Gastautor / 04.03.2022 / 16:00 / Foto: Európa Pont / 19 / Seite ausdrucken

Mit Nazis gegen Ministerpräsident Orban

Von Slomó Köves. 

Der Budapester Rabbiner Slomó Köves fordert in einem offenen Brief an den deutschen Bundeskanzler Scholz eine Stellungnahme gegen den Antisemitismus der ungarischen Opposition.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Deutschland hat seit Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass es sich den europäischen jüdischen Gemeinschaften gegenüber verpflichtet fühlt, die uneingeschränkte Unterstützung Israels als seine ureigenste Aufgabe betrachtet und allen Erscheinungsformen des Antisemitismus immer wieder konsequent entgegentritt. Doch im bis dahin festen Fundament dieser konsequenten Haltung scheinen sich in den letzten Jahren Risse aufgetan zu haben. Das ist eine schlechte Nachricht – nicht nur was Deutschland, sondern auch was ganz Europa betrifft.

Konsequenz bedeutet für mich, dass man alle Erscheinungsformen des Antisemitismus bekämpft, nicht nur jene, die aus den Reihen unserer politischen Gegner kommen. Die aufkommende Inkonsequenz der deutschen Haltung schwächt in ganz Europa die Chancen dafür, dass der Kampf gegen den Antisemitismus zu einem gemeinschaftlichen, über den zeitweiligen politischen Interessen stehenden Anliegen werden kann.

Deshalb wende ich mich als einer der Vertreter der ungarischen Juden an Sie, und über Sie an die deutsche Öffentlichkeit und parallel dazu auch an die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Denn die oben angesprochene Konsequenz im Auftreten gegen den Antisemitismus hat auch innerhalb der deutsch-ungarischen Beziehungen eine Bedeutung. Die Festigkeit der deutschen Haltung war bisher auch für Ungarn wegweisend und sollte gegenüber allen politischen Akteuren konsequent eingefordert werden.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wäre es vorstellbar, dass in Deutschland der Vertreter einer Partei, die mit 16 Prozent der Wählerstimmen ins Parlament gelangt ist, während einer Plenarsitzung dieses Parlaments folgendes erklärt: „Es wäre Zeit nachzusehen, wie viele Personen jüdischer Abstammung, die für Ungarn eine gewisse Gefährdung der nationalen Sicherheit bedeuten könnten, im Lande leben, im Parlament und in der Regierung sitzen.“ Wäre es in Ihrem Vaterland möglich, dass dieser Mann neun Jahre später stellvertretender Vorsitzender seiner Partei wäre und sich anschicken würde, in einem Wahlbündnis von oppositionellen linken und liberalen Parteien eine bedeutende Rolle zu spielen?

Juden in der Fidesz-Partei

Und weiter: Wäre es in Deutschland vorstellbar, dass der Spitzenkandidat dieses Bündnisses und Kandidat für die Position des Ministerpräsidenten bei den anstehenden Wahlen im April dieses Jahres öffentlich über die Zahl der Mitglieder jüdischer Abstammung in der zurzeit regierenden Partei sinniert, und den vor einigen Jahren verstorbenen Berater dieser Partei als „homophoben Juden, der in einer Schwulenehe lebt“ bezeichnet?

Was würde in Deutschland passieren, wenn – wie vor einigen Tagen in Ungarn geschehen – ebendieser Mann auf einer Wahlveranstaltung erklären würde, dass das von ihm repräsentierte Oppositionsbündnis „eine Regenbogenkoalition“ sei, „in der Liberale, Kommunisten, Konservative und Faschisten jeweils vertreten“ seien, und „jeder aufrechte Mensch seine eigene Weltanschauung behalten...“ könne? Als man ihn um eine Erklärung bat, rechtfertigte er sich damit, dass er eigentlich seinen politischen Gegner, die Regierungspartei gemeint habe.

Für mich ist es offensichtlich, dass so etwas in Ihrem Land nicht möglich wäre. In Ungarn jedoch sind solche und ähnliche Fälle keine Ausgeburten einer wilden Fantasie, sondern die ernüchternde Realität selbst. Die erste Äußerung stammt aus dem Jahre 2012 von Márton Gyöngyösi, er ist heute stellvertretender Vorsitzender der Partei Jobbik Magyarországért, Teil des oben genannten oppositionellen Bündnisses. Die beiden letzten Aussagen fielen voriges Jahr sowie vor wenigen Tagen und kommen von Péter Márki-Zay, dem Spitzenkandidaten des Wahlbündnisses Egységben Magyarországért.

Ungarn und Deutschland sind natürlich in vielerlei Hinsicht verschieden, auch in dieser. Der von mir gegründete Verein, die europäische „Aktions- und Verteidigungs-Liga“ (Action and Protection League), hatte unlängst eine beispiellos breit angelegte Untersuchung über den europäischen Antisemitismus veröffentlicht, deren Ergebnisse wir im letzten Oktober in Brüssel vorgestellt haben. Sie zeigte auf, wie viele Gesichter der europäische Antisemitismus hat, und wie aktuell das Thema noch immer ist.

Die repräsentative Umfrage wurde in 16 Ländern vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführt, insgesamt wurden 16.000 Bürgern jeweils 70 Fragen gestellt. In jedem Land befragte man jeweils tausend Personen in persönlichen Interviews, um zu ergründen, in welchem Maße sie sich mit den jahrhundertealten antisemitischen Ansichten identifizieren, was sie über das Gedenken an den Holocaust und über den jüdischen Staat denken. Noch niemals vorher ist eine ähnlich umfassende Untersuchung durchgeführt worden, sie ist – wie schon viele andere davor – mit der Unterstützung der ungarischen Regierung entstanden.

Unsere Ergebnisse waren wahrhaft erschütternd. Ich will hier nur einige Beispiele aus Deutschland und Ungarn nennen: In Deutschland sind 28 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass „die Juden zu viel über den Holocaust reden“, 23 Prozent sind mit der Aussage einverstanden, „die Juden würden den Opferstatus für eigene Interessen nutzen“. 30 Prozent sind davon überzeugt, dass „das deutsche Volk während des Zweiten Weltkrieges ebenso viel gelitten hat wie die Juden“. 20 Prozent glauben, dass „die Israelis die Palästinenser genau so behandeln, wie die Nazis die Juden behandelt haben“.

In Ungarn waren 24 Prozent der Befragten der Meinung, dass Israel boykottiert werden sollte, 22 Prozent haben negative Gefühle Juden gegenüber, 26 Prozent meinen, dass die Kreuzigung Jesu „eine unverzeihliche Sünde der Juden“ sei, und schließlich fanden 38 Prozent, dass die Juden „einen zu großen Einfluss“ hätten.

In Deutschland gibt es mehr antisemitische Taten als in Ungarn

Zugleich mussten wir jedoch auch feststellen, dass man die Lage nicht nur anhand der Forschungsergebnisse beurteilen kann, sie müssen im jeweiligen eigenen Kontext gesehen werden. So ist zwar die Zahl jener, die in Ungarn insgesamt antisemitische Ansichten vertreten, um 20 Prozent höher als in Deutschland, doch hat es in Ungarn 2020 insgesamt nur 34 antisemitische Straftaten gegeben, in Deutschland dagegen 2.275.

Das weist auf die Komplexität des Problems hin. Offensichtlich kann der Antisemitismus in Ungarn unter bestimmten Parteien Teil des öffentlichen Diskurses sein, andernorts zeigt er sich – unter anderem – als sicherheitspolitisches Problem, obwohl der messbare Grad des Antisemitismus niedriger ist, und antisemitische Äußerungen in der Öffentlichkeit undenkbar sind.

Ich denke, dass die Inkonsequenz einiger Akteure des öffentlichen Lebens in Ungarn nicht von der Doppelzüngigkeit zu trennen ist, die auch in Deutschland zu finden ist und die sich anhand der Berichte meiner deutsch-jüdischen Freunde so beschreiben lässt, dass obwohl die Verantwortung für die Vernichtung, die der Holocaust angerichtet hat, zwar immer wieder bekräftigt wird, die von Zeit zu Zeit aufkommende unreflektierte Kritik an Israel, die sich rapide verschlechternde Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft und die Konfrontation mit Bewegungen, die die Existenz des jüdischen Staates in Frage stellen, jedoch ein ganz anderes Bild ergeben.

Treffen mit Angela Merkel 2014

Ich wende mich an Sie, Herr Bundeskanzler, und über Sie an die deutsche Öffentlichkeit und die jüdischen Mitbürger in Deutschland, weil sich Deutschland auch international immer wieder gegen Antisemitismus eingesetzt und, wo es nötig war, rote Linien gezogen hat. Unvergesslich bleibt mir der Besuch ihrer Vorgängerin, Kanzlerin Angela Merkel, 2014 in der großen Synagoge von Budapest. Als Vertreter meiner Gemeinde hatte ich Gelegenheit, sie bei einem Treffen in engstem Kreis kennenzulernen. Das Treffen war besonders erschütternd, da es in eben jenem historischen Raum der Gemeinde stattgefunden hat, wo vor 78 Jahren, am 20. März 1944, der SS-Führer Hermann A. Krumey, Stellvertreter von Adolf Eichmann, und der SS-Hauptsturmführer Dieter Wisliceny die Führer der ungarischen Juden zur Gründung eines Judenrates angewiesen hatte.

Kanzlerin Merkel erinnerte bei dieser Gelegenheit an die historische Verantwortung Deutschlands, die von politischen Gesichtspunkten unabhängig sein müsse. Ich bin mir sicher, dass Sie in dieser Frage einig mit Ihrer Vorgängerin sind, dass das Auftreten gegen offen antisemitische Äußerungen und der Schutz und die Sicherheit der jüdischen Gemeinden nicht davon abhängen dürfen, aus welcher politischen Richtung die Angriffe kommen. Auch wenn die deutsche Regierungskoalition die gegenwärtige ungarische Regierung mitunter kritisch sieht, darf das kein Freibrief für Antisemitismus in den Reihen eines Bündnisses sein, das nach den Wahlen die nächste ungarische Regierung stellen möchte.

Schon seit bald drei Jahren führen wir einen manchmal vergeblich erscheinenden Kampf gegen die Covid-Pandemie. Wir sind des Kampfes müde, und immer öfter heißt es: Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Doch es gibt einen viel älteren Krankheitserreger in Europa, der immer häufiger hervorbricht, nämlich den Antisemitismus. Als Enkel von ungarischen Holocaust-Überlebenden möchte ich nicht erleben, dass es heißt: Auch mit diesem Virus müssen wir lernen zusammenzuleben.

Vor einigen Wochen, am 20. Januar, war es genau 80 Jahre her, dass an einem idyllischen Ort am Wannsee 15 nationalsozialistische Beamte über das grauenvolle Schicksal von elf Millionen Juden entschieden haben, unter ihnen waren auch meine Großeltern. Das deutsche Volk hat mehrfach gezeigt, dass es bereit ist, mit dieser schrecklichen Periode seiner Geschichte zu brechen. Eben diese Entschiedenheit wäre nun im Kampf gegen den Antisemitismus vonnöten. Dabei möchte ich um Ihre Unterstützung bitten.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Slomó Köves

Leitender Rabbiner

EMIH Ungarische Israelitische Vereinigung

Budapest, den 18. Februar 2022

 

Stellenweise ins Deutsche übersetzt von Filip Gaspar.

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Ernst Dinkel / 04.03.2022

Sehr geehrter Herr Slomó Köves, der ungarische Präsident Orban wird von der deutschen Politik als “Kellerkind” behandelt. Hauptgrund ist seine Weigerung, den deutschen “Idealen” eines Einwanderungslandes zu folgen. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur an ein bekanntes Statement eines mittlerweile leider verstorbenen Modemachers erinnern; damit ist alles gesagt. Was also erwarten Sie von der deutschen Politik?

Kostas Aslanidis / 04.03.2022

Mit Nazis gegen Praesident Putin, das gleiche Muster.

G. Gatzen / 04.03.2022

Dazu gäbe es viel zu sagen. Aber das gelänge besser in einem Gespräch, wo man dem Gegenüber in die Augen sehen und auf dessen Entgegnungen antworten kann. So bleibt doch alles nur ein Statement. @Herr Broder, organisieren Sie doch mal eine Diskussionsrunde dazu. Ich würde da auch teilnehmen wollen. Selbst unter der Gefahr, dabei schlecht auszusehen.

Reinhard Schröter / 04.03.2022

Die Naivität eines Herrn Köves ist fast rührend zu nennen. Weiss er oder will er nicht wissen mit wem er es bei Scholz zu tun hat ? Hat er vom Handeln des wegen Auschwitz in die Politik gegangenen Aussenministers der Regierung Merkel, die selber einen so grossen Eindruck auf ihn gemacht hat, wirklich nichts mitbekommen ? Man mag es kaum glauben. Viele Ungarn sprechen noch immer deutsch , , bei den Juden in Ungarn dürften es noch mehr sein. Und Herr Köves, will nicht mitbekommen haben, dass die Blockparteien alle samt und mit allen Mitteln Stimmung gegen Ungarn und Orbán gemacht haben,und immer auch die Antisemituskeule kräftig geschwungen haben ? Erwartet man wirklich , dass ein Scholz dem unsäglichen Handeln eines Márky-Zay Einhalt gebieten kann und vor allen Dingen will ? Das genaue Gegenteil ist der Fall. Márky-Zay ist einer von ihnen und sie tun alles um ihn gegen Orbán in Stellunng zu bringen und unterstützen ihn ohne jeden Skupel.

Harry Hirsch / 04.03.2022

Sehr geehter Herr Rabbi Köves, mit großem Interesse habe ich Ihren “offenen Brief” gelesen. Leider haben Sie ihn an den falschen Bundeskanzler geschrieben. Wenn Sie bei Ihrem Anliegen den deutschen Kanzler um Beistand und Verständnis bitten, verlangen Sie von ihm, dass er seine Leitgedanken ins Gegenteil verkehrt. Wenn er Ihnen Recht gibt, bedeutet das gleichzeitig, dass er die allumfassende Opposition (von den Kommunisten bis zu den Nazis, und alles, was dazwischen ist) in Ungarn ablehnt. Das würde allerdings bedeuten, dass - ohne weitere Alternativen - Herr Orban an der Macht bleiben soll. Er würde lieber die Zunge herausreissen lassen als das zu kommunizieren. Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass er Ihren Brief beantwortet. Er macht, was er am besten kann: schweigen. Wenn Sie ihn dann einige Wochen später an das Antwortschreiben erinnern, wird er seine stärkste Waffe - die er bei all den Skandalen eingesetzt hat - wieder anwenden: die Gedächnislücke. Wenn Sie also diese unsägliche Opposition in Ungarn verhindern wollen, bleibt Ihnen nur die Stärkung der Regierugspartei von Herrn Orban. Viel Erfolg dabei!! MfG

Arne Ausländer / 04.03.2022

Man vergleiche den Artikel “Scholz bei Illner” bei Reitschuster (selbst Fernsehen mag ich nicht): Glaubt jemand ernsthaft, Scholz dürfte sich zum Thema Orban auch nur öffentlich in der gewünschte Weise äußern, in sinnvoller Klarheit (falls er das kann)? Vom Entscheiden ganz zu schweigen? Nein, da muß man die Adressaten für effektive Proteste schon anderswo suchen. Vielleicht ist das WEF ein geeigneter Ausgangspunkt, um die zu finden, die in Ungarn die ganz reale Querfront abgesegnet haben, die man in Deutschland in Bezug auf die Querdenker nur heibeilog.—Leider haben sich allzu viele von der “Verschwörungstheoretiker-Keule” abschreckenlassen und so das Feld kritischer politischer Analyse weitgehend bezahlten Trollen und ihren freiwilligen Anhängern überlassen. Die wenigen glaubhaften Ausnahmen können die ganze Arbeit allein nicht schaffen. Und so bleiben wir bei Gestalten wie Schwab, Gates u.dgl. hängen, die doch mit Sicherheit nicht im eigenen Auftrag unterwegs sind. Und - wie man hier im Hilferuf sieht - es sind natürlich nicht “die Juden”, die hinter allem stehen. Auch wenn auch einige von denen dabei sind, die ganze transhumanistische Revolutionsagenda ist übelste Blasphemie für alle Christen, Juden, Moslems. (Mit den anderen Religionen kenne ich mich nicht gut genug aus.) Ich sehe die Davos-Agenda als klassischen Teufelspakt, diesmal in Rekord-Dimensionen. Vom Volksglauben bis zu Goethe waren sich die Menschen stets gewiß: So etwas geht nie gut aus, der Teufel ist immer schlauer. Schade nur um die, die unschuldig drunter leiden müssen. Wie wir und so viele in diesen Tagen.

Holger Kammel / 04.03.2022

Schön, Herr Schuster, daß Sie so völlig frei von jedem rassistischen Gedankengut sind.

S.Buch / 04.03.2022

“So ist zwar die Zahl jener, die in Ungarn insgesamt antisemitische Ansichten vertreten, um zwanzig Prozent höher als in Deutschland, doch hat es in Ungarn 2020 insgesamt nur 34 antisemitische Straftaten gegeben, in Deutschland dagegen 2.275.”—> Dieser Gegensatz lässt sich leicht am Milieu festmachen, in dem der Antisemitismus, - der in jedem Fall zu verurteilen ist - verwurzelt ist. Das antisemitische Milieu, das D seit 2015 massenhaft illegal importiert, neigt nun mal im besonderen Maße zur Gewalt.

Johannes Schuster / 04.03.2022

Da die Deutschen den Juden es nicht verzeihen werden, den Holocaust als Betroffene überlebt zu haben, wird alles Geheuchel bleiben, so nützlich und sinnlos es in der alten Anordnung sein soll. Bei den Deutschen gibt es eine Summen - Maxime für ihre Haltung gegenüber den Juden: “Bedauere sie mit Geschrei und trete sie heimlich wo du kannst”. Denn unterschwellig verträgt es der “Herrenmensch”  bis heute nicht, daß der “Untermensch” und das auch noch in der Hoheit der Deutschen, - der Moral - überlebte. Alle, der Virus - und der Russe (ohne Vi) sind für sie nur Methadon, der Suchtstoff des deutschen Hasses gegen jeden Stellvertreter ist die Judenfrage, im Kern aller Psychologie. Im Grunde ihrer Seele hassen die Deutschen die Juden für alles, was sie überlebt haben, und der Lack auf dem Hass ist das plakative Gedenken ohne eine Regung. Wer das nicht glaubt, den nehme ich gerne mal in eine akademische Runde mit, als Superdeutscher verkleidet und dann eine Thora auf den Tisch legen und sagen: “Das Judentum birgt interessante Gedanken und eine interessante Psychologie über die Sicht auf die Welt”. Drei Bier später kommt die Offenbarung über das wahre Ich des Gegenüber und dann spricht die Wahrheit über die “Lehre aus der Geschichte”. Achterbahnfahrten durch das Innenleben des Reiches, 80 Jahre später….

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