Was ist zu tun? Was hat der Bürger dem woken Marsch durch die Institutionen entgegenzusetzen? Ralf Schuler versucht in seinem neuen Buch, Antworten auf diese Fragen zu finden. Ein Auszug.
Wie kommen wir wieder heraus aus dem dröhnenden Gleichschritt in diesem Land? Welche paradoxen Interventionen könnten dem Bürger dabei helfen, eingeschliffene Reflexe der Anpassung zu unterlaufen? Den Gleichschritt haben wir uns über lange Jahre angewöhnt; deswegen wird es Zeit brauchen, neue Gangarten einzuüben, um aus diesem Trott zu geraten.
Wir werden dabei auf Ressourcen jenseits bisheriger fein abgestimmter medialer, politischer und sozialer Choreografien zurückgreifen müssen: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Dieser Gedanke stammt vom Staatsrechtler und Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde, und er ist immer noch wahr. Werte wie Freiheitlichkeit, Gerechtigkeit und Wohlfahrt sind keine freischwebenden, a-historischen Ideale, derer man sich im Zuge öffentlicher Meinungsbildung, politischen Handelns und parlamentarischer Mehrheitsbeschlüsse einfach bedient.
Werte resultieren vielmehr aus langen, mehrstimmigen und meist gegenläufigen kulturgeschichtlichen Prozessen, in denen der metaphysischen Selbstverortung des Menschen eine ebenso wichtige Rolle zukommt wie der pragmatischen Verständigung über Partizipation und Repräsentation, über das Verständnis von Recht und Gerechtigkeit bzw. über das Sicherheitsbedürfnis und die Wehrhaftigkeit des gesellschaftlichen Gefüges, in dem wir leben möchten.
Quasireligiöse Aufladung sekundärer Diskurse
Eine Gesellschaft, die ihr Verhältnis zu jenen spirituellen Koordinaten nicht mehr zu reflektieren vermag, denen sich ihr Wertekanon maßgeblich verdankt, wird unversehens zu ideologischen und utopistischen Engführungen verleitet oder auf ängstlich-restriktive Bestandswahrung auf Kosten von Freiheit und Individualität bedacht sein.
Es scheint eine ungute Korrelation zu geben zwischen dem geschichtsvergessenen, unduldsamen und religionsfeindlichen Säkularismus und dem Anschwellen des allgemeinen und öffentlichen Erregungspegels. Als zöge der Verlust religiöser Bindung im Fundament des kommunalen Selbstverständnisses die quasireligiöse Aufladung sekundärer Diskurse nach sich.
Die Debatten über den Umgang mit Corona, Gender, Einwanderung und Energiekrise könnten sachlicher geführt werden, würden sie nicht in den sich immer enger verschließenden politischen Wagenburgen zu heilsrelevanten Bekenntnisfragen stilisiert.
Versöhnung auf dem Boden der Wahrheit
Der neue identitätspolitische Tribalismus hat nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens erfasst und er verunmöglicht zunehmend eine umsichtige und nüchterne demokratische Meinungsbildung. Inzwischen sprengen die politischen Streitigkeiten über ein vernünftiges Corona-Management, nachhaltige Energie- und Klimapolitik oder angemessene wirtschafts- und wehrpolitische Strategien angesichts des Krieges in der Ukraine nicht nur streitbewährte Parteien, sondern auch die sozialen Gefüge in Orts- und Kirchengemeinden, Freundeskreisen und sogar Familien.
Die Gravitationskräfte einer pluralistischen Gesellschaft allein reichen kaum aus für den notwendigen Brückenschlag – kein Wunder, dass sich der top-down verordnete und durch mediale Kampagnen orchestrierte Gleichschritt als einzige Rettung inzwischen zunehmend gut verkauft.
Als ehemaliger DDR-Bürger und als Christ bin ich derartigen restriktiven Strategien der Pazifizierung gegenüber doppelt skeptisch: Das restriktive Beschneiden der Freiheit Einzelner kann die Freiheit aller nicht garantieren; genauso kann das Unterbinden von Streit keinen Frieden generieren. Friede – das Volk der Bibel nennt es Schalom – erwächst vielmehr aus der Versöhnung auf dem Boden der Wahrheit.
Vielfalt von Meinungen authentisch und transparent abbilden
Versöhnung wiederum ist die Frucht von Vergebung und neuerlich gewährtem Vertrauen – ein unabsehbares Wagnis. Ohne einen transzendenten Bezug zum Urgrund von Versöhnung und Frieden, der letztlich jenseits unserer Verfügbarkeit liegt, wird es zunehmend schwierig, die Voraussetzungen unserer Demokratie im Sinne von Böckenförde zu gewährleisten.
Was also ist zu tun? Was hat der Bürger dem woken Marsch durch die Institutionen entgegenzusetzen?
Zumindest wird es dem demokratischen Prozess zuträglich sein, wenn der öffentliche Diskurs durch alte wie neue, sich jedenfalls vom Unisono emanzipierende Stimmen, Plattformen und Thinktanks wieder erweitert wird. In der Bildungsarbeit – von der Kita bis zur Universität – braucht es neue Impulse und das Engagement von Denkern und Machern mit Pioniergeist, die bereit sind, konstruktive Alternativen zu erarbeiten, um junge Menschen zu eigenständigem und gründlichem Hinterfragen und Durchdenken zu ermutigen und zu befähigen – auch gegen den Mehrheitsstrom.
Mein Berufszweig steht vor der großen Herausforderung, die Vielfalt von Meinungen, Ansichten und Positionen authentisch und transparent abzubilden. Die Medienvielfalt muss neu mit der Meinungsvielfalt synchronisiert werden.
Alternative Medienangebote aufbauen
Eine Studie von 2020 brachte zutage, dass 96 Prozent der ARD-Volontäre sich politisch im rot-grünen Spektrum verorteten bzw. sich dessen Zielen verpflichtet wussten. Konservative und liberale Ansichten vertraten nur 4 Prozent der Journalisten in Ausbildung. All dies trotz des Auftrags und der Selbstverpflichtung der Öffentlich-Rechtlichen zur Wahrung von gesellschaftlicher Parität und Meinungsvielfalt.
Wer im Mediengeschäft tätig ist, ahnt, dass es bei den Tageszeitungen nur geringfügig anders aussieht. Kein Wunder, dass für Andersdenkende in den großen Redaktionen nur noch selten Luft zum Atmen bleibt. Es wird also notwendig sein, alternative Medienangebote aufzubauen mit profunden Beiträgen und hohen journalistischen Standards und entsprechenden Inhalten.
Es wird einen langen Atem brauchen, dazu Ausdauer, Mut und Vertrauen in eine neue Gefährtenschaft von Menschen, die sich nicht länger im sanften Gleichschritt führen und verführen lassen wollen.
Alles beginnt damit, dass sich Einzelne wieder zeigen und bereit sind, aus dem Raum der schweigenden Mehrheit heraus hörbar zu werden und mit fröhlichem Ernst aus der Reihe zu tanzen.
Dies ist ein Auszug aus Ralf Schulers neuem Buch „Generation Gleichschritt. Wie das Mitlaufen zum Volkssport wurde“. Hier bestellbar.
Ralf Schuler war bis Oktober 2022 Leiter der Parlamentsredaktion von BILD. Heute arbeitet er für Julian Reichelts Produktionsfirma Rome Medien.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

@S.baldur Nachtrag. Wie viele Kinder haben ihren Eltern die Impfung empfohlen, wobei bisschen später die, das Elternteil gestorben ist. Das ist alles so unfassbar was passierte.
@S.baldur Ich fühle mit Ihnen. Ein Freund wurde von seinen erwachsenen Kindern überredet sich impfen zu lassen. Die Tochter im Med- Bereich in der Ausbildung. Nach der zweiten Injektion 10 Tage später war er tot. Ich lernte umbei Gardasil HPV Desaster einen Arzt persönlich kennen der seine eigene Tochter gegen HPV geimpft hat. Seitdem ist sie schwerst behindert. Die „Schuld“ konnte sich nur entwickeln weil man den (falschen) Fachleuten, Staat, ich meine damit nicht den irren Lauterkrach, glaubte. Ich fordere zumal die gleichen Täter wie umbei Eugenic, Berlin Mengele, ein neues Tribunal mit der ultimativen Strafe. Das der schwerst abhängige Lauterkrach immer noch als Minister plappern kann, zeigt wie abgrundtief die Verachtung der SPD-Bertelsmann-AOK ist. Ich bin nicht sicher ob Sie sich Schuld aufgeladen haben. Es gibt Millionen andere denen es ebenso geht. Ich werde beim Korb halten, tragend an ihrer Seite tragend stehen.
Der Great Reset ist ein globaler Hybridkrieg, der nicht nur uns Deutschen durch Merkels Davoser Hassrede vom Januar 2020 erklärt wurde. Leider haben die meisten Menschen nicht verstanden, dass sie seit Jahren Opfer eines Krieges sind, der viele Namen* hat, -* Agenda 21, Agenda 2030, Global Compact for Safe, Orderly, and Regular Migration, Great Reset, Build Back Better et cetera. --- Mit Versöhnung und gutem Willen wird man diesen Krieg der Eugeniker, Technokraten, Globalisten und gottlosen Christenfeinde der UNO/WHO/WEF/EU usw. gegen die Freiheit der Menschheit nicht gewinnen können. – Man muss sich nur ein paar der Videos von Klaus Schwabs Privatprophten Yuval Noah Harari anhören, um zu verstehen, dass wir es mit diabolischen Kreaturen zu tun haben, die Menschen als „hackable animals“ bezeichnen. – Mildes Geschwurbel wird uns nicht vor der digitalen Hölle bewahren! – Ich denke gerade an die Tsunami-Szenen aus Thailand, als einige der Badeurlauber den Tsunami haben kommen sehen, ihn aber nicht als tödliche Gefahr erkannten.
Wer für sich standhaft geblieben ist mag sich feiern. Aber wenn sie hier Kinder zu Hause haben, die weinen, die sie anbetteln sich bitte endlich impfen lassen zu dürfen, die in Depression verfallen, weil ALLE Freunde geimpft sind, weil die anderen Eltern ihren Kindern Hausverbot erteilen weil ihre Kinder nicht geimpft sind, wenn die eigenen Großeltern sich ihren Enkelkindern nur auf 20m nähern wollen, und nur wenn alle Maske tragen. wenn ALLE Sportarten verboten sind, selbst das Rennradfahren im freien für ihr Kind im Verein…. ja dann kann es schon sein das sie überlegen, ob die seelische Gesundheit nicht auch etwas ist, was es zu schützen gilt bei ihrem Kind. Bei ihren Kindern. ich habe drei. Also alle die hier leichtfertig vom ,,Verzicht ‚‘ auf die Malle Reise faseln…. da ist noch mehr. Diese völlig überzogenen Maßnahmen haben viel kaputt gemacht. Ich vergebe nicht. Und ich vergesse nicht. Alles an Informationen war da.
Man hat lieber ausgegrenzt als abzuwägen. Wenn eines Tages Köpfe rollen, halte ich den Korb in den sie purzeln sollen.
Ich muss mit der Schuld leben, das ich einer Impfung bei einem meiner Kinder zugestimmt habe.
Was einen schweren epileptischen Anfall zur Folge hatte… mit allen Dramen dahinter die sie sich ausdenken können… mit Folgen für ein Leben lang. Meine Schuld.
Es gibt ja eine Partei in diesem Land, die sich mutig dem „ Zeitgeist “ entgegenstemmt. Allerdings liegt sie nur zwischen 8 und 12%
der Wähler. Was sagt mir das ? Es sagt mir, dass es keinen Bedarf an einer Änderung der woken Politik gibt. So einfach ist das.
Aber sie dürfen natürlich weiter träumen Herr Schuler. ( Ich tue das ja auch ……. )
@T. Schneegaß : „….. gibt es für mich NULL Verzeihen, Versöhnung oder gar “neuerliches Vertrauen„ in die Verbrecher. Auch deren zunehmend geheuchelte “Fehlereingeständnisse„ sind Plan ihrer Agenda. …“ Da schließe ich mich den Herren bedingungslos an! Das ist bei dieser Falschheit, Verlogenheit und Machtgier der regierenden Politiker ( alle dummen Weiber vorrangig angesprochen) nur konsequent! Meine Hoffnung besteht allerdings darin, dass eine AfD – nach der baldigen Machtübernahme – erst mal ordentlich aufräumt und nicht so schnell in gleiche Muster verfällt. Denn Politik ist eine Hure und die Frage war bisher nicht ob, sondern wann und in welcher Art sie sich des Einzelnen bemächtigen wird …… Uns, auf dieser Seite des Lebens, bieten sich diesbezüglich da leider wenig Gewissheiten! MfG
Was ist zu tun? Alle Zahlungen einstellen, bis der Sumpf ausgetrocknet ist!!! Ob bei den Parteien, oder ihren zwangsfinanzierten Hofberichterstattern. „Zivilen Ungehorsam“ nennen das woke rot-gelb-grün-braun-schwarz angebrannte und ist nach deren Verständnis ja schon seit über 40 Jahren nichts Verwerfliches. Dient ja der guten Sache.