Peter Grimm / 23.11.2019 / 13:00 / Foto: wellcomeimages.org / 13 / Seite ausdrucken

Meisterwerke betreuender Berichterstattung (4)

Gelegentlich würdigen wir ja an dieser Stelle exemplarisch einige der Meisterwerke fürsorglich-betreuender Berichterstattung in Deutschland. Immerhin mühen sich etliche Medien-Werktätige hierzulande, in bestimmten Meldungen ihre Konsumenten nicht mit Fakten zu verunsichern, die zu falschen Weltbildern führen könnten. So hat beispielsweise hna.de am Donnerstag in schonender Form folgendes berichtet:

„Im Anschluss an einen Gaststättenbesuch sind zwei 25 und 28 Jahre alte Männer in der Nacht zu Donnerstag in der Göttinger Innenstadt von Unbekannten angegriffen worden.

Nach Erkenntnissen der Göttinger Polizei wurden die beiden Männer zunächst längere Zeit verfolgt und gegen 0.55 Uhr im Bereich des Albaniplatzes schließlich körperlich attackiert.

Bei dem Übergriff erlitt der 25-jährige aus Northeim leichte Verletzungen. Sein Begleiter aus Göttingen blieb unverletzt. Die Angreifer flüchteten anschließend in unterschiedliche Richtungen. Eine Fahndung verlief ergebnislos. Aufgrund der bislang bekannten Umstände geht die Göttinger Polizei von einer politisch motivierten Tat aus. Das Staatsschutzkommissariat ermittelt.“

Die Frage, welche Umstände die Vermutung einer politisch motivierten Tat nahelegen, wird nicht gestellt. Für manche Medienkonsumenten wäre vielleicht allein der Umstand, dass es politisch motivierte Gewalttaten aus ganz verschiedenen Richtungen gibt, mit dem eigenen Weltbild schwer zu vereinbaren. Das muss der moderne Berichterstatter in diesem Falle schon berücksichtigen.

Foto: wellcomeimages.org CC-BY 4.0 via Wikimedia

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Peter Wachter / 23.11.2019

“...... längere Zeit verfolgt…..”. Die Variable Zeit begründet noch keine Hetzjagd, erst die Variable Weg, da aber schon nach 10 Meter !

Robert Krischik / 23.11.2019

Ich denke mir bei sowas, dass es nachts dunkel ist und die mutmaßliche Presse keine gesicherten Informationen bekommen hat, was vorgefallen ist, aber dass da was war, das muss man dann doch erstmal sagen, bevor es andere sagen.

Hans-Peter Dollhopf / 23.11.2019

Da in der betreuten Mitteilung steht: “Bei dem Übergriff erlitt der 25-jährige aus Northeim leichte Verletzungen. Sein Begleiter aus Göttingen blieb unverletzt”, dürfte es sich bei den Angreifenden wohl um bereits entkräftete Veganerinnen gehandelt haben.

Andreas Rochow / 23.11.2019

Wenn der Staatsschutz eingeschaltet wird, handelt es sich offenkundig um eine politisch motivierte Tat. Der wackere Medienaktivist von der HNA nimmt sich heraus, den Lesern den eigentlich sinngebenden Kern dieser Nachricht zu verschweigen. Er brüstet sich aber damit, dass ihm die Umstände, die auf politische Motive der Verfolger schließen lassen bekannt seien. Er tut so, als sei er Angestellter eines Geheimdienstes. Mitarbeiter von Propagandaorganen des Merkelismus unterdrücken brav das Journalistische ihrer Tätigkeit, wenn sie überhaupt noch wissen, was das ist. Durchaus Ausdruck eines eklatanten Politikversagens, genauer Regierungsversagens, wenn die Medienarbeiter nicht mehr informieren.

Thomas Taterka / 23.11.2019

@Adolf Donald Adolf Murmelstein von der Böse : Bei einem Film wie ” Uhrwerk Orange ” noch nach Jahren. Ich sah den 1977 bei einem Schulausflug nach West - Berlin 3 mal in einem Kino am Kurfürstendamm. Und danach noch einige Male, um seine inhaltlichen und stilistischen Feinheiten zu studieren. Er ist frisch wie am ersten Tag . Ist alles drin über Gewalt jeglicher Art und den Seitenwechsel von Böse zu Gut.

Günter Schlag / 23.11.2019

@Dieter Franke, wenn es umgekehrt wäre - die Meldung wäre ein ausführlicher, aufrüttelnder Artikel gewesen mit Seitenhieben auf die AfD. So lohnt meist ein Blick in die Kommentare. Geistige Brandstifter gibt es links ja keine.

A. Ostrovsky / 23.11.2019

“Immerhin mühen sich etliche Medien-Werktätige hierzulande, in bestimmten Meldungen ihre Konsumenten nicht mit Fakten zu verunsichern, die zu falschen Weltbildern führen könnten” Wie wahr! Erst gestern haben wir hier von einem BILD-Chefredakteur gelesen, was an Merkel und Steinmeier wirklich dran ist und dass es die BILD-Screiber waren, die hier immer gegen die Islamisierung gekämpft haben, während in Dresden die Merkelfans von Pegida mit Trillerpfeifen bis in die Springer Redaktionsetagen gedröhnt haben, so dass man keinen klaren Gedanken fassen konnte. Demgegenüber erscheint die häufig kolportierte Verschwörungstheorie als Witz, Erich Mielke wäre der uneheliche Sohn J. Edgar Hoovers mit Frank Sinatra gewesen. Nur singen konnte er nicht. Deshalb ließ er andere singen. Und selbstverständlich waren es die ewig rechtsfaschistischen Deutschen, das Tätervolk, das die regelmäßigen Belobhudelungen der jeweiligen Großen Vorsitzenden für Merkel und Steinmeier populistisch auf der Straße niedergeschrien haben. Dabei haben doch die Vorsitzenden des Zentralrates, wie einst die des Zentralkommitees, immer gewarnt! Wer würde sagen, wir wären nicht gewarnt worden, immer und immer wieder. Aber der Deutsche ist nunmal ein Nazi, da helfen alle Warnungen nichts. Die rufen ihre antisemitischen Hetzen jetzt sogar auf Arabisch, so verstockt sind die Deutschen! Ekelhaft! Karl Eduard von Knack, hieß vorher Schnitzler. Er war ein Aufpeitscher, ein Verdreher, einer der immer im Recht ist. Das ist, wie ihr werden sollt! Wie lange müssen wir noch warten? Aber bildet Euch nicht ein, Ihr wäret die einzigen, die alles so verdrehen können, dass man mit der Faust auf den Tisch hauen müßte, damit die Lügen sichtbar werden!

Dieter Franke / 23.11.2019

Göttinger Medien melden, daß es sich um einen “Links-Rechts-Konflikt” handele und die Opfer der “rechten Szene” zuzuordnen seien. Grund genug also um die Tatsachen zu glätten wenn die Schläger Antifanten sind.

Steffen Huebner / 23.11.2019

Psst, nicht so laut fragen! Für den eingeübten Leser reicht der Inhalt der Meldung völlig aus - zumindest für den, der zwischen den Zeilen lesen kann…

Adolf Donald Adolf Murmelstein von der Böse / 23.11.2019

Wann kann man eigentlich zeitlich von einer Verfolgung sprechen? Nach 1, 5 oder 1 Stunde?

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