Mag die SPD als politische Partei auch immer mehr Wähler verlieren, als Medienunternehmer kann sie sich über Zuwachs freuen.
Die Madsack Mediengruppe will zum 1. Januar die Nordwest Mediengruppe übernehmen, meldet u.a. meedia.de und vermerkt dazu vor allem, dass sich damit die Konzentration auf dem deutschen Tageszeitungsmarkt fortsetzt. Übernommen werden sollen 100 Prozent der Anteile. Zum Umfang der Transaktion sollen laut Madsack „das Verlagsgeschäft der Tageszeitungstitel ‚Nordwest Zeitung', ‚Emder Zeitung', ‚Anzeiger für Harlingerland', das gesamte Wochenblattgeschäft, alle contentbezogenen Digitalangebote (u.a. nwzonline.de) sowie die Aktivitäten in Druck, Logistik und die Beteiligungen an den verlagsnahen Servicegesellschaften" gehören. Die Nordwest Mediengruppe zähle mit einem Jahresumsatz von über 120 Millionen Euro zu den umsatzstärksten regionalen Medienhäusern in Norddeutschland.
Die Madsack Mediengruppe freut sich über den Zuwachs und mit ihr kann sich – das wird in den Meldungen seltener vermerkt – auch die SPD freuen. Denn die ist wesentlich an Madsack beteiligt, wie Wikipedia es folgendermaßen zusammenfasst:
„Die Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG (auch Madsack Mediengruppe) ist ein deutscher Medienkonzern mit Sitz in Hannover. Das Kerngeschäft bilden journalistische Produkte, zu denen die Publishing-Plattform des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), 20 regionale Tageszeitungen sowie das überregionale Nachrichtenportal RND.de gehören.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist über ihr Medienbeteiligungsunternehmen Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH mit einem Anteil von 23,1 % größte Kommanditistin der Madsack Mediengruppe.“
Allerdings sagt diese Zahl noch nicht alles, denn wie Achgut bereits vor fünf Jahren berichtete, verfügt das SPD-Medienbeteiligungsunternehmen DDVG bei Madsack über knapp 40 Prozent der Stimmrechte.
Die langjährige Regierungspartei kann sich als Medienunternehmer jetzt also über Zuwachs freuen. Vielleicht ein kleiner Trost, denn der Zuspruch der Wähler schwindet bekanntlich derzeit von Wahl zu Wahl.