Je schneller es mit Europa bergab geht und je klarer wird, dass alles Gesundbeten nichts nutzt, umso öfter finden Seancen am Krankenbett der alten Dame statt, mit Geistheilern, die schon so manche Idee zu Grabe tragen müssten. Und nun ist Europa an der Reihe.
Eben erst fand eine “Internationale Konferenz” zum Thema “Europas Zukunft – Deine Zukunft” in der “Beletage” der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte statt, wenig später ging es mit einem “Dispute over Europe” weiter: “Mehr Europa wagen – Die EU braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger!” Das Vorspiel (“Kick off”) war am 2. Mai, weil man da aber nicht entscheidend weiter gekommen ist, findet das Nachspiel, diesmal unter der Überschrift “European Disputes”, am 7. November statt.
Die Liste der Teilnehmer ist eindrucksvoll, die Kosten sind es auch, deswegen wird das Ganze gleich von vier Stiftungen gefördert (der Bertelsmann Stiftung, der Allianz Kulturstiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt und der Václav Havel Library) und vom Auswärtigen Amt “unterstützt”. Dabei “stehen alle Himmelsrichtungen Europas zur Debatte”, was wirklich etwas Neues wäre. Wenn die Zeit reicht, wird man versuchen, Portugal nach Polen zu verlegen, Griechenland nach Finnland und Dinkelsbühl nach Dinslaken.
Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich schon auf das nächste Europa-Event freuen: “Die Konferenz. Das Ereignis. Finding Europe” im Mai kommenden Jahres, wo man “den digitalen Kulturraum Europa und seine netzpolitischen Besonderheiten beleuchten” will.