Dass ausgerechnet der Chef der CDU – jener Partei, die das Wort „atlantisch“ früher quasi im Briefkopf führte – nun zum Posterboy für Teheran-Sympathisanten mutiert, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Man wartet eigentlich nur noch darauf, dass Merz in Ankara mit einer Ehrenmitgliedschaft in der Anti-NATO-Liga ausgezeichnet wird.
Besonders reizvoll ist dabei die transnationale Harmonie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu geben: Je weiter die Realität rechts überholt, desto kreativer wird das Bild, das dem braven Gebührenzahler serviert wird. Während man in Deutschland bei ARD und ZDF noch händeringend versucht, Merz’ diplomatische Geisterfahrt als „neue Souveränität“ zu verklären, greift der türkische ÖRR (TRT) dankbar zu. Die staatlichen Sender beider Länder sind sich in ihrer Mission einig: Wenn die Wahrheit stört, malt man sich eben eine neue.
Besonders skurril: Während Donald Trump in gewohnt subtiler Manier – irgendwo zwischen verbalem Vorschlaghammer und herablassendem Spott – Friedrich Merz politisch bereits fachgerecht zerlegt hat, herrscht in der türkischen Medienlandschaft dazu kollektives Schweigen. Dass der „große deutsche Hoffnungsträger“ in Florida bereits als diplomatisches Leichtgewicht abserviert wurde, passt eben nicht ins Narrativ vom mächtigen Verbündeten gegen Washington. In den Talkshows von Istanbul bis Ankara wird der „Löwe Merz“ besungen, während die US-Realität ihn längst als Bettvorleger behandelt.
Die mediale Spiegelwelt: ÖRR hüben wie drüben
Hier offenbart sich der einzige, aber feine Unterschied: Wenn es gegen Israel oder die USA und pro Iran geht, geschieht in der Türkei das mediale Wunder der totalen Synchronisation. Dann verschmelzen Erdogans Propagandamaschinen und die ohnehin spärlich gesäten „freien“ Medien zu einer einzigen, dröhnenden Echo-Kammer. In dieser parallelen Realität schrumpft die komplexe Weltpolitik auf ein simples Schwarz-Weiß-Schema zusammen, in dem Merz die Rolle des nützlichen Idioten übernimmt, ohne es vermutlich selbst zu merken.
Der größte Witz bleibt das Bild, das in der Türkei von Deutschland gezeichnet wird. Man verkauft dem türkischen Bürger Merz als einen „Global Player“, dessen Kritik das Weiße Haus erzittern lässt. Dabei ist dieses Deutschland längst damit beschäftigt, den Ruin der eigenen Industrie zu verwalten, während es auf der Weltbühne nur noch als statistisches Rauschen wahrgenommen wird. Die „deutsche Stimme“, die in türkischen Talkshows so laut hallt, ist in Wahrheit nur das Pfeifen im Walde einer Nation, die ihren Einfluss längst zwischen Peking und Washington verloren hat.

Vielleicht kann man ihm einen Türkei-Urlaub spendieren. Wo er es doch so schwer hat. Schwerer als jeder andere Kanzler vor ihm…und jetzt trendete auf Twitter auch noch der Hashtag #Heulsuse. Hat jemand ein Taschentuch? Der sensible Lars könnte gleich mitfahren, und mit dem sensiblen Friedrich in den Sonnenuntergang schreiten. Vielleicht gefällt es ihnen so gut, dass sie nicht zurückkommen.
… und Erdogan der beliebteste Kanzler in Berlin. So haben alle etwas davon.
Danke, trefflich auf den Punkt gebracht, nur zu nett.
ICH wünsche mir da die Bärbecker-In oder die schocke äh schicke Lang-In zurück – die eine konnte wenigstens Trampel-Innen, Bandwurmsätze sogar wahnsinniges Engelisch und die andere war so ansehn – oh es klingelt an der Tür gerade …
Zu behaupten, Merz agiere ohne Fortune, wäre stark untertrieben. Der Mann ist einfach ein Fettnäpfchensuchgerät, ein Spezialist für den sicheren Griff ins Klo. Da muß er dem Donald vorwerfen, dilettantisch in den Krieg hineingestolpert zu sein und jetzt keine Exitstrategie zu haben. In Wahrheit war der Angriff überfällig, es sei denn man befürwortet Atomraketenangriffe auf Israel oder auch auf Europa. Aber für einen erhofften Dreiminutenruhm, den ihm die linke Lumpenpresse noch nicht einmal gewährte, treibt er den bereits wütenden Trump in die Raserei. Die Revanche wird kommen, keine Sorge.
Danisch treffsicher wie immer: „Ich halte den Mann für eine Fehlbesetzung. Der ist da auf dem falschen Posten. Und ich habe zunehmend den Eindruck, dass er da mit mir einer Meinung ist. Ich frage mich, wie der sich das eigentlich vorgestellt hat. Er macht da den Gottkanzler, tritt auf dem internationalen Parkett auf, lässt ein paar lockere Sprüche ab, überlässt das Land der SPD, und alle machen einen Bückling vor ihm?“
Die Amis schenken jetzt dem Russen Byzanz/Stanbul, wenn der die UA in Ruhe lässt. O.k. deal? Dann glotzt er aber, der Türke. Und schmollt in Ankara/Anatolien. Yol, der Weg. Russland in der NATO anstatt Türkei wäre mir ohnehin lieber, mit der Oblast Kaliningrad als Hauptquartier der NATO, unter den woken Augen eines gewissen Immanuel Kant, vormals Keenigsberch. Der kategorische Imperativ regiert die Welt … .