Antje Sievers / 21.11.2017 / 06:15 / Foto: Barry haynes / 19 / Seite ausdrucken

Mit Barbie in die Knechtschaft

Die optische Untermalung zu einem WELT-Beitrag von Alan Posener „Migration hat Deutschland weltoffener und moderner gemacht“ von Anfang des Monats waren drei hübsche, lächelnde, verschleierte Musliminnen. Weltoffen, modern, vielfältig und, last but not least, bunt: das ist immer da, wo die Frauen verschleiert werden. Tolerant sind wir dort ganz besonders, wo ein Hirtenkult arabischer Nomadenstämme aus dem siebten Jahrhundert die Hälfte der Gläubigen zu Menschen zweiter Klasse macht und sie folgerichtig durch Verschleierung stigmatisiert.

Mit der Verschleierung ihres Körpers zeigt die Muslimin eindeutig, dass sie sich den patriarchalen Gesetzen ihres Stammes unterwirft. Gesetzen, die die Sexualität der Frau rigoros der Selbstbestimmung entziehen und sie zur Verfügungsmasse der Männer des Stammes werden lassen. Das Kopftuch sagt: Ich gehöre nicht mir selbst, sondern dem Islam, und die Männer meiner Familie bestimmen über mich. Es sagt auch: Ich bin eine anständige Frau im Gegensatz zu den unverschleierten Schlampen, die sich nicht wundern dürfen, wenn Männer über sie herfallen.

Der „Stolz“ und die „Ehre“, von denen muslimische Jungen schon in der Kita faseln, bedeutet nichts anderes, als dass man die Frauen der Familie und ihre Körper fest im Griff hat. Welch gerüttelt Maß auch muslimische Mütter an der Erziehung der Töchter zur gehorsamen Muslimin haben, hat Zana Ramadani eindrucksvoll in ihrem autobiographischen Buch „Die verschleierte Gefahr“ dargestellt.

Es kann nicht sehr überraschen, dass die 14jährige Afghanin Bakhti, die dieses Jahr von ihrem Bruder in Wien ermordet wurde, des öfteren zum Hohngelächter der eigenen Mutter von Bruder und Vater gleichzeitig körperlich schwer misshandelt wurde, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. Die Mutter, mag man hierzulande denken, muss eine totale Psychopathin sein. Irrtum. Sie liebt ihre Tochter. Sie will nur das Beste für ihre Tochter. Sie ist nur eine gute Muslimin.

Würden wir das alles gutheißen? Tolerieren?

Man stelle sich unsere Toleranz nur mal vor, gäbe es die ganze Situation unter veränderten Bedingungen, also vom Kopf auf die Füße gestellt, oder von hinten nach vorn über die Schulter durchs Auge: Der „Malsi“ wäre eine archaische, matriarchalische Stammesreligion. Da die Frauen ihre Triebe nicht kontrollieren können, werden die Männer verschleiert, sobald sie das erste Mal die Bettlaken mit ihrem Sperma verschweinigelt haben. Was in der Familie zählt, sind nicht die Söhne, sondern die Töchter. Ein Mann, der nicht fähig ist, einen Sohn zu zeugen, muss jederzeit gewärtig sein, verstoßen zu werden.

Frauen, die zu ihrer Frustration mit dem dritten Sohn in Folge niederkommen, hauen dem Erzeuger gleich nach der Entbindung auch schon mal kräftig aufs Maul, wofür jeder Verständnis hat. Über das Gebaren der Söhne, ihre Freizeit, ihr Bildungsziel, vor allem aber ihre sexuelle Unberührtheit wacht die Familie, letztendlich vor allem die Frauen. Deren Autorität haben Männer sich klaglos unterzuordnen. Das geht soweit, dass der 17jährige Bruder schon mal für die zehnjährige Schwester die Sitzgelegenheit räumen muss. Männer erben nur halb soviel wie ihre Schwestern, ihre Zeugenaussage vor Gericht ist nur halb soviel wert, etc., etc.

Würden wir das alles gutheißen? Tolerieren? Würden wir uns auch dann mit der dicken, fetten Lüge trösten, die da heißt: Die wollen das doch so, die machen das doch alle freiwillig, die sind doch schließlich Individuen, die über ihr Leben selbst entscheiden können? Wer glaubt, in der islamischen Community gebe es Individuen, die unabhängig von der Umma ihre eigenen Wege gehen können, hat nicht begriffen, mit wem er es zu tun hat. Die islamische Gesellschaft ist kein liberales Lala-Land, auch nicht in Deutschland.

Schlafwandelnd in die Katastrophe

Eine emanzipierte Frau, die sich verschleiert und dem Islam unterwirft, ist in etwa so wahrscheinlich wie ein selbst bestimmtes, glückliches Hühnerleben in einer Legebatterie. Dass diese logische Selbstverständlichkeit schon gar nicht mehr verstanden wird, ist alarmierend:

„Jetzt emanzipiert sich die Puppe ihrerseits von einem angestaubten Klischee, künftig schwingt sie auch einen Säbel und trägt Hidschab“, verhöhnt man in der ZEIT von Mitte des Monats die Knechtschaft der muslimischen Frauen dieser Welt anhand der ersten islamisch verunzierten Barbiepuppe. „I’m proud to know that little girls everywhere can now play with a Barbie who chooses to wear hijab!” Das sagt die Frau, die als Model für das Spielzeug hergehalten hat, die muslimische Fechterin Ibtihaj Muhammad. Als ob die Puppe ernsthaft eine Wahl gehabt hätte!

Es ist gerade erst gut hundert Jahre her, dass in unserem Land Frauen weder wählen noch Abitur machen oder studieren durften. Es ist gerade erst einige Jahre her, dass Frauen nur mit Erlaubnis des Ehemannes arbeiten durften. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass Vergewaltigung in der Ehe erlaubt war. Man muss davon ausgehen, dass all diese Tatsachen nicht mehr im Bewusstsein der Menschen verankert sind.

Man muss davon ausgehen, dass das Bewusstsein über die Entstehung unseres gesellschaftlichen Ist-Zustandes, seine Erkämpfung über vier Jahrhunderte voller kriegerischer Auseinandersetzungen, Religionskriege, Bürgerkriege, Revolutionen, Aufklärung und Anti-Aufklärung, Weltkriege, Völkermorde, Besatzungen bis hin zu der freiesten deutschen Gesellschaft, die es je gegeben hat, verloren gegangen ist. Sonst würde man die Errungenschaften der Aufklärung nicht leichtherzig auf den Müll werfen. Denn daran, wie eine Gesellschaft die Frauen behandelt und welchen Anteil sie an der Gestaltung dieser Gesellschaft haben, misst sich der Grad ihrer Zivilisiertheit. In England würde man es so formulieren: We’re sleepwalking into desaster.

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Renate Schlierkamp / 21.11.2017

Sie sprechen mir aus der Seele, Frau Sievers! Was mir im Moment am meisten zu schaffen macht, ist das Unverständnis meiner Tochter zu meiner politischen Einstellung. Ich habe vor 35 Jahren in einem ausschließlichen Männerberuf angefangen, mich mit Charme und großer Klappe durchgesetzt, und bin von meinen männlichen Kollegen stets respektiert worden. Durch unseren gemeinsamen Beruf wurde es meinem Mann und mir ermöglicht, auch die Kindererziehung gleichberechtigt zu teilen. Unsere Tochter bekam also das Modell: “kein Geschlecht unterdrückt das andere”, sowie “Männer und Frauen sind gleichberechtigt, aber trotzdem unterschiedlich”, von Haus aus vorgelebt. Auch unsere Tochter konnte sich unabhängig vom Geschlecht oder von gesellschaftlichen Normen entfalten und ihren Berufswunsch erfüllen. Sie ist heute sehr erfolgreich in einem von Männern dominierten Beruf. Dabei lebt sie, genau wie ihre Eltern, ein eher konservatives Eheleben in einer langen, festen und gleichberechtigten Partnerschaft. Und was passiert? Während ich gegen jede Art von religiöser Unterwerfung aufbegehre, verteidigt sie doch glatt das “Recht” aufs Kopfwindeltragen. Es sind noch etliche andere Sachen, die mich fassungslos machen und unsere Beziehung stark belasten! Ich bin keine Feministin, ich bin immer gut damit gefahren, Männer als Partner und nicht als Feinde zu betrachten. Ausgerechnet meine Tochter setzt sich nun für kulturfremdes Eindringen und die damit verbundene Männerflutung samt mittelalterlichen Weltanschauungen ein. Warum erkennt sie nicht die Gefahr, die ihr freies Leben als Frau bedroht? Wofür habe ich eigentlich gekämpft? Hat sie es zu leicht gehabt? Wie kann man als aufgeklärte, emanzipierte Frau dem Untergang auch noch Vorschub leisten? In mir ist so eine große Wut auf dieses rotzfreche, chauvinistische Männerpack, daß sich mittlerweile überall breitmacht, daß es mich fast erstickt! Ich hätte nie gedacht, Menschen einmal körperlich angehen zu könne. Doch beim Anblick dieser ekelhaften, großkotzigen Kerle, die meinen, nicht Intelligenz sondern nur das kleine Etwas zwischen ihren Beinen macht sie wertvoller als mich, könnte ich wer weiß was tun. Ich verstehe die jungen Frauen einfach nicht, wie kann man so blöd sein, dies alles zu dulden und sogar noch zu verteidigen?  Ich hoffe und wünsche, Deutschlands junge Frauen wachen endlich auf und schlagen zurück, kämpfen um die erreichten Ziele ihrer Mütter. Ich werde es jederzeit tun, auch wenn ich dafür “Nazi-Schlampe” und “islamophob” genannt werde. Meine Freiheit gebe ich niemals auf, ich unterwerfe mich niemandem.

Nico Schmidt / 21.11.2017

Sehr geehrte Frau Sievers, wie sind doch die Guten! Wie können Sie so etwas nur schreiben? Mir tun jetzt schon meine Töchter leid und ich hoffe, dass sie niemals so werden, wie Ibtihaj Muhammad. Kämfen Sie, meine Damen! Die Liste der geistigen Ergüsse, z.B. “Eine Armlänge Abstand!”, der Gutmenschen ist lang. MfG Nico Schmidt

B.Rilling / 21.11.2017

Gesegnet mit einer modernen und progressiven, beruflich erfolgreichen Mutter genoss ich eine freie liebevolle Erziehung. Ich war immer den Jungs gleichwertig, übertrumpfte sie in der Schule stets und führe darum ein selbstbestimmtes, freies Leben. Ich bin keine Emanze, ich liebe die Männer, arbeite gerne mit ihnen zusammen in meinem Job, den ich nach Jahrzehnten immer noch mit Leidenschaft ausfülle. Und ich wünsche jeder Frau auf der Welt, dieses auch erleben zu dürfen. Selbstbestimmtes glückliches Dasein mit einer toleranten und liebenswerten Familie im Rücken. Darum wehre ich mich so vehement gegen die ignorante Toleranz gegenüber des Familienbildes unserer neuen Mitbürger. Diese Mädchen und jungen Frauen wachsen auf in einer Welt voller Möglichkeiten und werden spätestens ab der Pubertät von Ihren Familien ausgebremst, sie dürfen nicht mehr tragen, was sie wollen, nicht mehr lernen, was sie wollen und nicht mehr denken, was sie wollen. Ihr eigenes Leben dürfen sie schon lange nicht führen. Ich habe schon vor 15 Jahren während meines Nebenjobs im Rettungsdienst in einem versteckten Hinterhof eine betreute WG für Mädchen aus muslimischen Familien kennengelernt, die sich für Ihre Freiheit entschieden haben. Und daraufhin von Ihren Verwandten bedroht und gejagt wurden, so dass sie nun verängstigt und unfrei sich in einer Hinterhofwohnung verstecken mussten. Seitdem habe ich keinerlei Toleranz mehr gegenüber dem muslimischen Frauenbild.

Judith Hirsch / 21.11.2017

Die Berliner Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates hat vollkommen recht, wenn sie sagt: “Die Mütter sind immer in sogenannte Ehrenmorde involviert. Meist sind sie sogar die treibende Kraft”. Der Westen macht den Fehler und hält muslimische Frauen immer nur für Opfer. Leider wird die Tatsache ausgeblendet, dass viele von ihnen auch Täterin sind. Ohne das Mitwirken und den Einfluß der Musliminnen wäre diese totalitäre Ideologie nicht so wirkmächtig.

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