Während die deutsche Debatte fast obsessiv um die Integration durch Erwerbsarbeit kreist, wird eine weitaus subtilere, aber soziologisch hochexplosive Sprengkraft völlig unterschätzt: die Struktur der freien Zeit. Wir sprechen viel über Qualifikationen und Sprachkurse, doch wir schweigen über das „Vakuum der strukturlosen Zeit“. In der klassischen Soziologie beschreibt der Begriff der Anomie einen Zustand der gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit, der eintritt, wenn kollektive Normen wegbrechen. In Deutschland wird dieser Zustand bei vielen Migranten durch das fast vollständige Fehlen einer individuellen „Hobby-Kultur“ befeuert.
In der westlich-bürgerlichen Welt ist das Hobby weit mehr als bloßer Zeitvertreib; es ist eine Form der zivilisatorischen Selbst-Regierung. Wer sich einer Sache widmet – sei es im Verein, beim Modellbau oder in der Werkstatt – unterwirft sich freiwillig Regeln und Zielen. Viele Migrationsbiografien, insbesondere aus dem islamischen Raum, kennen dieses Konzept jedoch kaum. Das Wort „Hobi“ ist zwar in einem islamischen Land, wie der Türkei, geläufig, doch die Praxis bleibt ein Phantom. Während der Deutsche im Schnitt 27 Minuten am Tag liest, schrumpft dieser Wert im türkischen Kulturraum oft auf magere ein bis sieben Minuten zusammen. Das „Bücherlesen“, das in Umfragen gern als Hobby angegeben wird, entpuppt sich so oft als höfliche Fassade für eine gähnende intellektuelle Leere in der Freizeit.
Diese Leere wird meist durch das ersetzt, was man als „passive Vergemeinschaftung“ bezeichnen kann. Man trifft sich nicht, um gemeinsam etwas zu tun, sondern um gemeinsam zu sein. In den überfüllten Cafés oder Community-Zentren wird nicht über das „Wie“ einer handwerklichen Lösung debattiert, sondern über das „Wir“ gegen die „Anderen“. Wo der Deutsche sein Heil in der Gartenarbeit (Platz 1 der Hobbys) oder im Heimwerken sucht, flüchtet der „Stadttürke“ aus Gewohnheit ins Einkaufszentrum. Shoppen wird hier nicht als Hobby, sondern als Ersatzhandlung betrieben – ein Zeitvertreib, weil man mit der eigenen Individualität und der Stille einer produktiven Beschäftigung nichts anzufangen weiß.
Keine Tradition der Selbstbeschäftigung
Sogar die Eitelkeit, die viele ins Fitnessstudio treibt, bleibt oft oberflächlich; sie entspringt der Notwendigkeit der Selbstdarstellung, nicht der inneren Freude an der Disziplin eines Hobbys. Selbst das Wandern, für Deutsche fast eine Ersatzreligion, existiert im Türkischen begrifflich kaum jenseits eines erzwungenen Spaziergangs. Diese kulturelle Abneigung gegen die zweckfreie, individuelle Beschäftigung mit einer Sache führt zu einem gefährlichen Vakuum, sobald die Struktur der Erwerbsarbeit fehlt.
Wenn Menschen – oft lebenslang – über ein Übermaß an Freizeit verfügen, aber keine Tradition der Selbstbeschäftigung besitzen, wird die Zeit zur Last. Das oft zitierte Gewaltpotential ist häufig kein rein religiöses Erbe, sondern das Resultat dieser strukturlosen Dauerfreizeit.
Wer nicht gelernt hat, Frustration an einem Werkstück oder einem Buch zu überwinden, entlädt sie in der Gruppe. Ein Mensch ohne Hobby ist anfälliger für externe Sinnangebote – seien es radikale Ideologien oder kriminelle Strukturen –, die das Vakuum der Bedeutungslosigkeit mit Aggression füllen.
Integration findet eben nicht nur am Arbeitsplatz statt, sondern dort, wo der Mensch lernt, seine Zeit sinnvoll mit Inhalten zu füllen, statt sie lediglich abzusitzen. Das „deutsche Hobby“ ist kein spießiger Anachronismus, sondern ein fundamentales politisches Stabilitätselement. Wer keine Hobbys hat, hat schlichtweg zu viel Zeit für Ideologien.

Überall da, wo ich mich wohl fühle, in der Kultur und der Natur, sind keine Goldstückchen.
Soviel freie Zeit haben haben sie ja gar nicht. Sie sind Cineasten und lieben Filme, am liebsten Kurzfilme. Filme die auch ohne Sprachkenntnisse gut verständlich sind.
Ist sicher auch ein schönes Hobby.
Das fängt bei Italienern und Spaniern schon an. Das liegt aber nicht am Hobby sondern am Narzissmus, den die Völker unterhalb der Alpen gepachtet haben. Deutsche Akademiker aus den abstrakten Fächern haben sowohl die Mafiosität als auch die praktisch stets unzufriedene Behinderung gleichermaßen. Das liegt weniger an der Herkunft als an der Verbreitnung narzisstischer Störungen: Klima – Selbstmordattentate, alle kopfmäßigen Vorstellungen behindern das Werkzeugdenken. Ideologen sind also prähistorischen Affen selbst unterlegen. Hätten wir Darwin am Werk und würde der Wohlstand nicht diese Mitesserphilosophen und Nahgschmackten ernähren, sie würden von der Arbeiterschaft in der Konkurrenz totgeschlagen. Produktiver Typos und schmarozierender Typos Mensch, das liegt nicht an der Herkunft, sondern an den psychologischen und sozialen Kulturelementen. Pädagogen sind eine residente Parasitenart. Sie haben für Gaslighting ein Geschäftsmodell erfunden um sich die Arbeit zu ersparen.
@Peter Petronius: Zum Thema Blutspende. Ich habe als Student regelmäßig gespendet und zu meiner Schande muss gestehen, dass ich das jetzt fast 20 Jahre lang nicht mehr tat. Es sind vor allem praktische Gründe. Oft waren mir die Lokalitäten zu weit ab vom Schlag oder zeitlich ungünstig. Ich schaue mir aber gerade die Termine in Bremen an, und von den nächsten acht DRK-Terminen finden zwei in Moscheen statt. Das muss man doch positiv hervorheben. Ich weiß natürlich nicht, wie gut der Zulauf ist.
Die fehlende Frustationstoleranz bei Moslems habe ich schon beobachtet, aber mit fehlenden Hobbys nicht in Verbindung gebracht. Für mich ist es schwer vorstellbar, ohne Hobbys und Interessen zu sein. Dass man seine Frustationstoleranz mit Hobbys trainiert, ist ein interessanter Gedanke.
Ich als Informatiker beobachte ja, dass wenig Moslems in meiner Branche unterwegs sind. Ich habe auch die typische Programmiererkarriere hingelegt: Erste Programme mit 12 Jahren, damals noch in QBasic. Meine Erklärung, warum jetzt kaum Türken in der Branche sind: Ein Computer lässt sich von „Isch fick deine Mudda.“ nicht beeindrucken. Ist der Code falsch, ist der Computer knallhart und verweigert die Übersetzung und Ausführung. Ich habe das Phänomen eher darauf zurückgeführt, die Jungs zu kleinen Pascha erzogen werden.
Was ich auch noch beobachte: Es gibt kaum türkische Schiedsrichter in meiner Sportart in meiner Region, obwohl viele sie viele Spieler stellen. Komplett unterrepräsentiert. Hingegen kenne ich zwei jüdische, die damit weit überrepräsentiert sein dürften. Was sagt uns das?
Hobbies sind eine Erscheinung, die es nur in den entwickelten Laendern gibt. Mit dem Islam hat das nur wenig zu tun. In Afrika hat auch niemand ein Hobby: Man arbeitet, bis das Tagewerk vollbracht ist, und dann ruht man sich aus. Auch das Reisen aus privaten Gruenden--der Tourismus--ist in vielen Teilen der Welt unbekannt. Ich habe in entlegenen Gebieten schon oft erklaeren muessen, was ein Tourist ist, und ich habe dabei immer nur Koepfschuetteln geerntet.
Dagegen ist der Wert der Gemeinschaft, ob man das nun Familie nennt oder Dorf oder Clan, in Europa nicht mehr relevant. Jeder fuer sich allein, gegen alle, auf wessen Kosten auch immer.
Dass das ein Vorteil der europaeischen Kultur sein soll, erschliesst sich mir nicht.
Mit besten Gruessen aus Windhoek
@S. Donner: Zum Thema „Ehrenamt“ ist ein Artikel des Autors zu empfehlen, der kürzlich hier veröffentlicht wurde: „Ehrenmann meidet Ehrenamt“. Darin wird der von Ihnen angesprochene Punkt besprochen.
Interessant, diesen Aspekt einmal außerhalb der eigenen Beobachtung formuliert zu sehen.
Ich lebe in den Bergen und verbringe einen großen Teil meiner Freizeit mit Wandern in ebendiesen Bergen. Wen man dort nie trifft oder sieht, sind die moslemischen Mitbürger. So, wie man sie außerhalb ihrer nur von Männern besuchten Cafés oder auf Grillplätzen auch generell nie in der Natur oder im Freien trifft.
Ich bin inzwischen der Meinung, dass dies auch daran liegt, dass Männer und Frauen, abgesehen von Familienessen, keine wie auch immer geartete Freizeitgestaltung miteinander haben. Moslemische Paare haben keine gemeinsame aktive Freizeitbeschäftigung. Generell gibt es keine gemischten, nicht miteinander verwandten Gruppen, die irgendwelche Hobbies zusammen ausüben.
In Wahrheit passen islamische Gesellschaften oder Teile davon überhaupt nicht in die westliche Welt. Wahrscheinlich auch in keine der anderen Welten auf diesem Planeten.