Das Statement des Kanzlers der zweiten Wahl Merz am Tag nach den Landtagswahlen in Berlin und MeckPom über die angebliche Gerechtigkeitslücke zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen war eine propagandistische Meisterleistung. Sofort wurde von den staatsnahen Medien kaum noch sein Totalversagen als Kanzler thematisiert, sondern darüber spekuliert, ob Merz nun die Privaten abschaffen will.
Die SPD nahm den Ball unverzüglich auf und sicherte Merz Unterstützung zu. Kurz vor den Wahlen hatte es ähnliche Vorschläge aus dem Haus von Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bas gegeben, die weitgehend unbeachtet geblieben sind. Für Bas war der Vorstoß von Merz ein Signal, dass sie keinerlei Konsequenzen für ihr Aufkündigen der bereits im Koalitionsausschuss beschlossenen Reformen befürchten muss. Für die Öffentlichkeit wurde wieder einmal deutlich, dass Merz gern über etwas spricht, wovon er keine Ahnung hat.
Ich bin seit 20 Jahren privatversichert. Dennoch kann ich so manche Horrorgeschichte von unserem Gesundheitssystem erzählen. Jüngst brauchte ich ein MRT. Der früheste Termin dafür war Ende November. Wegen meines Problems habe ich mich um eine Reha beworben. Frühestmöglicher Termin März nächsten Jahres. Auch wenn ich eine Therapie wegen akuter Schmerzen gebraucht hätte, wäre ein möglicher Termin erst im Februar 2027 gewesen. So sieht die Realität aus – selbst für Privatversicherte.
Anfang des Jahres wurde mein Beitrag um 20 Prozent erhöht. Die Krankenkasse begründete das mit dem politischen Druck, der auf sie ausgeübt wurde.
„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.”
Ein echter Vorteil einer Privatversicherung besteht darin, dass man auch angenommen wird bei Ärzten, die bereits keine Patienten mehr aufnehmen. Das hängt aber damit zusammen, dass die Ärzte ihre Leistungen zu einem höheren Satz abrechnen können als bei der Gesetzlichen. Das hilft den Praxen beim Überleben, denn sie sind in der Regel mit hohen Krediten für die medizinische Ausrüstung belastet.
Privatversicherungen haben einen Vorzug: Da der Patient zunächst alle Leistungen selbst bezahlen muss, bekommt er einen Eindruck von den Kosten. Wenn z. B. ein MRT mit 600 Euro zu Buche schlägt, entsteht nicht so leicht eine Vollkasko-Mentalität, wie sie bei der Gesetzlichen herrscht.
Die Äußerungen von Merz wurden noch am selben Tag vom Kanzleramt relativiert. Wir müssen abwarten, was daraus wird.
Nach der kürzlichen Bundestagsfraktionssitzung der Union steht fest, dass Merz als Kanzler weitermachen darf. Die Fraktion hätte übrigens auch keine Möglichkeit gehabt, ihn zum Rückzug zu zwingen, wenn er nicht von selbst zurücktritt oder die Vertrauensfrage stellt. Beides ist von Merz nicht zu erwarten, denn: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.”
Die Begründung für sein Festhalten am Amt ist, er wolle die Reformen, die Deutschland dringend braucht, durchführen. Welche Reformen meint Merz? Was bisher mühsam beschlossen wurde, ist von der SPD bereits öffentlich kassiert worden. Kommt stattdessen die Bürgerversicherung? Die wird Deutschland nicht zukunftsfähig machen.
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@ MarcusCato – „In den Altersrückstellungen der PKVen liegen einige Mrd. €, die er zum Stopfen der durch verantwortungslose Sozialpolitik verursachten Löcher“ – Diese Millliarden sind das letzte „öffentliche“ Vermögen, das diese Republik noch hat. Und das wollen sich die Linken natürlich gerne noch zum Finanzieren ihrer Phantasieprojekte unter den Nagel reißen, aus deren Sicht durchaus verständlich. Aber diese Denke hat auch der Bankräuber, der mit der Knarre in der Hand seinen „Beruf“ vor dem Bankschalter stehend angeht im Glauben, keinen Schaden zu verursachen, weil das zahlt ja am Ende die „Versicherung“.
Merz scheint sich zunehmend den Sozen anzupassen, frei nach Alfred Tetzlaff, „Sie sind im Grunde nicht verkehrt, haben nur Probleme mit dem Denken.“ Den „Bohlen“ erspare ich mir an dieser Stelle. Wie blöde kann man eigentlich sein, die letzten Wahlergebnisse der C-Parteien als Vorsitzender quasi aussitzen zu wollen, die daraus folgend verkündete Aufkündigung der sog. „Reformen“ durch den Koalitionspartner zu ignorieren und dem dann auch noch ohne Not die zuletzt nicht mehr öffentlich diskutierte „Bürgerversicherung“, ein Steckenpferd der Sozen, anzureichen? Wer so agiert, kann doch nur noch therapiepflichtig sein, „arbeitsfähig“ ist so jemand jedenfalls nicht (mehr), egal in welcher „Branche“.
@Detlef Rogge,
sehr interessant, deswegen liebe ich das Internet (auch wenn es immer mehr, ähm, kuratiert wird).
Als Familie (also nicht als Single) sollte man sich als Beamter im Freistaat Sachsen anheuern lassen. Beihilfe 100% für Familienangehörige (für den Hauptversicherten steigt die Beihilfe auf [mindestens] 70%).
Die unterschiedliche Handhabung (nach Arbeitsverhältnis, Wohnort, …) ist atemberaubend und -vermutlich- politisch gewollt. Da wird groß gefaselt und die lieben Beamten trifft das ganze Gewese eigentlich nicht. Im Ruhestand steigt die Beihilfe auf 70%.
Fun Fact: diejenigen, die sich am lautesten über Beitragserhöhungen der PKV beschweren sind…
…richtig, Beamte. Man fasst es nicht.
Ach so. Als Nicht-Beamter zahle ich den vollen PKV-Tarif (logo) und 20% der anfallenden Behandlungskosten. Nein, ich komme mir da nicht verarscht vor. Ich WERDE verarscht. Morgens, mittags, abends.
Bürgerversicherung haben die Niederlande seit 20 Jahren. Funktioniert um einige Dimensionen besser als unser Gesundheitssystem, bei dem Beamte gar nicht drin sind, weil der Staat seinen eigenen Leuten so was nicht zumuten will.
Da muss ich Frau Lengsfeld leider widersprechen. Ein sogenanntes Solidarsystem 〈defacto sozialistisch〉, dessen Zwangsmitglieder zur grenzenlosen Solidarität verpflichtet werden (GKV) und ein unsolidarisches System nebeneinander funktionieren nicht. Dann müsste schon jeder die Wahlfreiheit haben, ob und wo er teilnimmt. Besonders kritisch ist aber, dass diejenigen, die über das Zwangssystem bestimmen, in aller Regel nicht von ihren Entscheidungen betroffen sind. Das geht gar nicht!
Zur Erinnerung … die Solidargemeinschaft der GK-Versicherten zahlt ZWANGSWEISE gute 10 Milliarden EURO /a für die Bürgergeldler – „NUR“ 83% davon sind MigraHis – , für es heute dank CSDU fast KEINE Arbeitsamt-Sanktionen mehr gibt. Und Ärzte bekommen 16 Euro pro Patient und Quartal bezahlt. IRRE ! Über die Kosten der … 4 Millionen Merkel-Goldigen reden wir da noch gar nicht … !
„Nur Feinde sagen die Wahrheit; Freunde und Liebende lügen unendlich, gefangen im Netz der Pflicht.“ Stephen King
Wie die Rentenkommission im Sommer in ihrem Bericht „rentenkommission-2026 dot html“ dargelegt hat, fließen jährlich rund 124 Milliarden Euro in versicherungsfremde Leistungen, während der Bundeszuschuss nur 84 Milliarden Euro beträgt.
Die Differenz von etwa 40 Milliarden Euro könnte man an die 21 Millionen Rentner in Deutschland auszahlen, was rechnerisch für jeden Rentner etwas mehr als 150 Euro pro Monat wäre. – Das schrieb ein gelernter Bankkaufmann, der mit der Regierung auf Kriegsfuß steht.
Die Gefährlichkeit der KI scheint mir weniger darin zu liegen, daß sie die Macht an sich reißt und uns alle umbringen will, sondern daß sie unterm Teppich fündig wird und den Mantel des Schweigens aufhebt. Die grelle Transparenz in der politischen Geheimniskrämerei ist der wahre Störenfried.
Die Einbrüche der Agenten sind meines Erachtens vorgeschoben, damit wir akzeptieren, wenn die technisch zurückgefahren werden.