Normalerweise bin ich ja ein freundlicher und gemütlicher Mensch, stets um Sachlichkeit bemüht (ja, ich weiß, was das heißt!). Aber momentan bin ich einfach nur wütend.
Es geht um die Bauern und all die anderen, die in einer Demokratie von ihrem Grundrecht aus Art. 8 Abs. 1 GG Gebrauch machen: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“
Wie schon zuvor bei den Corona-Demonstrationen werden die Bürger, die von ihrem Grundrecht Gebrauch machen (manchmal sogar mit dem Grundgesetz in der Hand), diffamiert und kriminalisiert.
Nehmen wir den Vorfall in dem Fährhafen, der nunmehr bundesweit bekannt ist: Schlüttsiel. Dort legen Fähren an, die von den Halligen kommen. Der Minister für Wirtschaft und Klima, Robert Habeck, hatte auf der Hallig Hooge Urlaub gemacht und wurde bei seiner Rückkehr von Bauern und Spediteuren empfangen. Sie wollten mit ihm sprechen, aber das lehnte er ab. Er verließ die Fähre nicht, stellte sich nicht den Bürgern. Vielmehr legte die Fähre wieder ab und fuhr zurück.
Nun tobt ein Sturm der Entrüstung, der sich in reine Hysterie steigert und mehr über die Angst der Regierenden verrät als über den tatsächlichen Vorgang. Dass es z.B. keine Gewalt gegen Habeck gab, beweist ein (glücklicherweise aufgenommenes) Video. Das hindert aber Vertreter des Staates und der Medien weder an dieser Behauptung noch an weiteren ehrenrührigen Beschuldigungen. Ich wiederhole diese ganz bewusst nicht, um ihnen nicht auch noch zur weiteren Verbreitung zu verhelfen.
Ein paar inhaltliche Punkte möchte ich aber ansprechen.
Zunächst wird (vor allem von Bundespolitikern) behauptet, es sei unstatthaft, einen Politiker privat im Urlaub bzw. bei der Rückkehr davon mit den Folgen seiner Politik zu konfrontieren. Ist das so? Darf ich höflichst fragen, wo die Rechtsgrundlage dafür zu finden ist?
Rendezvous mit der Realität
Tatsächlich erleben dies Kommunalpolitiker, u.a. Bürgermeister und Landräte, dauernd. Sie sind vor Ort nie privat, können in ihrer Gemeinde/Landkreis selten einfach irgendetwas machen, einkaufen oder spazieren gehen, ohne von irgendjemanden auf ein Problem angesprochen zu werden. Dazu kann z.B. auch gehören, dass man einer größeren Gruppe aufgebrachter Migranten aus Herkunftsländern gegenübersteht, in denen man nicht selten eine gewisse Liebe zu scharfkantigen Gegenständen hat. Dennoch hat kein Kommunalpolitiker Personenschutz, geschweige denn die Möglichkeit, ggf. eine Hundertschaft der Polizei anzufordern.
Könnte es übrigens sein, dass dieses Rendezvous mit der Realität so manchen Kommunalpolitiker zu anderen Erkenntnissen bringt als die abgehobene Politikerkaste in Berlin, die man als Bürger praktisch gar nicht mehr erreicht? Boris Palmer ist ein Beispiel dafür. Jedenfalls gibt es keinen Grundsatz, dass man privat von der unschönen Realität, die man anderen schafft, verschont bleiben muss.
Dann heißt es, es handele sich um einen „motorisierten Mistgabelmob“. Diese Arroganz macht mich besonders wütend.
- Wie kommt irgendwer dazu, hart arbeitende Mitbürger mit einem berechtigten Anliegen als Mob zu bezeichnen?
- Ist denjenigen, die sich so herablassend äußern, eigentlich bekannt, wie unverzichtbar dieser „Mob“ für das Gemeinwohl ist?
Es geht ja nicht nur um die Produktion von Nahrungsmitteln, was für sich genommen schon eine schwerere und wertvollere Arbeit ist als so manche andere. Die Bauern und ihre Familien sind es, die unser Land über Generationen am Laufen halten, die für sich und ihre Nächsten nicht nur durch warme Worte, sondern Taten sorgen.
Wer räumt denn den Schnee in den Dörfern? Wer ist bei der Freiwilligen Feuerwehr? Und wer ist da und hilft bei Sturm und Hochwasser? Nun? In Städten lamentiert man und wartet „auf den Staat“. Auf dem Land kann man auf Hilfe warten, bis man schimmelig wird. Hilft man sich nicht selbst, hilft einem niemand.
Wer sind diese Menschen?
Momentan demonstrieren nicht nur die Bauern, sondern viele, u.a. auch Spediteure. Lassen Sie mich ein reales Beispiel aus dem überfluteten Norden schildern:
Weihnachten hat eine mir bekannte Familie, die eine Spedition betreibt, damit verbracht, Sand zu fahren, womit dann die Säcke gegen die Überflutung gefüllt werden können. Selbst die Tochter des Hauses, Mitte zwanzig, hat den 40-t-LKW gefahren, ist unermüdlich dabei gewesen, Sand zu liefern. Allein über Weihnachten hat sie rund 50 Fahrten absolviert; danach ging es weiter. Als Einweiser ist ihr krebskranker Opa mitgefahren. Das Weihnachtsfest hat er sich bestimmt anders vorgestellt. Aber das Gemeinwohl geht vor.
Und diese Menschen werden nun beschimpft?
All diejenigen, die sich in Städten „geflasht“ fühlen, sich völlig losgelöst von der Erde über diejenigen erhaben fühlen, denen sie nicht ansatzweise das Wasser reichen können, sollten sich in Grund und Boden schämen. Das aber setzte voraus, dass sie noch einen Rest von Anstand und Ehrgefühl hätten.
Die Politik wird sich darauf einstellen müssen, dass die, mit denen sie sich jetzt anlegen, aus ganz anderem Holz geschnitzt sind, sich nicht so leicht einschüchtern lassen. „Das Leben ist kein Ponyhof“, so manche haben diese Lebensweisheit vergessen. Manche, aber nicht alle. Diejenigen, die im harten, realen Leben bestehen müssen, haben es nicht vergessen. Man sollte sie besser nicht unterschätzen.
Annette Heinisch hat Rechtswissenschaften in Hamburg studiert, Schwerpunkt Internationales Bank- und Währungsrecht und Finanzverfassungsrecht. Sie ist seit 1991 als Rechtsanwältin sowie als Beraterin von Entscheidungsträgern vornehmlich im Bereich der KMU tätig.
Beitragsbild: Keng Susumpow Flickr CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Sehr geehrte Frau Heinisch,
ihre berechtigte Frage nach der Rechtsgrundlage für einen vollumfänglichen Schutz der Privatsphäre von z.B. Angehörigen der Bundesregierung wird wohl
unbeantwortet bleiben in Ermangelung zutreffender gesetzl. Bestimmungen.
Ich möchte noch zu Ihrem Beitrag vom 5.1.24 „ Kanzlertausch “ einige kurze Anmerkungen nachreichen. Daß der mutmaßliche Wirecard- Kriminelle J. Marsalek
ein Komplize des FSB ist, dieses endlich in der Achse zu lesen, das habe ich schon länger erwartet. Ich würde empfehlen sich nun auch mal den Wunderwuzzi
René Benko anzusehen. Gleiche Fresse, größenwahnsinniges Geschäftsgebaren und bestens vernetzt in der Bling-Bling-Kloake. Niemand sollte überrascht sein,
wenn diese zwielichtige Figur auch auf der Payroll des Kreml steht. Der NDR- Lohn-Schreiber Seipel hatte wohl auch nicht erwartet, daß man ihm trotz Zypern-
Trick auf die Schliche kommen würde.
Beim Lesen der Leserbriefe zu o.g. Artikel kommt man an der Erkenntnis nicht vorbei, daß die Desinformations- und Propaganda-Abteilung Putins in D recht
gute Erfolge verzeichnen kann, wenn in kurzer Zeit eine derartig große Anzahl von Zuschriften Russischer Trolle ( oder evtl. KI ) eingehen.
Gestern hat hier ein Forist die Anregung zur folgenden Definition geliefert. Bei dieser Regierung und unseren Mainstream-Medien herrscht folgende Vorstellung vor von dem was eine Subvention ist. Die lautet wie folgt: ----(!?) ---- Grundsätzlich hat der Staat Anrecht auf 100% unseres Einkommens – stop – alles was er uns lässt, ist Subvention – stop – wir sollten also dankbar sein wenn er uns subventioniert – stop – denn nur so bleibt uns Geld z.b. zum Tanken, was der Staat dann wiederum besteuern kann mit a) Energie- Steuer, b) Mehrwertsteuer und c) Abgaben nach Erdölbevorratungsgesetz – Wenn es nicht so himmelschreiend hirnrissig wäre, könnte man vielleicht noch lachen ????
>>Und in Chemnitz ist auf einem großen Plakat zu lesen: Die Bauern machen den 1. Zug, am Ende fällt der König!<< Ich muss das ganz direkt sagen. In Chemnitz setze ich keine Hoffnung, absolut keine. Die lassen es sogar zu, wenn in ihrer Stadt ein Halbkubaner von Goldstücken ermordet wird, dass das dann irgendwelchen angeblichen Rechtsextremen zugeschrieben wird. Der Lüge von den angeblichen Hetzjagden auf „Schutzsuchende“ ist bis heute nicht widersprochen. Wer so dümmlich einer so plumpen Lüge zuschaut, die ihn selbst unmittelbar betrifft, kann kein Mitleid erwarten. Chemnitz ist zu schwach. Wenn sie Charakter hätten, hätten sie ihre verlogene Stadt-„Elite“ schon am zweiten Tag nach dem Mord zum Teufel gejagt. Feiglinge, die die Lüge dulden.
Heute auf X gefunden:
„Was mir an den rechten #Bauernprotesten besonders Angst macht ist: Die meisten Bauern sind weiße deutsche Männer, die jeden Tag früh aufstehen und arbeiten. Diese übermäßige Disziplin und Ordnung konnten wir schon einmal auf der Straße sehen: 1933 #lautgegenrechts“
Wie gehirngewaschen darf man sein?
Wir müssen ALLE auf die Straße. Denn alle sind angefressen von dieser Regierung. Lasst die Couch Potatoes auf ihrer Couch. Geht hin, auf Straßen, Marktplätze und zeigt Solidarität. Friedlich, aber da. Qua Grundgesetz genehmigt. Ehrlich!
Das passt alles gut in den Plan. Bezweifelt jemand, dass die Erfinder der PsyOps auf einen Bürgerkrieg zielen? Ich frage mal rhetorisch. In Deutschland soll der Bürgerkrieg ausbrechen und sich dann auf die gesamte EU ausdehnen. Und wenn die Verletzten aus dem Koma erwachen, gehört alles den Anderen. Wenn das Volk, das 70 Jahre lang mit Beruhigungsmitteln traktiert wurde, aber gar nicht fähig ist, zu kämpfen. Na Bingo, dann muss man die Kämpfer von außen rein holen. Und vielleicht gelingt es dann aber wenigstens, zu spalten, die Schafe in kleine Grüppchen zu vereinzeln, die sich nicht gegenseitig helfen würden. Man redet ihnen dazu eine Pflicht zur Solidarität ein, überzieht die Zumutungen aber so sehr, dass die Bereitschaft zur Solidarität verdampft. Herrschen will gelernt sein. Nicht jeder Depp kann das. Deppen sind immer nur Instrumente, die man benutzen kann, wenn man weiß, wie es geht. Zum Glück weiß das nicht jeder, sondern nur die „Elite“.
>>Als wäre sie von der gerade angelaufenen Protestwoche unbeeindruckt brachte die Bundesregierung heute mehrere Maßnahmen aus dem Sparpaket zum Haushalt 2024 auf den Weg – darunter auch die heftig umstrittenen Abgabenerhöhungen für die Landwirte, meldet u.a. der Tagesspiegel.<< Nein! Doch! Ohh. >>Zugverkehr auch ohne Streik lahmgelegt.<< Nein! Doch! Ohh. Während der Herr Buurman sich in den CSD versetzt fühlt, denke ich an die Zeit zurück, als irgendwer die geniale Idee aufgebracht hat, damals 89, dass der Pfarrer Gauck die Stasi-Archive übernehmen soll. Wer war das damals eigentlich? Es sind so diese genialen Ideen, wo man hinterher erst merkt, wie genial die sind. >>Als wäre sie von der gerade angelaufenen Protestwoche unbeeindruckt…<< Leute, die sind voll beeindruckt von der Protestwoche, am ersten Tag schon. Das war so eine geniale Idee, auch wenn es immer nur das selbe Schema ist: Verwirrung und Krise schaffen, um dann, wenn alle beschäftigt sind, im Hintergrund die Schweinereien zu veranstalten. He, der Sepp und der Alois fahren mit dem Traktor umher, da kommen sie nicht zum Nachdenken. Die Luft ist rein.