Technologien von Mikrowelle bis GPS sind militärische Erfindungen, die heute unseren Alltag bereichern. Doch auch die Archäologie profitiert von militärischem High-tech. Finden wir damit bald Atlantis?
Wie kann es sein, dass wir im 21. Jahrhundert noch immer jahrtausendalte Siedlungen entdecken? Eine Antwort gibt die brutale Naturkatastrophe im Schweizer Bergdorf Blatten. Beim Gletscherabbruch am 28. Mai stürzten rund neun Millionen Kubikmeter Fels, Eis und Geröll ins Tal und begruben das Dorf unter einem bis zu 100 Meter hohen Schuttkegel. Ein Wiederaufbau an der bisherigen Stelle ist aufgrund der massiven Schuttmengen und der anhaltenden Gefahrenlage unrealistisch.
Auch Pompeji wurde nicht wieder aufgebaut, nachdem am 24. August 79 n. Chr. der Vesuv ein Drittel der Bevölkerung mitsamt ihren Häusern unter Asche, Bimsstein und Lavamassen begraben hatte. Die frühzeitig Geflüchteten zogen in die Nachbarstädte Neapolis, Cumae und Puteoli. Für jeden einzelnen Betroffenen bedeuten solche Ereignisse einen unglaublichen Schicksalsschlag. Er verschüttet für immer, was einmal war. Für die Archäologie ist es meistens ein „Glücksfall“, weil bei Ausgrabungen eine unverfälschte Momentaufnahme aus vergangenen Zeiten sichtbar wird.
Solche „Glücksfälle“ werden häufiger dank Innovationen aus den Forschungslabors der Rüstungsindustrie. Manch eine Erfindung sorgte später im zivilen Bereich für Furore. LiDAR (Light Detection and Ranging) wird im Militär für die topographische Kartierung durch Flugzeuge und Drohnen eingesetzt. Da es auch dichte Dschungelvegetation durchdringen kann, nutzen es moderne Archäologen, um bisher verborgene Strukturen sichtbar zu machen. Auch unter der Erde.
So wurden neue Entdeckungen im kambodschanischen Angkor, in den Maya-Städten in Guatemala und im Amazonas-Gebiet möglich. Auch Magnetfeldmessungen, Bodenradar (GPR) und Sonartechnologie wurden ursprünglich für die Lokalisation feindlicher U-Boote und Minensuche entwickelt. Archäologen spüren damit ohne Grabungen Mauern, Gräber und andere Strukturen auf. Die ursprünglich für militärische Aufklärung entwickelte Drohnentechnologie hat längst die privaten Haushalte erreicht. In der Archäologie hilft sie, in schwer zugänglichen oder gefährlichen Gebieten Informationen zu sammeln. Eine weitere militärische Erfindung ist die Radiokarbon- und Isotopenanalyse. Sie ermöglicht die Datierung von organischem Material wie Knochen, Holz und Textilien. Ohne die von der Marine entwickelte Sonartechnologie wären auch etliche versunkene Städte und Schiffswracks nie gefunden worden.
Faszinierende Einblicke in vergangene Kulturen
Nicht nur die Archäologie ist heute stark von militärischer Technologie geprägt. Auch in unseren Haushalten dominiert militärisches Know-how. Das Internet basiert auf „Arpanet“, das einst vom US-Verteidigungsministerium für die militärische Kommunikation entwickelt wurde. In jedem Neuwagen ermöglicht GPS (Global Positioning System) eine präzise Navigation. Der Mikrowellenherd, die Digitalkamera und die Teflonbeschichtung unserer Bratpfannen sind allesamt kriegsrelevante Technologien, die heute unser Zivilleben erleichtern.
Die Archäologie steht im Jahre 2025 vor einem goldenen Zeitalter der Entdeckungen. Künstliche Intelligenz und Quantensensorik verpassen den Indiana Jones’ und Lara Crafts einen Megabooster. Dank KI können heute Milliarden von Datenpunkten innerhalb von Minuten ausgewertet und Muster erkannt werden, die menschliche Forscher übersehen würden – trotz jahrelanger Forschung. Mit Datenintegrationsplattformen wie „Palantir Foundry“, einer entfernten Verwandten der militärisch ausgerichteten Software „Palantir Gotham“, die auch von Israel genutzt wird, können Daten aus ganz verschiedenen Quellen intelligent und aussagekräftig verknüpft werden, was für die Sichtbarkeit von antiken Handelsnetzwerken unerlässlich ist. Falls das angeblich hochentwickelte Atlantis real ist, war Handel die treibende Kraft für den Wohlstand. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um Artefakte von Zivilisationen ausfindig zu machen, die seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden unter Schlamm begraben auf dem Meeresboden liegen. Die autonomen Unterwasserfahrzeuge (AUVs) von morgen werden sie finden.
Versunkene Städte wurden bisher auf allen Kontinenten entdeckt – die meisten infolge von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder dem Anstieg des Meeresspiegels. Einige wurden zufällig entdeckt, andere gezielt gesucht und gefunden. Zu den besonders gut erhaltenen Altertümern zählt Shi Cheng, „Chinas Atlantis“ in 30 Metern Tiefe. Fundorte wie die Altstadt aus der Ming- und Qing-Zeit bieten faszinierende Einblicke in vergangene Kulturen und schreiben nicht selten Geschichte neu.
Das Klima kann man nicht retten
Werden wir eines Tages auch Atlantis finden? Sofern es nicht nur eine Parabel von Platon war, sollte es dank neuesten Tiefsee-Sonar-Technologien und KI zur Mustererkennung noch in diesem Jahrhundert gefunden werden. Und falls es nicht gefunden wird, können wir davon ausgehen, dass es bloß eine gute Story war. Leider wird es auch in Zukunft apokalyptisch anmutende Naturkatastrophen geben, die Siedlungen zuschütten – und andere freilegen, die bisher unbekannt waren.
In der 4,5 Milliarden Jahre alten Geschichte der Erde sind Naturkatastrophen genauso Normalität wie sich abwechselnde Kalt- und Warmzeiten und damit verbundene extreme Kälte- und Wärmeperioden. Das Klima kann man nicht retten, es tut was es will. Schützen kann man hingegen die Menschen vor den Nebenwirkungen, indem man rechtzeitig warnt und in allen Bereichen notwendige Anpassungen vornimmt. Nicht nur in der Städtearchitektur.
In Blatten wird zurzeit diskutiert, ob man für die gesamte Alpenregion ein satellitengestütztes, KI-basiertes, engmaschiges Monitoring einrichten soll, das kleinste Erschütterungen und langsame Verschiebungen im Zentimeterbereich erfassen kann. Schwierig bleiben die blinden Flecken bei steilen Felsflanken. Aber auch dieses Problem wird eines Tages gelöst. Von der Rüstungsindustrie – falls die Forschung einen militärischen Nutzen hat.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Claude Cuenis Blog.
Claude Cueni ist Schriftsteller in Basel. Zuletzt von ihm erschienen: Small Worlds. 70 Dioramen. Edition Künigsstuhl. 164 S., Fr. 39,90.
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Beitragsbild: Віщун – Eget verk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ein gern immer wieder verbreitetes Narrativ behauptet, dass es ohne Militär und Krieg keinen wissenschaftlich-technischen Fortschritt geben würde. Dieses Vehikel transportiert für uns die Überzeugung, dass wir ohne Militär und Geheimdienste noch immer in Erdhöhlen leben würden, wie die Erdmännchen. Dabei ist es genau umgekehrt. Man muss die Erdmännchen nur mal beobachten. Die haben einen militärisch streng eingeteilten Wachdienst. Und was hat es denen genutzt? Die übergroße Mehrheit der Gattung Homo Sapiens hat keine Ahnung, wie es in militärischen Forschungsanstalten zugeht. Deshalb glauben die jeden Unsinn. Und das Internet ist NICHT das ARPANET! Wer selbst das nicht weiß, weiß gar nichts vom Internet. Das Internet-Protokoll TCP/IP wurde an zivilen Universitäten entwickelt. Und es war nur so erfolgreich, weil es die Empfehlung der OSI, das „Siebenschichtenmodell“, konsequent ignorierte. Das bedeutet gerade nicht, dass TCP/IP kein Schichtenmodell repräsentiert. Es ist nur eben nicht das des Staates und des Militär-Industriekomplexxes. Es ist das zivile, das funktioniert. Nur absolut Ahnungslose, bringen das nach mehreren Jahrzehnten Zwergenkämpfen heute immer noch durcheinander. Aber man darf eben nicht nur den Billiboy fragen. Auch wenn der sich immer hinterher wichtig tut. Was gut und praktisch ist, setzt sich von selbst durch. Es braucht keine Heimlichtuerei, keine Bevormundung, keine Korruption und keine Bezahlung aus „Sondervermögen“. Das Gute soll man nur nicht ständig aggressiv behindern!
Atlantis oder Zentrifugis -- vor der Hacke unter Tage ist es duster A bis Z ….
Nein, wir werden Atlantis aus einem Hauptgrund nicht finden: Die ganze nordafrikanische Mittelmeerkueste ist voll mit Atlantis. Es gibt zu viele davon auf dem Meeresgrund, und keiner weiss, auf welche der Ausdruck am ehesten zutrifft. In Marokko geht das weiter. Die meisten Forscher stimmen ueberein, dass Atlantis Legende ist, aufbauend auf einem aelteren Geschehen. Am ehesten handelt es sich um den Ausbruch des Thera (Santorini), 1 600 BC mit nachfolgendem massiven Tsunami, auf einem aegyptischen Obelisken dargestellt. Platon soll etwa 12 Jahre in Aegypten gelebt haben. Aber anderes wird man finden, evtl. auch Meteoriteneinschlaege. Falls es schon gefunden wurde, wuerde ich auf Altinum tippen.
hi, Atlantis war der blasse Schimmer von Amerika. Man braucht es nicht zu finden.
In der Nordsee liegt ein ägyptischer Pharao (im Sarkophag). Kein Scherz, echt wahr. Er ging 1822 über Bord des dänischen Großseglers Gottfried. Seitdem wird nach dem Sarkophag gesucht. Bisher ergebnislos, dabei ist sogar die Position ungefähr bekannt, zwischen Trischen und Cuxhaven. Die Marine hat die Technik dafür, findet ihn aber trotzdem nicht. Und sie wird ihn auch niemals finden. Aberglaube. Besser nicht anrühren, sondern liegen lassen. Wer weiß schon, was der Pharao mit dir macht, wenn du ihn findest und seinen Sarg aufmachst. Das ist so wie beim Kaiser von China. Dessen Grab ist millimetergenau bekannt. Aber ausgebuddelt wird der nicht. Auch nicht in Zukunft. Technik hin,Technik her.
Bei der Meldung der verheerenden Waldbrände in der Gorischheide in Sachsen wird ein Detail leider nicht gemeldet. Die FIRMS Website der NASA zeigt, dass das erste Feuer am 1.7.2025 an der Position 51°23‚26.2„N 13°17‚43.8„E entstand. Das ist insofern bemerkenswert, als es sich nur etwa 1km nordöstlich der Freiwilligen Feuerwehr Jakobsthal in direkter Sicht befindet. Es gibt aber keine Information über eine Alarmierung bereits am 1.7.2025. Jedenfalls nicht in den Medien. Haben die da einfach nicht nachgefragt, oder haben sie nur keine Antwort erhalten? Oder hat man einfach vergessen, darüber zu berichten, wieso sich das Feuer trotz intensiver Bekämpfung durch die FFW seit dem 1.7.2025 so ausbreiten konnte. Ob die keine Hilfe angefordert haben, oder ob die anderen Schiffe die Signalraketen für ein Fest auf dem Luxusdampfer gehalten haben. Aber das ist nicht das einzige Wunder. Da können in der Gorischheide angeblich gar keine Löscharbeiten stattfinden, weil überall Munitionsreste herum liegen. Pardon, warum liegen dort überall Munitionsreste herum? Wurden dort militärische Forschungen betrieben? Wann? Unter dem Preußenkänig Friedrich? Die Qualität der Medien steigt unaufhörlich. So etwa auch mein Verständnis für die Lage in Sachsen. BILD meldet “Thüringen brennt lichterloh„. Gut, ich koche mir jetzt einen Kaffee.
Die KI teilt mit: „Die öffentlich zugänglichen Satellitendaten (FIRMS) bestätigen, dass der Brand am 1.7.2025 seinen Ursprung direkt auf dem Sprengplatz SKB oder nur wenige Meter daneben hatte.“ Die Koordinaten des Sprengplatzes sind 51°23‚31.3„N 13°17‚55.7„E.