Von Susanne Kaufmann.
Sehr geehrte Damen und Herren,
entscheidend ist, was hinten rauskommt. Das wusste schon Helmut Kohl. Nun ist Folgendes in Thüringen raus gekommen:
Kemmerich, ein Ministerpräsident der FDP, musste zurücktreten, damit ein Linker (!) Ministerpräsident werden kann, obwohl Rot-Rot-Grün keine Mehrheit hat.
Zum Thema Thüringen sind viele kluge Artikel geschrieben worden, beispielsweise von Maximilian König:
Ein Zitat daraus:
"Die Wahl von Thomas Kemmerich hat die Lüge des demokratischen Konsens offenbart, der vor allem dem linken Spektrum die Macht sichert."
Dem stimme ich völlig zu.
Oder Rainer Zitelmann bei Focus Online.
Enttäuscht war ich von vielen FDP-Prominenten, die in sozialen Medien erst Kemmerich zur Wahl gratuliert haben, dann ihre Glückwünsche gelöscht haben, um etwas später Kemmerichs Rücktritt zu fordern.
Das ist das Verhalten von Umfallern, Wendehälsen und Populisten.
Besonders irritiert hat mich, wie sich die FDP klein gemacht hat und sich im Zuge der Diskussionen wegen der Wahl Kemmerichs mehrmals öffentlich entschuldigt hat.
Es hat mir eine differenzierte, selbstbewusste Stellungnahme gefehlt.
Im Zuge dessen trat der linke Block immer frecher und fordernder auf.
Historisch völlig schräge Vergleiche blieben unkommentiert, damit wird zudem eine schweigende Zustimmung suggeriert.
Insgesamt wurde der Weg bereitet, damit Ramelow endlich zum Ministerpräsidenten gewählt werden kann, die FDP war fleißig mit dabei.
Noch nicht einmal mit "Nein" haben CDU und FDP geschlossen im 3. Wahlgang gestimmt, als nur noch Ramelow antrat. Dann wäre die Wahl von Ramelow wenigstens ein Fall für das Thüringer Verfassungsgericht geworden (wegen mehr Nein- als Ja-Stimmen). Den Stimmen nach hat wahrscheinlich nur eine Person von CDU/FDP mit "Nein" gestimmt, alle anderen haben sich enthalten. Warum? Um nicht zusammen mit der AfD mit "Nein" gestimmt zu haben? Im Ernst?
Was will die FDP den Wählern eigentlich vermitteln?
Wer Rot-Rot-Grün verhindern will, muss AfD wählen?
Alle anderen Parteien – vorneweg die FDP – werden im Sinne einer größtmöglichen Koalition gerne Rot-Rot-Grün zur Mehrheit verhelfen, sollte sie keine haben?
Das Elend schaue ich mir nicht länger von innen an, bestenfalls von außen. Auch möchte ich mit meinem Mitgliedsbeitrag dieses fragwürdige Verhalten nicht finanzieren und mit meinem Austritt ein Zeichen setzen.
Deshalb erkläre ich am 4.3.20, an dem Tag, an dem Ramelow zum Ministerpräsidenten Thüringens gewählt wurde, nachdem Kemmerich zurücktreten musste, meinen Austritt aus der FDP.
Mein Austritt wird ordentlich und fristgemäß zum 31.12.2020 erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
S. Kaufmann
Susanne Kaufmann lebt in Baden-Württemberg und ist 2003 in die FDP eingetreten. Es ist ihr wichtig klarzustellen, dass ihr Austritt mit dem Rücktritt und nicht mit der Wahl Kemmerichs in Verbindung gebracht wird.
Beitragsbild: Pixabay
Mir steht es nicht zu Ihren Austritt zu bewerten. Sie haben mir auch keine Gelegenheit gegeben, Ihren Eintritt zu bewerten. Ich bin in deutlich schlechterer Situation. Ich bin ein alter weißer Mann, gehöre keiner Partei an und kann mich nicht erinnern, dass irgendwann einmal irgend eine Partei eine Entscheidung getroffen hätte, die nicht direkt, oder wenigstens indirekt, gegen mich gerichtet gewesen wäre. Ich bin der Abgehängte, der noch jeden Tag in die Arbeit fährt, immer noch und trotzdem. Wenn ich mal irgendwann eine Entscheidung treffen werde, dann wird es die sein, dass ich nicht für diesen Hass, diese Feindschaft und diese ständige Zurücksetzung auch noch jeden Tag arbeite. Mein Austritt wird aus der Partei derer sein, die sich gegen ihre eigenen Grundinteressen versklaven lassen. Ich habe etwas wichtiges erkannt: Ein parasitäres System befällt als Wirt die, die leistungsfähig und leistungswillig sind. Um diesen unnatürlichen Zustand aufrecht zu erhalten, muss das parasitäre System alle die, von denen es die Lebensenergie stiehlt, unterjochen, zwingen, bedrängen, so dass es nicht einfach abgeschüttelt wird. Dieser repressive Zwang lässt nach, wenn der Parasit keinen Nutzen ziehen kann. Er wird keine Energie aufbringen, wenn dem kein Nutzen gegenübersteht. Das System endet mit dem Ende des Parasiten, wenn der Wirt keine Leistungsbereitschaft mehr hat. Dann sucht sich der Parasit einen anderen Wirt. Man muss nicht bis zum eigenen Tod warten, um einen Floh loszuwerden!
Herr Lindner hat krass versagt. Aber wer weiss schon welche Folterwerkzeuge ihm gezeigt wurden? Ich möchte eine Lanze für ihn brechen, Sie daran erinnernd, daß er vor ein paar Jahren die Koalitionsverhandlungen platzen ließ,weil er zu der Erkenntnis gekommen war , daß sich zwischen Frau Merkel und den Grünen eine Liebesheirat anbahnte. Die FDP war da plötzlich nur noch als Trauzeuge vorgesehen, Herr Lindner bewies Führungsstärke, eindeutig, konnte man auch in den Gesichtern seiner Begleitung sehen. Im übrigen: gewählt habe ich seine Partei nie, ich war damals fest verankert in der Union, bis sie mich -als Klatschhasenpartei - fassungs-,aber nicht orientierungslos rechts liegen ließ.
Mein Austritt aus der CSU erfolgte schon vor paar Jahren wegen der Eurokrise, der grenzenlosen und als Reaktion auf Seehofers Verhalten zuerst als Bösedreinschauer und dann als Umfaller. Dass die Union nun in Thüringen, nachdem RRG abgewählt wurde, mitgeholfen hat, den Rechtsnachfolger der Partei, die Foltergefängnisse betrieben hat, erneut auf den Thron zu heben, hat meine damalige Entscheidung mehr als bestätigt.
Alle Achtung, werte Frau Kaufmann, eine wohlbegründete Begründung Ihres Austritts aus dieser Partei, für deren Führung ich nur noch Verachtung übrig habe. Ich kann nur jede Zeile Ihres Schreibens unterschreiben. Seit Jahren brüsten die sich als tragende Säulen der deutschen Verfassung, des Liberalismus und des Rechtsstaats. Und beim ersten lauen Lüftchen von vorne fallen sie um wie ein Kartenhaus. Was bleibt da noch? Die CDU als Wegbereiterin mit ihrer Kanzler*in für die SED 2.0 mit ihrem Verdickt "unerträglich" und "rückgängig machen"? Jetzt, da offenbar das von ihr gewünschte Ergebnis erzielt ist, schweigt die Feindin unserer demokratischen Grundordnung. Damit ist auch diese Partei als Hüterin der alten Rechtsordnung tot. Die SPD? Mit Gabriel, Steinmeier und den beiden neuen Pappnasen - wie heißen die nochmal? - sind die längst übergelaufen ins stalinistische Lager. Die Grünen waren mit ihrer Führungsriege immer schon dort verortet. Alle haben sich selber zu neuen Blockflöten und damit obsolet gemacht. Demnächst wird ihnen die Linke den letzten Tritt in den A***** verpassen. Was bleibt da noch? - Nur noch die letzte Opposition, die "Populisten", "Faschisten", die "Nazis", das "Pack" von der AfD. Wenn es so weit ist, dann will ich nur noch Nazi und Pack sein.
Frau Kaufmann helfen Sie mit, die Freien Wähler bundesweit zu stärken.
Mir ist noch nicht ganz klar, was sie uns Lesern hiermit sagen wollen? Ich bin ausgetreten und wasche meine Hände ab sofort in Unschuld oder ich habe mich geirrt? Wer einen Arsch in der der Hose hat, der kämpft in "seiner" Partei, wenn nötig bis zum Rauswurf.
Eine aktuelle Umfrage zeigt die FDP bei 6 Prozent. Könnte gut sein, dass in der nächsten Legislaturperiode die Plätze zwischen AfD und CSU nicht mehr besetzt sind. Und es wird noch nicht einmal auffallen! Schade, denn eine starke Opposition zu den Grünen wäre sehr nötig.