Peter Grimm / 22.12.2017 / 14:20 / 22 / Seite ausdrucken

Michael Wolffsohn über den Judenhass-Import-Weltmeister

Als in deutschen Städten auf Demonstrationen unter Allahu-akbar-Rufen Davidsterne brannten und Parolen voller Judenhass skandiert wurden, hat es zwei Tage gedauert, bis Politiker sich dazu äußerten und die Medien berichteten. Der aggressive Antisemitimus bestimmter muslimischer Zuwanderer ist vielen Redaktionen einfach ein zu heikles Thema.

Ein Achse-Leser hat sich am 9. Dezember bei der Tagesschau-Redaktion über dieses Schweigen beschwert. Und schon nach 12 Tagen bekam er zur Antwort:

Tagesschau, Tagesthemen und tagesschau.de haben am 11.12.2017 und in den folgenden Tagen intensiv über dieses Thema berichtet. An diesem Tag hatte eine breite politische Diskussion um die Vorfälle begonnen, auch die Bundeskanzlerin hatte dazu Stellung genommen. Dies war für uns Anlass, auf dieses Thema einzusteigen.

Wenn eine Menschenmenge aggressive Judenfeindschaft demonstriert und Davidsterne verbrennt, ohne dass die Polizei eingreift, ist das kein Thema? Erst wenn die Kanzlerin etwas dazu sagt, darf berichtet werden? Die Redaktion von ARD-Aktuell dazu weiter in ihrer Antwortmail:

Natürlich kann man im Nachhinein fragen, warum wir nicht schon früher berichtet haben. Uns erschien es aber bei diesem Thema gerade wichtig, politische Stellungnahmen einzubinden und auch etwas hintergründiger zu berichten.

Die Älteren werden sich erinnern können, dass es für Journalisten einst zu den beruflichen Standards gehörte, Politiker nach Stellungnahmen zu fragen, wenn sie zu einem Thema wichtig waren. Dass Berichterstatter still darauf warten, dass die Obrigkeit geruht, sich zu äußern, kennt man eigentlich nur aus äußerst autoritären Staaten.

Wir sprachen für Achgut.Pogo mit dem Historiker und Publizisten Professor Michael Wolffsohn über diese Themen und ließen uns auch erklären, warum die deutsche Haltung in der Jerusalem-Frage nicht gerade durchdacht ist. Dass unsere Regierung geneigt ist, Fehler lieber zu wiederholen als sie einzugestehen und zu korrigieren, hat etwas von absurdem Theater. Aber es ist ein gefährliches Stück, das hier aufgeführt wird.

Angeblich war es die Jerusalem-Entscheidung des US-Präsidenten, die in deutschen Städten jüngst zu islamischen Machtdemonstrationen mit offenem Judenhass, einschließlich des Verbrennens von Davidsternen führte. Doch mit Jerusalem hat das nicht viel zu tun. Die Initiatoren solcher Aufmärsche wollen Präsenz und Stärke zeigen, um eine vermeintlich schwache Gesellschaft einzuschüchtern und sie suchen sich dazu ihre Anlässe. Schon 2014 riefen muslimische Demonstranten mit Migrationshintergrund „Jude, Jude feiges Schwein“ und „Juden ins Gas“ auf deutschen Straßen. Nichts Neues also?

Neu ist vielleicht die fatale Gewöhnung an die Gewalt und das anmaßende Auftreten radikaler Muslime. Neu ist vielleicht der Grad der Leisetreterei gegenüber anmaßenden islamistischen Ideologen, der störrische Unwillen, Fehler im Umgang mit importierter Gewaltbereitschaft und importiertem Judenhass zu erkennen und zu korrigieren. Neu ist, dass immer mehr Bürger, die sich von ihrem Staat jahrzehntelang selbstverständlich geschützt fühlten, auf diesen Schutz nicht mehr vertrauen können.

Absurderweise können sich die Islamisten von der deutschen Politik sogar bestärkt fühlen. Wer bewusst kämpferisch auftretende Anhänger einer Islam-Ideologie (nicht des Glaubens) auf die Straße ruft, wird gleichzeitig in der Deutschen Islamkonferenz von der Bundesregierung als Verhandlungspartner hofiert.

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Leserpost (22)
Wilfried Cremer / 22.12.2017

Mir ist auch absolut unbegreiflich, wie mit den muslimischen Judenhassern umgegangen wird. Ein Beispiel: Der jüdische Schüler, der von Klassenkameraden bedroht und angepöbelt wird, muss in der Pause in Klassenraum eingesperrt werden, statt dass die Täter achtkantig aus der Schule fliegen. Was ist das denn für ein widerliches, saufeiges und - jawohl - auch kriminelles Verhalten der Schulleiter?

Judith Hirsch / 22.12.2017

Von der Politik ist da keinerlei Unterstützung zu erwarten. Ganz im Gegenteil: Die SPD -in Person von Schulz und Gabriel- wandelt auf den Spuren von Möllemann und versucht mit antijüdischen Äußerungen, die nur schlecht als Israelkritik camoufliert sind, Wähler zu gewinnen. Wer schon einmal selbst an einer verqualmten Kneipenhinterzimmer-Diskussion der Sozis teilgenommen hat, kennt das. Da wird von den Genossen ratzfatz die Maske fallen gelassen und klar gemacht, dass der Jud’ an allem schuld ist.

Leo Lepin / 22.12.2017

Ich muss zugeben, dass ich das verständnisvolle Verhalten gegenüber muslimischen Antisemiten und die mangelnde Unterstützung Israels seitens vieler Politiker und Medien einfach nicht begreife, obwohl ich mir darüber ständig den Kopf zerbreche. Ist es am Ende einfach verkappter Judenhass und Neid?

U. Langer / 22.12.2017

Da spreche noch jemand von “Lügenpresse”! Ganz ehrlich verkündet die ARD, warum sie nicht gleich von diesem gewalttätigen Antisemitismus berichtet hat. Wie in jeder Diktatur wartet man halt erst mal ab, was die Regierung dazu sagt. Man will ja nichts falsch machen!

Wilhelm Sacker / 22.12.2017

Eine beunruhigende Erkenntnis: Der Islam ist meiner Meinung nach in unsere Gesellschaft basierend auf christlichen Werten nicht integrierbar, schlicht und einfach. Ich war viele Jahre in arabischen Ländern. Habe mir aufgrund der dortigen Erlebnisse und Gespräche schon gedacht, wenn einmal eine Auseinandersetzung kommen sollte zwischen unserem Weichei-Christentum und dem rustikalen Islam, so haben wir keine Chance. Jetzt ist es so weit und unsere ehrbare Regierung steckt den Kopf in den Sand….

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