Gunter Weißgerber / 01.07.2020 / 06:15 / Foto: Pixabay / 57 / Seite ausdrucken

Meine Bundestags-Rede: Der verlorene Kompass

Die Bundeszentrale für politische Bildung bat die ehemaligen Abgeordneten der ersten freigewählten Volkskammer der DDR um eine fiktive Bundestagsrede vor dem Hintergrund 30 Jahre Deutsche Einheit. Hier mein Part: 

Denkanstöße zur Lage der Nation – Fiktive Rede im Deutschen Bundestag 

von Gunter Weißgerber

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

1990 begaben sich die Ostdeutschen mehrheitlich unter das Dach der Deutschen Einheit, um durch die Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der NATO ihre 1989 gewonnenen Freiheiten irreversibel absichern zu können. Nie wieder sollte die Hand des Moskauer Bären nach uns greifen. Spätestens am 19. August 1991 dürfte es vielen, die vorher noch der Möglichkeit eines „Dritten Weges“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus anhingen, klar geworden sein, dass wir im Falle eines Putschistensieges in Moskau in der Falle von 1953, 1956, 1961, 1968, 1981 gesessen hätten – mit all den brutalen Folgen, die in den Geschichtsbüchern (noch) nachlesbar sind.

Ich danke noch immer dem Glück, welches mich 1989/90 an Freiheit, Demokratie und Deutscher Einheit hat mitwirken lassen! Doch wie steht es mit unseren Wünschen von damals in Bezug auf deren Solidität heute?

Das Demonstrationsrecht erkämpften wir gegen die hochgerüstete Staatsmacht 1989 zuerst. Das gelang auch, weil Michail Gorbatschow den deutschen Kommunisten in Ostberlin seine Schützenhilfe gegen die Bevölkerung verwehrte und die SED-Führung inklusive ihres Offizierskorps in Armee und Polizei Angst hatte, dass sich die Waffen der Soldaten und Polizisten gegen sie selbst und nicht gegen das Volk richten würden.

Das Demonstrationsrecht ist seiner Natur nach unpolitisch und gehört keiner einzelnen Gruppe, Partei oder Regierung. Der parteipolitisch unabhängige und wehrhafte Staat schützt den Rechtsrahmen des Grundgesetzes und damit die offene plurale Gesellschaft. Soweit zum Ziel der meisten 89er Demonstranten „mittelosteuropaweit“.

Wir wollten das Demonstrationsrecht für alle in einer weltanschaulich neutralen Republik im Rahmen von freien Wahlen, Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive, Judikative – und unabhängige Medien, die darauf achten, dass Verfassungsfeinde nicht den Staat okkupieren können. Wer Verfassungsfeind ist, stellt dabei nicht die politische Konkurrenz fest. Das ist allein Sache des Bundesverfassungsgerichts. Soweit die Theorie seit 1848 und 1989.

Wie steht es um die Praxis des Jahres 2020?

Das Demonstrationsrecht ist seitens des Staates sicher. Das merken die rechten und linken Ränder der Gesellschaft immer wieder – deren Demonstrationen werden polizeilich geschützt.

Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit stehen jedoch von anderer Seite unter gewaltigem Druck. Unter der spalterischen Parole "Kampf gegen rechts" unterliegt inzwischen jede auch nur in Details von der Regierungslinie abweichende Meinung dem offiziösen Verdikt: "Rechts", "Nazi", "Verschwörerungstheoretiker", "Skeptiker" und – ganz neu – "Rassist". Obwohl die Bundesregierung parteipolitisch neutral sein muss – Innenminister Seehofer wurde dies beispielgebend vom Bundesverfassungsgericht im Juni eindringlich ins ministerielle Stammbuch geschrieben –, fördert sie unverhältnismäßig Aktivisten und Vereine/Antifa/NGOs, die das politische Leben der res publica mit einer Linksaußenbrille beurteilen.

Statt den Extremen aller Seiten – den rechten, den linken, den islamistischen – beherzt entgegenzutreten, verlor diese Bundesregierung den Kompass der ausgleichenden Mitte und brachte die Bundesrepublik in die schwierigste Schieflage seit ihrem Bestehen.

Politisch äußert seine Meinung nur noch öffentlich, wer auf Regierungs- und Antifa-Linie lustwandelt. Nachfragend oder kritisch äußert sich inzwischen nur noch, wer mutig und/oder unabhängig ist oder wer nichts zu verlieren hat. Große Teile der Bevölkerung sind längst auf dem Weg in die private Nische und gehen der Republik verloren. Das können sich Diktaturen vermeintlich leisten, Demokratien gefährden sich damit selbst.

Die Öffentlich-Rechtlichen Medien haben eine traurige Genese zum Staats- und Regierungsfunk hinter sich. Der Glanz von ARD und ZDF ist perdu. Für immer? Auch vielen privaten Medien ist das so hinter den Spiegel zu stecken. Die „Vierte Gewalt“ wurde zum Transmissionsriemen der Kabinette Merkel I–IV. Inzwischen werden sie zum Teil staatlich bezuschusst. Aus unabhängigen, der objektiven Berichterstattung verpflichteten Medien wurden abhängige, einseitige, die Pluralität verheimlichende Organe. Kehren wir um!

Meinten die meisten 89er Demonstranten im Sinne Voltaires, jede Meinung, sei sie noch so ärgerlich, müsse geäußert werden dürfen, so ist 2020 festzustellen, dass das Behindern nicht verbotener Demonstrationen geduldet wird und das Äußern eigener, vom Regierungskurs abweichender Meinungen zwar (noch?) nicht ins Gefängnis oder ins Lager führt, aber die Existenz kosten kann. Eine offene Gesellschaft, die nicht atmen kann, führt sich ad absurdum.

Unsere Freiheit folgte 1989 dem gerade gewonnenen Demonstrationsrecht auf dem Fuß. Abgesichert hatten wir die Freiheit in einem ersten Schritt mit der ersten und letzten freien Volkskammerwahl. Seit dem 18. März 1990 besaß die DDR-Bevölkerung erstmals ein Parlament und eine Regierung, die aus freien Wahlen hervorging. 2020 besitzen wir diese Freiheit noch immer. Werden wir sie nach einem ökologischen Umbau noch immer besitzen?

„Freie Wahlen!“ war eine Hauptforderung 1989. Wir setzten diese Forderung durch und wählen seitdem regelmäßig die Parlamente der verschiedenen Ebenen. 2020 ist zu konstatieren, im Lande gibt es Bestrebungen, das Wahlrecht zu deformieren. Die große Zahl der Überhangmandate führt zu abstrusen Überlegungen, die Erststimmen (Direktmandate) zu Lasten der Zweitstimmen zu kürzen – also den Proporz zwischen direkter Demokratie (Direktmandat) und Parteiendemokratie (Parteilistenplatz) zugunsten der Parteilinien zu verzerren. Käme es dahin, verkäme die Bundesrepublik zu einer stärkeren Beute von Parteien. Kreativität, Mut, Entschlossenheit würden unter Kandidaten und Abgeordneten in die Nische der Existenzsicherung entfleuchen. Die Bundesrepublik würde eine andere, unsympathischere.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

1989 kam mit „Freie Wahlen jetzt!“ eine zentrale Forderung von „unten“. 2020 mehren sich Forderungen von „oben“ nach Wahlwiederholungen. Im Februar dieses Jahres wurde der Freidemokrat und Katholik Thomas Kemmerich in geheimer Wahl zum Minderheits-Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Sein Regierungsangebot hatte er an CDU, SPD und Grüne gerichtet. 1989/90 hätte diese Wahl Bestand gehabt. Die Ostdeutschen wollten nach Jahrzehnten von Diktatur und Einheitsliste frei wählen und die Ergebnisse akzeptieren.

Was hat sich in den vergangenen dreißig Jahren so dramatisch verändert, dass es einer faktischen Obrigkeit möglich ist, Wahlen und Wahlergebnisse nach politischer Wetterlage gebrauchen oder missbrauchen zu können? Drei Jahrzehnte war es – gut begründet – nicht möglich, der Regierungslinie unangenehme Wahlergebnisse rückgängig zu machen. Kritiker von SED-PDS/Linke-Kooperationen kämpften zwar gegen solche Bündnisse an, akzeptierten diese letztlich jedoch immer und immer wieder. Aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung vor dem Föderalismus im Staat und in den Parteien.

2020 maßte sich die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, eine ehedem Ostdeutsche, die Forderung nach Rückgängigmachung der juristisch einwandfreien Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Kemmerich an. Zentralstaat schlug Föderalstaat. Ein Dammbruch.

Ebenfalls 2020 erlebten wir die Diskussionen um die Wahlen des Kulturamtsleiters von Radebeul und einer linksextremen Politikerin in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfassungsrichterin. Im Fall von Jörg Bernig setzte die Obrigkeit eine Neuwahl an, der sich der juristisch einwandfrei gewählte Delinquent konsequenterweise nicht aussetzte. Er hätte das allen 89er Forderungen zuwiderlaufende Verfahren akzeptiert. Für ihn, für sehr viele Demonstranten von damals, wäre das ein Schritt hinter die Friedliche Revolution gewesen. Anders der Fall Borchardt. Sie bleibt trotz Protesten selbstverständlich im Amt, keine Obrigkeit fordert deren Rückzug. Dabei ist diese Frau tatsächlich eine Feindin der „Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung“. Was Jörg Bernig definitiv nicht ist. Er ist im Gegensatz zur linken Verfassungsrichterin mit verfassungsfeindlichen Anschauungen ein Demokrat, der innerhalb des politischen Systems auf dem vormaligen Platz der CDU der Zeit vor Frau Merkel positioniert ist. Muss die CDU-Geschichte 1949 bis 2005 nun umgeschrieben werden?

Ich bin erschüttert und komme zurück zu 1989

Ich sage es so, der Weg vom „Freie Wahlen jetzt!“ zum „Wählen lassen, bis es passt“ ist ein Weg zu 1984, zu Die Farm der TiereFahrenheit 451 oder Der vormundschaftliche Staat. Halten wir inne! Besinnen wir uns! Geben wir der Meinungs-, der Wissenschaftsfreiheit und dem Demonstrationsrecht wieder den Platz, den sie noch vor wenigen Jahren einnahmen und diese Republik zum Besten machten, was es je innerhalb deutscher Staatsgrenzen gab.

Stichwort Wissenschaftsfreiheit: These und Antithese, das Hinterfragen scheinbar fester Positionen, scheinbar unwiderlegbarer Erkenntnisse gehört seit der Aufklärung zum Besteck seriöser Wissenschaft. Dieses Besteck verlor in den letzten beiden Jahrzehnten in Deutschland, aber auch weltweit, an Bedeutung. Aus einer Wissenschaft, die sich im kreativen Diskurs von These und Antithese immer weiterentwickelte, wurde ein Wissenschaftsbetrieb, der von der öffentlich-politisch geförderten Thesenbestätigung zulasten der kritischen Nachfrage lebt. Wir ersticken die Wissenschaft und damit unsere Weiterentwicklung. Geben wir der Wissenschaft ihre Freiheit zurück!

Ich bin meinem Schicksal dankbar, in einer Zeit politisch wirksam gewesen sein zu können, die zu den glücklichen Momenten der deutschen und europäischen Geschichte gehört. Ohne unsere mittelosteuropäischen Nachbarn und Freunde – herausragend an dieser Stelle seien Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei sowie Michail Gorbatschow mit seiner Politik von Glasnost und Perestroika genannt – hätten wir diese glückliche Zeit mit ihren wunderbaren europäischen Folgen nicht erleben können.

Unbedingt sei auch der US-amerikanische Präsident George Bush gewürdigt. Seine kluge und auf Gorbatschows Stellung innerhalb der sowjetischen Führung bedachte Politik gab uns Deutschen die Chance, die historisch kurzzeitig geöffnete Tür zu Freiheit und Sicherheit in der Einheit souverän mit dem „Zwei-Plus-Vier-Vertrag“ zu durchschreiten. Mit fünfundvierzig Jahren Verspätung und der Überwindung einer weiteren Diktatur bekamen die Deutschen und ihre Nachbarn damit endlich ihren Friedensvertrag.

Ich danke posthum Willy Brandt für dessen „Neue Ostpolitik“, Helmut Schmidt, Ronald Reagan, Helmut Kohl für die Idee und das Umsetzen der „Doppelten Nulllösung/NATO-Doppelbeschluß“! Ohne die Vertrauens- und Gleichgewichtspolitik und deren Ergebnisse müssten auch die „Leipziger Friedensgebete“ noch immer unter den Bedingungen kommunistischer Unfreiheit organisiert werden.

Ich danke den Ostdeutschen, die unter Androhung der Todesstrafe als Deutsche von Deutschland nach Deutschland flüchteten. Sie führten unter Lebensgefahr den Unrechtsstaat DDR aller Welt vor Augen und zerstörten dessen unmoralische Grundlagen, ebenso wie die Oppositionellen der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre. Der Erfolg von 1989 hatte viele Mütter und Väter. Die Flüchtlinge und politischen Gefangenen der Diktatur des Proletariats gehören untrennbar dazu.

Nicht zuletzt danke ich Richard Schröder. Als SPD-Fraktionsvorsitzender hatte er wesentlichen Anteil an der Zustimmung der ostdeutschen Sozialdemokratie am 23. August 1990 zum Beitritt zur Bundesrepublik nach GG 23. Ohne die SPD-Fraktion hätte es keine verfassungsgebende Zweidrittelmehrheit für diesen Schritt gegeben. Auch dank der SPD gewannen wir damit nahezu dreißig Jahre Aufschwung, Sicherheit, gute europäische und transatlantische Nachbarschaft.

Sozialdemokrat bin ich wieder ohne Parteibuch. Mein Ideal ist eine Sozialdemokratie, deren vornehme Aufgabe die Interessenvertretung von Facharbeitern, Technikern, Ingenieuren, Wissenschaftlern, willentlich aufstrebenden Menschen ist, die die von der Kehrseite des Erfolgs betroffenen Mitbürger nicht aus dem Auge verlieren. Ohne den starken Wirtschafts-, Energie- und Wissenschaftsstandort Deutschland ist das nicht zu haben. Meine vormalige Partei verließ diesen Kurs irreversibel. Das hat die Bundesrepublik Deutschland nicht verdient!

Ich bin gern Deutscher, Europäer und Transatlantiker in einer offenen Gesellschaft. Halten wir alle diese Republik offen!

Foto: Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Heike Richter / 01.07.2020

“Es gibt kein Recht auf ewige Demokratie”... A, Merkel, das wird jetzt mit “demokratischen Mittel” umgesetzt. “Es muss demokratisch aussehen,...” W. Ulbricht

Markus Knust / 01.07.2020

Heuer hat man eher den Eindruck, damals wäre die BRD in der DDR aufgegangen. Darum geschieht auch keine Aufarbeitung und die DDR darf nicht einmal Unrechtsstaat genannt werden. Die alten kommunistischen Kader und Claquere sitzen heute wieder an den Schaltstellen der Macht, aber auch viele ehemalige DDR Bürgerrechtler haben es sich im ökologischen Neosozialismus gemütlich gemacht. Dessen größte Fans saßen schon immer im Westen und dort vor allem in den Redaktionsstuben.  Die DDR ist nie untergegangen. Und Margot Honecker behält am Ende recht, dafür sorgt “Kohls Mädchen”, die Kommunistin im CDU Mantel.

Marc Blenk / 01.07.2020

Lieber Herr Weißgerber, das ist ein Rede, die eines Bundespräsidenten würdig wäre. Vielen Dank.

sybille eden / 01.07.2020

Die Spezial Demokratische Partei gehört auf den Müllhaufen der Geschichte !

Michael Hinz / 01.07.2020

@Robert Schleif - “Wenn eine weit unterdurchschnittlich begabte Person es schafft, ohne massive Gewaltanwendung oder –androhung eine Diktatur zu errichten, ......”. So eine Diktatur zu errichten, quasi aus dem Nichts, ist eine außergewöhnliche Leistung. Das setzt einen starken Willen und eine professionelle Ausbildung bei hoher Begabung voraus. Den meisten Menschen in Deutschland ist diese Erkenntnis verbaut, sonst wäre es nicht so, wie es ist.

Martin Stumpp / 01.07.2020

@Thomas Unger: Die Wahl von Herrn Kemmerich ist korrekt abgelaufen. Ein Abgeordneter, eine Stimme und die Mehrheit entscheidet. So etwas nennt man Demokratie. Wenn Herr Kemmerich nicht hätte gewählt werden wollen, wäre er nicht angetreten. Die Mätzchen von denen Sie sprechen, hatten ihre Ursache im Ziel einen Ministerpräsidenten zu verhindern, der einer Partei gehört, die auf Menschen wie auf Hasen hat schießen lassen. Nur am Rande, nur Faschisten fordern dazu auf Wahlen rückgängig zu machen, deren Ergebnis ihnen widerstrebt. Und ein Politiker der so eine Forderung aufstellt ist ein Verfassungsfeind und eine Partei, die einen solchen Politiker nicht aus dem Verkehr zieht ist eindeutig verfassungsfeindlich und müsste eigentlich verboten werden.

Uta Buhr / 01.07.2020

Schon wieder wurde meine Antwort auf den Kommentar von @Harald Unger unterbrochen und voreilig ohne mein Zutun abgeschickt. Wie kommt es dazu??? Hier die Fortsetzung: Einzig ihr Narzissmus und ihre eitle Selbstgerechtigkeit zeichnen diese total unpolitische Frau aus, die sich allein ihrem Machterhalt verschrieben hat.  Sie ist kleingeistig und spießig in höchster Potenz. Dass man dieses Monster wiederholt ins Amt der BK gewählt hat, spricht eindeutig gegen die schon ” länger hier Lebenden.” Vielleicht rettet uns noch ein Wunder vor ihrer fünften Machtübernahme. Hoffen ist ja noch erlaubt - oder?

Uta Buhr / 01.07.2020

Danke, danke, lieber Herr @Haald ,Junger. Noch deutlicher konnten Sie meine Meinung über diesen uckermärkischen Trampel im Mao-Habit nicht wiedergeben. Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, wieso es Leute gibt, die diesem astreinen SED-Apparatschik Intelligenz unterstellen. Merkel ist ein Produkt ihrer marxistisch-leninistischen Erziehung, die mit dem Slogan aufgewachsen ist “Die Parte, die Partei, die hat immer recht.” Sie hat sich nie -wahrscheinlich auch mangels grauer Masse - um eine eigene politische Positionierung bemüht und ist da stehen geblieben, wo sie ihre Vorbeter bereits in jungen Jahren hingestellt haben. Ihr Narzissmus und ihr

Hans Buchner / 01.07.2020

Herr Weißgerber, ich kann allem zustimmen. Aber:  Ich verstehe nicht, wieso das Thema des GG 146 (“Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist”), nämlich eine gemeinsame Verfassung, nicht auch thematisiert ist. Das Grundgesetz ist keine Verfassung, es ist seinerzeit “nur” eine Übergangslösung gewesen, wenn auch keine schlechte (die Erstversion).  Es wäre längst an der Zeit, daß das Volk, der Souverän, der das Volk angeblich ist…, sich eine Verfassung selbst bestimmt, in freier Entscheidung! Nach 30 Jahren ist es mehr als überfällig, endlich eine Diskussion über eine gemeinsame Verfassung in Gang zu bringen. Daß eine solche von unseren Blockparteien (CDUCSUSPDFDPLINKEGRÜNEKHMER) nicht gewollt ist, versteht sich allerdings auch von selbst. Aber was hindert uns, endlich unser Recht zu verlangen?

Ilona Grimm / 01.07.2020

In der Hoffnung, dass der Moderator meinen vom Thema abweichenden Text durchgehen lässt:——@A.Ostrovsky: Da es keine Gelegenheit mehr gab, zu Ihrer Antwort auf meinen Kommentar zu Chaim Noll vom 25.06., „Stuttgart im Sturzflug“, 30-jähriger Krieg, zu reagieren, hole ich das an dieser völlig unpassenden Stelle nach, da es mir wichtig erscheint: Wenn Sie, werter Herr (?) Ostrovsky, mir nur einen einzigen Vers aus den 7.934 Versen des Neuen Testaments nennen können, auf welche sich die Krieger und Eroberer des Dreißigjährigen Krieges (bzw. sämtlicher Kriege im Namen des Dreieinigen Gottes) tatsächlich mit Fug und Recht hätten berufen können, dann – aber nur dann – stimme ich Ihnen zu. Was Menschen zu allen Zeiten aus den Texten der Bibel für sich selber ableiten und wie sie die Texte für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, hat mit der eigentlichen christlichen Lehre überhaupt nichts zu tun—egal, wie sehr sie vom „Glaubenseifer“ besessen (gewesen) sein mögen. Ganz anders verhält es sich bei der „Religion des Friedens“, die in rund 200 Suren des Koran und tausenden Hadithen offen zu Hass, Hetze, Krieg und Gewalt aufruft. Jihadisten berufen sich völlig zu Recht auf den Koran. Krieger im Namen Jesu Christi können das nicht; sie berufen sich ausschließlich auf sich selbst! Bitte fangen Sie schon mal an zu suchen. Ich bin gespannt, ob Sie fündig werden. Aber bitte wedeln Sie nicht mit Matth. 28, 18-20, denn darin steht auch nichts von Waffen, Zwang und Gewalt.—-//—- @Alex Fischer, falls Sie zufällig auch anwesend sind, zum selben Thema: „Dummheit und Aberglauben“ sind das Gegenteil der Lehre Jesu Christi, die Sie ganz offensichtlich nicht einmal ansatzweise kennen. Mit Ihrer Polemik über „Sandmaennchen und Klingonen“, die sich im Dreißigjährigen Krieg bekämpft haben, disqualifizieren Sie sich selbst. Peinlich!

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Gunter Weißgerber / 15.05.2020 / 14:00 / 35

​​​​​​​Die oberste Entwerterin des Grundgesetzstaates

Der 22. September 2013 markiert einen Paradigmenwechsel in der Binnensicht der Bundesrepublik, dessen Auswirkungen uns seither beschäftigen und noch beschäftigen werden, auch wenn den meisten…/ mehr

Gunter Weißgerber / 07.02.2020 / 13:00 / 30

Je suis Thomas Kemmerich!

Am 5. Februar 2020 löste Thomas Kemmerich (FDP) den geschäftsführenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) ab. Es war ein den parlamentarischen Regeln entsprechender demokratischer Vorgang. …/ mehr

Gunter Weißgerber / 21.01.2020 / 12:00 / 26

Die Thüringer Parlamentsentwerter

Wenn es keine Regierung mit eigener Mehrheit gibt, haben die Parlamentsabgeordneten größere Gestaltungsmöglichkeiten, weil es nahezu immer auf jede Stimme ankommt. In Thüringen hätten CDU…/ mehr

Gunter Weißgerber / 10.01.2020 / 13:00 / 64

CDU-Grubenfahrt mit links: Mohrings historische Mission

Dieter Althaus will es. Joachim Gauck will es. Mike Mohring, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen, soll es tun: Die CDU-Thüringen möge sich doch bitte aus Gründen einer…/ mehr

Gunter Weißgerber / 25.11.2019 / 11:14 / 81

Mutti verfügt, Haseloff springt, Wendt weg

Die Tinte meines gestrigen Textes über ein zartes Pflänzchen Selbstbewusstsein in der CDU Sachsen-Anhalts war noch nicht trocken, da kam es schon, wie es wohl…/ mehr

Gunter Weißgerber / 03.11.2019 / 10:00 / 25

Die Ansprüche der Abgewählten

Sage niemand, dass es 2014 keine sozialdemokratische Gegenwehr in Thüringen gegeben habe! Das gesamte Jahr bis zur Wahl des Linksaußenministerpräsidenten Ramelow am 5. Dezember 2014…/ mehr

Gunter Weißgerber / 13.10.2019 / 14:00 / 9

Afrika-Kritik: Ein Botschafter der Vernunft

Afrika und die Afrikaner lieben und die gegenwärtige gut gemeinte „Entwicklungshilfe“ ad absurdum führen – passt das zusammen? Im Falle von Volker Seitz und seinem…/ mehr

Gunter Weißgerber / 23.09.2019 / 16:00 / 36

Die Wahl zwischen Diktaturverniedlichern in Thüringen

Am 27. Oktober 2019 haben die Thüringer Wähler erneut ein entscheidendes Wort: Wieder einen Salonkommunisten oder zur Abwechslung seinen Antipoden von Rechtsaußen ins Amt zu…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com