Peter Grimm / 24.07.2021 / 16:00 / Foto: Gerd Seidel / 64 / Seite ausdrucken

„Merkel sieht alles“

Dorothee Bär (CSU) ist als Digital-Staatsministerin im Kanzleramt nicht nur eine bekannte Vertreterin toller Ideen, wie der vom Lufttaxi, sondern könnte auch einen Angela-Merkel-Elogenwettbewerb gewinnen.

Sollte sie nicht noch eine überraschende Amtszeitwende vollziehen, dann könnte in einigen Monaten Angela Merkels Ausstieg aus dem Kanzleramt anstehen. Ob aus Höflichkeit, dem Willen, ihr den Abschied zu versüßen oder einer prophylaktischen Unterwürfigkeit für den Fall, dass sie doch im Amt bleibt – im Politik- und Medien-Soziotop läuft die Elogen-Produktion. Da entdecken manche Eigenschaften einer Kanzlerin, die dem durchschnittlichen Beobachter 16 Kanzlerinnenjahre lang verborgen geblieben sind. So bedauerte beispielsweise Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) gerade gegenüber dem „Spiegel“, dass Angela Merkel nicht aktiv twittert, meldet sueddeutsche.de. Das hätte ihr nämlich die Gelegenheit gegeben, "mehr Menschen ihren tiefsinnigen, subtilen Humor zu zeigen."

Wow! Wer hätte ohne diese Worte von Dorothee Bär gewusst, dass Angela Merkel hinter ihren sedierenden langen Halbsatzketten einen „tiefsinnigen, subtilen Humor“ verbirgt. Das ist nicht die einzige Faszination Merkels, zu der sich Bär gern bekennt. So staune sie immer wieder, wie gut die Kanzlerin informiert sei. "Manchmal lobt sie mich, wenn sie findet, dass ich etwas auf Twitter gut begleitet habe. Sie spricht einen auch auf alle möglichen Presseartikel sofort an. Hammer. Quasi in Echtzeit. Man muss wissen, egal was man tut: Sie sieht es", wird Bär zitiert. Schön zu lesen, wie sehr sich die Dorothee über Muttis Lob freut, nicht wahr? Da vergessen wir doch gern, dass diese infantile Freude von einer Frau kommt, die der Steuerzahler mit einer üppigen Staatssekretärsbesoldung ausstatten muss.

Immerhin ist ihre Aussage von großer inhaltlicher Stärke. Ihr „…egal was man tut: Sie sieht es" heißt ja nichts anderes als „Merkel sieht alles“.

Auch das Erstaunen der Staatssekretärin darüber, dass die Regierungschefin mit ihrem großen Apparat und vielen Mitarbeitern hinreichend informiert ist, zeugt von einer kindlich-naiven Vorstellungswelt. Unklar bleibt allerdings, ob Dorothee Bär selbst in einer solchen Vorstellungswelt lebt oder selbige nur bei den Bürgern vermutet (bzw. bei den Spiegel-Lesern).

Ganz souverän und stilsicher kann die digitale Galionsfigur der Bundesregierung ihre Chefin loben: "Ich habe mir immer eingebildet, dass ich eine große innere Ruhe habe. Aber ich komme mit Abstand nicht an Angela Merkel ran", wird Bär zitiert. Schön, sich das Kanzlerinnenamt als einen Ort vorzustellen, an dem die amtsansässigen Frauen um mehr innere Ruhe wetteifern können. Es stören da nur, wie Staatssekretärin Bär weiß, die Männer: "Wenn manche Männer sich in Sitzungen gebaren, wie das Männer halt tun, dann könnte ich mich immer noch drüber aufregen."

Aber kein Mann hat so schön kindlich-naive Ideen für Merkel-Elogen formuliert, oder? Die Noch-Staatssekretärin könnte einen Angela-Merkel-Elogenwettbewerb gewinnen, wenn es denn einen gäbe.

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Ralf.Michael / 24.07.2021

Nach Stoibär, ProblemBär, Söbär, Erklärbär und Bockbär jetzt Zu guter Letzt noch den DigitalBär ?? Wahnsinn, da kann ich ja gleich nach Kodiak-Island umziehen. die haben dort nur den KodiakBär, kann man sich leichter merken….

Hans-Peter Dollhopf / 24.07.2021

Herr Grimm, immer wieder genüsslich, wie Sie Pflunzen zubereiten.

Lutz Herzer / 24.07.2021

Jedes Mal, wenn ich die Stimme von Dorothee Bär höre, etwas Kreissäge mit bayrisch-katholischem Timbre, wird mir aufs Neue schlagartig klar: Mit der Ehe für Alle hat sich die Natur ein Rückzugsgebiet geschaffen. Nichts anderes ist geschehen.

Mathias Rudek / 24.07.2021

Also sorry, die Bär ist komplett inkompetent und dieses gespreizte Getue, wenn es um die Männer geht ist sowas von aufgesetzt. Diese Aufgesetztheit ist dermaßen künstlich inszeniert, da merkt doch jeder, daß die Latex-Lady einen an der Waffel haben könnte. Völlig überflüssiges, überbezahltes Personal.

Karsten Dörre / 24.07.2021

“Danksagung” (1953), Johannes R. Becher: “...Nun lebt er schon und wandert fort in allen und seinen Namen trägt der Frühlingswind und in dem Bergsturz ist sein Widerhallen und Stalins Namen buchstabiert das Kind. Wenn sich vor Freude rot die Wangen färben, dankt man dir, Stalin, und sagt nichts als: »Du!« Ein Armer flüstert »Stalin« noch im Sterben und Stalins Hand drückt ihm die Augen zu…”

Horst Kruse / 24.07.2021

Frau Bär sollte sich auf ihre Kernkompetenz zurückziehen : Latex - Outfit !

Ralf.Michael / 24.07.2021

Dorothee Bär, ich glaube, Die kommt nicht vom VölkerRecht, sondern irgentwie aus der Digital-DingsBums, leider auf dem gleichen LowLevel-IQ wie all die anderen Dummköpf_*innen auch, :o(( Trotzdem ist es für mich immer wieder faszinierend, wenn solche Schwachmat_*innen von Dingen fabulieren von denen sie Null Ahnung haben…..

Wilfried Düring / 24.07.2021

Frau Bär gehört zum Widerlichsten und Dümmlichsten was der deutsche Politik-Darsteller-Betrieb in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Vor einigen Tagen ging ihr neuester intellektueller Erguß durch die deutsche Tagespresse. Madame behauptet(e): ‘... Jesus würde heute twittern ... !’ Als gelernter Dunkel-Deutscher verkneife ich mir einen Kommentar zur Aussage Bärs, weil dieser Kommentar gegen das Strafgesetzbuch verstoßen würde. Eine Partei, die ihr Land an die Grünen verrät (Kollaboration mit den Gruenen durch Aufkündigung des ‘Kohlekompromisses’, ausgesprochen durch MP Soeder; vgl. hierzu das Interview mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer im Cicero), eine Partei die solche Figuren wie Scheuer und Bär zu Spitzenkandidaten macht, darf man nicht wählen!!! Bayern -> Wählt AFD!  Deren Spitzenkandidaten in Bayern, Peter Boehringer und Corinna Miazga, kann man vertrauen, so denke ich.

S.Müller-Marek / 24.07.2021

Wusste gar nicht, dass in Merkels Allerw….....  noch Platz war!

Horst Jungsbluth / 24.07.2021

Vor langer, langer Zeit wurde ein gerade bestallter Minister (ich glaube, es war einer von der CDU) von einem Journalisten gefragt, wie er dieses Amt denn führen wolle, da ihm doch sämtliche Fachkenntnisse fehlen, worauf der kess antwortete, dass er zwei Staatsekretäre bestellen werde, die über nötige Kompetenz verfügen würden. Also, man stelle sich das einmal in einem anderen Beruf vor. In der Zwischenzeit haben sich die sich rasant vermehrenden StaatssekretärInnen den MinisterInnen an Inkompetenz angepasst, wobei wohl Winston Schmitt mit Sawsan Chebli den “Nagel auf den Kopf” getroffen hat.

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