Mein Gott! Theologie ist auch bloß eine Wissenschaft (2)

Im ersten Teil argumentierte ich für die Akzeptanz der Theologie als legitime Wissenschaft. Die Methoden dieser Disziplin decken sich größtenteils mit denen verwandter Fächer wie der Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie. Außerdem liegt es im Kern einer jeden Wissenschaft – namentlich auch der Naturwissenschaften – dass Erkenntnisse über Spekulation gewonnen und im Laufe der Zeit mitunter wieder verworfen werden.

Warum gibt es uns? Hat das alles einen Sinn, und wenn ja, welchen? Das sind Fragen, die den Menschen immer schon bewegen, und es sind philosophierende, metaphysische Fragen. Es liegt in der Natur dieser Sache, dass es unhinterfragbare Beweise nicht geben wird, sondern dass es bei der Spekulation bleiben muss, auch im Blick auf die Aussagen des christlichen Glaubens. Aber bedeutet das nun letzten Endes doch, dass Theologie keine Wissenschaft sein kann, jedenfalls in diesem ihrem inneren Kern zentraler Glaubens-Inhalte?

Aber was ist dann – die Frage mag jetzt überraschen, trifft sie doch mitten in die „harte“ Faktenwelt der „echten“ Naturwissenschaft – mit der Physik? Und was insbesondere mit der Erforschung dieses Universums?

Grenzen der Erkenntnis: in der Physik!

Auch für die Physik gibt es Grenzen der Erforschbarkeit, die kaum überwindbar sein dürften. Wenn wir der Theorie des „Urknalls“ glauben – und seien wir ehrlich, unter Zehntausenden von uns gibt es vielleicht einen, der diese Dinge wirklich versteht und erklären könnte, wir anderen halten uns an das, was uns erzählt wird, und „glauben“ es – dann bestand alles, was es heute gibt und was wir astronomisch erforschen, in einem einzelnen Punkt ohne Ausdehnung, der „Singularität“.

(Von dort aus „explodierte es“ und es entstanden Materie und Raum und Zeit und dazugehörige Naturgesetze. Ganz recht, die Naturgesetze waren nicht schon vorher da, denn an was sollten sie gebunden sein, ohne Materie, und welche Vorgänge hätten sie beschreiben sollen ohne Raum und Zeit? Oder sie waren doch schon da, wie es in der Bibel heißt: am Anfang war das Wort [griechisch: „logos“ – was man auch als „Vernunft“ lesen und als „Lehre“ verstehen kann], also der „pure Inhalt“ ohne körperliche Manifestation, und damit eben eine schöpferische Kraft: Gott!)

Woher „wissen“ die Physiker das mit dem Urknall? Sie haben es aus den ihnen bekannten Erscheinungen der Natur und den daraus abgeleiteten Gesetzen und Theorien zurückgeschlossen. Sie haben dazu viel Mathematik genutzt und „Logik“ ohnehin. Aber was wiederum sind Mathematik und Logik? Beide beruhen auf Axiomen, auf dem Menschen plausibel erscheinenden grundlegenden Annahmen, die das Denken strukturieren, ihm überhaupt eine Grundlage oder einen stabilen Ankerpunkt verschaffen. Axiome sind nicht be-weisbar, sie er-weisen sich aber als nützlich. Denn von dort aus kann man die großartigsten Denkgebäude erschaffen und damit Erkenntnisse gewinnen, auf abstrakten Wegen, die sich sonst aus der Natur nicht ableiten ließen.

Und noch einmal, ganz fundamental: Wir können Mathematik und Logik nicht aus der Betrachtung der Umwelt ableiten, oder noch klarer: wir können sie daraus nicht „ablesen“. Wir Menschen haben diese Denkwerkzeuge selbst „erfunden“ und kommunizierbar gemacht. Wir haben in der gedanklichen Auseinandersetzung mit der Natur irgendwann bemerkt, dass es nützlich ist, sie in bestimmter Weise (gedanklich) zu betrachten und zu analysieren. Wenn etwas nicht in der Natur schon vorhanden und erkennbar, sondern von uns selbst „nur ausgedacht“ ist – dann, so hieß es über die Theologie, kann es wohl keine Wissenschaft sein? Nun ja, das Argument taugt wohl nicht so viel und trägt nicht so weit, wie es ursprünglich scheinen mochte.

Aber davon ganz abgesehen: Was war denn nun vor dem Urknall, vor der Singularität? Wo kam die ganze gewaltige Materie-Energie-Sammlung, die sich ohnehin jeder menschlichen Vorstellungskraft entzieht, denn her? Sie kann doch nicht aus dem Nichts entstanden sein? Der Mensch kann sich diese Fragen nicht verkneifen. Schon das Kind will immer wieder wissen, „warum“ etwas so sei, wie die Eltern oder Lehrer ihm erzählen, oder „woher“ etwas kommt.

Menschliche Neugier, eine Laune der Natur?

Deshalb gibt sich der Mensch eben nicht zufrieden mit dem, was er „wissen“ kann, in unserem heutigen Verständnis klarer Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge. Er geht gedanklich mit seiner Vernunft, die nicht zuletzt Phantasie und Abstraktionsvermögen ist, notwendig immer weiter in die Materie hinein oder über sie hinaus, ins Metaphysische und Transzendente. Nur auf diesem Wege ist es überhaupt zu unserem neuzeitlichen Denken und „Wissen“ gekommen. Ohne die vielen falschen Ideen, Theorien und Spekulationen, die über viele Jahrhunderte hinweg durch bessere und nützlichere ersetzt worden sind, säßen wir immer noch in Höhlen.

Seien wir doch froh und fasziniert, dass der Mensch sich solche Gedanken macht, auch über Dinge, die sich der Messbarkeit und experimentellen Verifizierbarkeit weitestgehend entziehen. Das Nachdenken über metaphysische Fragen zu diskreditieren und ihm das vermeintliche Werturteil der „Wissenschaftlichkeit“ zu verweigern, wozu soll das gut sein? Und wie gesagt, dann sollten wir auch Philosophie und Mathematik als unwissenschaftliches, menschlich-spekulatives Denken charakterisieren.

Und hier noch eine faszinierender Zusatzbetrachtung: Wie kommt es überhaupt, dass es uns Menschen möglich ist, das Universum in seiner ganzen Unvorstellbarkeit gleichwohl gedanklich zu erfassen, zu analysieren und zu „verstehen“? Das ist auch so etwas, das man getrost als „Wunder“ bezeichnen kann, denn das versteht sich nicht wirklich von selbst. So wie auch der Mensch ein wundersames Wesen ist, eines, in dem das Denken sich selbst auf den Grund zu gelangen versucht. Und was ist überhaupt das „Bewusstsein“, das uns vom Tier unterscheidet, dieses merkwürdige Phänomen der Selbstreflexion? Wo in unserem Gehirn „findet es statt“? Das weiß immer noch niemand, und woher nehmen wir die Vorstellung, das würden wir schon noch herausfinden?

Die Physik kann magische Kunststücke!

Selbst wo die Physik prinzipiell „weiß“ und präzise beschreiben kann, wie die Natur funktioniert, gibt es erstaunliche Dinge: So wissen wir schon seit Heisenberg, dass man von einem Elementarteilchen wie einem Elektron, das der früher von Nils Bohr entwickelten Vorstellung nach um den Atomkern kreist, nicht gleichzeitig zwei verschiedene Eigenschaften präzise bestimmen kann. Das ist die berühmte „Unschärferelation“. Oder das Licht: Es ist einerseits eine elektromagnetische Strahlung, mit Wellencharakter. Andererseits kann und muss man sich zur Beschreibung bestimmter Phänomene das Licht als Teilchen vorstellen, die durch den Raum flitzen: die Photonen. Wenn das nicht merkwürdig ist, Welle und Teilchen zugleich. Oder drittens die ganz und gar „unheimliche“ Quantentheorie, wonach Elementarteilchen sich gleichzeitig an zwei völlig verschiedenen Orten aufhalten können!

Und noch ein ganz erstaunliches Ding, das wir wissen und kennen und berechnen können, aber letztlich doch wieder nicht erklären, sondern nur quasi ergebnishaft zur Kenntnis nehmen: die Schwerkraft. Newton erkannte, dass es eine solche Kraft geben müsse, die einen „fallenden“ Apfel in Richtung Erdboden zieht. Durch ihn „wissen“ wir, dass Massen sich anziehen. Aber wie? Würde man nicht gern wissen, wie die Materie das macht? Wie kann die Sonne die Erde anziehen, obwohl in dem für unsere Verhältnisse riesigen Raum dazwischen „nichts“ ist, außer elektromagnetischer Strahlung, die mit der Schwerkraft aber wenig zu tun hat? Das sind Grenzen der Erkenntnis selbst in vermeintlich alltäglichen physikalischen Fragen.

(Heute gilt Newton quasi als überholt, denn laut Relativitätstheorie vermögen Massen den sie umgebenden Raum zu „krümmen“, was dann wiederum andere Massen zu beschleunigen vermag. Aber das kann sich erst recht niemand wirklich vorstellen, und abgesehen davon: es beschreibt das Faktum nur anders, erklärt es aber eigentlich nicht.)

Nicht jeder ist dazu geboren und veranlagt, sich solche Gedanken zu machen. Selbst unter tatsächlichen Wissenschaftlern und Forschern gibt es viele, viele, deren tägliches Brot eigentlich „nur“ rein handwerkliche Qualität hat, die Grenzen sind durchaus fließend. Wissenschaft kann ein ziemlich trockenes Brot sein, aus Sicht des Außenstehenden vielleicht auch schlicht überflüssig. Der menschliche Wissensdrang lässt den einen nach den Lebensbedingungen kleiner Fischlein in der Südsee suchen oder gar nach Mikroben im Meeresgrund und den anderen nach den Ursprüngen einer mesopotamischen Fabel.

Warum ist das dann wertzuschätzen als hohe, „wahrheitsorientierte Wissenschaft“, während die Frage nach dem Sinn des Lebens und nach einer höheren Macht angeblich eine veraltete, irrationale und womöglich noch gefährliche Verirrung darstellt?

Nur agnostisch oder schon atheistisch?

Wem solche Dinge komisch vorkommen, der mag sich einfach davon fernhalten. Vermutlich zum Glück wird heute niemand mehr gezwungen oder ernstlich gedrängt, bei uns im vorläufig noch freien Westen, einer Kirche anzugehören und metaphysische Wahrheiten zu glauben. Jedem steht es frei, sein Leben von spekulativer Philosophie frei zu halten und sich als Agnostiker zu bekennen. Das kann ich durchaus nachvollziehen.

Weniger nachvollziehbar finde ich allerdings, wenn Menschen angegriffen werden wegen ihres Glaubens an einen (christlichen, jüdischen) Gott. Nein, wir können es intersubjektiv beweiskräftig nicht wirklich wissen, dass es diesen Gott gibt. Allerdings können wir auch das Gegenteil nicht beweisen, und das macht aus den Atheisten für meine Begriffe ein etwas merkwürdiges Völklein. Das soll nun niemanden beleidigen, aber die auftrumpfende Art vieler Atheisten, die sich kraft ihrer Verneinung Gottes für rationaler, für klüger, für aufgeklärter halten, hat wenig gute Argumente für sich.

Wer an Gott glaubt, ist deswegen weder dumm noch irrational noch geistig unselbständig. Das Gegenteil trifft zu für den Marxismus. Wer heute noch an Marx glaubt, an seine hanebüchene Pseudowissenschaft, seine als Prophetie verkleideten Ressentiments, einschließlich üblen Antisemitismus – der hat nichts verstanden, insbesondere aus über 200 Jahren Geschichte nichts gelernt. Und Christentum und Marxismus sind in so ungefähr jeder Hinsicht unvereinbar, ebenso wie Christentum und Totalitarismus im Allgemeinen. Merkwürdigerweise haben sich aber gerade die Marxisten in unseren Bildungseinrichtungen ziemlich breitgemacht, und sie sind dabei, jede echte Wissenschaftlichkeit in Grund und Boden zu treten.

Doch, das gehört absolut hierhin. Denn ich finde es eigenwillig, wenn die Theologie als nicht wissenschaftlich an die Seite geschoben und lächerlich gemacht wird, obwohl gerade die abendländische, judäo-christliche Tradition, mit allem was dazu gehört, von Thomas von Aquin bis zu Joseph Ratzinger, einem der gelehrtesten und klügsten Menschen unserer Zeit, überhaupt erst den Boden für unsere heutige, „aufgeklärte“ Wissenschaft und Gesellschaft bereitet hat.

Während andererseits die tatsächlichen Feinde der freien Forschung und offenen Debatte sich mit ihrem Atheismus brüsten, in Wirklichkeit aber die Menschen von nichts befreien, sondern letztlich zur Realisierung und Verherrlichung von Gewaltherrschaft treiben wollen, wozu sie allerdings den religiösen Glauben vernichten müssen, der ihrem Absolutheitsanspruch widersprechen würde, und deshalb sperren die chinesischen Herrscher die muslimischen Uiguren in Konzentrationslager; deshalb vernichten sie Falun-Gong-Anhänger physisch, deshalb unterdrücken sie brutal die katholischen Christen. Das ist praktizierter Atheismus, und die Verbindung zwischen ihm und dem Gewaltregime ist durchaus nicht zufällig.

Skepsis ist gesund gegenüber jeder „Wissenschaft“

Bitte nicht missverstehen: Nicht jeder, der Skepsis gegen Religion und Theologie an den Tag legt, zum Beispiel in Leserbeiträgen auf Achgut, ist ein schlechter Mensch, der Stalin oder Mao huldigt. Natürlich nicht. Aber der Atheismus hat eine unselige Tradition. Es macht keinen Sinn, Christen oder orthodoxe Juden von ihrem vermeintlich irrationalen Glauben „befreien“ zu wollen. Der christliche Gläubige wird gerade durch seinen Glauben und in ihm frei von vielen Dingen, und er kann dabei sogar ein wirklich fabelhafter, sagenhaft kluger Naturwissenschaftler und Mathematiker sein. Und natürlich gibt es Agnostiker, die ebenfalls fabelhafte, bewundernswerte Menschen in jeder Hinsicht sind. Es ist ja offensichtlich.

Die Feinde der Aufklärung, die Gegner des souveränen, freien Individuums in einer toleranten Gesellschaft sitzen nicht in den theologischen Fakultäten, und nicht mal im Vatikan. Daher werden diejenigen, die immer noch glauben, einen Kulturkampf gegen das Christentum führen zu müssen, in aller Freundlichkeit gebeten, sich nach ihrer eigenen Unvoreingenommenheit zu fragen und darüber nachzudenken, ob es nicht andere Umstände gibt, an denen sich abzuarbeiten weitaus begründeter und nützlicher wäre.

Dazu gehört ganz sicher die Auseinandersetzung mit einer vordergründig aufgefassten „Wissenschaftlichkeit“, einem „Expertentum“, das etwas schon für endgültig und unzweifelhaft erklären möchte, nur weil jemand mit einem Professorentitel vorträgt oder weil eine Veröffentlichung das Siegel eines „wissenschaftlichen Instituts“ trägt. So vieles, was „Wissenschaftler“ vortragen, ist bestenfalls vorläufig, häufig fragwürdig und nicht selten auch schlichter Blödsinn, und zwar gerade auch in den vermeintlich „exakten“ Naturwissenschaften. Noch einmal, die Klimakatastrophen-Hysterie, in die Milliardengelder aus Forschungs-Haushalten fließen, ist vielfach nur politische Wichtigtuerei und hat mit seriöser Naturwissenschaft so viel zu tun wie grüne Energiepolitik mit nüchternem Ingenieurwissen.

Ermunterung zur weiteren Neugierde

Nun kann ich nur noch um Nachsicht bitten für die furchtbare Oberflächlichkeit des Beitrags, denn in Wirklichkeit ist alles noch viel komplizierter und tiefgründiger. Wer sich mit dem Nutzen und Segen des jüdisch-christlichen Erbes des Abendlands, aus dem Aufklärung, Freiheit und allgemeiner Wohlstand entstanden sind, näher befassen möchte – ganz unvoreingenommen! –, dem möchte ich hier ein paar „Adressen“ anbieten.

Erstens: den jüdischen amerikanischen Publizisten Dennis Prager, der unter anderem an Kommentaren zum „Pentateuch“, also den fünf Büchern Mose zu Beginn des „Alten Testaments“ arbeitet und den jüdischen Glauben (und damit auch Teile des christlichen) ganz bewusst rein rational, ohne transzendente Überhöhung, interpretiert.

Zweitens – wenig überraschend auf Achgut.com: Dr. Jordan Peterson, der eine ganze Vorlesungs-Serie der biblischen Überlieferung gewidmet hat und in den Narrativen darin ungeahnte Weisheiten fundamentaler Natur aufspürt. Das ist nun wirklich Wissenschaft, denn Peterson nähert sich dem Objekt nicht als gläubiger Christ, ohne kirchliche Vorprägung.

Und drittens der irisch-britische Mathematiker (!) Dr. John Lennox, der ein durch und durch überzeugter Christ ist und seine Ansichten ebenso humorvoll wie brilliant zu begründen weiß.

Als Zugabe verweise ich auf den vielfach bekannten Publizisten und Querdenker Matthias Matussek, überzeugt katholisch, aber sehr lebensnah, der nun wirklich freiheitlich-eigensinnig zu denken versteht, gegen den Widerstand der tonangebenden Gutmenschen. Ich lese gerade einigermaßen fasziniert sein Buch über das weiße Kaninchen, das stark autobiographisch geprägt ist.

PS: Vielleicht erledigen sich damit ein paar denkbare Widersprüche:

Ich halte nichts von einem politisch oder atheistisch begründeten Kulturkampf gegen das Christentum im Allgemeinen oder auch nur die Kirchen im Besonderen. Selbstverständlich, Kirchen sind vielleicht Werkzeuge Gottes, aber ganz bestimmt sind sie Erzeugnisse menschlichen Handelns, und der Mensch ist nun einmal fehlerbehaftet – das ist Teil seiner Handlungsfreiheit. Also ja, Kirchen als Organisationen und Kirchenvertreter und Gläubige in ihrer jeweiligen Position haben im Lauf der Geschichte viel Unrecht begangen und vieles falsch gemacht. Das versteht sich von selbst.

Außerdem, gegenwartsbezogen: Die heutigen Kirchen neigen, jedenfalls im deutschen Umfeld, inzwischen sehr dazu, ihren Glauben, ihre Lehre, ihre Kernaufgabe von Verkündung und Seelsorge zu verflachen und preiszugeben, und sich zu diffus politisierenden Weltverbesserungsvereinen zu wandeln. Das kann man so oder so beurteilen, ich finde es allerdings schändlich, denn so einen Club brauche ich wirklich nicht, dazu gibt es schon genug andere. Die Skala ist ziemlich breit, von einem amtierenden Papst, dem Sympathien für antikapitalistische Bewegungen nachgesagt werden, bis hin zum Gipfel der Scheinheiligkeit, der aus meiner Sicht in typischen Evangelischen Kirchentagen besteht.

Teil 1 finden Sie hier.

Foto: Raimond Spekking CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

netiquette:

Sheldon Cooper / 27.10.2020

Nun ja, Sie sollten aber bedenken, daß etwa die Quantenphysik mit ihren Aussagen es uns beiden ermöglicht, Texte ins Internet zu stellen. Denn die Halbleiter und deren Funktionsweisen beruhen auf quantenphysikalischen Berechnungen. Oder haben Sie schon von Heilungen schwerer Kranheiten durch Beten gehört?

Dr. Jürgen Kunze / 27.10.2020

Mit der Einführung eines Gottes (die meiste Zeit der Existenz des Menschengeschlechtes gab es immer mehrere Götter) wird keine Frage gelöst, die sich der Mensch stellt. Wenn irgendwann einmal der Mensch verschwunden ist, sind auch alle seine Götter verschwunden.

Reinhard Ickler / 27.10.2020

Der Autor gibt sich auf geradezu rührende Weise ungeheure Mühe, Glauben durch Wissen zu unterfüttern. Alles vergeblich. Letzlich geht es wieder einmal um den uralten Versuch von Gottesbeweisen - die z.B. Kant für immer erledigt hat. Am besten hierzu: Ernst Topitsch, Erkenntnis und Illusion - erspart einem jede fruchtlose Auseinandersetzung

Sybille Schrey / 27.10.2020

Zitat: „Seien wir doch froh und fasziniert, dass der Mensch sich solche Gedanken macht, auch über Dinge, die sich der Messbarkeit und experimentellen Verifizierbarkeit weitestgehend entziehen. …  Wem solche Dinge komisch vorkommen, der mag sich einfach davon fernhalten. Vermutlich zum Glück wird heute niemand mehr gezwungen oder ernstlich gedrängt … metaphysische Wahrheiten zu glauben. ... Aber der Atheismus hat eine unselige Tradition. … Daher werden diejenigen, die immer noch glauben, einen Kulturkampf gegen das Christentum führen zu müssen, in aller Freundlichkeit gebeten, sich nach ihrer eigenen Unvoreingenommenheit zu fragen und darüber nachzudenken, ob es nicht andere Umstände gibt, an denen sich abzuarbeiten weitaus begründeter und nützlicher wäre.” Das Ganze gut gedacht und gut geschrieben, aber hier leider – vertane Liebesmüh. Denn Atheisten, außer mir (bin aber auch nur ein scheinbarer Atheist), fürchten sich vor solchen Gedanken. Darum Zitat Alexander Mazurek (zu Teil 1): „Nur Mut, fürchtet Euch nicht, erkennt die Wahrheit, wo immer ihr sie findet, sicher nicht in der “Aufklärung”. PS: Diese Kleingeisterei und Aggression einiger Leserkommentare wirkt, als täten Ihnen diese Gedanken tatsächlich weh. Abgesehen davon, daß diese Kommentatoren absolut nicht zwischen den Zeilen lesen können, zeugt ihr Verhalten von einem Angstgefühl, verkleidet in vermeintlich „wissenschaftliche“ Ansichten. Nun ja, Wissenschaft hin, Wissenschaft her, jemand schrieb: Spätestens wenn ein Flugzeug zu trudeln anfängt, gibt es darin keine Atheisten mehr. Ach ja, und entgegen der Aussage des Autors würde ich Deppen nie und schon gar nicht „in aller Freundlichkeit“ bitten, „sich nach ihrer eigenen Unvoreingenommenheit zu fragen und darüber nachzudenken…“ - denn das Ergebnis wäre absehbar…

Hans-Peter Dollhopf / 27.10.2020

Bei der Frage nach ihrer Zugehörigkeit zu den Wissenschaften geht es der Theologie nicht unähnlich wie der Jurisprudenz. Und auch dem Glauben an universelle Menschenrechte kommt man mit Empirie so wenig näher wie Gott. Es gibt gute Gründe, die Metaphysik der Menschenrechte dem Zynismus atheistischer Materialisten vorzuziehen. Aus Schaden und Erfahrung wird man klug. Und Klugheit ist sehr viel in einer Welt, in der die Erkenntnis einer reinen Wahrheit so verschlossen ist wie der Weg zu dem Baum des Lebens im Garten Eden, an dessen Eingang die Cherubim mit blanken Schwertern wachen.

Ricardo Sanchis / 27.10.2020

Gleichwohl sie mit Kant argumentieren (- Unmöglichkeit zu Beweisen das Gott nicht existiert- argumentativ eines der schwächsten Gedanken des großen Philosophen, denn beweisen muss der der die Existenz eine Geistes behauptet und nicht umgekehrt )  fallen sie gedanklich weit hinter ihm zurück.  Nietzsche hat dann nur noch verkündet was Kant Philosophie besagt: Gott ist Tot! Und bevor sie jetzt mit irgendwelchen Sophismen kommen wollen, wie: dann muss er ja mal existiert haben. Damit ist der Glaube an einen Gott als tatsächlich existierend und nicht seine tatsächliche Existenz gemeint. Danach kann Metahysik nur noch “in den Glauben springen” und die die Halt suchen und brauchen, springen dann auch; aber mit Wissenschaft hat das nichts mehr zu tun. Das ist Privatsache. Ein Glaube übrigens deren Bodenpersonal “ganz uneigennützig”  Jahrhunderte die Despoten gestützt, sich selber privilegiert und die Bevölkerung ausgebeutet und geknechtet ( und ermordet) hat. Der damals auf dem Rücken der Bevölkerung angehäufte Reichtum der Kirchen reicht bis in die heutige Zeit und den Verlust der Privilegien läßt man sich bis heute teuer bezahlen ( Übrigens: Wir alle bezahlen das !!!!!). Allerdings:  Theologie, wo sie nicht glaubt, sondern den Glauben untersucht ist sicherlich eine Wissenschaft. 

Andreas Müller / 27.10.2020

Möglicherweise habe ich Ihren Text nicht vestanden, mir fällt nur auf, daß Sie für die fraglos lohnende Auseinandersetzung mit dem jüdisch-christlichen Erbe des Abendlandes zwei Journalisten/Autoren, einen klinischen Psychologen und einen Mathematiker empfehlen. Ein Theologe ist nicht dabei. Angriffe auf das organisierte Christentum gäbe es vermutlich weniger, wenn die Theologen mehr in eine spirituelle Tiefe gingen und weniger ins Hinterteil der politischen Machthaber.

sybille eden / 27.10.2020

Der christliche Glaube mit seiner Ethik war und ist das Fundament unserer westlichen Zivilisation. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache.  Aber wozu bedarf dieser Glaube einer Kirche ? Wozu bedarf es eines Papstes ? Warum können die Menschen nicht ohne die Oberlehrer glauben ? Schon bei dieser simplen Frage stösst die “Wissenschaft” an ihre Grenzen ! Leider.

Lutz Serwuschok / 27.10.2020

p.p.s. Ja, ich versaue jeden Witz; kann ich nicht. Sorry

Bechlenberg Archi W. / 27.10.2020

Ich habe mich mal vorhin online durch ein paar theologische Hochschulen gekämpft, musste es dann aber ermattet aufgeben. Es wird mehr Stuss auf dieser Welt geben als dort, allerdings habe ich für diese Vermutung keine sicheren Quellen. Am besten hat mir das gefallen (Münster): “Feministische bzw. geschlechtersensible Theologie ist eine Querschnittsdisziplin der Theologie. Sie reflektiert die Relevanz der (Zwei-) Geschlechtlichkeit für die biblische, historische, systematische und praktische Theologie sowie für die Strukturen, in denen Theologie betrieben wird. Dabei ist sie methodisch und inhaltlich in der Theologie als auch in der Geschlechterforschung verankert, und in beider Interesse fördert sie die Geschlechtersensibilität und -gerechtigkeit in Theologie und Kirche.” Wenn ich mich wieder erholt habe, suche ich noch die Seminare für Vaginamalerei. Kann aber dauern.

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