Es ist das eherne, ungeschriebene Gesetz des deutschen Polit-Kartells: Sobald ein Akteur das biologische Verfallsdatum der politischen Vernunft überschritten hat und die dazu passende graue Haarschnitt-Fassade vorweisen kann, wird er automatisch in den Stand der Unfehlbarkeit erhoben oder bei Markus Lanz eingeladen. Der grüne Vorzeige-Rentner Winfried Kretschmann beispielsweise durfte sage und schreibe 15 Jahre im Stuttgarter Staatsministerium thronen und das einst florierende Musterländle verwalten.
Eine bleierne Ära voller ökonomischer Geisterfahrten, die nun – pünktlich zu seinem Abschied im Mai 2026 – vom medialen Begleitchor mit Tränen in den Augen als historisches Lebenswerk gewürdigt wird. Damit der hauseigene Heiligenschein im Dunkeln der drohenden Blackouts auch hell genug leuchtet, wurde Kretschmann über die Jahre standesgemäß mit Lametta behangen. Ganz vorne mit dabei: das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband (2023), direkt vom Bundespräsidenten für diffuse „Verdienste um das Gemeinwohl“ überreicht. Welches Gemeinwohl genau gemeint war, bleibt das Exklusivgeheimnis von Schloss Bellevue.
Dazu gesellt sich der Orden wider den tierischen Ernst (2018) – mutmaßlich als Anerkennung für die humoristische Meisterleistung, als grüner Urvater die eigene Wirtschaft im Namen der Weltrettung zu zerlegen. Was bleibt also als reale Bilanz dieser hochdekorierten Epoche? Ein Blick auf das Trümmerfeld der Realität offenbart Deindustrialisierung im Öko-Tempo: Die Automobilindustrie – einst das absolute A und O, das Herz, die Lunge und das Portemonnaie Baden-Württembergs – wurde unter seiner Ägide so erfolgreich drangsaliert, reguliert und mit ideologischen Quoten umerzogen, dass der Abstieg der Schlüsselbranche im Jahr 2026 kaum noch aufzuhalten ist. Zehntausende Jobs wackeln, der Wohlstand schmilzt, aber Hauptsache, der staatliche Fuhrpark fährt rein rechnerisch mit gutem Gewissen gegen die Wand.
Unvergessen auch die Waschlappen-Saga: Wenn die hausgemachte Energiekrise das Land beutelt, zeigt sich das wahre Format des Staatsmannes. Auf ewig in Erinnerung bleibt sein historischer, fast schon feudaler Ratschlag an die Untertanen, die warme Dusche einfach mal durch einen feuchten Waschlappen zu ersetzen. Wer braucht schon bezahlbaren Strom oder eine funktionierende Gasversorgung, wenn er den körpereigenen Säureschutzmantel ideologisch rein halten kann?
Das geschlossene System der gegenseitigen Heiligsprechung
Das Schöne an der Macht im linksgrünen Ökosystem ist ja, dass man den glänzenden Hochmut nicht nur empfangen, sondern auch an Gleichgesinnte verteilen darf. Das Prinzip der oligarchischen Ehrerbietung beherrschte Kretschmann perfekt: Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nutzte er seine Position, um der Altkanzlerin Angela Merkel die Staufermedaille in Gold umzuhängen – die feierliche Übergabe der Urkunde für die erfolgreiche Transformation Deutschlands in ein industrielles Entwicklungsland. Eine Hand wäscht eben die andere – vorzugsweise mit dem Kretschmann’schen Waschlappen.
Dass dieses Enteignungsprogramm auf Raten überhaupt möglich war, verdankt das Land seinen treuen Bürgern. Die baden-württembergischen Wohlstandswähler haben sich in ihrer Mehrheit die Zuordnung in die Kategorie „Dummgrün“ redlich und hart erarbeitet. Schließlich muss man es als bürgerliche Schicht erst einmal schaffen, sehenden Auges die eigene wirtschaftliche Lebensgrundlage zu demontieren, während man sich im Bio-Supermarkt beim Kauf von Demeter-Rhabarber für die Rettung des Weltklimas feiert.
Und die Lernkurve dieses Milieus? Sie verläuft flach wie das Rheintal. Jetzt haben sie mit Cem Özdemir direkt den nächsten grünen Hoffnungsträger an die Spitze gewählt. Das Wichtigste im Ländle ist schließlich die Kontinuität des Niedergangs: Das Potenzial, auch in Zukunft konsequent gegen die eigenen materiellen Interessen zu stimmen und das Land tiefer in die Krise zu steuern, ist damit langfristig gesichert. Den Bürgern bleibt ja immerhin noch der Waschlappen.

Die Schwaben waren schon immer komisch mit ihrer Mischung aus Hinterwäldlertum und Perfektionismus. Jetzt wollen sie Weltspitze sein im grünen Industriesuizid und werden wohl als Letzte mitbekommen, wie rissig das Klimanarrativ geworden ist.
Ich lese immer, dass wir Berliner irgendwie bescheuert sind. Da widerspreche ich nicht. Aber so bescheuert wie die Schwaben sind wir wohl doch nicht. Obwohl, es steht die Wahl zum Abgeordnetenhaus an. Da garantiere ich für nichts.
Da nach Ansicht einer größeren Zahl von Wahlberechtigten der „gut“ Herr Kretschmann mit seiner Grünen Truppe noch nicht fertig transformiert hatte, wurde konsequenterweise als Nachfolger dieselbe Polittruppe weiter an den Schalthebeln der BW-Macht gehalten. Wenn einem das besagte Fell juckt und es einem immer noch zu gut geht, dann die konsequente Haltung, dies endlich fundamental zu ändern. Wenn man mal „Armut“ leben wollte, könnten entsprechend Verpeilte ja auch einfach mal mit Zelt in den Busch umziehen. Das reicht ihnen aber nicht – sie wollen ideologisch verpeilt missionarisch das ganze Land dorthin bringen. Wohlan, das Ziel ist gesteckt.
Meine Güte, der halbe erste Bundestag bestand aus ehemaligen Nazis. Und?
Laut KI sollte ich bereits 8 von meinen 7 Leben verbraucht haben, bin aber immer noch da…
„Dr. Klaus Rocholl / 14.05.2026
(… ersetze Stalin durch Kretschmann … oder Merkel!)
JOHANNES R. BECHER
Zum Tode J.W. Stalins [1953]
Dort wirst du, Stalin, stehn, in voller Blüte
Der Apfelbäume an dem Bodensee,
Und durch den Schwarzwald wandert seine Güte,
Und winkt zu sich heran ein scheues Reh.“
Danke Herr Rocholl, daß meine Lieblingsstrophe auch dabei ist. Becher war ja kein Dummer, literarisch hochgebildet und den als Jugendlicher selbsgesetzten Kopfschuß hatte er ja ganz gut überstanden – mit Befreiung vom Kriegsdienst im ersten Weltkrieg.
Sinn und Form hatte Becher 1988 / Drittes Heft, Mai/Juni noch einmal abgedruckt mit dem Aufsatz „Selbstzensur“, ab Seite 543.
Kostprobe:
2 Diesen Mann habe ich damals verehrt wie keinen unter den Lebenden. Diese Verehrung hat sich in meiner Poesie ausgedrückt, und zahlreiche Dichtungen geben Auskunft, was ich an ihm geliebt und bewundert habe und wie tief diese großartige Erscheinung mich beeindruckt hat. Es wäre mehr als unaufrichtig, es wäre menschlich tief unanständig und es wäre zugleich eine Feigheit von mir, nicht offen zu gestehen, daß ich diesen Mann für einen der Genien der Menschheit gehalten habe. … 6 Der Grundirrtum meines Lebens bestand in der Annahme, daß der Sozialismus die menschlichen Tragödien beende und das Ende der menschlichen Tragik selber bedeute. … Wer vom Sozialismus träumt und schwärmt als von einem Erdenparadies und einem Glück für alle, der wird furchtbar belehrt werden in dem Sinne, daß die sozialistische Ordnung ganze Menschen hervorbringt, die aufs Ganze gehen … „
Leute wie Kretschmann und Trittin, die Aktivisten beim maoistischen Kommunistischen Bund Westdeutschland, kurz KBW, waren, bevor sie zu den Grünen gewechselt sind, sollte man niemals ein politisches Amt übergeben. In der Zeit als diese beiden im KBW aktiv waren, hat der Maoismus zig Millionen Chinesen das Leben gekostet.
Der KBW wurde übrigens finanziell von einem deutschen Unternehmer ausgehalten.