
Und der Stress lässt sich ja noch steigern, indem man sich z.B. die Symbole des Establishments im Sinne einer feindlichen Übernahme aneignet. Z.B., statt der schwarz-weiß-roten Farben bei regierungskritischen Demos konsequent schwarz-rot-gold zeigen. Oder grün. Sind bestimmt tolle Bilder, wenn z.B. Kritik an der Coronapolitik mit den Farben und Symbolen der Altparteien verbunden wird. Da weiß dann vom Establishment keiner mehr, ob er nun dafür oder dagegen ist, wenn abends die Tagesschau läuft.
Ich habe heute Herr Köppel direkt widersprochen. Natürlich braucht eine (lebhafte) Demokratie Opposition und auch Widerspruch. Aber es darf doch nicht sein, dass die politische Opposition z.B. keine Räume für ihre Anlässe mieten kann, dass man Restaurants bedroht, wenn sie die AFD bewirten, dass Auto beschädigt werden, Häuser beschmiert, ja politische Gegner gar körperlich angegriffen werden. Schriftsteller dürfen Lesungen nicht halten, Wissenschaftler dürfen in Universitäten ihre Vorträge nicht halten, Leute die die unsinnige Corona-Politik kritisieren werden entlassen, Geschäfte boykottiert usw. usf. Nein, nein ich sehe in Deutschland keine Knospen der Demokratie, ich sehe Deutschland in seine finsterste Zeit zurückgeworfen, wo die Gestapo und die Nazis das Sagen hatte.
Da ist sicher etwas dran und sicher ist die Wahrnehmung bei mir deshalb etwas anders, weil ich mich viele Jahre im öffentlichen Meinungsbild durchaus wiederfand, so bis etwa vor 10 Jahren, d.h. ich war irgendwie Mainstream, obwohl ich das wahrscheinlich nicht so gesehen habe. Damals waren andere “0pposition”, die Linke musste sich vom Schock von 1989 erholen. Dieser Schock war offensichtlich hilfreich, für die Linken. Ich werde versuchen, die Lage mal aus dieser Perspektive zu sehen, mal schauen, ob die Hypothese trägt?
Die Wut und Aggression mit der gegen jegliche abweichende Meinung vorgegangen wird, bestätigt Roger Köppel. Früher, als den Menschen noch nicht so viele Kommunikationsmittel zur Verfügung standen, wurden Kritiker und Andersdenkende viel leichter marginalisiert, da hat er vollkommen recht. Es stellt sich nur die Frage, wie lange das noch gut geht. Wann holen die ersten die Spitzhacken und Spaten wirklich heraus, um einen unliebsamen Gegner zu meucheln. Erst brennen die Bücher dann die Menschen könnte man auch umformulieren: erst brennen die Worte…! Übrigens sollte Herr Köppel nicht so mit dem Defätismus der Schweizer angeben, die äußerst knapp gegen mehr Klimaschutz gestimmt haben. Äußerst knapp. Auch in der Schweiz glauben beinahe 50% der Bevölkerung man könne das Klima in 1000 Jahren mit CO2 sparen beeinflussen. Diese komplett irre Behauptung, die man mit Computersimulationen zu beweisen sucht, hat die Hirne von vielen Menschen komplett vernebelt. Hoffnung besteht allerdings, wenn doch mehr als 50% sich dem Massenwahn widersetzen.
Ja, es gibt inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen, von denen die meisten auch geäußert werden. Noch. Denn: sind die Meinungen nicht wenigstens größtenteils vereinbar mit dem MerkelMainstream, werden sie mittel- oder sogar kurzfristig unterdrückt, gemobbt, gecancelt. Freiheit gibt es in D nicht mehr. Die hat die Sozitusse im Kanzlersessel ausgemerkelt. Schaumer mal, wie lange es Achgut oder reitschuster noch geben darf…
Roger Köppel hat recht: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Wenn man also Opposition ist, muss man lernen, richtig gut zu sein. Und einstecken können muss man auch. Sonst hält man besser den Mund.
Der Autor interpretiert Meinungsfreiheit auf eine sehr eigenwillige Weise. Die Gleichschaltung der Medien, die Corona-bedingten Grundrechtseinschränkungen und Notstandsgesetze, das brutale Vorgehen gegen ungeliebte Demonstrationen, eine Politik gegen das eigene Volk unter der Flagge des Kulturmarxismus, die Ausgrenzung der einzigen Oppositionspartei sind nicht einfach ein Ausdruck dafür, dass in Deutschland im Sinne eines parlamentarischen Meinungsstreites und freier Meinungsäußerung alles normal verläuft. Nach der Logik des Autors müsste an Orten der größten Unterdrückung die größte Meinungsfreiheit herrschen, da sich das Establishment ja nur gerechtfertigterweise gegen die Rammböcke an den Zugbrücken wehrt, um die Burgfräuleins (ist damit Frau Merkel gemeint?) zu schützen. Wer Zwang und Unterdrückung für einen legitimen demokratischen Prozess im Diskurs von verschiedenen Meinungen hält, ist entweder fehlgeleitet oder gehört selbst zum Establishment der Unterdrückung.
Sehe ich nicht so. Beispiel Religionskritik: War früher möglich und gehörte auch bei Linken zum guten Ton. Kritik am Christentum ist nach wie vor möglich. Aber Islamkritik? Das wird gefährlich. Und wie sieht es mit der Cancelculture aus? Das sieht mir nicht nach dem üblichen Widerstand des Establishments gegen Opposition aus. Das ist etwas anderes. Existenzen werden vernichtet. Wer was falsches sagt, für den kann es regelrecht gefährlich werden. Hierzulande greifen vom Staat subventionierte Schlägertrupps, die sich “Antifa” nennen, Personen an, die sich zu weit vorwagen. Der sog. Rechtssaat nimmt es mit Schulterzucken zur Kenntnis. Auch der Abbau des Rechtsstaates ist bedenklich.
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