Mein Kind, das öffentliche Gut 

Von Lisa Marie Kaus. 

Meine Kita-Suche in Berlin-Kreuzberg zeigt Anflüge von alltäglichem Wahnsinn. In Berlin hat seit dem 1. August 2017 jedes Kind mit seinem ersten Geburtstag den Anspruch auf einen beitragsfreien Betreuungsplatz. Dennoch muss man absurderweise einen Kita-Gutschein beim Jugendamt des Bezirks beantragen, der einem pauschal für eine Betreuungszeit für 5 bis 7 Stunden am Tag ausgestellt wird. Wohlgemerkt, pauschal heißt nicht sofort, man wartet gut und gerne Wochen auf den Amtsakt. 

Selbstverständlich gilt das Dokument, welches einen gesetzlich festgelegten Anspruch, der durch Prüfung des Alters des Kindes selbst durch nicht ausgebildete Verwaltungsfachwirte zweifelsfrei festgestellt werden kann, nur für einen begrenzten Zeitraum, dann muss die Frist verlängert werden. Die absurde Regelung mit der Beantragung eines Kita-Gutscheins für einen Kitaplatz, der einem sowieso zusteht, und die stoisch verwaltenden Sachbearbeiter haben ein enormes Pointen-Potenzial. 

Die verzweifelten Eltern und ehrlich bemühten und ausgelasteten Erzieher erfreut das schon weniger. Aber all diese Situationsbeschreibung würde nur an der Oberfläche kratzen. Denn eigentlich geht es um etwas ganz Grundlegendes: um Gerechtigkeit (jeder Gesinnungsethiker greift sich nun betroffen ans Herz). 

Ökonomisch gesehen sind Kinder ein echtes Problem, eine wirklich kniffelige Angelegenheit. Ihre wirtschaftlichen Kosten und ihr wirtschaftlicher Nutzen treten in unterschiedlichen Perioden auf. Dies führt dazu, dass für die Kosten am Lebensanfang meist zu einem großen Teil die Eltern aufkommen, während den wirtschaftlichen Ertrag in der beruflich aktiven Lebenshälfte vor allem der Staat für sich beansprucht. In Zukunft, mit einer überalterten Gesellschaft und einem überforderten Sozialstaat, wird sich dieses Ungleichgewicht noch weiter verschärfen.

Die Entscheidung für ein Kind ist eine private Entscheidung. Wenn Kinder eine private Entscheidung sind, dann sollten Individuen auch die Konsequenzen ihrer Handlung tragen und somit für die Kosten eigenverantwortlich aufkommen. Wären Kinder einzig ein Konsum- oder Investitionsgut für ihre Eltern, also zögen die Eltern entweder einzig einen direkten Nutzen aus der Aufzucht ihres Nachwuchses oder erwirtschafteten später daraus Erträge (zum Beispiel in Form einer Altersabsicherung), so wäre die ganze Geschichte in der Tat reine Privatsache. 

Der Sozialstaat ist ein Trittbrettfahrer heutiger Eltern

Ökonomisch betrachtet sind Kinder, die später einmal mehr Steuern zahlen, als Leistungen durch den Staat zu empfangen, ein positiver externer Effekt für den Fiskus. Die Verschuldung von Staaten ist nur dadurch möglich, dass heutige Generationen dem Kapitalmarkt die Begleichung durch ihnen nachfolgende Generationen versprechen. Die Barro-Ricardo Äquivalenzhypothese geht daher davon aus, dass zum Beispiel eine Erhöhung der Staatsverschuldung zu einer Erhöhung der Sparquote führt. Wohlwissend, dass die Staatsausgaben von heute die Steuern von morgen sind, legen besorgte Eltern schon mal Geld zurück, damit die Kinder die Schulden später begleichen können. 

Das Problem ist nun, dass Eltern für die Bereitstellung der positiven Externalität für Steuer-, Sozial- und Rentensystem nicht entschädigt werden, während sie andere nicht davon ausschließen können, von den Leistungen ihrer Kinder zu profitieren. Kinder sind ein öffentliches Gut. Der Nutzen wird sozialisiert, während die Eltern auf den Kosten sitzenbleiben. 

Der Sozialstaat ist ein Trittbrettfahrer heutiger Eltern. Steht den Kindern zukünftig ein geringeres Einkommen zur Verfügung, da sie für mehr Rentner einzahlen müssen, können sie ihre eigenen Eltern im Alter weniger unterstützen. Dieses Problem würde im Übrigen auch dann nicht beseitigt, wenn das Rentensystem privatisiert wäre. Eine kapitalgedeckte Rente setzt auf die Produktivität künftiger Generationen, zwar nicht mehr national aber weltweit – no man is an island. 

Vor allem aber schmälert der Wohlfahrtsverlust der eigenen Kinder die Wohlfahrt der besorgten Eltern. Mit schwindenden Renten und dem Aufleuchten der Altersarmut am Horizont, unter anderem durch die Niedrigzinspolitik der EZB, wird für viele Eltern die Angst, eine Last für ihre Kinder im Alter zu sein, immer realer. Während Kinderlose im Alter alles verprassen und im Pflegefall auf die Gemeinschaft bauen können, geht es bei Eltern in diesem Fall zuerst ihren eigenen Kindern finanziell an den Kragen. Wer Kinder hat, hat der Zukunft Geiseln in die Hand gegeben. 

Ein betroffen-empörtes Nach-Luft-schnappen

Dies ist kein Plädoyer für eine staatlich gelenkte Familienpolitik. Es ist nicht Aufgabe eines liberalen Staates, Anreize für eine möglichst hohe Kinderzahl pro Frau zu setzen. Wie Garry Becker, Nobelpreisträger für Ökonomie, bemerkte, kommt es bei Kindern aus wirtschaftlicher Sicht auch nicht auf Quantität, sondern auf Qualität an. Die Anzahl der Kinder sagt nichts über ihre Produktivität im späteren Leben aus. 

Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich bereits ein betroffen-empörtes Nach-Luft-schnappen ob der ökonomischen Anmaßung der Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung – beim Thema Kind und generell. Aber nur, wenn man Kosten und Nutzen transparent macht, kann man am Ende für eine Annäherung an eine Verfahrensgerechtigkeit sorgen. Ostentatives Gutmenschentum zeigt dann sein zutiefst ungerechtes und asoziales Gesicht, wenn die Kosten nicht mehr zu verschleiern sind, ihre Immanenz nicht mehr zu leugnen ist. Die soziale Kälte des vermeintlichen Sozialstaates lässt sich an einem einfachen Beispiel veranschaulichen:

Angenommen, Sie sind eine alleinerziehende Mutter in Berlin-Köpenick. Angenommen, ihre vergütete Elternzeit läuft aus, und Sie finden keinen Betreuungsplatz für ihr Kind – angesichts der aktuellen extrem angespannten Situation der Kindergartenplätze in der Hauptstadt ist das ein nicht ganz unwahrscheinliches Szenario. Es bleibt Ihnen lediglich die Möglichkeit, unbezahlt weiter in Elternzeit zu verweilen und von den warmen Worten des Berliner Senats zu leben oder direkt Hartz IV zu beantragen. Einen Anspruch auf ALG I – wofür Sie während Ihrer Berufstätigkeit vor der Geburt jahrelang einzahlten – haben Sie nicht, da die Betreuung ihres Kindes nicht sichergestellt ist. 

Die Bereitstellung einer frühkindlichen Betreuung – wenn von den Eltern gewünscht – ist demnach tatsächlich nichts weniger als das: Gerechtigkeit. Und nebenbei seit 2013 auch ein rechtlicher Anspruch.

Nun haben wir das Vergnügen, nach 16 Monaten intensiver Suche einen Kitaplatz gefunden zu haben, lediglich mit einigen Monaten Verdienstausfall bezahlt. Hier im La-La-Land Berlin ist der Betreuungsplatz mittlerweile ja „umsonst“. Berlin verschleiert die privatisierten Kosten der frühkindlichen Betreuung also etwas aufwändiger als andere Bundesländer, Kommunen oder Landkreise, wo Eltern nicht selten Betreuungskosten von über 1.000 Euro im Monat leisten. Der Krippenplatz als Luxusgut. 

Der Sozialstaat zuckt nur mit den Schultern

Und dabei ist – wieder rein ökonomisch gesprochen – eine gute Kinderbetreuung keine Dekadenz, sondern eine absolute Notwendigkeit für unsere Volkswirtschaft. Weder durch noch so gut ausgebildete Zuwanderer noch durch einen Baby-Boom wird der Altenquotient zu senken sein. Einzig eine Steigerung der Produktivität kann hier wirkliche Veränderungen bringen. Wir brauchen Bildung und Leistungsbereitschaft und eine Entlastung der Leistungsträger. Diese sind nämlich sehr mobil, und viele werden nicht bereit sein, den Karren zu ziehen, wenn sie dabei knietief im Dreck stehen.  

Ein Wohlfahrtsstaat mit offenen Grenzen für Einwanderung braucht irgendwann eine geschlossene Grenze für Auswanderung, sonst bleibt der Karren gänzlich stecken. Der Mauerbau im August 1961 war eine Notwendigkeit zur ökonomischen Erhaltung des realexistierenden Sozialismus. Wenn eine Ideologie über den unterschiedlichen Interessen der Individuen steht, ist der Zwang nicht weit. Außerdem – und es klingt nach einer wohlfeilen Sonntagsrede – auch aus Sicht von „Gerechtigkeit“ ist eine frühkindliche Bildung entscheidend, an den Universitäten kommt sie zu spät. Doch der Sozialstaat zuckt nur mit den Schultern und nimmt Geld an anderer Stelle in die Hand. 

Nun kann man einen Euro nicht zweimal ausgeben. Jeder Unternehmer macht sich vor der Tätigung einer neuen Ausgabe die Opportunitätskosten deutlich, nämlich die Investition, die er nicht ausführen kann, weil er das Geld in ein anderes Projekt steckt. 

Wir leisten uns das teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt und können Erzieher nicht kompetitiv bezahlen. 2016 betrugen die reinen Ausgaben für Tageseinrichtungen für Kinder (0-14 Jahre) in Deutschland 23,1 Milliarden Euro. Pro Kopf macht das ca. 6.600 Euro im Jahr oder 550 Euro im Monat. Für einen minderjährigen unbegleiteten Migranten gibt der Staat monatlich den 10-fachen Betrag aus. Bernd Raffelhüschen schätzt, auf Basis der Generationenbilanzierung, die Kosten für die aktuelle Migrationskrise auf 900 Milliarden Euro über den Lebenszyklus der Neueingewanderten. 

75 Jahre Kita-Finanzierung zackzack woanders ausgegeben

Seit 1991 haben die Bundesländer 295,2 Milliarden Euro für Kindertageseinrichtungen ausgegeben. Wir reden hier also von 75 Jahren Kita-Finanzierung, die seit 2015 mit einem Fingerschnipp an anderer Stelle ausgegeben werden. Im gleichen Jahr zog sich der Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern um die Löhne von Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsdienst sieben Monate hin. Die Gewerkschaften hatten anfänglich 1,2 Milliarden Euro gefordert, am Ende erhielten sie 315 Millionen Euro.

Was ich noch nicht lobend erwähnte: Die Ausgaben für Kindertageseinrichtungen haben sich seit 2009 nahezu verdoppelt. Auch die finanzielle Entlastung Berliner Eltern bei der Freistellung der Kindergartenbeiträge riss ich nur – zugegeben despektierlich – an. Dennoch ist dies hier mein Hessischer Landbote, ein dem Fatalismus erlegenes Pamphlet. Ein Staat kann nicht so tun, als würde er in die nächste Generation investieren und gleichzeitig die Zukunft meines einjährigen Sohnes mit jeder politischen Entscheidung der vergangenen Jahre verspielen. Um bei dem Bild zu bleiben, ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass mein Kind den im Dreck feststeckenden Karren ziehen muss. Anfang des Jahres waren wir einige Wochen in Neuseeland – dort war es sehr schön… Die Opportunitätskosten der konsumtiven Ausgaben eines verantwortungslosen Wohlfahrtsstaates entsprechen dem Kindchenschema.  

Lisa Marie Kaus ist Mutter eines einjährigen Sohnes und war nach einem Studium der Volkswirtschaftslehre im Europäischen Parlament in Brüssel tätig. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an ihrer Promotion.

Foto: Bundesregierung/Steins

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Albert Sommer / 22.08.2018

“Die Bereitstellung einer frühkindlichen Betreuung – wenn von den Eltern gewünscht – ist demnach tatsächlich nichts weniger als das: Gerechtigkeit.” Sagte nicht schon der derzeitige amtierende Bundesfinanzminister (Scholz-SPD) einst “Wir wollen die Hoheit über die Kinderbetten”. Die Autorin schreibt immerhin elegant “Betreuung”, die Politik spricht hingegen stets von “frühkindlicher Bindung”. Wie viel Algebra benötigen den einjährige mit vollen Pampers in der Kita wenn die Frage gestattet ist. Gerade die Herrschaften, die der Meinung sind, ein Klein(st)kind benötige in diesem Alter nicht ausschließlich Geborgenheit und Mutterliebe sondern soziale Kontakte und frühkindliche Bildung, schreien doch am lautesten wenn wieder mal irgend ein Hundevermehrer die kleinen Welpen vor der 12 Woche von ihren Müttern entrissen hat. Diese ganze Thematik hat doch nur einen Zweck. Die Frau als vollwertiges Arbeitskapital, am besten gleich wieder nach dem Kreissahl wieder ins Büro und die kleinen so früh als möglich zu politisch braven Lämmern indoktrinieren.  Das versteht die heutige Politik unter Familienpolitik und besitzt dann auch noch im Umkehrschluss die Dreistigkeit, sich über die „Verrohung der Gesellschaft” zu echauffieren.

Karl Schmidt / 22.08.2018

Diese Ökonomisierung ist eine bizarre Konstruktion. Zunächst ist das Problem überhaupt erst dadurch entstanden, dass - anders als früher - viele Bürger kinderlos geblieben sind. Und zwar aufgrund einer freien Entscheidung und nicht aufgrund einer Behinderung. Jedoch ist der Ansatz der Kostenteilung verfehlt: Zunächst lässt sich schon streiten, ob das Kind oder die Eltern den Nutzen aus öffentlichen Zuwendungen und Einrichtungen ziehen. Wird das Kind entlastet oder die Erzeuger? Die Eltern aber sind (aktuelle) Steuerzahler. Nur verhilft die Steuerzahlung nicht zu einem Anspruch auf eine bestimmte Gegenleistung. Das gilt übrigens auch für den künftigen Steuerzahler. Zudem erhalten die Eltern eine Gegenleistung von ihrem Kind: Es wird sich um sie kümmern, wenn sie alt und hilfebedürftig werden. Das mag keine Vollversorgung mehr sein (weil die Kinder z. B. arbeiten müssen), aber allein gelassen werden die wenigsten Eltern. Es liegt also in ihrem ureigenen Interesse Nachwuchs zu haben. Schließlich werden die Eltern ohnehin schon stark von anderen Bürgern entlastet: So erhalten sie z. B. eine Ausbildung in öffentlichen Schulen. Früher mussten das die Eltern organisieren. Ich finde den Ansatz nur richtig, soweit es um die Frage geht, ob jüngere Generation überbeansprucht werden (Rente, Steuer, GKV etc.). Ihre Überlegungen formulieren nur höhere Ansprüche an andere, ohne dass es dafür überzeugende Gründe gibt. Letztlich versuchen Sie auch nur ihre wirtschaftlichen Interessen zu sozialisieren.

Martin Landvoigt / 22.08.2018

Neben einigen äußerst zutreffenden Feststellungen taucht hier die Behauptung auf: ‘Es ist nicht Aufgabe eines liberalen Staates, Anreize für eine möglichst hohe Kinderzahl pro Frau zu setzen.’  Das sehe ich genau das Gegenteil! Denn wenn es nicht nur wegen der Problematik der Alterssicherung einen Bedarf zur nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung gibt, dann ist es gerade die Aufgabe des liberalen Staates, Anreize zu schaffen. Denn wenn die Entscheidung zum Kind eine persönliche bleiben muss, so muss ebenso der Staat die Möglichkeiten im Kontext der Liberalität ausschöpfen, eine Aufgabensicherung zu betreiben. Denn jeder Staat, auch der liberale, setzt faktisch immer und unvermeidbar sozioökonomische Rahmenbedingungen für die Reproduktion. Wenn diese zu gering für die benötigte Nachhaltigkeit ist, dann hat der Staat die Fehler gemacht und ist dafür verantwortlich.

Siegurd Möller / 22.08.2018

Die Misere fing mit dem Herr Adenauer bereits 1957 bei der Rentenversicherung an. Geraten wurde ihm Kinderlose anders zu besteuern, nämlich höher, als Eheleute oder Paare mit Kindern.  Obwohl ihm vorgerechnet wurde, dass Eltern mit Kindern deutlich benachteiligt sind, wurde es bei allem Verständnis anders entschieden. In dem kinderfeindlichen Land mit der deutschen Kleinmütigkeit gegenüber der Stammbevölkerung und immer neuen Schikanen, die sich bis heute in den völligen Irrwitz verdreht haben, steht derzeit die hohe Netto-Auswanderungsrate der autochtonen gebildeten Berufsstände zu Buche, die steigend ist. Die Heimat scheint verloren. Dem 14 jährigen Sohn wird jetzt schon eine zukünftig mögliche notwendige Auswanderung nahe gelegt. Selbst ein hervorragendes Leben in diesem Staat genutzt in dem 28% der unteren Klasse der Gesellschaft ermöglicht wurde eine allgemeine Hochschulreife zu erlangen ist dies heute nahezu undenkbar. Eine Zukunft “im Dreck” als Zahler der “Dhimmi-Steuer” (die wir alle jetzt schon lohne gefragt worden zu sein leisten müssen) wünscht sich niemand. 2014, vielleicht auf dem Zenit mit gewonnener WM in der Wohlfühlgesellschaft war im Jahr darauf bereits beendet.

toni Keller / 22.08.2018

Ich denke, so engagiert und richtig der Artikel ist, so umgeht auch er das eigentliche Tabu unserer Gesellschaft, das ist nämlich eigentlich ganz einfach. “Eine Mutter kann zehn Kinder versorgen, aber zehn Kinder keine Mutter!”  sagt der Volksmund, und damit hat er recht und weil dem so ist, kann der Staat nicht so einfach die Mutter ersetzen, egal wieviel Geld er in die Hand nimmt. Da aber , gerade für Mütter kleiner und kleinster Kinder das grüßte Glück auf Erden darin besteht ihre Arbeitskraft dem Arbeitmarkt zur Verfügung zu stellen und gerade junge Mütter so indoktriniert sind, dass sie sich nur und ausschließlich über die Lohnarbeit definieren und die Kinderarbeit irgendwie als minderwertig angesehen wird, deshalb steckt der Staat in der Zwickmühle. Weil wenn er die Arbeit der Erzieherinnen entsprechend honorieren würden, könnte sich ja im Volk die altmodische Erkenntnis breitmachen, dass Kinderhaben, und -erziehen, mit ihnen lachen und spielen, wertvoll ist. Wenn aber die jungen Mütter auf die Idee kommen, dass Kinderhaben usw, wertvoll ist, so würden sie wohl auf die Idee kommen diese wertvolle Tätigkeit selber zu machen, und damit stünden sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr so begeistert zur Verfügung. Weil das Dilemma aber schon älter ist, genauer seit Einführung der Pille existiert, müsste man zu der Erkenntnis kommen, dass das mit der Emanzipation auch so seine Schattenseiten gehabt hat,  und zu den demografischen Verwerfungen geführt hat, deren Wolken sich bereits zusammenballen, aber zugeben, dass man aufs falsche Pferd gesetzt hat, ist ungeheure schwer

klaus Blankenhagel / 22.08.2018

Sollte es jemanden moeglich sein aus dem ” Konsum ” auszutreten (Auswanderung) so wird wohl jetzt der richtige Zeitpunkt sein. Solange die Grenzen nach aussen noch offen sind. Zum Bild oben mit Merkel: das Baby bekommt ein Schreck fuers Leben.

Brigitte Hammen / 22.08.2018

Kinder unter dem Kosten-Nutzenfactor zu subsummieren ist für studentische VWL   Ausbildung sicher interessant ! Wenn man das ” Inhumakapital ” dann unter dem Herzen trägt , ändert sich manche Einstellung und nochmal ,  wenn sie dann halt da sind ! Den Artikel den sie geschrieben haben sollten sie Ihrem Sohn, in der Pubertät ,  lieber nicht zu lesen geben.  Suizidgefahr ! Ansonsten sind Sie sicher pateipolitisch gut vernetzt .... und da wird Ihnen sicher geholfen!

Walter Knoch / 22.08.2018

Wozu setze ich Kinder in die Welt, die ich bereits nach einem Jahr, teilweise noch früher, in die staatliche Betreuung gebe? Ja, Kinder werden zu Steuerzahlern. Ja, der Staat braucht Kinder. Es wird schließlich so oft verkündet, dass es auch der Taube hört. Und trotzdem beharre ich darauf, dass die Entscheidung zum Kind meine private Entscheidung ist und bleiben muss. Alle diese Kostenrechnungen, die staatlichen Investitionen in Kinderaufbewahrungs- und Kinderbeeinflussungsinstitutionen führen in der Konsequenz zur Ausweitung staatlicher Möglichkeiten, zu einer Beschneidung des Individuums, zu einer Aushöhlung des Elternrechtes. Wer zahlt bestimmt. Kinder sollten, aus Liebe gezeugt, in einer Familie ihre ersten Lebensjahre verbringen und nach und nach in Begleitung ihre kleine Welt ausweiten dürfen, um schließlich, mit Rückversicherung, hinaus in die große Welt zu gehen. Hände weg von unseren Kindern. Ein Gebot, das umso mehr betont werden muss, als dass der Staat - pars pro toto - durch seine Frühsexualisierungslehrpläne im Begriff ist das grundgesetzlich verbürgte Elternrecht in einem elementaren Bereich zu beschneiden. Ja, die Idylle von oben stimmt in sehr vielen Fällen nicht mehr. Nein, die Regel sieht eher anders aus. Umso mehr sollten wir dafür arbeiten, dass die “Idylle” wieder Raum gewinnt. Wie wurden Mütter als Heimchen am Herd verhöhnt, wie wurden Pläne für ein Elterngeld, die Bruchteile von dem ausmachten, was ein KiTa-Platz kostet, verlacht, als Brutprämie durch den Kakao gezogen. Das ist die gesellschaftliche Realität in dieser Republik. Alleinerziehend, ohne Vater, Vater als Auslaufmodell, … Der Rahmen hier reicht nicht aus, um jedem Stichwort genügend Raum zur Analyse zu bieten. Vorletzter Satz: Kind nein? Kind ja?, als Resultat eines ökonomischen Kalküls, ist der falsche Weg, öffnet dem Staat die Pforten, um die Lufthoheit über den Kinderbetten zu gewinnen. Letzter Satz: Die Erziehung der Kinder ist zuvörderst das Recht   u n d   d i e   P f l i c h t   der Eltern. Von KiTa steht dort im Grundgesetz nichts.  

Daniel Hagen / 22.08.2018

Nicht zuletzt sind das auch Folgen eines Feminismus, der schon lange über das Ziel der Gleichstellung hinaus geschossen ist und die klassische Familie zerstört hat. Tinder ist voll mit alleinerziehenden Müttern, nur, welcher Mann braucht sowas, abgesehen von unverbindlichen Abenteuern?

Rainer Hanisch / 22.08.2018

@ Herr Seiler: “Es ist schon erschreckend, solche Beiträge auf der “Achse” lesen zu müssen.” Vielleicht sollte Sie in der “Achse”, wo ich - im Gegensatz zu anderen Foren - oft sehr sinnvolle Kommentare lese, lieber nachdenken, bevor Sie Ihren Senf dazugeben! Es ist bestimmt nicht der pure Egoismus der Frauen (und Männer), tagsüber zu arbeiten und Geld zu verdienen. Meist steht die Notwendigkeit einer Erwerbstätigkeit dahinter. Ich selbst bin in einer Familie aufgewachsen, in der die Mutter “der Kinder wegen” zu Hause geblieben war. Meistens war noch viel Monat übrig, als das Geld alle war. Kindergeld war in den 1950ern eher als Almosen zu bezeichnen, als eine Hilfe! Der ständige Verzicht auf alles, was in anderen Familien Usus war, hat mir beileibe nicht gefallen! Meine Freizeit hatte ich sowieso lieber mit Freunden außerhalb der eigenen vier Wände verbracht - meine Eltern hatte ich da nicht vermisst (und auch nicht dabei haben wollen ;-)). Die kurze Zeit, die ich im Kindergarten (neudeutsch: Kita) verbrachte, mochte ich nie missen! Sie hat mich auch in Punkto Selbständigkeit und respektvollem Umgang mit anderen geprägt. Eigenschaften, die heutzutage selbst unter Erwachsenen “böhmische Dörfer” sind.

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