Hexenverfolgung sei verboten, dachte ich. Die letzte Hexe, Helen Duncan, wurde bekanntlich 1944 von Winston Churchill gerettet. Sie hatte dann noch zwölf gute Jahre zu leben. Ihr Fehlverhalten: Sie beschwor Geister und sagte wahr. Seither finden Hexenjagden nicht mehr statt.
Dazu folgende Richtigstellung:
Hexenjagden finden heutzutage täglich statt, vor allem in Medien und vorrangig im Netz. Man nennt sie nur nicht mehr so. Womit wir bei Joshua Kimmich (26) wären, Fußballspieler. Er ließ sich nicht impfen und soll sich dafür schämen. Der Fall beweist: Vom Sympathikus zum Porcus ist es in Deutschland nur ein kurzer Weg.
Rund um die Uhr wird Kimmich beschimpft. Sein Fehler: Er hat seine Meinung gesagt. Er hat nicht als Mediziner gesprochen oder Virologe, er hat nicht etwa zur Impfverweigerung aufgerufen, nein, er hat nur gesagt, was er denkt. Seither steht er am öffentlichen Pranger. Ich finde das zum Kotzen.
Der guten Klarheit halber: Ich halte Kimmichs Auffassung für falsch. Ich bin fürs Impfen. Aber seit wann sind Auffassungen verboten? Und was sind das für Typen, die sich da öffentlich empören? Biedermänner oder Biederfrauen? Garantiert sind viele von ihnen Heiratsschwindler, Falschparker, Hundequäler, Frauenschläger, Schwarzfahrer oder Blockwarttypen.
Unwillkürlich denkt man an Hannes Jaenicke, den Schauspieler, der sich in der Rolle des Weltenretters gefällt. Wenn er die Welt rettet, schalte ich ab, er ist ja nur ein Darsteller, mit Hut oder ohne Hut.
Joshua Kimmich aber will gar nicht die Welt retten, er hat eigentlich nur laut gedacht. Für Gedanken- und Meinungsfreiheit kämpfte schon Schiller. Mehr Kimmichs braucht die Welt. Und weniger Haushaltsnazis, die ihre Freizeit im Netz verbringen.
Zuerst erschienen im Euro am Sonntag
Letztens trat im Fernsehen (Sender, Tag und Zeit sind mir leider entfallen) ein Pfarrer mit der sinngemäßen Erklärung auf, die Gesellschaft habe jetzt genug Geduld mit den Impfverweigerern gehabt, und man müsse daher andere Saiten aufziehen. – Wie meinen? Wünschen Herr Pfarrer die Heilige Impfquisition zu reanimieren?
Na Herr Tiedjens, Sie gehören nicht gerade zu den „Kimmichs“, sondern plädieren, „plärren vor sich her“, was die Ökonazis auch tagein tagaus „fordern“ zu „Impfen“. Ist nur was für Weicheier und Mitläufer! Spätestens im Jahr 2023 werden auch Sie sich mit der Schutzaussage rechtfertigen: „Wir haben von alledem nichts gewusst“! So funktioniert Demokratie nicht, „fordern“ ist Steuergeldparasitensprech, dass kann wie wir sehen jeder Depp.
Ja, zum Kotzen dieser Nazi-Kommunismus. Zur Belehrung, derjenigen, welche noch keine Diktaturerfahrungen haben. Die eigene Meinung sagen, dass ist der größte Delikt. Es ist unerheblich was man denkt, gefordert ist das Mitlügen. Was um so besser funktioniert, je weniger man selbst an den Ideologiescheiß und die Propaganda glaubt. Was das für einen Menschschlag nach oben spült, ist bekannt. Wenn Herr Tiedje an die Impfung glaubt (Wie kommt er eigentlich darauf?) – angeblich – ist er ein schlechter Player. Ist er das? Ich glaube kaum. Am Ende ist der Beitrag auch nur Impfpropaganda. Jeder SED-Funktionär hätte hoch und heilig beschworen, dass eine eigene Meinung im Sozialismus wichtig sei und dass man sie selbstverständlich vertreten sollte, aber Gnade dem Gott, der darauf reingefallen ist und das wörtlich genommen hatte. Was für ein Player ist der Autor also?
In der Tat, Joshua Kimmich will gar nicht die Welt retten, sondern nur sich selbst. Wo kämen wir denn hin, wenn das alle täten? Deshalb ist Joshua Kimmich ja auch ebenso wie Sie, Herr Tiedje, fürs Impfen – nämlich der „Anderen“. Damit die weiterhin 2G, 2G+, 1G, whatever, in das Stadion gehen und ihn bejubeln und reichmachen dürfen.
Und der guten Klarheit halber, Herr Tiedje: Ich halte Ihre Auffassung für falsch. Vielmehr halte ich Impfzwängler und Zwangsimpfer für weitaus gefährlicher für das Allgemeinwohl als „Heiratsschwindler, Falschparker, Hundequäler, Frauenschläger, Schwarzfahrer oder Blockwarttypen“. Obwohl unzweifelhaft mit Letzteren eine gewisse geistige Verwandtschaft festzustellen ist.
„Der guten Klarheit halber: Ich halte Kimmichs Auffassung für falsch. Ich bin fürs Impfen.“ --- Wer so etwas sagt, hat sich mit den frappanten Unterschieden zwischen Impfstoffen und experimentellen mRNA-Gentherapeutika nicht beschäftigt und weiß also nicht, wovon er spricht. --- Ich selbst habe alle meine normalen und extravaganten Impfungen zwischen 1990 und 2019 selbst ausgewählt, besorgt und auch selbst bezahlt. Ich bin gerne gut durchgeimpft. Ich war und bin ein Impffreund, aber ich bin ein Feind dieser Biowaffen, die uns als Impfungen aufgeschwatzt und aufgezwungen werden. Ich werde mich ums Verrecken nicht mit diesem Gift der Globalisten kontaminieren lassen! – Außerdem geht es nicht nur um meinen Körper alleine, es geht auch um meine Ehre und um meinen Stolz und um meine Würde! Diese Dreckschweine wollen mich zwingen! Sie belügen und täuschen mich! Und ich beginne langsam, alle zu verachten, die keine Achtung vor sich selbst haben – diese verdammten Sklavenseelen ohne Verstand!
Ein grammatikalisches Späßchen zu Beginn: „Hexenjagd“ gibt es nicht mehr, wohl aber „Hexerjagd“ im Kontext des Artikels. – -
Jeder sollte seine Meinung sagen dürfen, und eine Begründung dafür, da stimme ich dem Autor zu. Auch eine Meinung zur Meinung ist erlaubt und notwendig, wie der Autor als Corona-Impfbefürworter zeigt. – -
Wichtig ist, dass beides unaufgeregt, in gegenseitigem Respekt geschieht. In neugieriger Toleranz, die zum Austausch von Argumenten führt, und nicht zum flegelhaften (ein- oder gegenseitigen) Beleidigen oder Ausgrenzen. Insofern braucht „die Welt“ nicht nur mehr „Kimmichs“, sondern mehr toleranten, pluralistischen Gedankenaustausch statt nachgeplapperten, totalitären Gratismut.
Sehr geehrter Herr Tiedje, es ist gut, dass Sie Joshua Kimmich und die Meinungsfreiheit verteidigen, aber Sie haben nicht zu beurteilen, ob Kimmichs Auffassung richtig oder falsch ist. Hier fängt die Übergriffigkeit schon an.
Sie können für sich entscheiden, sich impfen zu lassen und das ist dann für Sie ok. Sie können auch sagen, dass Sie die Auffassung von Joshua Kimmich für sich nicht nachvollziehen können. Aber sie falsch zu nennen würde bedeuten, dass Sie besser wissen, was für den Fussballspieler richtig wäre und das ist übergriffig. Ansonsten danke für den Beitrag.