Dushan Wegner, Gastautor / 12.08.2020 / 16:00 / Foto: Tomaschoff / 34 / Seite ausdrucken

Mittelmaß ist nicht genug!

Sie kennen den „Oscar“. Und Sie schauen gewiss von Zeit zu Zeit einen Film. Erlauben Sie mir bitte eine Testfrage: Wie viele Filme können Sie nennen, die in den letzten zehn Jahren den Oscar als Bester Film verliehen bekamen?

(Als Auflösung, es waren… 2019: Parasite, 2018: Green Book, 2017: The Shape of Water, 2016: Moonlight, 2015: Spotlight, 2014: Birdman, 2013: 12 Years a Slave, 2012: Argo, 2011: The Artist, 2010: The King’s Speech – alle Gewinner aller Zeiten bei Wikipedia)

Die Frage war nicht, ob Sie von den Filmen gehört haben, sondern ob Sie diese Filme als Gewinner hätten nennen können. Die Gewinner sind ja keineswegs schlechte Filme! Es sind gute Filme, doch sind sie wirklich „die besten“ Filme des jeweiligen Jahres? Es ist diskutabel, länger schon.

Der Oscar hat ein Mittelmaß-Problem, und das liegt an der Art und Weise, wie der Gewinner berechnet wird. Man würde ja meinen, dass die Mitglieder der Academy jeder für einen Film stimmen, und der Film, der die meisten Stimmen einsammelt, gewinnt eben – doch so ist es nicht – der Fachbegriff „Preferential Balloting“.

Listen-Plätze von 2 bis circa 4 entscheidend für den Oscar

Die einigen Tausend Oscar-Wahlberechtigten (aktuell knapp 10.000) geben jeder eine nummerierte Liste von bis zu 10 Filmen an. Als erstes werden die Erststimmen ausgewertet, das ist richtig, doch wenn die Erststimme für einen Film stimmte, der eine bestimmte Mindestprozentzahl nicht erreicht, wird die Zweitstimme dieses Wählers ausgewertet, damit die Meinung dieses Wählers nicht untergeht.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Hollywood-Profis einig darauf sind, welcher Film ihrer Meinung nach der Beste ist, wofür diese Kategorie dem Namen nach steht, und deshalb ist die Psychologie der Listen-Plätze von 2 bis circa 4 entscheidend für den Oscar als bester Film.

Nachdem der Oscar-Wähler seinen Lieblingsfilm auf Platz 1 setzte, überlegt er sich, wie er den Rest der Liste füllen kann. Gern entscheidet man sich auf Plätze 2 bis 4 für einen Film über Moral und Schuld, etwa (Parasite, Green Book, Moonlight, 12 Years a Slave, Argo, The Shape of Water) oder für einen Meta-Film über die Filmindustrie und ihre Themen und Techniken (The Artist, The King’s Speech, Birdman).

Ein häufiges Beispiel für die Rolle des Wahlsystems beim Bestimmen des Oscar-gewinnenden Besten Films ist der Film Crash, der die Umstände und Folgen eines Autounfalls aus verschiedenen Perspektiven erzählt und schmerzhaft viele Bruchstellen der US-Stadtgesellschaft erzählt. Es ist ein „love it or hate it“-Film, für die einen viel zu oberflächlich, für die anderen tief und wichtig. Im selben Jahr war auch „Good Night, and Good Luck“ mit George Clooney nominiert – ein (schwarzweißer!) Meta-Film über die TV-Legende Murrow in der McCarthy-Ära – nach dem heutigen Wahlsystem ein sicherer Gewinner.

Warum Filme teurer, aber langweiliger werden

Niemand wird Ihnen verübeln, wenn Sie keinen einzigen Bester-Film-Oscar-Gewinner der letzten 10 Jahre benennen konnten (zugleich nehme ich an, dass Sie begeistert aufzählen könnten, welche Ihre Lieblings-Films sind).

Es wäre verständlich, wenn Sie in den letzten Jahren allgemein wenig Lust aufs Schauen neuer Filme hätten. Neue Filme teilen sich zum guten Teil einerseits in das, was Scorsese bloße „Vergnügungsparks“ an Stelle erzählender Filme nannte (zwei Stunden lang umherfliegende Helden und dazu flapsige Sprüche siehe hier), und andererseits in politisch korrekte Propaganda-Filme, die wenig mehr als Vehikel „woker“ Lieblingsrandgruppen sind (siehe „15 Shows You Should Watch to Stay Woke“, übersetzt: „15 Serien, die du schauen musst, um woke zu bleiben“ – und nein, der Titel ist nicht ironisch gemeint).

Es hat seinen Grund, warum Filme in den letzten Jahren teurer, aber langweiliger werden. Und: Es hat seinen Grund, warum erst die Oscar-Bester-Film-Gewinner in den letzten Jahren zuverlässig ins „solide Mittelmaß“ fallen. Der Grund für das Mittelmaß liegt im System selbst – womit wir bei den Nachrichten wären.

72 Masken pro Einwohner

„Die Gesunden wie Kranken haben Besseres verdient als einen Minister Jens Spahn, für den das Gesundheitsministerium eher seine persönliche Strafkolonie darstellt, und nicht Auftrag und Mission“, schrieb ich im März 2018. Alle Debatten über Verdienst und Strafe sind heute, zwei Jahre später und in der Corona-Pandemie eher müßig.

Spahn verwaltet im Namen und Auftrag des Merkel-Systems die Corona-Krise. Herr Spahn hat Masken bestellt. Viele Masken. Richtig viele Masken. 6 Milliarden Masken, so lesen wir. 6.000.000.000 geteilt durch die Anzahl der Einwohner Deutschland ergibt: 72 Masken pro Einwohner.

Falls Sie sich fragen, wo Ihre 72 Gratis-Masken bleiben (und mit „gratis“ meinen wir: mit geliehenem Steuergeld bezahlt, wie so viel anderes auch): Die Masken wurden wohl zum guten Teil geliefert, doch es gibt noch „offene Fragen“, und mit „offene Fragen“ meinen wir offene Rechnungen.

Laut Zeitungsberichten klagen aktuell ca. 50 Unternehmen gegen das Gesundheitsministerium, man möge ihnen die gelieferten Masken auch bezahlen, 100 weitere Lieferanten bereiten ihre Klagen vor. Das Gesundheitsministerium spricht von Qualitätsmängeln und angeblich falsch gestellten Rechnungen. Andere befürchten, dass man im Haus des Herrn Spahn schlicht den Überblick verlor.

Karriere in der merkwürdigen Merkel-Ära

Erst erklärte Merkels Gesundheitsminister die Warnungen vor dem Virus zur „Verschwörungstheorie“ – dann geriet er vermutlich in Panik und bestellte 72 Masken pro Einwohner, 6 Milliarden papierne Gesichtswickel – was das auch für eine Umweltsauerei ist! Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Bankkaufmann sich verrechnet und der Steuerzahler den Fehler bezahlen muss.

Es klingt wie eine verrückte Vorstellung, ich weiß, doch Herr Spahn war schon mal als Kanzlerkandidat der CDU im Gespräch, ach ja … – wo wir aber über Männer sprechen, die keine Chance gegen Merkel haben (und wenn sie eine Chance hätten, wären sie längst abgesägt worden): Der in der Politik dilettierende Arm des SPD-Konzerns hat Herrn Olaf Scholz zum Nachfolger der Erfolgstypen Martin Schulz und Peer Steinbrück erklärt.

Olaf Scholz wurde bundesweit bekannt, als er noch Hamburgs Bürgermeister war und beim G20-Gipfel spektakulär versagte. In klügeren Zeiten wäre das G20-Desaster genug Grund für Rücktritt und Karriereende gewesen – im Propagandaland Deutschland ist spektakuläres Versagen die Qualifikation, Bundesfinanzminister zu werden, als Nachfolger für den kommissarischen Altmaier und den feinen Herrn Schäuble. (Randnotiz: Wolfgang „100.000-Mark-im-Schwarzen-Koffer“ Schäuble ist auch für die Beurteilung der Nebenverdienste von Abgeordneten zuständig, also auch die eines Herrn Amthor, siehe Süddeutsche. Der Bundestag hat das Amthor-Prüfverfahren jüngst eingestellt, siehe Spiegel.)

Die politische Geschichte des Olaf Scholz ist eine politische Geschichte des Scheiterns (vergleiche etwa Stern) – also genau richtig für eine Karriere in der merkwürdigen Merkel-Ära.

Deutschland hat ein Mittelmaß-Problem

Anfang August las man wieder von Herrn Scholz in den Nachrichten. Es ging um den „Wirecard Skandal“. Es standen wohl etwa 1.9 Milliarden Euro als Aktiva in der Bilanz, die man nicht belegen konnte (siehe etwa Spiegel). Laut seinen politischen Gegnern trägt Scholz eine politische Mitverantwortung am Gesamtskandal (Bild).

Man muss es der SPD bestätigen: Ja, Olaf Scholz ist genau der richtige Kandidat für die Rent-a-Sozi-Partei. Ein alter weißer Mann, der trotz offensichtlicher Überforderung immer weiter nach oben steigt. Was für ein Sinnbild! Und nein, es ist kein Wunder, dass die umbenannte SED schon mit dem Huf scharrt, unter Scholz ein Stück politische DDR in die deutsche Bundesregierung zu bringen. (Die Ex-FDJ Merkel läuft ja formal unter „CDU“.)

Deutschland hat ein Mittelmaß-Problem. Ich tue mich schwer, einen Herrn Spahn oder einen Herrn Scholz persönlich dafür zu kritisieren, dass sie offensichtlich in der Sache überfordert und an Weisheit unterqualifiziert sind. Spahn wie Scholz sind Früchte eines politisch-medialen Systems, das Mittelmäßigkeit fördert.

Wer sich etwa in der Lokalpolitik engagiert, der weiß, dass Politik viel „Sitzfleisch“ bedeutet. Da sein, in Sitzungen endlose Punkte und Unterpunkte ausdiskutieren. Mehrheiten suchen und Kompromisse ausloten. Das ist wichtig und richtig, wenn es demokratisch und korrekt zugehen soll, doch die notwendigen Abendschichten in Besprechungsräumen (oder auch mal beim Italiener) führen dazu, dass sich zuletzt nicht der Klügste, sondern der Zäheste durchsetzt. Es gibt einen Punkt, an dem man einfach sagt, „machen wir das halt so“, weil man nach Hause möchte.

Das wahre Problem ist das System

Nicht jeder Spahn, Scholz, Kühnert oder Habeck ist an seine Position gekommen, weil er der klügste und fähigste Mann im Raum war – mancher war einfach nur zäh und geduldig genug. Politik belohnt oft die zähesten – und die können schon mal eher „Mittelmaß“ sein – welcher tatsächliche Hochleister wird sich die jahrelange Pein des Aufstiegs in einer Partei antun?

Die sogenannte „Elite“ ist in der Politik zuerst eine Machtelite, keine Kompetenzelite. Diese Leute verstehen sich darauf (und sind dazu bereit), an die Macht zu gelangen – und das war’s oft. Ich habe einmal die Grünen als „eine Partei wie ein Affe mit Maschinengewehr“ beschrieben: Die Fähigkeit (oder: Geduld), an Macht oder Maschinengewehr zu gelangen, ist nicht dieselbe, wie jene, Macht oder Maschinengewehr gefahrlos und zum Wohl des Landes einzusetzen.

Spahn, Kühnert, Scholz und sogar Merkel sind, wer sie sind – was brächte es, ihnen vorzuwerfen, dass sie sie selbst sind? Das wahre Problem ist das System, das solches Mittelmaß, solche Überforderung und Unterqualifikation an die Macht bringt! Im April 2020 schrieb ich, dass Merkel die Kanzlerin bleibt, und zwar „so lange sie will“ – gemäß unserer Diagnose vom systembedingten Mittelmaß könnten wir tatsächlich eine weitere Wahlperiode mit der großen Zerstörerin gestraft sein.

Heute und Deutschland

Wenn man sein Gehirn nicht frittieren möchte, steht es einem frei, auf das Schauen von Hollywood-Filmen zu verzichten. Wer wählt denn heute noch Filme danach aus, ob sie einen Oscar gewonnen haben? (Oder liest Bücher nach irgendwelchen Literaturpreisen, die ihnen als Auszeichnung für politische Stromlinienförmigkeit verliehen wurden?)

Politischen Systemen lässt sich nicht so einfach ausweichen wie Hollywood-Filmen, zumindest nicht ohne seine Heimat zu verlassen. (Die SED hatte bekanntlich eigene Methoden, wie man Bürger davon abhält, „den Film zu wechseln“.)

Es heißt, jedes Volk habe die Regierung, die es verdient, doch ich widerspreche. Eine Reihe von Ostblockstaaten litten jahrzehntelang unter einer UdSSR-kontrollierten Diktatur, und wie sollten sie es „verdient“ haben? War es ihre Schuld, als Kollektiv oder gar als Einzelne, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg der bösen Seite zugeschlagen wurden und in sozialistische Gefangenschaft gerieten?

Aufs Heute und auf Deutschland angewandt: Ist es die Schuld der Deutschen, als Kollektiv wie auch als Einzelne, dass sie von Mittelmaß und Unvermögen regiert werden? Ich antworte: Jein.

Die 68er haben in Deutschland die Dummheit hoffähig gemacht

Es ist eine dem politischen System der Demokratie inhärente Eigenschaft, dass sich regelmäßig jene durchsetzen, die vor allem „Sitzfleisch“ beweisen. Was aber wäre die bessere Lösung? Am so schnellen wie peinlichen Scheitern der „Piraten“ sahen wir die verheerenden Folgen eines Systems, innerhalb dessen unerfahrene Akteure „spontan“ nach oben gelangen können. Der „Sitzfleisch“-Faktor der Parteiendemokratie ist ein Problem, seine vollständige Beseitigung würde ganz andere und weit ärgere Unwuchten entstehen lassen. Wenn wir nicht am Wert der Beharrlichkeit drehen wollen, bleibt die Frage, welche Beharrlichen wir als Bürger an die Macht wählen!

Ich erinnere mich noch immer mit Grausen daran, wie Schröder einen von Merkel vorgeschlagenen Schatten-Finanzminister Paul Kirchhof damit in den Augen seiner Wähler abqualifizierte, dass er „dieser Professor aus Heidelberg“ sei (vergleiche etwa Tagesspiegel) – besonders in linksgrünen Kreisen rühmt man sich geradezu damit, wenig zu wissen. (Bei Bedarf kann man sich die Doktorarbeit ja aus dem Internet zusammenkopieren.)

Die 1968er haben in Deutschland die Dummheit hoffähig gemacht – und die Kompetenz verdächtig (siehe auch: „Es gibt kein Recht auf Dummheit“).

In Staatsfunk und von der Regierung co-finanzierten Zeitungen bestimmen vollständig unqualifizierte „Aktivisten“ die Debatte, während Zweifel an deren Thesen und Forderungen mit den üblichen Parolen diffamiert werden. Debatten werden durch Emotion und Empörung gewonnen, wer Sachargumente in die Talkshow einbringt, wird schnell unterbrochen („das ist mir jetzt zu theoretisch“) und nicht nochmal eingeladen.

Der einzige Weg, das politische Niveau zu heben, bestünde darin, klügere Politiker zu wählen – und dem lähmenden Dummheitskult laut zu widersprechen. Wir werden vom peinlichen Mittelmaß regiert. Wenn wir klüger regiert werden wollen, müssen wir klüger wählen. Damit wir aber klüger wählen können, würde es helfen, wenn wir selbst klüger werden, viel klüger!

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Dushan Wegner.

Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. In seinem Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht.

Foto: Tomaschoff

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Wilfried Paffendorf / 12.08.2020

Sehr geehrter Herr Wegner. Mit “Wir” meinen Sie sicherlich die Masse derer, die nach demokratischen Regeln an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitwirken sollen. Nun ist es aber so: ich blicke heute auf ein langes und erfahrungsreiches Leben zurück und auf eine umfassende historische und politische Bildung. Deshalb sage ich Ihnen: Nehmen Sie Abstand von Ihrem Wunschdenken. Den klügeren Bürger gab es zu keiner Zeit en mass, und es wird ihn auch in Zukunft nur marginal geben. In Zukunft weniger denn je. Das können Sie unterharken. Dazu fehlen den meisten Menschen sowohl die natürlichen Voraussetzung als auch die nötige Bildung als auch der unbedingte Wille und nicht zuletzt die Zeit. Schauen Sie sich doch um! Das politische Mittelmaß oder noch schlimmer: das politische Versagertum ist längst nicht alleine dem von Ihnen erwähnten “Sitzfleisch” geschuldet, sondern auch dem, was Sie halbwegs versteckt andeuten: welcher fähige “Hochleister” geht denn in die Politik, wo er Dummschwätzern in den Parteien Rede und Antwort geben muss?  Aber ohne Partei kann man sich in Deutschland auf Landes- und Bundesebene erst gar nicht zur Wahl stellen. Selbst auf kommunaler Ebene sind die angeblichen “Parteilosen” in Wahrheit verdeckte Karrieristen, die mindestens einer Partei nach dem Munde reden und handeln müssen; das mussten diese aber bereits vor ihrer Nominierung. Nein, nein, lieber Herr Wegner, da muss ich Sie enttäuschen. Mein Kommentar mag auf andere sehr pessimistisch oder misanthropisch wirken. Aber ich habe mir angewöhnt, die Menschen so anzusehen wie sie sind: dumm, aber gefährlich rücksichtslos. Selbst der Gröfaz schrieb in seinem Werk, auf eines könne er sich felsenfest verlassen: und das sei die “granetene Dummheit” der Menschen. Das hat dann nicht nur er bewiesen, sondern viele andere Machtmenschen auch. Nichts für Ungut und mfG. W. Paffendorf.

Dr. Joachim Lucas / 12.08.2020

Im Grunde handelt sich beim unsäglichen Merkelsystem um die konsequente Aushebelung des Peter-Prinzips. Wobei dann nach oben keine Grenze mehr existiert (siehe z. .B. von der Leyen). Dieses System hat gar kein Interesse daran gute Leute hochkommen zu lassen, gefährden sie doch dann die eigene Position. Klassischer Fall von Negativauslese. Und solange die Leute sich mit dem stromlinienförmigen Zwangsmist der GEZ-Talkshows und ihrem minderleistenden Dauerpersonal zufrieden geben, kommen sie gar nicht auf die Idee, dass es Besseres geben könnte. Die einzige Partei dagegen, die bessere Leute hat (siehe deren Lebensläufe) wird tabuisiert und zum Bösen schlechthin erklärt. Funktioniert!

B. Oelsnitz / 12.08.2020

Sehr geehrter Herr Wegner, vielen Dank für Ihre Gedankenanregungen! Einige aufnehmend, dazu differierende Auffassungen: +++ Sie schreiben: ” ... Ist es die Schuld der Deutschen, als Kollektiv wie auch als Einzelne, dass sie von Mittelmaß und Unvermögen regiert werden? Ich antworte: Jein.” Ihrem JEIN stimme ich zu, als Einzelne Nein, als Gemeinschaft JA! +++ “... Der einzige Weg, das politische Niveau zu heben, bestünde darin, klügere Politiker zu wählen – und dem lähmenden Dummheitskult laut zu widersprechen.” - Eine solche Möglichkeit scheidet m. A. n. aus! Es gibt nur sehr wenige klügere Politiker! Für Ihren Vorschlag mangelt es an einer kritischen Masse, zumal das Umfeld es nicht zuläßt, daß diese überhaupt chancengleich in Erscheinung treten können. Ihr Gedanke stellt lediglich einen theoretischen Ansatz dar, jedoch keinen praktikablen Lösungsvorschlag! Frage: Wie sollte es je möglich sein, daß sich zwei klügere gegenüber 98 weniger ‘klügeren’ durchsetzten, wobei die 98 ja davon ausgehen, daß sie die Klugen seien? Jener Denkansatz resultiert schon rein aus dem Mehrheitsprinzip. Die zwei nicht nur scheinbar tatsächlich klügeren, sind die beiden Schwarzen Schafe der Herde, und wer will schon ein dummes schwarzes Schaf sein, auf das regelmäßig ‘eingedroschen’ wird? Ergo: Das tatsächliche Problem, das System, wie Sie meinen, muß behoben werden. Es bedarf keineswegs zwangsläufig einer Beseitigung desselben, jedoch einer ordentlichen gründlichen Renovierung (Systemnachjustierung), insbesondere muß der Mißbrauch des Systems durch Dritte mit einem glatten Schnitt beseitigt werden. (Im übrigen, der Leitspruch ‘weniger ist mehr’ gilt für ‘Politiker ebenso, resp. insbesondere.)

Harald Unger / 12.08.2020

Sie werden zwar seltener, doch es gibt sie noch, die richtig guten Hollywood Filme. Unter den vielen, die aufzuzählen wären, ist, der Name ein Zeichen, “Once Upon a Time in Hollywood”. Die Szene auf der Spahn Movie Ranch (wo die Manson Family haust) ist mythisch. Das Gegenteil von mythisch ist das Merkel Regime, wo sich die Banalität des Blöden mit der Banalität des Bösen zu einem nicht endenden, alles zerstörenden Stelldichein findet. Im Personal des Regimes und besonders der Despotin, erkennt sich die überwältigend große Mehrheit der Gebietshintersassen optisch, geistig und charakterlich wieder. Es ist wie in der deutschen Pop Kultur oder dem Regime TV. Um erfolgreich zu sein, genügt es nicht schlecht zu sein. Man muss den schamlosen Mut zum unterirdisch Schlechten haben.

Rainer Niersberger / 12.08.2020

Mediokritaet ist ein Phänomen dieser Zeit und dies bereits seit einigen Jahrzehnten und in allen Bereichen. Irgendwann wurden Leistung, Talent, Koennen und Geist anruechig und in diesem Gefolge auch die (kritische) Bewertung von dem, was da angeboten und abgeliefert wurden. Bereits der “Mut” der Talentfreien, auf eine Bühne zu gehen und Banaliaeten abzusondern, wuerde und wird begeistert bejubelt. Aestaetik kam aehnlich wie die Kunst unter die ideologisch/kulturellen Raeder. Gefragt waren Sensationen, Peinlichkeiten, Schamfreies und generell nur einfach irgendetwas Anderes oder Besonderes. Menschen mit Talent oder Geist wurden ” verdächtig” . Sie ruehrten das sehr wacklige Selbstbewusstsein und nährten den berechtigten Verdacht, Dinge zu tun, die man selbst nicht begriff. Man wollte Menschen wie Du und ich, besser noch, etwas “unterhalb” von Du und ich. Der einfache, gerne auch infantile Klamauk war gefragt, weil nur der verstanden wurde. In der Musik und im Entertainment ging und geht es nicht mehr um Kunst, sondern um Zerstreuung, Entlastung, Projektion und Prominenz, gerne auch im Z - Bereich. Dass eine Dekadenz und Regression, das Bildungswesen nicht zu vergessen, sich auch, aber nicht nur im Polit Betrieb niederschlagen muss, ist klar, zumal hier die Negativauslese (Sanktions) methode der ebenfalls Mediokren wurde. Die Gesellschaft hat sich in dieser Mediokritaet wohlig eingerichtet, sie ist “angenehm”. Leider wird es beim aktuellen status quo nicht bleiben, da hier ein Abwaertsautomatismus eingebaut ist und die früheren Werte nicht von allein zurueckkommen, im Gegenteil. Kuehnert, Baerbock, Boehmernann, Kleufel - Einlauf und Co lassen gruessen, um nur einige zu nennen. Das Rutschen nach unten geht weiter.

W.Schneider / 12.08.2020

Ihre sehr richtige Beschreibung der “Dummheit” bei den Grünen ( jüngst: Die BaFin prüft ihre Handwerkerrechnungen ) ist nicht auf der Grünen beschränkt. Kevin und Esken sind z.B. Exemplare bei der SPD, auf die diese Beschreibung auch zutrifft. Aber die Grünen waren die Protagonisten, so ist es. Perfekte Parteitagstaktiker und Abstimmungsprofis.

Kurt Engel / 12.08.2020

Das von Prof. Kirchhof entworfene Steuermodell war genial. Aber die sog. Politelite hat es nicht verstanden. Auch das sagt viel über das Niveau dieser Kaste aus.

Günter H. Probst / 12.08.2020

Herr Sch. ist keineswegs Mittelmaß. Als Kassenwart hat er die 750 Milliarden Zusatzverschuldung der ESU, neben den eigenen Milliardensteigerungen der Billionenschulden des Bundes und den Billionen der EZB, abgenickt und steht damit an erster Verschuldungsstelle aller Finanzminister. Als Kanzler einer SMS-Regierung kommt dem 750Milliarden-Olaf das historische Verdienst zu, die Verschuldungsorgien vom Milliardenniveau auf das Billionenniveau anzuheben. Nach den Vorstellungen der Stalinisten kann man sich bis zum Zusammenbruch des Staates verschulden.

giesemann gerhard / 12.08.2020

Das Mittelmaß kömmt aus der Masse der Idioten - denn was zählt, das sind die Wählervoten, gemessen an der Masse der Idioten.

Peter Ackermann / 12.08.2020

Offenbar haben auch Berliner, Bayrische und Kanarische Philosophen ein Mittemaß-Problem: Dieser Text ist eine Zumutung. Eine derart inkonsistente, unfertige,  „unrunde“ und unauthentische Schrift müsste ich schon etwas länger suchen, wenn ich nicht (derzeit noch!) erstmal alle Texte auf der Achse lesen würde. Herr Wegner, das „System“ ist schuld?! Welches auszuhebeln „wir“ nur „viel klüger werden“ müssten?! Das ist noch nicht mal mehr Hollywood-Niveau; das ist KiTa! Mittelmaß scheint wohl eher das kleinste Problem zu sein…

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Dushan Wegner, Gastautor / 29.11.2021 / 16:00 / 14

Was machen Ihre Ziele?

Früher nannten wir einen Menschen „planlos“, wenn er so viele verschiedene Pläne verfolgte, dass diese einander neutralisierten. Heute, in Zeiten der Panik, sind erschreckend viele…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 08.11.2021 / 17:00 / 12

Klüger Chips essen

Wichtige Regel: Wenn du Chips isst, dann iss sie nicht direkt aus der Tüte, sondern schütte zuerst einige davon in eine kleinere Schale! Freiheit ist…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 05.11.2021 / 16:30 / 13

Abendtanker, Morgentanker

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen, die am Abend tanken, und die anderen, die am Morgen tanken. – Zu welcher Gruppe gehören Sie?…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 22.10.2021 / 15:00 / 9

Erst informieren, dann reformieren

Es ist charmant, wenn jemand die Welt auf den Kopf stellen will – vorher aber sollte er von dem, was er verändern möchte, ein Minimum…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 30.09.2021 / 16:30 / 10

72 Stunden Einzelhaft

Stell dir vor, du bist gehörlos, und deine Kommunikation mit der Welt läuft über Facebook. Plötzlich wird dir der Account gesperrt und du verstummst. Jemand…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 20.09.2021 / 12:00 / 32

Parolen im Gemüseladen

Ein Händler, der sich „Ich verkaufe nicht an Andersdenkende“ ins Schaufenster stellt, was sagt er wirklich? Vielleicht dies: „Ich bin gehorsam, ich ordne mich unter.…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 15.09.2021 / 16:00 / 24

Elefantenherde und Elefantenleugner

Für ein europäisches Land, das zwar kulturell und im Politikstil gewisse Züge weit südlicherer Länder annimmt, aber bislang doch eher kontinental und kühl wirkte, finden…/ mehr

Dushan Wegner, Gastautor / 02.09.2021 / 12:00 / 120

Denunziation, die letzte Wahlkampf-Patrone der Grünen

"Steuer-Stasi" der Grünen in der Praxis: Ein Bürger streitet sich mit dem Nachbarn, ist wütend, hatte vielleicht ein oder zwei Bier zu viel – und er…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com