Eine der bräsigsten und seifigsten Gestalten, welche die deutsche Politik seit Erich Mende hervorgebracht hat, ist der CDU-Politiker Elmar Brok. Er gehört seit 1980 ununterbrochen dem Europäischen Parlament an und ist damit das dienstälteste Mitglied eines Hohen Hauses, das wie ein Wanderzirkus zwischen Brüssel und Straßburg pendelt, tausende von Marketendern und Marketenderinnen in seinem Gefolge.
Nach fast 40 Jahren als Berufspolitiker ergeht es Brok so wie Luis Trenker, der seit seinem ersten Film Berg des Schicksals immer nur Bergsteiger und Bergführer spielen musste, bis er nicht mehr zwischen seinem Leben und seinen Rollen unterscheiden konnte. Die Liste der Ämter, die Brok innehatte oder noch innehat, ist lang. Beinahe ebenso lang ist das Verzeichnis der Ehrungen, die ihm zuteil wurden, wobei der Pfeifenraucher des Jahres ihm am ehesten gerecht wurde.
Er sei, so hört man es immer wieder, "einer der einflussreichsten Politiker" des Europäischen Parlaments, eine Behauptung, die ebenso belegt ist wie die, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Jedenfalls ist er einer der präsentesten – oder sagt man meistpräsenten? – Angehörigen der Brüssel-Straßburger Nomenklatura, über die schon William Shakespeare vor über 400 Jahren eine wunderbare Komödie geschrieben hat.
So war es nur eine Frage von Stunden, bis Brok die Gelegenheit bekam, zum Attentat von Straßburg Stellung zu nehmen, in seiner Eigenschaft als Überlebender. Zum Zeitpunkt des Anschlags, erzählte er im DLF, sei er noch "im Parlament gewesen". Es war ein ganz normaler Tag mit einem unerwarteten Ausklang:
"Wir hatten Debatte weiterhin, bis spät in den Abend, und hörten dann, was passiert ist und dass das Parlament abgeschlossen ist, dass wir nicht mehr das Parlament verlassen durften. Wir haben uns dann im Parlament bis spät in die Nacht aufgehalten und konnten dann schließlich weit nach Mitternacht erst auf eigenes Risiko das Parlament verlassen und zu unseren Hotels gehen. In der Innenstadt war sogar der Zugang höchst problematisch und wurde nur möglich durch Polizei, die die Kollegen dann in die Hotels gebracht haben".
Auf eigenes Risiko
Das ist ein Punkt, der in der Berichterstattung zu kurz gekommen ist. Der Attentäter hatte es offenbar auf die Abgeordneten abgesehen, die sich bis spät in die Nacht im Parlament aufhalten mussten und die Festung erst weit nach Mitternacht und nur auf eigenes Risiko verlassen konnten, derweil das Les Plaisirs Gourmands längst geschlossen hatte.
Auf die Frage, ob und wie der Anschlag sein "persönliches Sicherheitsgefühl" verändert habe, antwortete Brok: Ich glaube, man muss auch zur Tagesordnung ein Stückchen übergehen, weil man sonst das nicht erträglich findet. Wenn man das als ständige Bedrohung betrachtet, dann ist Leben, glaube ich, nicht möglich und dann haben die Attentäter auch gewonnen. Deswegen werde er um neun Uhr im Parlament wieder sein, wie vorgesehen. Denn: Wenn wir das anders machten, hätte ja der Terrorismus gewonnen. Gerade wir Politiker müssen doch zeigen, dass wir dann das normale Leben weiterführen und uns durch diese Terroristen nicht das Leben vergraulen lassen.
So viel Zivilcourage hätte man dem Pfeifenraucher des Jahres nicht zugetraut. Die erste Pflicht eines Europa-Abgeordneten ist es, nach einem Terroranschlag das normale Leben weiter zu führen, als wäre kein Terroranschlag passiert, und sich das Leben nicht vergraulen zu lassen. Das ist vorbildlich! Daran sollten sich die Feiglinge aller Couleur ein Beispiel nehmen, die noch nicht begriffen haben, dass man ein Stückchen zur Tagesordnung übergehen muss und die Abgeordneten in ihrem heroischen Kampf gegen den Terror nicht alleinlassen darf. Weder in Brüssel noch im Straßburg, nicht einmal in Bielefeld-Heepen.
Herr Ober, noch eine Runde Chateau Cheval Blanc für alle! Und die Rechnung an das Büro Brok, Allée du Printemps, B.P. 1024, F-67070 - Strasbourg Cedex, France.
Beitragsbild: euranet_plus Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Das jetzt in Straßburg gezeigte Verhalten der Eurokraten für mich eine erstaunliche Wandlung als Reaktion auf die offenbar vorhandene Gewöhnung an die ständig austickenden Einzelfälle. Man äußert die Betroffenheit über den Anschlag in Form der üblichen Satzbausteine und läßt sich sodann unter Polizeischutz ins Polizei geschützte und hinter bunten Merkellegos versteckte Hotel geleiten, wo man derart sicher dann noch vermutlich grüppchenweise einen Schlummertrunk nimmt. Vorbei die Zeiten, als diese Herrschaften "wirklich" betroffen Lichterketten organisierten und zum Ort des Ereignisses marschierten. Verzeihung - ich glaube, hier habe ich jetzt was verwechselt. Das mit den Politiker organisierten Lichterketten war ja gegen "Rechts" und "rechte Instrumentalisierung" infolge Trauerbekundung der Ergebnisse des Handelns der "Edlen Wilden". Also kommt das erst noch, das mit der Lichterkette.
"Die Liste der Ämter, die Brok innehatte oder noch innehat, ist lang. Beinahe ebenso lang ist das Verzeichnis der Ehrungen, die ihm zuteil wurden, wobei der Pfeifenraucher des Jahres ihm am ehesten gerecht wurde." Das diesrr Brok überhaupt fast VIERZIG Jahre in der EU Politik machen dufte, ist für mich der Irrsinn überhaupt. ES wird allerhöchste Zeit, daß endlich eine Begrenzung der Amtszeit von MAXIMAL ACHT Jahren durchgesetzt wird, nicht nur für die EU, besonders auch für DEUTSCHLAND !! Wenn die begrenze Amtszeit bereits in D. eingeführt wäre, hätte Merkel 2013 abdanken müssen und sehr vielen Bürgern und vor allem dem Land wären die ganzen Terrordiskussionen wahrscheinlich erspart geblieben. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, das ein verantwortungsbewußter Kanzler die Grenzen OHNE Einwilligung des Parlamenunts geöffnet hätte, so daß UNGEHINDERT, zum Teil UNKONTROLLIERT und sogar OHNE Papiere alle einreisen konnten, auch Kriminelle und Terroristen. SO einfach hatten es diese Verbrecher noch nie. Daß aber die Grenzen NICHT wieder kontrolliert werden, bzw, kaum, so daß seit über DREI Jahren weitere Verbrecher auch mit ins "gelobte" Land kommen und hier Morde, Vergewaltigungen, z. T. Terroranschläge und viele andere Straftaten (Identitätsschwindel, Rauschgift etc. ) begehen können ist eine Veranrwortungslosigkeit, die alles übertrfft. BIS auf den jetzt durch Merkel durchgewinkten UN Pakt. Das unsensible Geschwafel von Brok finde ich entsetzlich. Was interessiert einen Menschen mit einem gesunden Menschenverstand, ob und wie der Typ ins Hotel gekommen ist. " Ich glaube, man muss auch zur Tagesordnung ein Stückchen übergehen, weil man sonst das nicht erträglich findet. Wenn man das als ständige Bedrohung betrachtet, dann ist Leben, glaube ich, nicht möglich." Ach Gottchen, ein Brok, der sich wahrscheinlich sich ebenfalls für unkontrollierten Zutritt ausgesprochen hat, klagt jetzt über Bedrohung. Vielleicht sitzt er auch noch im gepanzerten Auto !
Lieber Herr Broder, was hätten sich die Jungs von Monty Python diebisch gefreut über so viel Material, dass ihnen heutzutage durch Wortmeldungen von EU - und Bundespolitikern zur Lage der westlichen Zivilisation so offenherzig dargeboten wird. Ganz sine pecunia. Unverbaute Einblicke in die wunderbare Welt der Schwerkraft.
Auf eigenes Risiko mit und von der Polizei geschuetzt ins Hotel gebracht. Welch prachtvolle Leistung !
Das Bild dieses heroischen Wächters über europäische Werte sagt mehr als 10.000 Worte. Eigentlich sollte man diesem Brok noch den Titel des "lächerlichsten Europa-Abgeordneten des Jahres" verleihen. Worthülsen über Worthülsen ohne Sinn und Verstand. Wird man eigentlich in der EU für derartigen Schwachsinn so üppig alimentiert? Bei aller Kritik - Zivilcourage kann man diesem dienstältesten Absahner nicht absprechen. Immerhin hat er heldenhaft bis weit über Mitternacht im Parlament ausgeharrt, bis er das Hohe Haus auf "eigenes Risiko" - also unter Einsatz von Leib und Leben - verlassen konnte. Und dies sicherlich in einer gepanzerten Limousine! Wie schön, Herr Brok, dass Sie wieder im "normalen" Leben angekommen sind und den Terroristen den Stinkefinger zeigen. Nein, die sollen sich nicht als Sieger fühlen und schon gar nicht auf die Idee kommen, dass WIR uns von ihnen einschüchtern lassen. Schrieben wir heute den 1. April statt des 13. Dezember hätte ich diesen Artikel doch glatt für Satire gehalten.
" Held sein, eine Minute, eine Stunde lang, das ist leichter als in stillem Heroismus den Alltag tragen. Nehmt es nur auf euch, das Leben in diesem grauen, eintönigen Alltag, dieses Wirken, für das euch niemand lobt, dessen Heldentum niemand bemerkt, das in niemandem Interesse für euch erweckt; wer diesen grauen Alltag erträgt und dennoch dabei Mensch bleibt, der ist wahrhaft ein Held." Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Hut ab......40Jahre Zecke im Pelz des Steuerzahlers. Ich persönlich habe von diesem Mann noch nie was gehört, geschweige irgendeine Tat (zum Wohle des Volkes) von ihm bemerkt. Na ja, den Namen habe ich mir auf meine Liste gesetzt.....man weiß ja nie...man sieht sich immer zweimal im Leben !