bezahlen, wenn sie keinen Job mehr haben? Wie wollen wir als Gesellschaft einkommensschwache Haushalte unterstützen, wenn die Wertschöpfung in unserem Land und damit die Steuereinnahmen wegbrechen. Herr Scholz, Herr Habeck, Herr Lindner und alle MdBs der Ampelkoalition:

Setzen Sie sich jetzt schnell zusammen und finden Sie eine Lösung, wenn Sie die mittelständische Industrie in diesem Winter nicht in den Ruin treiben wollen.'"

Mehr zum Bündnis faire Energiewende erfahren Sie hier.

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