Mehr als 200 prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Musik haben einen Offenen Brief an den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz unterzeichnet. Meine Antwort.
Mehr als 200 prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Musik haben einen Offenen Brief an den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz unterzeichnet. Unter dem Titel „Lassen Sie Gaza nicht sterben, Herr Merz“ fordern sie einen sofortigen Stopp deutscher Waffenexporte nach Israel sowie die Suspendierung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel, einen verbindlichen internationalen Waffenstillstand und ungehinderten humanitären Zugang für Hilfsorganisationen nach Gaza.
Zu den Erstunterzeichnern gehören bekannte Namen wie die Comedian Carolin Kebekus, die Schauspielerin Heike Makatsch, die Musikerin Shirin David sowie die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Auch der Berliner Rapper Ski Aggu zählt zu den Unterzeichnern. Der Brief richtet sich direkt an Friedrich Merz.
Hier meine Antwort:
Mein Name ist Gerd Buurmann, ich bin auch Künstler, Comedian und Theatermensch und antworte mal mit einem Offenen Brief an jene, die diesen Aufruf unterzeichnet haben:
Sehr geehrte Prominente, die ihr diesen Aufruf unterzeichnet habt,
Kinder, Alte, Schwache, Kranke – sie leiden. Sie sterben. Gaza leidet. All das sehe ich. Es berührt mich. Es macht mich wütend und traurig. All das ist wahr. Was in eurem Aufruf jedoch fehlt, ist auch wahr, wird aber von euch nicht erwähnt: Das Leid hat eine Ursache. Es hat einen Namen. Es ist die Hamas.
Was ebenfalls bei euch fehlt, ist dies: In Gaza hungern und leiden auch jüdische Geiseln, verschleppt aus ihren Kinderzimmern, aus Kibbuzen, von einem Musikfestival. Sie werden dort festgehalten, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt, vor Hunger geschwächt. In eurem Aufruf ist kein Wort dazu.
Was jedoch am meisten fehlt, ist das Eingeständnis des Anfangs. Am 7. Oktober 2023 hat ein barbarischer Angriff auf Israel stattgefunden. Männer, Frauen, Kinder, Säuglinge und Greise wurden auf bestialische Weise ermordet. Viele wurden vor den Augen ihrer Familien vergewaltigt, lebendig verbrannt, zerstückelt, verschleppt. Das war keine militärische Aktion. Das war ein Pogrom. Es war der größte Massenmord an Juden seit der Shoah, verübt von Soldaten, Terroristen und leider auch Zivilisten. Ihr erwähnt das Pogrom, das Schlachten und Schänden mit keinem Wort.
Nicht Israel verhindert Hilfe – die Hamas tut es
Was sagt es über euren Appell aus, dass ihr das Leid in Gaza beklagt, aber nicht den Auslöser benennt? Wer wirklich will, dass das Sterben in Gaza endet, muss ehrlich sein: Nur wenn die Hamas bedingungslos kapituliert, wird Hilfe uneingeschränkt möglich sein. Nur dann wird das Leben in Gaza wieder eine Perspektive haben. Nicht Israel verhindert Hilfe – die Hamas tut es.
Die israelische Armee wirft Flugblätter ab, warnt die Zivilbevölkerung, öffnet humanitäre Korridore, liefert Nahrung, Wasser und Medikamente. Die Hamas verschanzt sich unter Krankenhäusern, benutzt Kinder als menschliche Schutzschilde und stiehlt Hilfsgüter. Das ist der wahre Grund, warum Kinder in Gaza sterben.
Ihr schreibt: „Auch wir verurteilen die grauenvollen Verbrechen der Hamas.“ Ihr lasst diesen Satz jedoch so ganz nebenbei fallen, ohne die brutale Realität auszusprechen. Ihr verharmlost, was nicht verharmlost werden darf. Ihr schweigt, wo nicht geschwiegen werden darf.
Kriege werden von Soldaten geführt. Terroranschläge werden von Terroristen verübt. Pogrome werden von Zivilisten begangen. Was am 7. Oktober geschehen ist, war ein Pogrom! Es waren viele Zivilisten, die an dem Tag barbarisch gewütet und gemordet haben.
Die Hamas wusste, dass ihre Handlungen eine militärische Reaktion seitens Israels hervorrufen würden und dass ihre Handlungen zu einem Krieg gegen den Gazastreifen führen würden. Zudem versteckten sie ihre Waffen absichtlich in Schulen, Kindergärten, Moscheen und anderen zivilen Einrichtungen, weil sie wissen, dass dadurch diese Orte zu legitimen militärischen Zielen werden. Die Hamas provoziert bewusst den Tod vieler Zivilisten, denn sie weiß, dass Ihr, liebe Prominente, aufgrund der hohen Opferzahlen dann Israel kritisieren werdet.
Wer Frieden will, darf nicht die Täter mit den Opfern verwechseln
Allerdings blutet auch jedes israelische Herz bei den Bildern aus Gaza. Wer jedoch Frieden will, darf nicht die Täter mit den Opfern verwechseln. Israel hat ein Recht, sich zu verteidigen, und es hat eine Pflicht, seine Bürger zu schützen. Dass es dabei nicht verhindern kann, dass auch Zivilisten in Gaza sterben, ist tragisch. Es ist die Hamas, die das Leid verursacht und verlängert.
Wenn ihr wirklich Menschlichkeit zeigen wollt, dann fordert nicht, Israel die Waffen zu nehmen. Fordert, dass die Hamas endlich aufhört, Geiseln zu halten, Raketen abzufeuern und das eigene Volk zu opfern – ob nun in den Tunneln der Terroristen, in den Militärstützpunkten der Macht oder in den Häusern der Zivilisten, die bei all dem Morden und Foltern mitmachen.
Ihr lieben Prominenten aus Kunst und Kultur, die ihr sicher auf deutschen Sofas sitzt, stellt euch vor, ihr befindet euch unter einer Kuppel, und es gibt Menschen, die auf diese Kuppel schießen. Stellt euch vor, diese Menschen brüllen immer wieder, dass sie euch töten wollen, und sie haben sogar eine Charta verabschiedet, in der steht, dass sie euch, eure Familien und all eure Verwandten vernichten wollen. Stellt euch vor, ihr hättet eine Waffe unter dieser Kuppel. Würdet ihr schießen?
Die Menschen in Israel leben unter so einer Kuppel. Sie werden angegriffen. Die Menschen in Israel verteidigen sich.
Nun stellt euch vor, die Menschen, die auf euch schießen und eure Kinder vergewaltigt und verbrannt haben, stellen ihre eigenen Kinder in die erste Reihe, direkt vor die Waffen, mit denen sie euch töten wollen. Fändet ihr es gerecht, dass man euch, deren Kinder bestialisch geschändet wurden, Kindermörder nennt, weil ihr euch verteidigt? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euer Überleben als Genozid bezeichnet würde? Wenn man euch zwingen würde, in die Richtung von Kindern zu schießen, um am Leben zu bleiben?
Ihr wärt nicht verantwortlich für den Tod dieser Kinder. Ihr habt das Recht, euch zu verteidigen – das würdet ihr euch immer wieder sagen. Und trotzdem würdet ihr weinen. Denn es sind Kinder. Ihr könntet euren Feinden niemals verzeihen, dass sie ihre Kinder so wenig geliebt haben, dass sie sie als Waffen gegen euch eingesetzt haben.
Wie würdet ihr euch fühlen?
Stellt euch vor, hinter den Angreifern stehen Menschen mit Kameras. Sie filmen, wie ihr schießt, wie eure Kugeln manchmal Kinder treffen, obwohl ihr alles tut, um das zu vermeiden. Aber im Fernsehen zeigt man nicht eure Verzweiflung, nicht eure Versuche, die Kinder zu verschonen, sondern nur das Leid dieser Kinder. Während die Hamas ihre Zivilisten benutzt, um ihre Waffen zu schützen, benutzt der Staat Israel seine Waffen, um seine Zivilisten zu schützen.
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn dennoch selbsternannte Friedensaktivisten euch als Kriegstreiber und als größte Gefahr für den Weltfrieden bezeichnen? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn Prominente aus Kunst und Kultur nun dafür plädieren, man solle damit aufhören, die Kuppel zu finanzieren, die dafür sorgt, dass ihr überlebt?
Ich weiß genau, was ihr sagen würdet, wenn ihr nur ein paar Tage in Israels Haut stecken müsstet: In einer Welt, in der Kinder absichtlich in den Tod geschickt werden, um von euren Waffen getötet zu werden, damit Bilder entstehen, die eure Verteidigung wie Aggression aussehen lassen, in einer Welt, in der dieser perfide Plan aus purem Hass geboren ist, um euch zu schwächen und zu demoralisieren, weil der nächste Angriff auf euer Leben und eure gesamte Familie längst geplant ist – in so einer Welt würdet ihr all denjenigen, die diese Bilder filmen, verbreiten und benutzen, in aller Deutlichkeit sagen: „Ihr habt die Kinder auf dem Gewissen!“
Genau das, meine lieben Prominenten aus Kunst und Kultur, werfe ich nun euch vor: Ihr tragt eine Mitverantwortung an der Situation in Gaza, denn es ist der Plan der Hamas, genau solche Bilder für euch zu produzieren. Die Hamas produziert tote Kinder, um Israel moralisch zu schwächen.
Ein paar mehr Stolpersteine und weniger Israel
Es tragen alle eine Mitverantwortung, die Israel verurteilen, weil es sich verteidigt, die von „Unverhältnismäßigkeit“ reden und Israel vorwerfen, Zivilisten zu töten – denn die Hamas sorgt dafür, dass möglichst viele Zivilisten sterben, weil sie weiß, wie gut das ankommt.
Je mehr tote Zivilisten und Kinder es gibt, desto mehr Menschen zeigen mit dem Finger auf Israel. Wären hier nicht so viele Menschen so gierig auf Bilder toter und hungernder Kinder, für die sie dann Juden verantwortlich machen können, dann würde die Hamas keine solchen Bilder produzieren.
Es ist das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Es gibt einen Markt für tote und hungernde Kinder, für die dann „böse Juden“ zu Schuldigen erklärt werden können, damit dann „gute Deutsche“ ihre Mitmenschlichkeit, ihr Mitgefühl, ihren Gerechtigkeitssinn und ihre Friedfertigkeit signalisieren können. Alles könnte so schön sein, wenn nur die Juden keine Waffen hätten. Alles wäre kein Problem, wenn die Juden sich nur abschlachten ließen. Es könnte alles so friedlich sein, könnte es nur ein paar mehr Stolpersteine und weniger Israel geben.
Die Hamas bedient diesen Markt. Die Hamas hat Kunden im Westen, und sie wollen ihre perverse Lust befriedigen. Ihr nennt es in eurem Aufruf Menschlichkeit und Mut. Ich nenne es Narzissmus und Feigheit.
Mit allem Mitgefühl, tiefster Dringlichkeit, menschlicher Hoffnung, aber auch mit allem Ernst und mit der Wahrheit, die gesagt werden muss.
Gerd Buurmann (Foto oben) schreibt und inszeniert als Theatermensch in diversen freien Theatern von Köln bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian und Kabarettist. Im Jahr 2007 erfand er die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Mit seinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm entwickelten Begriffen des „Nathan-Komplex“ und des „Loreley-Komplex“ ist er in ganz Deutschland unterwegs. Seit April 2022 moderiert er den Podcast „Indubio“ der Achse des Guten. Sein Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Phantastischer Text! Aber ich glaube nicht, dass er bis in die Hirne dieser aus meiner Sicht widerlichen halbprominenten Antisemiten vordringt. Ich kenne nur 2 Namen, die haben den Zenit ihrer „Prominenz“ längst überschritten und wollen wohl durch diesen Antisemitismus a la Nationalsozialisten (Die Grauen der Hamas und der palästinensischen Zivilbevölkerung an den Juden sind unvorstellbar) mal wieder in’s Fernsehen und irgendwo erwähnt werden. Ich kann nur ein Zitat aus der echten Nazizeit wiederholen. Wenn ich den Brief dieser „prominenten“ Rassisten lese: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen will.“
Ich habe die Liste nicht geöffnet, aber Ich könnte vorstellen, dass die Widerlinge Grönemeyer und Niedecken auch unterschrieben haben.
Die wenigsten Pro-Palestine-Demonstranten wissen überhaupt, wie groß bzw. klein der Gazastreifen ist. Was hätte man mit den Milliarden an Hilfsleistungen dort alles erbauen können? In letzter Zeit habe ich öfter gehört, daß der 7.10. zwar schlimm gewesen sei, aber Israel mit seiner Reaktion allmählich übertreibe und aufhören solle Krieg zu führen. Die selben Leute haben aber keine Antwort darauf, wie Israel anders auf den 7.10. hätte reagieren sollen. Wenn man das Beispiel dann auf die persönliche Ebene herunterbricht (Würdest Du aufhören Dein Kind zu suchen, wenn es in der Nachbarschaft entführt und gefangen gehalten werden würde?) wird ganz schnell das Thema gewechselt.
Diese Leute sagen: Terrorismus muß sich lohnen, Geiselnahmen sind für das aufrechterhaltene Ziel der Zerstörung Israels akzeptabel:„From the River to the Sea“.
Danke für diesen sehr deutlichen Brief. Als bekannt wurde, dass die Hamas-Geiselnehmer, die beiden Kleinkinder (!) Kfir und Ariel Bibas mit den Händen erwürgt hatten, habe ich einen Leserbrief entdeckt. Dieser hatte eine Empfehlung als simple Entscheidungshilfe (sinngemäß): „Stehst du an der Seite der unschuldigen Kinder, die als Geisel entführt und mit bloßen Händen umgebracht wurden, oder auf der Seite der Terroristen, die sie ermordet haben?“
Schon vor Jahren habe ich die Achtung vor Künstlern, Musikern, Journalisten und vielen sog. Geistesarbeitern verloren, die sich in überwiegender Mehrheit dem linken politischen Spektrum zugehörig fühlen. Die Verlogenheit und Doppelmoral dieser woken wohlstandsverwahrlosten Klientel ist unerträglich. Faschistisches Gedankengut wird wieder salonfähig, nein, nicht bei den „rechten“ Parteien, sondern bei jenen, die in fast allen westlichen Ländern eine Einheitsfront bilden gegen alles, was sie selbst als rechts definieren. Seit Jahren liege ich meinem Umfeld in den Ohren, mache darauf aufmerksam, wie die westlichen Länder wieder antisemitisch werden, nicht nur jene, die auf den Strassen unserer Hauptstädte „Juden ins Gas“ brüllen, sondern auch Regierungen und ihre Minister, die nun – trotz „Nie wieder“ und laschen Treue-Beteuerungen – zunehmend Front machen gegen Israel, die wie Macron Palästina anerkennen (Merz wird folgen, jede Wette!) und im Innern ihrer Länder den muslimischen Mob gewähren lassen, weil sie Angst haben vor dem kommenden Kalifat in Europa – einem Kontinent ohne Rückgrat, der seine eigene Geschichte verleugnet und deshalb dem Untergang geweiht ist. Es leben und arbeiten weit über eine Million Palästinenser in Israel. In Gaza leben – ausser den Geiseln – überhaupt keine Juden, es braucht nicht viel Fantasie, warum das so ist. Bei jedem toten Juden brechen Palästinenser in Jubelschreie aus. Hört man solche in Israel, wenn sie Terroristen töten? Das einzige politische Programm der Palästinenser ist die Vernichtung Israels. Und genau dem stimmen solche Gutmenschen zu, vermeintliche Kulturschaffende, die von mir aus alles sind, aber keine Kulturmenschen.
@Hans Bendix: „…Und nur, weil der muselmanische Gemüsehändler um die Ecke noch nicht zur AK-47 gegriffen hat, heißt noch lange nicht, daß der Islam eine Friedensreligion wäre.“ JA!!!!
Ich bin nicht prominent, aber immerhin spiele ich ab und zu Musik. Vielleicht gilt das auch. Alsdenn: Herr Buurmann, ich unterzeichne Ihren offenen Brief. Ich ergänze außerdem, daß das politische Lager, das sich zierzulande allerlei Verbots- und Gewaltphantasien hingibt, um die Demokratie vor (herbeihalluzinierten) Feinden zu retten, mal überlegen sollte, wieviele Demokratien es im Nahen Osten gibt. Ich zähle genau eine, und das ist das Land, das besagtes Lager anscheinend am liebsten ans Messer liefern würde. Verlogen und scheinheilig ist so eine Kritik.