Klaus Leciejewski, Gastautor / 29.11.2021 / 14:00 / Foto: Pixabay / 13 / Seite ausdrucken

Mein kleiner Ampel-Führerschein (2)

Es gibt Erzählungen ohne Moral, obgleich prallgefüllt mit stummer Moral. Es gibt Fragestellungen ohne Wertungen, obgleich jede Frage einer unausgesprochenen Wertung gleicht. Es gibt Ironien ohne Hinterhältigkeit, obgleich die Hinterhältigkeit den Leser anspringt.

Müssen sich wohlhabende Deutsche und kritische Intellektuelle auf Auswanderung vorbereiten?

Keine Frage! Unbedingt! Wer braucht schon kritische Intellektuelle in Deutschland? Die ARD und ZDF? Zeit, Spiegel, FAZ und SZ? Kennt jemand noch andere Relevante? Die Wohlhabenden sollen nur ihr Geld hierlassen, dann dürfen sie auch gehen, schließlich sind Linke keine Unmenschen! Nicht zu vergessen: Klima kostet Geld; Corona kostet Geld; Schulden kosten Geld; Renten und Pensionen kosten Geld; EU kostet Geld; Digitales kostet Geld; Infrastruktur kostet Geld; Arbeitslose kosten Geld; neue Posten für linke Nachwuchspolitiker kosten Geld; Geldgeschenke kosten Geld. Aber bitte, bitte nicht glauben, die Schweiz ist eine Lösung, denn die ist von der EU abhängig und Daumenschrauben sind keine historischen Petitessen. Zwar ist das Geld sicher, indessen darüber nicht die kommende Klimakatastrophe vergessen! Ohne eisige Berge und mit versteppten Almen wird die Schweiz weitaus weniger anziehend wirken. Trotzdem wird die Auswanderung kommen, Kassandra wird auch heute noch Tag für Tag nicht bloß symbolisch in die Unterwelt geschickt, aber ein paar Jährchen für gutes Leben mit Bündner Fleisch und Fendant werden schon noch bleiben.

Wie kann Deutschland sein Schuldenproblem bewältigen?

Willy Brandt forcierte die Aussöhnung mit Osteuropa, schloss einen Vertrag und erhielt den Friedensnobelpreis. Er wollte mehr Demokratie wagen, erhöhte die Löhne der Staatsangestellten um 12 Prozent und erhielt die Staatsverschuldung. Das eine ist Geschichte, das andere Gegenwart. Zweimal vernichtete eine Inflation die Schulden des deutschen Staates und zugleich das Geld der kleinen Leute. Deutsche Politiker haben jedoch einen Trost fürs Volk: Bei uns steht es nicht so schlimm wie in den meisten anderen westlichen Industriestaaten. Stimmt! Aber geben sie damit nicht sogleich zu, dass es schlimm bei uns steht? Jeder kennt das mit seinen privaten Schulden: Solange das Einkommen höher als die Schulden ist und die Zinsen gering sind – alles kein Problem! An dieser Stelle bitte jedoch nicht einen Denkfehler begehen! Etliche der berühmtesten Ökonomen halten jegliche Parallelen zwischen privater und staatlicher Verschuldung für blanken Nonsens. Gut, damit verdienen sie auch Geld, das sei ihnen gegönnt, aber auch Staaten können bankrott gehen, und wenigstens einer geht es irgendwo in der Welt auch genau in diesem Moment. Eine Inflation im Galopp ist ein Staatsbankrott. Oder was sonst?

Davon sind wir noch weit entfernt, meinen die Universitätsprofessoren. Allerdings sollen sich manche der Wirtschaftsnobelpreisträger privat schon mächtig verkalkuliert haben. Gelegentlich wird von sich besonders „alternativ“ gebenden Ökonomen argumentiert, dass Schulden überhaupt kein Problem seien, weil der Zusammenhang zwischen Ausdehnung der Geldmenge und Inflation heute nicht mehr zuträfe. Ihre Beweisführung ist ziemlich originell und zugleich abartig, was aber kein Gegenbeweis ist, denn den könnte erst die Geschichte antreten, aber wer will den Gegenbeweis erleben? So oder so, Deutschland steht besser als seine Nachbarn da und ist trotzdem so ziemlich im A… Darunter leidet auch der Lieblingsfluchtort der vermögenden Deutschen, die Schweiz, der Franken steht permanent unter Aufwertungsdruck.

Grenzenlose Illusionen

Wie wird es mit der millionenfachen Migration seit 2015 weitergehen?

Gar nicht! Die Osteuropäer orientieren sich am fast dreißigjährig erfolgreichen Beispiel der DDR und bauen eine Mauer. Die Franzosen haben das Meer, die Dänen das Meer und einen Zaun, die Spanier das Meer und bezahlen Marokko, die Italiener das Meer und Deutschland. Und was haben die Deutschen? Geld und Moral. Wenn man das eine hat, kann man sich auch das andere leisten. Außerdem haben die Deutschen noch etwas, über das kein anderes Volk verfügt: grenzenlose Illusionen. Das ist ein bisher weitgehend verkannter Vorteil unseres Volkscharakters. Illusionen tun nicht weh, und sie können immer weiter, immer weiter und immer weiter verlängert werden, wie beispielsweise die Vorstellung, am Rande der Sahara oder in Afghanistan die Fluchtursachen bekämpfen zu können. Dafür existiert zwar überhaupt kein einziger Beweis, aber es reicht, diese Illusion nur unentwegt auszusprechen, um unsere aufgeregte Seele zufriedenzustellen. Allerdings darf dabei ein doch tatsächlich vorhandener positiver Effekt nicht verkannt werden, dass dort unser Geld nicht so einfach verschwindet, sondern nur woanders ist. Nur die Osteuropäer sind gemein, die bezeichnen uns doch tatsächlich als Spinner.

Wie könnte die Arbeitslosigkeit abgebaut werden?

Historisch sind Staatsschulden und Arbeitslosigkeit ein Koppelprodukt. Dem Beginn der Staatsverschuldung, Anfang der 1970er, folgte die Arbeitslosigkeit. Seitdem sind uns beide geblieben, was jedoch nicht heißt, dass dies für immer und alle Ewigkeit so bleiben muss. Also: Die Geschichte hat auch Hoffnung und Trost für uns parat, das Problem mit dieser Geschichte ist bloß, wir wissen nicht so richtig genau, wann. Geschichte hat eben auch ihre fiesen Seiten. Allerdings wissen wir heute ganz genau, dass sich Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit aneinander gewöhnt haben, so wie der Staat sich daran gewöhnt hat, bedenkenlos Geld von denen zu nehmen, die dafür gearbeitet haben, um es denen zu geben, die nicht arbeiten wollen. Wären wir noch ein christlich geprägtes Volk, würden unsere Politiker versichern, dass dies gottgegeben sei.

Allerdings steht dem ein Argument entgegen, ein sehr bedenkenswertes, dass wir nämlich keine Arbeitslosen haben, weil wir ja Millionen Pflegekräfte, Paketausträger oder LKW-Fahrer aus Osteuropa beschäftigen. In diesem Zusammenhang gibt es zwei hinterhältige Auffassungen. Zuerst, dass man sich an Arbeitslosigkeit auch gewöhnen könne, sogar über einige Generationen hinweg. Sodann und noch einen Zacken hinterhältiger, dass mit weniger Staatsknete die Arbeitslosen sich schon von ganz allein bewegen würden. Das funktioniert zwar in Dänemark, aber welcher Deutsche will ein Däne sein, allein schon wegen der Sprache, und außerdem sind die Dänen eigentlich keine Dänen, sondern Wikinger, die halten mehr aus als die Deutschen. Die einzigen, die sich über weniger Arbeitslose freuen würden, wären die Steuerzahler, aber die sind in der Minderheit und in einer Demokratie bestimmt nun einmal die Mehrheit.

Ist die Klimaveränderung tatsächlich das größte weltweite und damit das größte deutsche Problem?

Für mich nicht. Ich bin Egoist. Die Prognosen für den Weltuntergang liegen allesamt weit nach meinem voraussichtlichen Abschied von dieser Welt. Aber damit begegnen wir zwei Problemen. Der schier unaufhaltsame Schuldenanstieg wird – so hört man es allenthalben – vor allem die Jugend betreffen. Aber wo demonstriert die Jugend gegen die Vernichtung ihrer Zukunft durch den Anstieg der Schulden? Der Meeresanstieg sei unabwendbar, tönt es aus den Prognosen und Hochrechnungen der Computer. Aber warum demonstrieren sie nicht gegen den Computer? Sie sind mit ihm aufgewachsen, er hat sie mehr erzogen als Eltern und Schule zusammen. Für die Jugend liegt die Wahrheit im Computer. Es ist völlig zwecklos, gegen eine Religion zu argumentieren, weder sachlich noch mit einer anderen Religion. Ich spreche aus eigener Erfahrung mit dem Marxismus meiner Jugend. Damals wie heute: Die Jugend will ein Problem lösen; Joschka Fischer kennt das. Die Alten wissen, dass damit ein neues Problem entsteht; Gerhard Schröder kennt das. Die Politiker stehen genau dazwischen. Sie umschmeicheln die Jugend und schielen auf das Geld der Alten; Robert Habeck kennt das. Ein Elektroauto? Prima, kein Erdöl, aber viel Kupfer und ebenso diese Seltenen Erden, die zwar selten sein sollen, bis neue entdeckt werden, aber keine Erden sind. Innerhalb der erdölfördernden Staaten fördert der zwanzigste Staat noch 1 Prozent der Weltmenge, bei den für ein Elektroauto erforderlichen Metallen sind es nur noch zehn. Halleluja! Wer wird diese Metalle erlangen und zu welchen Preisen?! Aber wie gesagt, gegen religiöse Inbrunst helfen keine anderen Götter, nur die Aussicht auf einen Mallorca-Urlaub.

Wie kann der Rückstand Deutschlands beim Ausbau des Digitalnetzes aufgeholt werden?

Ganz einfach: Elon Musk wird deutscher Staatsbürger und Bundeskanzler, oder sollten wir doch besser Bill Gates reaktivieren? Im Ernst – wer traut das einem deutschen Politiker zu? Gehen wir mal die Liste systematisch durch. Wer von den Spitzenpolitikern oder dem unmittelbaren Nachwuchs hat Naturwissenschaften studiert? Niemand, na gut. Wer hat dann einen technischen Beruf erlernt, beispielsweise Elektrotechniker. Niemand, na gut. Wer hat die Regelstudienzeit eingehalten? Aufatmen, wenigstens ein paar Arme gehen hoch. Wer hat so etwas wie Sozialwissenschaften studiert oder wollte schon immer Sozialarbeiter werden? Endlich, fast alle Arme sind oben. Wer hat mal als Manager gearbeitet? Wer hat mal ein eigenes Unternehmen gegründet? Wer ist schon mal beruflich so ziemlich auf die Schnauze gefallen? Ich! Aber mich fragt ja keiner. In den USA hat ein General die Impfkampagne organisiert. Aber gibt es in Deutschland überhaupt noch Generäle? Ich hätte da eine Idee. Der Laschet sollte das machen! Völlig abwegig? Vorsicht mit der menschlichen Psyche! Der Laschet hat Zeit und sinnt auf Rehabilitierung. Gelänge ihm die, würde 2025 Söder erst gar nicht gefragt werden. Doch vielleicht wollen SPD und Grüne aus genau diesem Grund den Laschet nicht.

Wie kann das deutsche Wirtschaftswachstum erhöht werden?

Muss es das überhaupt? Die drei Koalitionäre sind sich über keine Frage so uneins wie über diese. Der Finanzminister und der Arbeitsminister wollen es, sie möchten mehr Geld ausgeben. Der Bildungsminister braucht auch mehr Geld, aber kann sich nicht artikulieren, leidet unter chronischer Heiserkeit. Der Verkehrsminister will es nicht, er will weniger Verkehr und weniger Autos, des Klimas wegen. Der Agrarminister will es auch nicht, er will weniger Kühe, auch des Klimas wegen. Der Gesundheitsminister benötigt kein Wirtschaftswachstum, er darf unbegrenzt Schulden machen. Der Außenminister schweigt, er hat sowieso nichts zu sagen. Der Verteidigungsminister benötigt überhaupt kein Geld, er ist Pazifist. Der Umweltminister ist radikal, kein Wachstum, auch kein Stillstand, sondern weniger Wachstum. Der Arbeitsminister ist intelligent, der weiß genau, wie Gerhard Schröder dies erreicht hatte, durch eine radikale Lösung á la Hartz IV, aber er hat Angst vor denjenigen seiner radikalen Parteigenossen, die deshalb schon Schröder zu Fall brachten.

Was lehrt uns das? Radikal ist immer vorteilhaft, nur nicht immer für dieselben. Der Wirtschaftsminister weiß es auch genau, Abbau von Subventionen, staatlichen Vorschriften und Sozialleistungen für Arbeitslose. Damit hat er im Kabinett alle Kollegen gegen sich, aber der Kanzler benötigt ihn, um seine Versprechungen an das Volk glaubwürdig erscheinen zu lassen. Zudem weiß er genau: Alle diejenigen, die vom gegenwärtigen Zustand profitieren, würden aufschreien und alle ihre Machtmittel in Bewegung setzen, um ihm das Regieren zur Hölle zu machen. Ergo, ein hohes Wirtschaftswachstum ist höchst unwahrscheinlich. Und überhaupt haben wir viel zu viel Konsum, wenn das alle Deutschen verinnerlicht haben, braucht sich kein Politiker mehr Sorgen um das Wirtschaftswachstum zu machen. Für die Zukunft kommt es also nur darauf an, dass wir die richtige Geisteshaltung einnehmen, und dafür werden Kindergarten, Schulen, Hochschulen und die Medien schon Sorge tragen. Allerdings sollte man nicht jeden Politiker gleich das intellektuelle Niveau von Frau Eskens unterstellen.

Wie kann Deutschland die Corona-Pandemie überwinden und sich auf mögliche ähnliche Katastrophen vorbereiten?

Überhaupt nicht! Das ist weder traurig noch beschämend. Die deutsche Politik hat eine alternative Methode entwickelt, die sich „durchwursteln“ nennt, die löst zwar keine Probleme, aber fügt weitere hinzu, was sich bei einigem Nachdenken als geradezu genial erweist. Wenn nämlich neue Probleme auftreten, treten die älteren quasi automatisch in den Hintergrund, womit sogleich die Übersicht und im Gefolge dann auch die Durchsicht verlorengeht. Allerdings werden die Politiker zuerst einmal alles versprechen, denn weitreichende Versprechungen beruhigen, sie sind Balsam für die Volksseele, und solange die Volksseele nicht überkocht, kommen die Politiker um radikale Lösungen herum. In Berlin macht jedoch ein ausgebuffter Vorschlag die Runde: Karl Lauterbach wird Gesundheitsminister und der Professor Drosten sein Staatssekretär. Das wäre die Hoffnung! Warum? Weil dann alles noch weitaus schlimmer werden würde. Aber wäre es nicht schlimm, absichtlich alles noch schlimmer werden zu lassen? Keinesfalls! Das lenkt wirkungsvoll ab.

Welche Politik muss Deutschland zukünftig gegenüber Russland einschlagen?

Russland ist schwach: keine Wirtschaftskraft wie China und keine konsistente Ideologie wie früher die kommunistische und heute einige aggressive islamische Staaten, um Weltmachtansprüche zu vertreten, jedoch Atomwaffen ohne Ende, weiß aber nicht, wie sie diese zu Geld machen könnte. Erstaunlich jedoch, wie Putin diese beiden Schwächen international als Vorteil nutzt, um Druck auf andere Staaten auszuüben mit dem einzigen, was er hat, Erdöl und Gas. Sieht das nicht allzu arg schon nach Erpressung aus? Vielleicht, aber was ist mit der durch Deutschland forcierten Zurückhaltung von EU-Geldern gegenüber Polen und Ungarn? Deutschland hat Ziele mit moralischem Anspruch, Russland ohne. Was ist besser? Russland liefert Waffen an alle Gegner der USA, allerdings müssen sie zahlen können. Deutschland liefert auch Waffen und besteht auch auf Bezahlung. Was ist besser?

Putins beste deutsche Verbündete sind Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und Unverständnis der russischen Politik, früher nannte man das Appeasement. Durch wen? Ganz sicherlich nicht durch die tapferen deutschen Politiker, vor allem dann nicht, wenn sie fließend russisch sprechen können. Diesen Wettbewerbsnachteil muss der Herr Scholz unbedingt bald aufholen. In der Vergangenheit waren Sanktionen gegenüber Putin die wirkungsvollste Politik, weil sich diese in einer derart riesigen Kontinentalmacht quasi in Windeseile verloren. Wegen der russischen Atomwaffen sollten auch eindeutige militärische Forderungen (völliger Abzug aus Syrien, der Ukraine, Transnistrien und Georgien) tunlichst unterbleiben, weil Ungarn sonst vielleicht auch in die privilegierte Gruppe der Atommächte aufsteigen könnte.

Welche Vorstellungen hat Deutschland für die Umgestaltung der EU?

Ganz viele! Zuerst Gleichheit: Steuern, Sozialleistungen, Löhne, Migrantenverteilung, Rechtsvorstellungen, Vermögensverteilung usw.. Der Gedanke dahinter ist brillant: Gäbe es überall Gleichheit, gäbe es keine Differenzen, sprich keine Probleme. Klitzekleiner Einwand: Warum hat es die Natur bei den Menschen anders eingerichtet? Zweiter Einwand, schon schwieriger: Wegen der Ungleichheit haben sich Menschen die Köpfe eingeschlagen und sind intellektuell, wirtschaftlich usw. erfolgreich gewesen. Dritter Einwand, ganz schwierig: Was, wenn einige EU-Staaten diese Gleichheit, oft eine absolute, nicht wollen? Heißt die EU entweder oder, oder sowohl als auch? Das eine wäre nur mit negativen Folgen (siehe Brexit) durchsetzbar, das andere könnte Chaos gerieren. Sodann: Keine Gleichheit! Mehrheitsabstimmungen, Deutschland will sich nicht von Ministaaten auf der Nase herumtanzen lassen. Na ja, so brutal würde das kein deutscher Politiker ausdrücken. Es geht nur um mehr Effektivität, schließlich muss es bei jeder Diplomatie auch eine Grenze geben. Für Italien und Frankreich ist Diplomatie eine Gelddruckerei; für die osteuropäischen Staaten ist Diplomatie eine Zwangsjacke; für Deutschland ist Diplomatie Ruhe im Karton! Jegliche Umgestaltung der EU, die Unruhe mit sich bringen würde, kann nicht im deutschen Interesse sein. Wo kämen wir denn da hin, uns auch noch unseren Urlaub vermiesen zu lassen!

Wird sich der Genderismus in Deutschland durchsetzen?

Einerseits ja, die Deutschen sind ein Volk von Mitläufern. Andererseits nein, die Deutschen geben äußert ungern ihre Gewohnheiten auf. Würde er sich jedoch durchsetzen, aber in der deutschsprachigen Schweiz und in Österreich nicht, würden drei neue Sprachen entstehen: Alleiniges Schwyzerdütsch, österreichischer Paradeiser – und Schlagobers Singsang sowie eine Sprache, die nicht mehr gesprochen und nicht mehr geschrieben werden kann, und für die sich demzufolge auch kein Computerübersetzungsprogramm entwickeln ließe. Immerhin: Deutschland wäre damit weltweit einzigartig! In den deutschen Naturwissenschaften würde sich Englisch endgültig durchsetzen, und in den Geisteswissenschaften könnte keiner mehr den anderen verstehen, was ihrer gegenwärtigen Weltbedeutung nahekäme. Würde sie sich hingegen nicht durchsetzen, bräuchten wir etliche Dutzend zusätzliche Lehrstühle für Neuere Geschichte der deutschen Sprache. Außerdem bestände die Gefahr der enormen Zunahme psychischer Krankheiten bisheriger Genderismus-Anhänger einschließlich des massiven Neubaus psychiatrischer Anstalten. Die gängigste Lösung wäre, eine Insel zuerst zu entvölkern, um sie dann zu besiedeln und zu beobachten, was sich darauf unter den Genderisten-Insulanern so tut. Die Dauerübertragungen im Fernsehen würden jede andere Reality-Show in den Hintergrund drücken.

Teil 1 finden Sie hier.

Foto: Pixabay

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Richard Loewe / 29.11.2021

liebe Frau Wilhemi, ausreisen geht, also geht auswandern auch. Wo ein Wille, da ein Weg. Hier in den USA ist der great reset schon gescheitert - auch wenn es nochmal einen Anlauf mit Stromausfällen geben sollte. Ich bin sicher, daß es in der Welt noch reichlich Widerstandsnester gibt (man munkelt, daß es in Australien und Italien gärt) und wenn es zum genetischen Supergau kommt, werden sich viele angsterprobte Covidianer es noch anders überlegen. Wir sind ganz bestimmt keine reichen Menschen, aber wir leben in den USA wie die Maden im Speck - und frei.

Bernd Scheubert / 29.11.2021

Dieser Satz hat mir in dem Beitrag am besten gefallen: “In den deutschen Naturwissenschaften würde sich Englisch endgültig durchsetzen…” Na dann gehe ich erstmal “shoppen”, denn jetzt gibt’s ueberall “Sale” in den “Shops”

giesemann gerhard / 29.11.2021

@Petra Wilhelmi.: Das Einzige, was mensch zollfrei mitnehmen kann ist Wissen, Können, Sprachkenntnisse. Damit kann jede/r auch auswandern. Gerade solche Leute tun das schließlich in zunehmendem Maße. Man kann auch im Lande bleiben, sollte dann aber den deutschen Arbeitsmarkt tunlichst verlassen - es gibt jede Menge ausländischer oder internationaler Firmen in DE. Auch hier sind Sprachkenntnisse hilfreich, gar notwendig.

Petra Wilhelmi / 29.11.2021

Auswandern ist nur möglich, wenn man sehr reich ist. Wer nur ein Sparsäckel hat und einen Beruf, der einzigartig ist, dann vielleicht, obwohl man dann nicht von totalitären Maßnahmen befreit wäre. Wenn man aber nur sein Sparsäckel hat, dann hat man die A-Karte gezogen. Wohin sollte man? Der totalitäre Umbau findet überall in der Welt statt. Einige europäische Zonen, die jetzt nicht ganz so hart sind, werden in der Zukunft sich dem Sog des Totalitarismus nicht entziehen können. —Deutschland ist sicherlich schon lange Pleite. Merkel hat mit vollen Händen unser Geld zum Fenster hinausgeworfen. Dazu kommen noch Millionen von Einwanderern, die bekommen, aber nichts zahlen. Die Wirtschaft an sich bewegt sich schon seit Jahren linear, mal ein Zehntelprozentpunkt nach unten, mal ein paar Zehntel nach oben im Wechselspiel. Die Merkelregierung hat mit der Deindustrialisierung Deutschlands begonnen. Die Ampel wird das fortsetzen. Wenn wir Glück haben, bekommt jeder so ein Bürgergeld, kurz über dem Minimum an der Lebenserhaltung. Reisen sollen wir nicht mehr, Autos sollen durch Fahrräder und Lastenfahrräder ersetzt werden. Da die Masse kein Geld mehr haben wird, was groß über die blanke Existenz hinausgeht, werden sicherlich auch viele handwerkliche Betriebe Pleite gehen. C-19 hat dafür schon viel getan.—C-19 wird niemals enden. Schlicht und einfach deswegen, weil es immer Atemwegserkrankungen gegeben hat. Die Regierungen haben an der totalitären Macht geleckt und werden sie nicht wieder abgeben.—Genderismus wird sich mit der Machtübernahme der islamischen Diktatur von allein überleben. Stichwort Überleben: Wir werden froh sein, in Zukunft überleben zu dürfen. Das wird nicht von uns abhängen, sondern von denen, die uns zu Sklaven gemacht haben. Wer sagt, dass nicht C-19 nur ein Versuch war? Wer sagt, dass nicht mit schärferen Waffen als mit C-19 geschossen werden soll? Die Machthaber dieser Welt kommen aus der Euthanasieecke - nicht vergessen.

giesemann gerhard / 29.11.2021

Geld hat seinen Wert erst dann, wenn mensch sich was dafür kaufen kann. In der DDR hatten alle Lohn und Brot, also Geld - aber weil keiner was hergestellt hat, gab es dafür nix zu kaufen. Staatliche Preisbindungen taten ein Übriges. (Honecker nach einer Westreise auf die Frage: Nu, Genosse Honecker, wie wors denn drieben, im Westen? Der: Na, wie bei uns, für D-Mark kannste alles kaufen). Sachen, die nicht beliebig - fast beliebig - vermehrbar sind wie zB Grund und Boden und damit Wohnraum werden immer teurer, Energie vielleicht auch, aber das ist mehr Politkunst. Was beliebig vermehrbär ist, das sind Menschen, leicht her zu stellen, sodass das keiner haben will. So steigt die Nachfrage nach Gütern, die ebend nicht so leicht vermehrbar sind - und dann hat man Inflation. D-Mark oder Euro hin oder her. Usw.

N.Lehmann / 29.11.2021

Merkelland ist abgebrannt Maikäfer flieg! Diese lächerlichen versagens-bereiten Ampelmännchen und das Trampolin#chen bekommen von der geschäftsführenden Stasi#Haubitze eine bankrotte DDR+ übergeben. Allerdings wissen die das schon lange, weil Genossen für Genossen, nur der dumme Michel will es einfach nicht glauben?!

Corinne Henker / 29.11.2021

Kann A. Merkel wirklich fließend Russisch? Es wird immer wieder behauptet, aber da sie nicht einmal fließend Deutsch sprechen kann, melde ich ernsthafte Zweifel an.

Thomas Brox / 29.11.2021

Oh, der Artikel ist ja richtig giftig. ++ Aber alles wird gut! Die bewährte Antwort auf alle Fragen: Der totale deutsche Staat, diesmal grün angestrichen. Alternativ formuliert, der totalitäre deutsche Öko-Sozialismus - am besten mit der EU/Eurozone als Protektorat. Die Grundlage hierfür ist der gut geschmierte deutsche Obrigkeitsstaat. ++ Stand 2019 belief sich das Vermögen der Deutschen auf 6200 Milliarden Euro, und zwar ohne Immobilien, [welt.de: Deutsche besitzen 6,2 Billionen Euro]. Mit Immobilien kann man noch einige Billionen drauflegen. Da gibt es noch viel zu holen für die fette Staatsmacht, falls es nicht in Sicherheit gebracht wird. ++ Eleganter als die direkte Ausplünderung, ist die von der EZB erzeugte Inflation. Staatsfinanzierung mit inflationär “gedrucktem” Geld bei erzwungenem Null-Zins. Funktioniert schon seit einigen Jahren, und es wird noch viele Jahre so weiterlaufen mit einer echten Inflationsrate > 10%. Und was kann man von verbeamteten Professoren schon erwarten? O-Ton [NZZ: Die Linke ist blind für Inflation – sie schadet damit jenen, die sie angeblich vertritt] von heute: “Staatsangestellte, die indexierte Löhne erhalten, die weit besser gegen Kaufkraftverlust schützen als die Saläre einfacher Arbeiter aus dem Privatsektor.” Nicht nur Arbeiter werden abgekocht, sondern der gesamte Privatsektor (u.a. auch Selbständige). ++ Kurzfristig sind islamische Migranten wichtige Stützen des Schmarotzerstaates - deswegen dürfen alle rein. ++ Arbeitslosigkeit gibt es per definitionem nicht im Sozialismus - also kein Problem (dumme Frage). Wie wir alle aus Erfahrung wissen, ist im Sozialismus eine hohes Wirtschaftswachstum dauerhaft gesichert (dumme Frage). ++ Leider ist es dem deutschen Obrigkeitsstaat durch viel Geld gelungen, sich auf die EU-Institutionen auszubreiten. Wenn Deutschland nicht mehr zahlen kann (da endgültig ruiniert), dann wird dieses parasitäre EU-Bürokratie-Monstrum hoffentlich abgewickelt und durch die alte EWG ersetzt.

T. Schneegaß / 29.11.2021

@Frank von Bröckel: Kleiner Tip für Freiheitssuchende: Weihnachtsmarkt auf dem herrlichen Marktplatz von Breslau (Wroclaw). Auszug von der Homepage der Stadt für deutsche Besucher: “Zu den Covid-Regeln erreichen uns viele Fragen, in Polen gibt es derzeit keine 2G oder 3G Diskussionen und es gibt weder Zugangsbeschränkungen noch eine Maskenpflicht auf dem Gelände.”

R. Reiger / 29.11.2021

@ Wie kann der Rückstand Deutschlands beim Ausbau des Digitalnetzes aufgeholt werden? Durch staatliche Förderung: Googlen sie bitte unbedingt mal: „Quaero“ bzw. „De-Mail“ bzw. „Gaia-X“ !

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