In „unserer Demokratie“ ist der mündige Bürger (m/w/d) Träger der res publica. Um sich – frei nach Kant – seiner Mündigkeit zu versichern und – ungetrübt von populistischen Emotionen – verantwortungsbewusst an der politischen Willensbildung im Parteienstaat teilzunehmen, bedarf er umfassender, kritischer Information über die Weltläufte und seine Lebensumstände. Bis zum Siegeszug der Populismus schürenden „sozialen Medien“ – Facebook, Instagram, Telegram, Tiktok, X, youtube, Chatgroups etc. – sowie der zahllosen Internetportale geschah dies vermittels Presse, Radio und Fernsehen sowie an Stammtischen.
Für traditionsbewusste deutsche Demokraten findet die Meimungs- und Willensbildung nach wie vor über die gewohnten – mit zig Milliarden von beitragspflichtigen Bürgern finanzierten – Medien, in ARD-Tagesschau und ZDF-Tagesthemen (zusätzlichTalkshows) statt. Die politisch bedeutsamen Themen, die den Bundesbürger (m/w/d) aktuell beschäftigen, sind die Preise von Benzin, Diesel und Kerosin, von Mieten und Immobilien, die Zahl von 27 000 Insolvenzen seit Jahresbeginn – dieser Tage traf es einen alteingesessenen, auf Lampen spezialisierten Familienbetrieb im Berliner Südwesten –, das erneut gegen Null tendierende Wachstum des BIP, der Rückgang registrierter Straftaten – dank teilweiser Freigabe von Cannabis unter der Ampel - sowie der Asylsuchenden, der Anstieg von Gewalttaten (namentlich Vergewaltigungen), sodann Trumps (und Netanyahus) Krieg gegen den Iran am und um den Persischen Golf sowie gegen Hisbollah, der Fortgang und die Opferzahl im Ukrainekrieg, vor allem aber das Schicksal von „Timmy“ in der sandbankreichen Ostsee sowie die Siegestreffer von Bayern München zum Gewinn der xten Deutschen Meisterschaft der Bayern und ihrer Chancen in der Champions League.
Den Abschluss des abendlichen Bildungserlebnisses bildet auf fast allen Kanälen der Krimi mit der richtigen Rollenverteilung migrantisch/indigen, good cops (w/m), vs. bad guys (m). Das Ganze angereichert mit ein paar Sexszenen.
Die an den Korrespondenten (m/w) in Brüssel, Istanbul, Kairo oder Kiew gerichtete Frage der Nachrichtensprecherin („Elmar, wie ordnet man in Washington Trumps Ausfälle gegen den Papst politisch ein?“) für sich zu beantworten, gehört auch zu den Aufgaben des mündigen Bürgers und TV-Konsumenten. Mehr noch, er ist gehalten, aus dem skizzierten Abendprogramm den historisch-politisch relevanten Zusammenhang zu erkennen und zu bewerten. "Timmy, was machen sie bloß mit dir?" fragt "Bild" heute (22. April 2026) auf der ersten Seite.
Wir fragen weiter: Ist „Timmys“ Leben auch durch die auf dem Grund der Ostsee rostenden Gasgranaten gefährdet? Sollen/dürfen wir uns bei „Timmys“ Tragödie auch an die über 7000 Toten der am 16. April 1945 versenkten „Goya“ erinnern? Erinnert sich angesichts der doppelten Blockade der Straße von Hormuz in Berlin noch jemand – außer Chrupalla – an die Sprengung von Nordstream I? Warum aber wurde die durch die Ukraine und Polen gen Westen führende – im Krieg beschädigte – Pipeline „Druschba“ soeben repariert? Reichen der aus Frankreich importierte Atomstrom sowie die flächendeckenden Windräder zur Energieversorgung deutscher Industrien – im fünften Jahr einer schweren Rezession befindlich – etwa doch nicht aus? Ferner: Wie hoch wird Ungarns Wahlsieger Peter Magyar für die erhoffte Fügsamkeit mit Milliarden aus Brüssel belohnt? Sind wir angesichts aller Imponderabilien des Ukrainekriegs sowie wehrunwilliger linker und rechter Jugendlicher – die Zukunft unserer Demokratie: hie Reichinnek, da Höcke – bis 2029 kriegstüchtig? Zuletzt: Wird die Senkung der Steuern auf klimagefährdendes Benzin/Diesel noch rechtzeitig – im Hinblick auf das Kurzzeitgedächtnis des Bürgers (m/w/d) – vor den Landtagswahlen im Herbst (siehe auch hier) durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer kompensiert?
Vertrauen in die Regierung – mit Aussicht auf eine größtmögliche Koalition zur Bewahrung der Brandmauer – gehört zu den transzendentalen Voraussetzungen „unserer Demokratie“. Immerhin: Die emotionale Basis der res publica scheint noch intakt. Denn die Hauptsorge der mündigen Bürger (m/w/d) – nicht allein der werte- und umweltbewussten Grünen – ist derzeit auf „Timmy“ gerichtet: Wie schafft es der Buckelwal, im Falle seines Überlebens, zurück in die windparkreiche Nordsee?
Dieser Beitrag erschien zuerst in Herbert Ammons Blog.
Beitragsbild: Loren Kerns from Tigard, Oregon, USA - Lady and whale, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Mit Timmy ist es wie mit Bielefeld, oder besser noch, mit der Unschuld von Papas wohlgeratenem und hochgelobtem Töchterchen. Niemand würde es wagen die Existenz zu bestreiten, aber weder hat sie jemand kontrolliert geschweige kann von sich behaupten, sie aus der Nähe gesehen zu haben. Sie ist mindestens so irrelevant wie unerreichbar für die meisten. Selbst wer nachschauen wollte, kann das nur aus größter Distanz im Vorbeigehen. Kein Wunder also, dass manche sagen, „In Wahrheit gibt es Bielefeld nicht, Papas Töchterchen ist ein notgeiles Luder und der Wal ist nur eine Attrappe, die von einer Bucht samt Zirkus-Clowns zur anderen gezogen wird, um von den Problemen abzulenken.“ Wer weiß das schon, außer die, die es wissen müssen?
Die derzeit und wahrscheinlich schon länger grassierende Schizophrenie
in Deutscheland wird neben gestrandeten Walen auch an resistenten Kreuzkröten deutlich. Siehe heute in der Berliner Zeitung: „Bauprojekt am Pankower Tor: Unternehmer muss Kreuzkröten-Pflege dulden!“. Dort wird bei der gesamten Chose der Neubau von Wohnungen verhindert, die zwar dringend fehlen,aber trotz lautstarker Appellation „Wir haben Platz!“ fehlt die Einsicht ins Faktische , heißt, der Platz ist eher in den Gehirnen frei und Kreuzkröten sind selten und haben eben Vorrang. Das Gejammere wegen fehlenden Wohnraum kann ich nicht nachvollziehen, im Rahmen der Freizügigkeit kann man sich doch beim Standesamt als Kreuzkröte eintragen lassen, und schon ist man schützenswert. Was als Hund und Katze möglich ist, darf doch den Menschen, die sich als Kreuzkröte definieren, nicht verweigert werden. Mit der Fokussierung auf den Wal in der Wismarer Bucht hat man doch ein schönes Refugium für die Benzinpreisgeprüften und Steuergebeutelten Mitbürger gefunden,was interessiert noch der reale Schmerz, wenn das Tier leidet. Ein Wunder, daß angesichts der vielen auftretenden Experten nicht auch eine Ethikkommision dazu Stellung nimmt und seine Sicht darstellt, wie es zu sehen sei. Bald sind Landtagswa(h)len, so ein Zufall, auch da scheint die Demokratie ja hochgefährdet zu sein zu stranden, wenn man den einschlägigen Profis glauben kann. Also alles für die Kreuzkröten und die freien Wale(n)!
Das wusste schon der römische Dichter Juvenal: „Panem et circenses“; ein probates Mittel der Caesaren, um das Volk mit Hilfe von kostenlosem Getreide und Wagenrennen oder Gladiatorenkämpfe ruhig zu stellen und von politischen Problemen abzulenken. Der Brotkauf reißt heutzutage eher eine große Lücke in das Portefeuille, das Prinzip „Volksbelustigung“ hilft den Politikernden in miesen Zeiten aber immer noch weiter. Nehmen wir die „digitale Vergewaltigung“ eines C-Promis mit entsetztem Aufschrei der ganzen Nation, tagelangen „Brennpunkten“ im ÖRR-TV und den übrigen staatstragenden Medien, Demonstrationen gegen die samt und sonders gewalttätigen Mannsbilder, sofortiger Eingriff der Justizministerin in das Geschehen mit dem Versprechen, für drakonische Strafen zu sorgen und die Auftritte des mit schusssicherer Weste ausgestatteten „Opfers“ – wie hieß die nochmal? Schon wieder in Vergessenheit geraten und durch den armen Buckelwal Timmy – oder war’s Poeli – ersetzt. Und im Hintergrund basteln unsere Regenten eifrig an neuen Daumenschrauben, ohne dass das Volk so richtig aufmuckt. Ach ja, beim Spritpreis ist es mal kurz aufgewacht!
Ja, Herr Ammon, sie haben vollständig Recht, aber wie wollen wir es ändern? Der mündige Bürger wird jeden Tag mit Timmy-Kram zugeschissen und merkt es nicht einmal.
Die „sozialen Medien“ verdienen m.M.n. eine differenziertere Betrachtungsweise. Selbstverständlich hat man bei dem Überangebot derselben die Qual der Wahl. Jeder Depp kann heute auf YouTube seine Ansichten präsentieren, nur eine Zensur könnte das verhindern.Und gegen die würden wir auf die Barrikaden gehen.
Die staatliche Einflußnahme findet natürlich verdeckt dennoch statt.
Leider aber nicht dort, wo sie angebracht wäre; politische Hygiene findet kaum statt. So macht sich die Mauerschützenpartei, die sich Linke nennt, seit Jahren schamlos in Parlamenten und Gremien breit. Die Angehörigen der ermordeten Flüchtlinge müssen es ertragen, wenn ein Gysi sich eloquent aufspielt und leider nicht so behandelt wird, wie er es verdient…
Man wird vielleicht zum Rufer in der Wüste … aber noch gibt es Zeitzeugen, die sich durchaus Gehör verschaffen …
Ein sterbender Buckelwal, der für das Sterben D. steht. Statt das Tier von seinen Qualen zu erlösen, die Haut krank, die Organe zerquetscht, wird ein Gutachten nach dem anderen erstellt, von wegen Suizid als Nothilfe, die gilt dank Grüner nur bei Menschen, die Bürokraten, die sich gern als Weltretter aufspielen sind mal wieder voll beschäftigt. Das Tier stirbt, aber wir brauchen unbedingt eine Seifenoper mit Fortsetzung, was ist mit all den Opfern auf zwei Beinen, die durch die eingeschleppte Gewaltfolklore zu Schaden kommen, wo bleibt die Hilfe für diese? Wie verkommen ist eigentlich der Tierschutz Gedanke? Auch Tiere haben eine Würde des Lebens, sind ebenso wie die Menschen dem Kreislauf von Leben und Tod ausgesetzt. Ich kann ja noch verstehen, das man den Wal unbedingt retten will, aber nicht mehr verstehen, das man das Leiden des Sterbens hinaus zögert, nur wegen dem Ego und der Presse Geilheit. Aber Experten, für mich ein Schimpfwort müssen ja öffentlich als Helden glänzen. Welche Ressourcen da ohne Nutzen für Wal Timmy verpulvert werden, unglaublich. Unser Land stirbt, jeden Tag ein wenig mehr, Trittin freut es, anstatt zu versuchen es zu retten, denn Auftraggeber für die Regierung ist das Volk und nicht die Politiker!
Also die Demokratie wurde doch schon am Hindukusch verteidigt, was für Loser! Islam raus werfen und die Demokratie ist verteidigt, aber der CSGL fehlt es dann an Drogen….