Fundstück / 24.11.2013 / 15:14 / 4 / Seite ausdrucken

Matthias Küntzel: Der Kniefall von Genf

In der Nacht zum 24. November 2013 war es soweit: Die fünf Vetomächte und Deutschland unterzeichneten ein Interimsabkommen, das die Plutoniumanlage in Arak akzeptiert und die Fortsetzung der iranischen Urananreicherung billigt. „Dieses Abkommen überlässt dem weltweit größten Förderer des Terrorismus für kosmetische Konzessionen Milliarden an Dollar“, kritisiert der amerikanische Senator Mark Kirk.
Das erste Opfer dieses Kniefalls sind die Vereinten Nationen. http://www.matthiaskuentzel.de/contents/der-kniefall-von-genf

Siehe auch:
Sicher ist: Während der amerikanische Präsident das Regime heute wie vor vier Jahren zum Gespräch bittet, haben Irans Ingenieure in diesem Zeitraum einen Riesensprung gemacht. Wird Obama daraus tatsächlich die Konsequenz ziehen, sich mit einer nuklearen Schwellenmacht Iran zu arrangieren? Er würde damit die Fehler seiner ersten Amtszeit noch übertrumpfen und Gefahr laufen, als der Chamberlain des 21. Jahrhunderts in die Geschichte einzugehen. http://www.matthiaskuentzel.de/contents/friedlich-in-die-katastrophe

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Rüdiger R. Reiner / 25.11.2013

Ach je Herr Rückert, keine Ahnung ... Fahren Sie mal hin nach Israel, einem Land so groß wie Hessen. Besuchen Sie Yad Vashem und dann Masada und dann überlegen Sie mal, warum dort junge Leute mit Gewehren herumlaufen. Ohne diese wären die Juden bereits 1948/49 wieder umgebracht oder vertrieben worden. Oder 1966, oder 1973! Wo war Deutschland? Haben Deutsche eingegriffen, den Juden und Israelis geholfen? Wir sind für die Betroffenheitskultur zuständig. Wir wären 1949 sehr betroffen gewesen, oder 1966, oder 1973 ...

Dirk Jäckel / 25.11.2013

Jedes Ereignis, das die sunnitischen religionsfaschistischen, terrorunterstützenden Regime auf der arabischen Halbinsel nervös macht, ist wahrscheinlich ein gutes Ereignis. Der Segen des Fracking: Die USA sind nicht mehr anhängig von den saudischen Menschenhassern. Ich kenne den Iran. Auch die Bevölkerung ist hundertfach eher reformbereit, wenn nicht reformgierig als etwa der Großteil der saudischen Bevölkerung, deren rel. Reichtum ihnen in den Schoß fiel und auch nicht annähernd auf Bildung beruht. Meine Überzeugung: Die weit größere Gefahr, auch für Israel, ist in Gestalt der in Syrien tätigen, von SA und Qatar gepushten dschihadistischen Mörderbanden erwachsen.

Peter Bereit / 25.11.2013

Man muss die iranischen Mullahs nicht mögen und auch nicht besonders vertrauensselig sein, um zu erkennen, dass das gegenwärtig zwischen Israel und dem Iran ablaufende Szenario, schizophrene Züge trägt. Wie lange wartete man angeblich darauf, dass der Iran sich hinsichtlich seines atomaren Programms bewege und ist nun baff darüber entsetzt, dass er sich auf Verhandlungen einlässt. Die Bereitschaft, miteinander zu reden, wird von Israel geradezu als Drohung begriffen. Selbstverständlich ist es unmöglich, daran zu glauben, dass es ein Regime wie der Iran, ehrlich meinen könnte.  Die Rhetorik eines B. Netanjahu erinnert ungemein an die Zeiten des Kalten Krieges. An eine Zeit, als jede Seite vom angeblich so ersehnten Frieden und globaler Entspannung faselte und der jeweils anderen Seite unterstellte, sie sei hierzu keinesfalls fähig. Durch diese Sicht- und Verhaltensweisen entstand ein schmaler Grat, auf welchem die Welt jahrzehntelang am Rande des atomaren Abgrunds balancierte. Diese permanente Bedrohung des Anderen, schuf einen Rüstungswettlauf, der Russland und den Rest der kommunistischen Welt ruinierte und den USA Rüstungskonzernen die Kassen füllte. Erst als jemand auf die Idee kam, man müsse nicht jede Provokation mit einer Gegenprovokation beantworten, sondern mit Geduld und Verständnis die Spirale der Gewalt durchbrechen, hatte der Wahnsinn ein Ende. Es waren nicht die Amerikaner, die auf diese Idee kamen, auch wenn sie sich das heute einbilden. Israel möchte in der Region weiter den starken Mann spielen. Es möchte auch weiterhin drohen können, ohne selbst bedroht zu werden. Innerhalb dieser gefährlichen und ruinösen Strategie schreckt es nicht davor zurück, sich mit Staaten gemein zu machen, von denen es niemals mehr als eine Zweckgemeinschaft erwarten kann. Da wird selbst Saudi-Arabien, Mutterland einer der aggressivsten Spielarten des Islams und Schurkenstaat, zumindest nach innen, zum Verbündeten gegen den Iran. Aber. Saudi-Arabien ist unser Schurkenstaat. So wie es der Irak in den 80-er Jahren war. Frei nach dem Motto: Lass uns den Iran schlachten. Für Saudi-Arabien haben wir immer noch Zeit. Bis es so weit ist, liefern wir ihnen Panzer und andere High-Tech Waffen. Das dient zwar nicht der Moral, wohl aber wieder den Kassen der Konzerne. Netanjahu braucht die Konfrontation mit dem Iran. Sie ist es, welche das Volk, das völlig andere Probleme hat, als sich auf einen Krieg einzulassen, zusammenschmieden soll. Netanjahu braucht die Auseinandersetzung. Der Frieden braucht keinen Netanjahu.

Jürg Rückert / 24.11.2013

Der Iran wurde uns immer als potentielle nukleare Bedrohung Israels vorgestellt. Das sei des Pudels Kern. Jetzt soll er der Verantwortliche für den Terrosrismus weltweit sein. Er stellte außerdem eine Bedrohung des Weltfriedens dar, da er zu viele technisch befähigte Leute habe… Lösung: Erst wenn er verbrannte Erde wie Lybien ist, ist er - und damit die Welt - “befriedet”. Wer 120%ige Sicherheit sucht und ansonsten zuschlägt wird mit Sicherheit Krieg ernten. Langsam bekomme ich den Eindruck, Israel ziehe seine Saturnringe aus Einkreisungsängsten bis nach Murmansk! Wer hier noch viel herumstochert, der kann einen 3. Weltkrieg auslösen! Die Welt ist jetzt so labil, wie es E. Jünger einmal formulierte: Am Ende kann die Pfote einses Hasen eine riesige Lawine auslösen. Wer will diese Schuld auf sich nehmen? Originalton Stoiber Mitte der 90iger:  Von deutschem Boden sind ja auch 3 Weltkriege, äh, äh 2 Weltkriege ausgegangen. Als Deutscher bin ich mir doch meiner Verantwortung bewusst und rate vor Unternehmen wie “Barbarossa” dringend ab!

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